Einzelbild herunterladen
 

Senkung -er Kartellpreise

BorsWiMs SutoMn trs ReWwIMaWM

das Verbot von Einzelfällen abhängig zu

wurPUtBCi Sogtiwigtt

St. 199 S;.MkS.

Marburg o.Labn

Wd* rmdMUim

Freitag, dm 15. August M»

Äbechessisthe Zeitung

Sie neue KrankravkriiHrrung

Berlin, den 14. August. Nach der Notverordnung vom 26. Juli 1930 haben die wegen Krankheit versicherten Personen von den Kosten für Arznei und Heimittel einen angemessenen Teil z« trage«. Zur Durchführung der Vorschrift haben die Vertreter des deutschen Apothekenverban­des und der Spitzenveriinde dex Kranken­kassen am 14. August ein Abkommen ent­worfen. Es darf damit gerechnet werden, daß der Entwurf auch von den Verbänden gebilligt wird. Das Abkommen tritt am 1. September in Kratf.

machen. Umso stärker empfiehlt er, die Fälle von ungerechten Preis­erhöhungen einzeln 3U untersuchen.

Ueberall da, wo die kartellgebundenen Preise nicht mehr innegehalten werden, fordert der Reichswirtschaftsrat ausdrück­lich, daß hier schleunigst die Durchschnitts­preise ermittelt werden sollen und ein schuldloses Vorgehen erfolge. In der Ver­urteilung dieser Frage ist der Reichswirt- schastsrat von seiner allgemeinen -Aus­legung abgekommen.

Eine Mehrheit hat sich dafür ausge­sprochen, datz man auf einem Gebiet, dem der Lebens- und Genutzmittel, zu einer Aufhebung der allgemeinen Preisbindungen kommen könne.

Der Reichswirtschaftsrat legt den Haupt­wert darauf, datz so schnell wie möglich Untersuchungen vorgenommen werden, denn aus diesen Einzeluntersuchugen wird man erst festzustellen haben, ob die Kartellierung der Faktor ist, der bei Preisbindungen vorwiegend in Betracht kommt, oder ob es andere Faktoren sind.

Der Anzeigenpreis beträgt fite den 11 qesvalt. Zeilenmillimeter 0.08 SM., sog. kleine Anzeigen nnd Familienanzeigen bei Barzahlung 0.07 ®9Rn amtlich« und aus­wärtige Anzeige« 0.10 SM. Bei schwierigem Satz sowie bei Platz« borschrist 50%, Aufschlag. Sammelanzeigen 100 °lo Auf­schlag. Reklam>»Millim. 0,40 GM. Jeder Rabatt gilt als Barrabatt.

Ziel 5 Tage.

Offerten-SebLhr: 25 Pfg. Beleg« werden berechnet. Erfülllmgssrt Marburg.

Berlin, 14. Aug. In dem jetzt her­ausgekommenen Gutachten des Reichs- wirtschaftsrats über die Frage der Ver­hütung unwirtschaftlicher Preisbindungen ist ausdrücklich gesagt, datz der Reichs­wirtschaftsrat das Problem im ganzen nicht behandle» will und könne. Er ist der Meinung gewesen, datz

eine allgemeine Aufhebung Set Preisbindung im jetzigen Augenblick zu einem Kampf Mer gegen Alle führen würde.

der volkswirtschaftlich im gegenwärtigen Augenblick nicht wünschenswert ist, auch wenn er vorübergehend von billigeren Konsumentenpreisen begleitet wäre. Da­her ist das positive Handeln in der Wirt­schaft als Faktum anzusehen, das nicht allgemein, sondern nur tm gegebenen Einzelsall durch behördliche Matznahmen eingegrifsen werden sollte. .Von solchen Erwägungen ausgehend, hat der Reichs­wirtschaftsrat sich entschlossen, zu emp­fehlen, nicht allgemeine Verbote über Preisabmachungen zu erlassen, sondern

frimmierten Artikel, Goebbels erklärte, datz Artikel und Bild einen letzten Appell an den Reichspräsidenten darstellen sollten, m der Frage des Younaplanes den Standpunkt des nationalen Lagers einzunehmen, das rhn ge­wählt habe. Eine dritte Anregung, dre Be­rufung doch zurückzunehmen, lehnte Göbbels wiederum ab.

