■ Nr. 191
OverveM«« Zetttms. Marburg a. L. Sonnabend, -en 16. August 1930
Sette 5
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„Das Schwache wird durch das Starke gerettet werden."
(Angebliches Wort 3efit>
In der „Apostolischen Kirchenordnung" wird der Satz überliefert, die„ im dritten und vierten Jahrhundert nieder- geschrieben, ihren Ursprung nach den Aposteln zugeschrieben wurde. Es handelt sich also um eine indirekte Quelle, und ob es wirklich vom Heiland herrührt, rotrb sich schwer beweisen lassen. Eine andere Frage ist es jedoch, welche Stelle es innerhalb christlichen Denkens einnimmt, und da berührt es uns gleich heimisch und vertraut. Er selber ist ja so ein Starker gewesen, der nur für die Schwachen dasein wollte. Das Wort vom zerstoßenen Rohr, das man nicht umbrechen soll, bürgt dafür, und jenes andere: „Die Gesunden bedürfen des Arztes nicht, sondern die Kranken."
Aber in der Form dieses Ausspruchs liegt doch noch etwas anderes, das sich gegen die urkundliche Echtheit anführen läßt, wenn es auch vom Wert und Gehalt des Satzes nicht abmindert: Es heißt nicht „der Schwache" und „der Starke", sondern „das Schwache" und „d a s Starke, und der Heiland selber hat immer mehr persönlich als begrifflich gesprochen. Er spricht von sich als dem Helfer im Bewußtsein seiner göttlichen Mission, und er mahnt die starken Menschen, den Schwachen zu helfen, nicht ist es eine Spracheigenart, gewissermaßen vom starken und schwachen Prinzip in der Welt zu reden, wie andere vom guten und bösen. In der Heiligen Schrift tritt uns diese begriffliche Sprache vielmehr erst in der paulinischen Gedankenwelt entgegen. Dort ist die Rede von der Kraft Gottes, die im Schwachen mächtig ist, dort wird vom Wollen und Vollbringen des Guten gesprochen. Vielleicht wurzelt der Satz in diesem Verkündungskreis. Auch hier ist er von großer Bedeutung. „D a s Starke" — was kann damit gemeint sein? Nicht Gott, denn von ihm ist nie als von „das" die Rede; das wäre nur auf pantheistischem Boden möglich Es muß sich um ein Prinzip handeln, und Gott ist nicht irgendein Prinzip, und sei es das Höchste. Bleibt nur eine andere Erklärung, die ihre Wurzeln unmittel- barr bei Paulus hat: Das Starke ist der Glaube durch den alles gerettet werden soll, was schwach und unzulänglich in uns ist. Hier in der alten Urkunde der Kirche ist noch dieses Sola fide unmittelbar lebendig, um das Jahrhunderte später erst wieder gekämpft werden mußte, und darum ist uns dieses Woft heilig und teuer, sei es nun ein echtes Jesuwort oder stamme es woher es wolle.
Von hier aus rückwärts gesehen umfaßt dann der Spruch wieder alles, wovon wir schon geredet haben. Der Glaube ist natürlich der an den starken Gott, an den helfenden Heiland, von dem uns diese Gnadenoffenbarung ausgeht. An ihn ranken sich Millionen im sittlichen Kampf, und wo es Helfen und Tragen gibt in der Welt, da geschieht es in seinem Namen, ob man es noch weiß oder nicht. Die edelsten anderen Religionen außer Judentum und Christentum lernten den Begriff der Barmherzigkeit nicht und erweisen sich sozial unfruchtbar. Hier liegt der Vorsprung der christlichen Mission gegenüber den anderen Offenbarungen in der Welt. Er aber ist uns eben nicht nur Helfer im Sittlichen, sondern seine tiefste, rettende Macht setzt gerade dort ein, wo wir sittlich unzulänglich bleiben ttotz Kämpfens und Ringens. Wenn wir auf das Gelingen sittlicher Leistungen im Letzten angewiesen wären, so wäre es schlecht um uns bestellt, und das ist die Bedeutung des Paulus, daß er uns ge-
Airs der Umgegend
Kreis Marburg
Kreiskircheuchorverbandssest in Wetter.
