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Donnerstag,

den 14. August 19A

di« ^Slxrhcsstsch« ZrUuvg" er- chrint sechsmal wöchentlich. Be- ugSpretsmvnatlich2^!0GM.aus» schtteßU Zusiellungsgebühr, tnrL die Post 2^5 EM. gtir eliva durch Streik, Maschinendefekt oder eie» mevtar« Lreiantsse ausfallende Simmnern wird kein Srsai- xe- eistet. Verla«, Dr. §. Hitzerotb. Druck der Unib.-Bnchdruckerei Ioh. Ang. Koch, Markt 21/23 Fernsprecher: Rr. 54. u. Rr. 55. Postscheckkonto: Amt Frankfurt a. M. Rr. 5015. Sprechzeit

er Redaktion von 1011 und

*1.11 Uhr.

Marburger rasesaWiger

«'M LanMeMg

SbechMsche Zeitung

Anzeiger für (bas frühere kurhessische) Oberhessen

Rr.M SZ.SNW. Marburg Ooen

Der Anzeigenpreis beträgt für den 11 gesvalt. Zeilsnmillimeter 0.08 TM., sog. kleine Anzeigen nnl» Familienanzeigen bei Barzahlung 0.07 GM amtlich« und aus­wärtige Anzeigen 0.10 TM. Bei schwierigem Satz sowie bei Platz- Vorschrift 50%, Aufschlag. Sammelanzeiqe« 100 % Aas» schla g. Reklam.-Millim. 0,40 TM. Jeder Rabatt gilt als Barrabatt.

Siet 5 Tage.

offerten-SeLLHr: 25 Pfg Belege werden berechnet. Erfüllungsort Marburg.

Anzeiger der amtliche« Bekanntmachung«« fHr Stadt und Kreis Marburg.

Nie Kämpft im Ararai-Äebiel

Blutiges Gefecht zwischen persischen Grenz­wachen und Kurden.

Teheran, 13. Aug. Persische Grenz­wachen hatten einen blutigen Zusammen- stotz mit Kurden aus dem Ararat-Gebiet. Auf Seiten der Kurden fielen u. a. zwei Häuptlinge. Die Perser verloren 2 2 Tote und elf Verwundete.

Die Türkei dementiert.

Konstantinopel, 13. Aug. An zu­ständiger türkischer Stelle werden die auslän­dischen Meldungen, wonach türkische Truppen in persisches Gebiet eingedrungen sein sollen, als nicht den Tatsachen entsprechend bezeich­net. Am 19. Juli hätten die Türken, wie ge­meldet, vorübergehend die persische Grenze überschritten. Neue Vorstöße seien feit jenem Tage nicht zu verzeichnen.

DieFriedensoerhandkungen" in Gandhis Gefängnis.

London, 13. Aug. Im Gefängnis von Paona hat am Mittwoch eine zweite Aus­sprache zwischen den beiden Nehrus und Gandhi stattgefunden. Außerdem nahmen an den Besprechungen auch die beiden gemäßigten Hinduführer Sapru und Jayakar teil, sowie Frau Neidu, die nach der Verhaftung Gandhis die Bewegung des passiven Widerstandes ge­leitet hat. lieber den Verlauf der Verhand­lungen, denen weitere Besprechungen in den nächsten Tagen folgen sollen, wird vorläufig Stillschweigen bewahrt.

Estländisch-sowjetrussischer Zwischenfall.

Reval, 13. Aug. Ein somfetrussisches Flug­zeug erschien gestern nachmittag über estlän- dischem Gebieten der Nähe der Narwa-Mün­dung. Ein estländischcs Küstenwachtschiff er­öffnete das Feuer gegen das Flugzeug, das das Feuer erwiderte. Nach einer kurzen Beschießung kehrte das Flugzeug nach der Grenze zurück. Wahrscheinlich ist es ge­troffen worden; denn man sah, wie es jenseits der Grenze steil niederging. Wie ver­lautet, hat der estländische Minister des Aus­wärtigen bei dem sowjetrufsischen Gesandten gegen die wiederholten Grenzverletzungen durch sowjetrussische Flugzeuge energisch pro­testiert.

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Statt Wtlfteftrb im DMttslug

St. Louis. 13. Aug. Die beiden amerikanischen Flieger Bals Jackson und Forest O'Brien haben heut? nach­mittag den kürzlich vo« den Brüder Hun­ter aufgestellten Rekord von 554 Stun­den ununterbrochenen Dauerfluges gebro­chen. Die beiden Fliege, setzten ihren Flug fort.

MMoburung ter Kmftlft

Berlin, 13. August. Der Zwölfer- Äusfchuß des Wirtschaftlichen Ausschusses des Reichswirtschaftsrates hat der Reichs­regierung das Gutachten über die Preis­gebarung der Kartelle am Mittwoch zuge­stellt. Es wird am Donnerstag zur Ver­öffentlichung gelangen. Ein Berliner Blatt gibt bereits jetzt einige Grundgedanken aus dem Eutachetn wieder. Danach be­jaht der Reichswirtfchaftsrat die Möglich­keit und Notwendigkeit einer Senkung der Preise für Lebens- und Eenugmittel des täglichen Bedarfes. Seine Vorschläge rich­ten sich in erster Linie auf die

dringend notwendige Verminderung der Preisspanne zwischen Erzeuger- und Verbraucherpreisen.

Es soll zunächst der Versuch unternommen werden, durch eine freiwillige Verein­barung mit den Preiskartellen des Han­dels und der Produktion eins Senkung der Verkaufspreise zu erzielen. Erst wenn diese Versuche fehlgeschlagen seien, sollte die Reichsregierung dar<n denken, mit Hilfe der Notverordnung eine Senkung der kartellmätzig gebundenen Preise zwangsweise herbeizuführen.