Der Vorsitzende verkündete folgendes

Urteil.

Die Berufung der Staatsanwaltschaft wird verworfen. Auf die Berufung des Ange­klagten wird das Urteil erster Instanz aufge­hoben und der Angeklagte auf Kosten der Staatskasse freigesprochen.

Goevdels wieder frelgefprsOen Berechtigte Wrirng «Mischer Zuteressen

iie ^Vberhefsische Zeitung" n- chkint sechsmal wöchentlich. Be» ugSpreismonatlich 2.20 69R.au* -chließl. Znstellnngsgebühr, tnrch di« Post 2.45 GM. Für etwa durch Streik. Maschinendefekt oder eie» weutar« Ereignisse «uSsalleud« Nummern wird kein Ersat p* eistet. Verlag Dr. §. -itzervth. Druck der Unib.-Buchdr«ckeret ?oh. Aug- Koch, Markt 21/23 Fernsprecher: Rr. 54. tu Nr. 55. Postscheckkonto: Amt Frankfurt a. M. Nr. 6015. Sprechzeit er Redaktion bon 1011 tmi>

«fei1 Uhr.

Berlin, 14. Aug. Vor der zweiten Straf­kammer des Landgerichts III fand heute dre Berufungsverhandlung gegen den natronal- sozialistischen Abgeordneten und Schrrfüerter Dr. Josef Goebbels wegen Belerdr- gung des Reichspräsidenten von Hindenburg statt. Zu Beginn der Ver­handlung gab der Vertreter der Anklage, Staatsanwaltschaftsrat Dr. e i.! e r, em Schreiben des Reichspräsidenten bekannt, durch das, rote er betonte, em Weg gegeben fei, den Angeklagten zur Zu­rücknahme seiner Aeutzerungen zu bewegen. Der Brief des Reichspräsidenten, den der Vorsitzende sodann, verlas, und dn an den preußischen Justizminister gerichtet war, Hane etwa folgenden Wortlaut:

Aus einer mit abgegebenen Erklärung des Herrn Dr. Goebbels habe, ich ent­nommen, datz Dr. _ Goebbels eine ab - sichtliche persönliche B e leibt gung meiner Pers o n skernge- legen, und datz er.lediglich m Wahr­nehmung seiner politischen Interessen ge­handelt hat. Ich würde daher meinen Strafantragzurücknehmen -wenn dies noch möglich wäre. Da bus aber infolge der prozessualen Lage nicht mehr möglich ist, erkläre ich, datz ich die Ange­legenheit persönlich als erledigt be­trachte und an einer Bestrafung des Herrn Goebbels kein Interesse mehr habe.

Der Vorsitzende regte an,, die Hochherzig­keit des Reichspräsidenten, die in lemer Er­klärung zum Ausdruck komme, vielleicht zum

Anlatz zu nehmen, datz Dr. Goebbels seine Berufung zurückziehe und sich bei dem erst­instanzlichen Urteil beruhige, da die Staats­anwaltschaft ihre Berufung gleichfalls bereits zurückgezogen habe. Drl Goebbels erklärte aber, datz das für ihn n i ch t m r^rage komme. Er betonte nochmals, datz er nur in Wahrnehmung berechtigter Interessen ge­handelt habe. Es wurde darauf in die Ver­handlung eingetreten. Die Beleidigung, des Reichspräsidenten wird bekanntlich m einem Artikel desAngriffs"Lebt Hindenburg noch?" und in einer Karikatur gesehen. Die Vorinstanz hat lediglich in einem -bell der Karikatur eine Beleidigung für erwiesen am gesehen. Der Vorsitzende macht dann noch einmal den Versuch, Dr. Goebbels zu emer Zurücknahme seiner Berufung zu bewegen, was dieser jedoch ablehne. Hierauf kam es zu -einer längeren Erörterung über den m-.

Acht Todesopfer des Clarenthaler Grubenunglücks.

Saarbrücken, 14. Aug. Von den bei dem Grubenunglück in Clarenthal verletzten 18 Personen sind gestern wie­derum zwei gestorben, so datz sich die Zahl der Todesopfer aus acht erhöht.

Die spinale Kinderlähmung.