Man schreibt uns:
Am 24. August werden sich die Kirchenchöre des Kreises Marburg, die dem kurhesfi- schen Kirchengesangverein angeschlosien find, in Wetter zu ihrem Jahresfeste treffen. Im Jahre 1927 waren wir schon einmal East der alten Stadt Wetter. Wir waren damals nach dort gefahren, um die Idee der Kirchenchorsache in Wetter selbst wieder neu zu beleben und den erschienenen Gästen aus dem Wetteramt Aufgabe und Ziel der Kirchenchöre zu zeigen. Dieses Mal werden wohl die rund 400 Mitglieder des Kreisverbandes mit freu» digerer Stimmung dem alten Heffenstädtchen zueilen. Sie werden sich verbundener fühlen; denn die Arbeit im Jahre 1927 war nicht vergebens. Wetter hat einen rührig arbeitenden Kirchenchor, der uns am Trinitatissonntag begrüßen wird. Nach Ankunft der Chöre wird in der alten ehrwürdigen Wetteraner Kirche um 10 Uhr die Generalprobe unter der bekannten sachkundigen Leitung unseres Chormeisters, des Ooerlyzeallehrers Engelhardt, stattfinden. Anschließend wird eine Konferenz abgehalten, auf der wir ein Referat über unser Gesangbuch hören. Um 14 Uhr wird der Festgottesdienst sein. Als Festredner spricht der Vorsitzende des kurhesfischen Kirchengesangvereins, unser Landespfarrer Herr Generalsuperintendent D. Dettmering. Dor getragen werden von den rund 300 Sängern 5 Massenchöre, von denen 4 allein Lutherlieder find. Vorgesehen ist noch ein Singen der einzelnen Chöre auf dem Marktplatz und zwar im Anschluß an den Gottesdienst.
Alle Stände unseres Volkes bedürfen notwendig einer sittlich religiösen Erneuerung, und an der Ereichung dieses Zieles wollen unsere Kirchenchöre tapfer Mitarbeiten. Sie holen aus dem alten Schatz unserer Kirchenlieder die hervor, die uns von Männern gegeben sind, die in ebenso schwerer, ja noch ernsterer Zeit gelebt haben. Sie machen uns bekannt mit den ernsten Weisen, die uns gottbegnadete Männer aus Kampfeszeit geschenkt haben. Das damalige Volk hat sich durch den glaubensstarken Text der Lieder und durch die ernsten, wuchtigen Melodien wieder emporgerichtet, ttotz Not und Tod. So hoffen wir, daß diese Lieder, die ihre alte Kraft behalten
haben, mit ein Mittel werden, unter Volk gesund zu machen an Seele und Leib. Aber bas Volk muß diese Lieder kennen und immer wieder hören. Dann erst wird diese innewohnende Kraft von dem Einzelnen gefühlt und gespürt, und dann geht es wieder aufwärts: „Durch Nacht zum Licht." In diesem Sinne arbeitet der Kreiskirchenchorverband und ladet alle Gleichgesinnten ein, am 24. August ihn in Wetetr zu besuchen, einzutreten in unsere Reihen und an der nicht leichten, aber schönen Arbeit mitzutun.
Kreis Äirdttofo
— Momberg, 15. Aug. Sie vom Kulturamt Marburg in unserer Gemarkung vor 3 Jahren begonnene Zusammenlegung geht ihrer Vollendung entgegen. In diesem Herbst soll bas neue Wegenetz ausgebaut werden.
Kreis Ntedenkvoi
Rabiat« Dorfjugend.
Gladenbach, 15. Aug. In dem be- nachbatten Dorfe Weidenhausen kam es nachts zu einem schweren Zusammenstoß zwischen lärmenden und Unfug tteibenden jungen Burschen und dem Landjäger. Das Treiben der nächtlichen Ruhestörer wurde so stark, daß der Beamte mit einem Verbot einschreiten mußte. Darauf griffen die Burschen den Beamten mit Steinen und Holzlatten an und schlugen schließlich, obwohl der Beamte zwei Schreckschüsse abgefeuett hatte, heftig auf ihn ein. In höchster Notwehr mußte der Beamte zweimal von seinem Revolver mit scharfen Schüssen Gebrauch machen, wobei einer der Ruhestörer einen schweren Lungenschuß und ein anderer einen S ch enk el schuß erhielt. Der Schwerverletzte mit dem Lungenschuß mußte in die Klinik übergeführt werden. Mit dem Vorfall wird sich nun das Gericht zu beschäftigen haben.
Aus dem DtNkrets
Das eigene Kind im Wahnsinn erwürgt.
Dillenburg, 15. Aug. Im nahen Dorf Frohnhausen tötete die Ehefrau des Landwirts Otto Müller ihr 4jähriges Töchterchen durch Erwürgen. Man nimmt an, daß die Tat in einem Wansinnsanfall verübt worden ist. Die Frau wurde nach dem Landgerichtsgefängnis in Limburg überführt.
lehrt hat, noch tieferes, noch mehr vom letzten Selbst- und Leistungsbewußtsem befreites Vertrauen zum Vater Jesu zu haben. Und wenn alles schwach und erbärmlich ist an uns der Glaube kann gewaltig sein trotz allem, denn er fußt ja nicht in uns, sondern m Gott. Damm allein aber kann auch hier nut dem entscheidenden Worte von „Rettung die Rede sein. Rettung gibt es nur angesichts des radikalen Vernichtungstodes, nicht von irgend einem mehr oder weniger Mißgeschick. Diesem Letzten steht das andere Letzte gegenüber, oder sollte es nicht ein Erstes sein?
Diel.
Personalien / Mtlüen
* Eisenbahn-Perfonalnachrich- ten. In den dauernden Ruhestand versetzt: Rangiermeister Gieße in Treysa, Ladeschaffner Staab in Treysa. Ernannt: zum Bahnhofsoberinspektor der Vahnhofsinspektor Knapp in Treysa, zum Reichsbahnsekretär die Reichsbahnastistenten Decker in Treysa, zum Reichsbahnassistenten Zugführer Schmidt tn
Treysa, zum Lademeister der Ladeschaffner Feußner in Marburg (Lahn).
* Schulpersonalnachrichten. Endgültig angestellt: Lehrer Dietrich in Amönau, Land'tt. Marburg. Einstweilig angestellt: Schulamtsbewerber Knüttel in Lingelbach, Kr. Ziegenhain. Versetzt: die Lehrer Diegel von Jesberg, Donjahr von Tringenstein, Bez. Wiesbaden. In den Ruhestand versetzt: Hauptlehrer Herbener in Rauschenberg, Kr. Kirchhain.
* Aus den Werra-Tabakbaugebieten. Die Tabakpslanzer„ des Werratales und des Eichsfeldes berichten über eine Verschlechterung der Tabakernteaussichten, die durch den anhaltenden Regen der letzten Wochen verschuldet worden ist. Viele Tabakfelder zeigen Rostflecken, durch di» gerade die unteren und wertvollsten Tabakblätter brüchig werden und für die Zigarrenherstellung nicht mehr zu gebrauchen sind. Die Tabakkul
turen stehen im allgemeinen ziemlich üppig, die einzelnen Tabakblätter sind von großem Umfang und feiner Struktur, doch weiß man noch nicht, wie groß sich der Schaden durch die Rostflecken auswirken wird.
Aus ter WEtemgung
Wie wir hören, wird am 28. August in Marburg die Reichstagsabgeordnete Frau Annagrete Lehmann in einer öffentlichen Versammlung der deutschnationalen Volkspartei über das Thema; „Warum Hilgenberg?" sprechen. Das Thema sowohl wie die ausgezeichnete Rednerin versprechen einen hochinteressanten Abend.
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MlttkllmiM mrä tem MrknA
Wegeausbesserung an der Kirchspitze.