Paris, 15. Aug. Wie derMatin" be­richtet, sind auch im Seine-Departement einige Fälle von spinaler Kinderlähmung festgestellt worden. .

ragrsivlMl

Wie dieDeutsche Tageszei­tung" mitteilt, dürften endgültige Be­schlüsse in der Frage der Kündigung des deutsch-finnischen Handels­vertrages einer weiteren Kabinetts­sitzung Vorbehalten bleiben, die im Laufe des Freitags stattfinden soll. Zu den aestriaen Kabinettsberatungen bemerkt der Börsen-Courier": Man will nt Regierungskreisen einen Weg finden, der es ermöglicht, ohne Verletzung des Zoll- waffenstUlstandes, der eine einjährige Kün- diaunas sperre für Handelsverträge vor- sieht, die Wünsche der Landwirtschaft zu berücksichtigen. Deutschland hat zwar das Abkommen über den ZollwaffenstAstand noch nicht ratifiziert, aber dre deutschen Vertreter haben an seiner Entstehung in Gens maßgebend mitgearbeitet. Diese Ge­sichtspunkte haben bei der Kabinettsbera- jung eine wesentliche Rolle gespielt; und es hat den Anschein, als ob die Regie- mng erst alle Verhandlungsmöglichkeiten erschöpfen will, ehe sie sich zu dem folgen­schweren Schritt entschließt.

Zu dem Vorschlag desManchester Guardian", das begangene Anrecht im deutschen Osten durch die Rück­kehr Danzigs zum Reich und die Ver­besserung der Verbindungen westlich und östlich des Korridors und nördlich und südlich entlang der Weichsel wiedergut­zumachen, wogegen die Rückgabe des Kor­ridors an Deutschland unmöglich sei, be­merkt das Berliner Zentrumsorgan, die .Germania": DerManchester Guar­dian" vergißt, daß zehn Jahre Entdeut- schungspolitik IV2 Jahrhundert deutscher Siedlungs- und Kolonisativnsarbeit nicht restlos auslöschen können, und daß selbst, wenn dies bis zum Zeitpunkte der Revi­sion nahezu erreicht wäre. Gründe geo­politischer und wirtschaftlicher Natur immer noch für Deutschlands Anspruch aus, Rückgabe des Korridorgebietes sprechen würden. Zn - diesem Punkt besteht in Deutschland eine Einheitssrvnt von den Sozialisten bis zu Hilgenberg und die Frage ist nur, wie lange es dauern wird, ehe sich die Aeberzeugung von der Not­wendigkeit der Revision bei den führenden Großmächten durchsetzen wird«

*

. Ein Berliner Abendblatt will wissen, daß am Mittwoch eine Besprechung zwi­schen dem konservativen Führer Reichs­minister Treviranus und dem Wirt­schaftsparteller Sachsenberg zu einer vollkommenen Einigung über einen gemeinsamen Wahlaufruf, eine ge­meinschaftliche föderative Fraktion im neuen Reichstag und ein einheitliches Ak­tionsprogramm erzielt worden sei. Außer­dem sei ftir den Donnerstagnachmittag eine Besprechung zwischen Treviranus und Dr. Schotz vorgesehen, durch die dieses Wahl­abkommen auch auf die Deutsche Volks- Partei ausgedehnt werden solle. Hierzu erfahren wir von bestunterrichteter Seite, daß am Mittwoch lediglich eine Besprech­ung zwischen von Lindeiner-Wil­dau und Sachsenberg stattgefunden hat, in der man sich über bestimmte Am- risse einer freundschaftlichen Zusammen­arbeit im kommenden Reichstag klar ge- geworden ist. Auf keinen Fall aber ist von Bindungen in der Form eines ge­meinsamen Wahlaufrufes oder einer Frak­tionsgemeinschaft die Rede. Da Dr. Scholz augeÄIicklich gar nicht in Berlin weilt, konnten übrigens am Donnerstag auch keine Verhandlungen über eine Zuziehung der Deutschen Volkspartei stattfinden.