Marburg ist eine Stadt, so reich an vielen traulichen Winkeln und Gäßchen, die nicht nur dem Fremden, dem Touristen, sondern wohl auch dem Einwohner auf seinen Spaziergängen stets viel Freude machen. Wer fcnnt sie nicht, die kleinen engen Wege, die zu Marburgs schönen Aussichtspunkten führen! Ihrer sind viele. Wie oft hört man Klagen über solche Wege. Wenn auch im großen und ganzen behauptet werden darf, daß diese Wege kaum einer Ausbefferung bedürfttg sind, so gibt es aber auch solche, die geradezu ein trauriges Aussehen haben. Man betrachte sich z. B. den Weg, der von der Roserstraße zur Kirchspitze hinaufführt. Ein kleiner, schmaler Weg, -aber einem Fußpfad gleichend. An beiden Seiten dichtes Buschwerk, das im Sommer dem Wanderer Freude macht. Der Weg führt an der Kirchspitze vorbei zur Augustenruhe. Sein jetziger Zustand ist wahrhafttg alles andere als schön. Durch die schweren Lastfuhrwerke, die ihn mit Materialien für die Neubauten benutzen mußten, ist er ausgefahren, vom vielen Regen, den wir in letzter Zeit haben, fast nicht mehr passierbar geworden. Die Kosten einer Ausbefferung dürften garnicht so hoch werden, denn der Weg ist nicht sehr lang. Hinsichtlich der Beleuchtung wäre es auch sehr zu begrüßen, wenn an der Ecke, wo der letzte Neubau steht, eine Laterne angebracht würde, damit man wenigstens ohne Beinbruch nach Hause gelangen kann.
Einer für Viele.
Sommerkur für
I
und Nervös-Erschöpfte SDUiflüUlfiHIMlt HoffiEllü Im TaifflIJS bei Frankfurt a.MProspekte durch
S.-Rat Dr. H. SdiulzQ-Xahleyss, N"T'Mi
Verlag von Dr.E. H itz e rvth.
Verantwortlich für die Schriftleitung und den Polltischen Teil: Dr.ErnstScheller; für Kommunalpolitik und Feuilleton: Loch. Schneider; für den lokalen und provinziellen Teil: Wilhelm W ihn er; sämtlich in Marburg.
(Nachdruck verboten.)
„M Wildkatze"
Roman von Panhuys.
(Copyright 1930 by Verlag Alfred Becht- hold in Braunschweig).
42. Fortsetzung.
Isabel eilte gleich wieder hinaus und verbarg sich hinter dem Hause, das auf einer kleinen Anhöhe ganz nahe der Mauer stand. Hier wickelte sie den Schleier aus, warf ihn über den Kopf und hüllte sich 'völlig darin ein.
Ein mitgebrachter Handspiegel genügte ihr zu prüfen, ob sich das feine Gespinst so um ihr Gesicht legte, wie sie es in ihrem Zimmer vor dem großen Spiegel vor Tagen ausprobiert hatte. Sie hätte beinahe laut ausgelacht, so fremd und wirklich spukhaft schien ihr das Gesicht, das ihr aus dem Glas entgegenschaute.
Sie vernahm Schritte. Das mutzte Martin sein.
Sie lauschte. Jetzt stieg er die Stufen zum Eingang hinauf, jetzt knirschte die Tur.
Nun wartete sie noch eine Minute, dann schlich sie um den kleinen Pavillon herum uni klopfte an die Scheibe des sehr niedrigen Fensters, an dem sich das Hausgespenst vom Rot^ch^s, wie es hieß, zu zeigen pflegte.
Martin hatte sich inzwischen auf die Bank, das einzige hier vertretene Möbelstück, gesetzt und wunderte sich, daß Isabel noch nicht hier war. Doch er hatte ja Zeit, also wartete er noch ein bißchen. Er war auf dem Fahrrad vom Klosterhof her- übergekommen, und wenn er nachher ein bißchen fest zutrat, kam er noch zu Tisch zurecht.
Die Sardellen- und Schinkenschnittchen sowie der prächtige Moselwein hatten ihm gut geschmeckt: so ein kleines Frühstück war doch nicht zu verachten!
Plötzlich schrak er aus diesen tiefsinnigen Betrachtungen auf von einem Klopfen an der Scheibe.
Er fuhr hoch, um sich sofort wieder lachend zu setzen. Beim Himmel, famos sab Isabel aus! Wenn er sie nicht als Mädchen mit dem Schleier hier erwartet hätte, würde er sich wahrhaftig vor der Erscheinung gefürchtet haben, die da zum Fenster hineinlugte mit großen, ernsten Augen.
Er winkte. „Komm nur, Isabel, du siehst unheimlich echt aus!"
Isabel trat über die Schwelle.
Er Hatschte in die Hände. „Bravo! Isabel, bravo! Du siehst fabelhaft echt aus. Wem du so zur Dämmerstunde hier oder im Park oder im Haus begegnest, der erschauert ganz bestimmt, der glaubt bestimmt an den alten Spuk. Ich nehme die Arbeit schon morgen in Argriff, wenn es dir recht ist. Zunächst mache ich eine Art Skizze, die mache ich mir immer, wenn ich das Modell nicht so oft vor Augen haben kann, ehe ich an die Kneterei gehe. Wäre es dir angenehm, wenn ich morgen am frühen Nachmittag komme?"
Isabel war sehr stolz darauf, als Spuk für so echt befunden worden zu sein, und eifrig nickte sie Zustimmung.
„Za, am frühen Nachmittag, das patzt sehr gatt. Tante schläft dann und Vater auch, wir sind ganz ungestört."
„Also komme ich gegen drei Uhr, Isabel. Schließ mir vorher, bitte, das hintere Parktürchen auf. Ich komme wieder mit dem Rad. Dann erfährt wohl keiner was davon, daß ich hier war, und es gibt
an deinem Hochzeitstage 'ne feine Hebet« raschung."
Isabel packte den Schleier wieder ein und löste auch das Stirnbant), so daß die Haare sich in weichlockigen Wellen wieder um Stirn und Wangen legten.
Man verabredete, daß sich Martin im EratenhLuschen, wohin sich niemand verlief, vielleicht in Kürze eine kleine Werkstatt einrichten sollte, und dann trennten sie sich wie zwei Verschworene.
Martin fuhr vom Hofe und trat eilig die Pedale. Er wollte Greta nicht auf sich warten laffen, sie saß ja sonst allein am Mittagstisch.
Seine Gedanken waren noch, ganz bei Isabel. Er war begeistert von der neuen Arbeit. Es war eine eigenartige Idee und er würde sicher auch Lothar damit große Freude bereiten.
Kaum war das Mittagsmahl beendet, als für Greta eine Depesche gebracht wurde.
Martin scherzte: „Wahrscheinlich meldet sich Lothar mit den zwei neuen Familienmitgliedern an."
Greta öffnete die Depesche, las sie und reichte sie dann Martin.
Er las: „Erbitte Auto zum Nachtzug an die Station."
Er schüttelte verwundert den Kops.
„Er kann ja kaum mit den Gehrkes gesprochen haben! Ich finde die so „überschnelle Rückreise ein bißchen merkwürdig. Was meinst du Greta?"
Greta zuckte die Achseln.
„Vielleicht waren die Lest» gar nicht daheim, oder sie sind krank." .
„Möglich", gab er zurück. „Im übrigen bin ich sehr neugierig, diese Alice kennenzulernen, weil ich so viel von euch über die erstaunliche Aehnlichkeit hörte."
Greta war wiederum sehr gespannt zu erfahren, was Lothar in Maulbronn erreicht hatte. Sie fuhr deshalb selbst mit dem Auto an die Station.
Martin streikte, als sie ihn aufforderte, Lothar mit abzuholen.
„Meinen gesunden Schlaf vor Mitternacht laffe ich mir nicht gerne verkürzen", erklärte er, trotzdem ihn Greta eine Schlafmütze nannte und wirklich, ehe Greta noch in das Auto stieg, schlief er bereits den Schlaf des Gerechten.
Greta empfing den Bruder am Zuge und fand, daß er sehr sorgenvoll aussah.
Sie konnte kaum abwarten, bis sie mit ihm im Auto saß, nm ihn über das Ergebnis seiner Reise auszufragen.
Es war eine sehr schwüle Nacht, über den Bergen wetterleuchtete es, und die ganze Welt war erfüllt von einer Luft, die förmlich nach einer Entladung zu fiebern schien. Unwillkürlich teilte sich diese Stimmung in der Natur auch den Menschen mit.
Greta hörte entsetzt, was ihr Lothar über seinen Besuch bei dem Wirt der „Schönen Aussicht" berichtete.
Sie erbebte vor derselben Ahnung, die auch Lothar ganz verwirrt gemacht hatte.
„Hm des Himmels willen, wenn dieser Mensch in Gemeinschaft mit dem Weibe Alice nach der Scheidung getötet hätte!"
Wie flüsternd kam das Schreckliche aus ihrem Munde.
Fortsetzung folgt
jetzt (Uich.fäiMig":
Schwarzkopf Russig mit Haarglanz
Rasthe M für mehrmaligen Gebrauch.