*

Wie aus Moskau gemeldet wird, hat der Zentralvollzugsausschuh eine neues, vom Rat der Volkskommissare ausge­arbeitetes Gesetz gutgeheißen, .das, die Einführung der allgemeinen Militärdienst­pflicht vorsieht. Diesem Gesetz zufolge wird die aftibe Heeresmacht durch eine ArtNation in Waffen" ergänzt werden. Alle Teile der Bevölkerung srg-

Ar KäMr in Wim

Paris, 14. Aug. (WTB.) Der fran­zösische KreuzerWaldeck-Rousseau" ist, wie die Agentur Zndopazifigue meldet, von Japan nach Schanghai abgegangen. Der Druck'der Nanking-Truppen gegen Tsinan dauert an. Zur Entlastung der dort liegenden Nordtruppen hat Fengjusiang die Lunghai-Bahn an­gegriffen. Er behauptet, die Regierungs­truppen geschlagen zu haben. Flugzeuge der Nationalsozialisten haben heute über Tsinanfu Bomben abgeworfen, wo­durch 20 Personen getötet, viele andere verletzt wurden. Die Konsularbehörden sind wegen dieses abermaligen Bombarde­ments vorstellig geworden, weil die Aus­länder dadurch gefährdet werden. Man glaubt übrigens, daß die Kapitula­tion von Tsinanfu nur eine Frage von wenigen Tagen ist.

Anzeiger für (das frühere kurhesfische) Oberhesse«

Anzeiger der amtlichen Bekanntmachungen f«r Stadt «nd Kreis Marburg

25 Sage in der Luft

&L Louis, 14. August. Die beiden Flieger Zacksou und O' Brien, die bereits gestern nachmittag den kürzlich von den Brüdern Hunter in Chikago aufgestellten Dauerflugrekord von 554 Stunden über­boten hatten, begannen heute mittag ihren 25. Flugtag.

Tödlicher Unfall eines österreichischen Flugzeugführers.

Innsbruck, 14. Aug. Das öster­reichische FlugzeugBrachvogel mit dem Flugzeugführer N u b r i t i u s ist auf öern Fluge von Innsbruck nach Zurich heute nachmittag in der Nähe von Weiler (Bayern) aus bisher noch unbekannter Ursache verunglückt. Der glug3eug= sichrer und die beiden Fluggäste, der Amerikaner Edwards und der Schweizer Rieben, wurden verletzt und ins Kranken­haus nach Weiler übergeführt. Der Flugzeugführer ist dort feinen Ver­letzungen erlegen.

Die Rückfahrt bes Luftschiffes R. 100.

Quebec, 14. Aug. Das Luftschiff R. 100 wurde um 12.18 Uhr (örtlicher Zeit) über der Belle-Isle-Stratze gesichtet. 12 Minuten späier überflog es das Ferolle-Vorgebirge.

M Krieg mit den Kurden

Augora. 14. August. Im Bezirk von Igdir kam es gestern zu einem mehrstün­digen scharfen Gefecht zwischen türkischen Truppen und anfständigen Kurden. Die Kurden zogen sich schließlich unter Zu­rücklassung von 60 Toten in der Rich­tung auf die persische Grenze zurück.

Der Kamps zwischen persischen Grenzwachen und Kurden.

London, 14. Aug. lieber den bereits kurz gemeldeten Kampf zwischen persischen Grenz­wachen und Kurden gibt ein ausführlicheres Reuter-Telegramm aus Teheran folgende Dar­stellung:

Die persischen Behörden trafen Maßnahmen, um den Jalali-Stamm aus dem persisch-türki­schen Grenzgebiet zu entfernen und ihm da­durch den Verkehr mit den aufständischen Kur­den am Ararat-Gebirge unmöglich zu machen. Die Jalali wünschen die Kurden, die von den Türken hart bedrängt werden, zu unterstichen. Ein Führer der aufständischen Kurden Khal ob Agha, der sich auf persischem Gebiet befin­det, traf kürzlich Vorbereitungen um sich ins­geheim über die Grenze zu begeben. Hundert kurdische Aufständische vom Ararat überschrit­ten die Grenze, um ihn abzuholen. Sie wur­den aber von oen persischen Grenzwachen ver­folgt, und es kam zu einem Kampf, bei dem zwei kurdische Häuptlinge den Tod fanden, während auf persischer Seite ein Offizier und 21 Soldaten getötet und 11 verwundet wur­den. In maßgebenden Teheraner Kreisen wird die Meldung, daß eine türkische Note mit dem Vorschslag einer Zusammenarbeit der türkischen und der persischen Truppen1 in Teheran eingegangen sei, für unrichtig erklärt.