Neuregelung -er preußischen Diözesen

tofunbigung ter päpstlichen Bulle

Berlin, 14. Aug. Am gestrigen Jahrestage der Ratifikation des Konkor­dates zwischen dem Heiligen Stuhl und Preußen, dem 13. August, ist in Rom die apostolische BullePastoratis officii Rostri" unterzeichnet und verkündet wor­den.

Die Hauptbedeutung dieser Bulle liegt, wie dieE e r m a n i a" erfährt, darin, daß den Bestimmungen des Konkordates bezüglich der Errichtung neuer Diözesen, die Erhebung einzelner Diözesen zu Erz­bistümern und der Schaffung neuer Dom­kapitel kirchliche Rechtskraft verliehen wird. Mit dem Erscheinen der Bulle sind die neuen Diözesen Berlin und Aachen sowie die Prälatur Schneide­mühl rechtskräftig errichtet worden. Ferner haben mit dem gestrigen Tage die Diözesen Breslau und Paderborn

den Eharakter von Erzdiözesen und Kar­dinalfürstbischof Dr. Bertram - Bres­lau und Bischof Dr. Klein- Paderborn den Titel Erzbischof erhalten. Damit ist die Neuordnung der preußischen Kirchen­provinzen, wie sie im Konkordat zwischen dem Heiligen Stuhl und dem preußischen Staat vorgesehen war, in Kraft gesetzt worden.

Der Staat Preußen umfaßt nach der jetzigen Neuordnung drei Erzbistümer, neun Bistümer und eine Prälatur. Er ist aufgeteilt in die Kirchenprovinzen Köln, Breslau und Paderborn. Zur Kirchen­provinz Köln gehören Diözesen Aachen, Limburg. Münster, Osnabrück und Trier. Zur Kirchenprovinz Breslau die Diözesen Berlin, Ermland, und die Prälatur Nul­lius Schneidemühl, zur Kirchenprovinz Paderborn endlich die Diözesen Hildes- und Fulda.

Wilf EMM an das Landvolk

Mrmwsklungstewußft Marte» im Staat

Berlin, 13. August. Reichsernährungs- minister Dr. h. c. Schiele erläßt unter der UeberschristSchließt die Reihen" einen Aufruf an das Landvolk, in

dem es u. a. heißt-

Nachdem die große Koalition an der Un­fähigkeit gescheitert war, die dringlichsten Auf­gaben der Gegenwart zu meistern, ergriff der Reichspräsident im Bewußtsein seiner staats­politischen Verantwortlichkeit persönlich die Initiative und berief eine Regierung, die sich unabhängig von Parteibindungen nur den großen Aufgaben verantwortlich fühlen sollte, die es vordringlich zu lösen galt: Der Sanie­rung der Finanzen, der Rettung der Land­wirtschaft und des Ostens.

Der wie ich der Ueberzeugung ist, daß wir nur durch persönliche verantwortungs­bewußte Mitarbeit im Staat unsere wirt­schaftlichen, sozialen, staats- und national­politischen Ziele erreichen können, der durfte sich dem Rufe des Reichspräsidenten nicht versagen. Ueber wichtige agrarpolitische Fortschritte und mannifaltige finanzpolitische Klippen hinweg ging der Lauf der politischen Entwicklung dem 18. Juli entgegen, wo das Staatsschiff kurz vor dem rettenden Nothafen der Vollendung der Osthilfe und der Wie­dergewinnung der finanziellen Bewegungs­freiheit im Reichstag an der politischen Unvernunft derjenigen strandete, die zur Mit­wirkung an den von Hindenburg der Regie­rung gestellten Aufgaben besonders berufen gewesen wären. Der Reichspräsident war aus Gründen der Staatsraison und aus eigenstem persönlichen Verantwortungsgefühl entschlos­sen, sich gegen die Verantwortungsscheu des Parlaments durchzusetzen. Marxisten und radikale Gruppen auf der Rechten fielen ihm dabei in den Arm. Damit wurden die Mei­nungsverschiedenheiten über die politischen Methoden im Lager der Rechten zu einer un­überbrückbaren Kluft in den stattspolitischen Erundauffaffungen.

Der Austritt aus der Deutschnationalen Dolkspartei war damit für mich und meine Gesinnungsfreunde zu einer schmerzlichen, aber unerläßlichen Selbstverständlichkeit geworden. Politisch heimatlos ist nunmehr das Land­volk gezwungen, sich eine neue Plattform für seinen politischen Kampf um das eigene Geschick und das des Vaterlandes zu schaffen. Geben wir uns keinem Zweifel darüber hin: weiteste Kreise des Landvolkes drohen aus Verzweiflung dem Radikalismus in die Hände zu fallen für einen vielleicht noch größeren Teil besteht sogar die Gefahr, daß er erschüt­tert im Glauben an die Partei, der er zehn Jahre die Treue gehalten hatte, enttäuscht, hoffnungslos und kampfesmüde die politische

Wahlstatt verläßt und damit ohne es zu wollen seinen politischen Gegnern zum Siege im politischen Machtkämpfe verhilft. Angesichts dieser Lage ist

die Sammlung der politisch obdachlos ge­wordenen und der Verzweiflung überlie­ferten Kräfte im Landvolk nur noch unter bernssständischer Parole möglich.

Diese Sammlung des Landvolks ist aber nicht nur berufsständisch von Wichtigkeit. Das Land­volk ist die Kerntruppe der konservativen bodenständigen und staatserhaltenden Volks­kräfte überhaupt. Stellt sich das Landvolk straff organisiert mitten hinein in die Front der Sammlung der großen Rechten, so erfüllt es damit seine naturgegebene Berufung zu staatspolitischer Führung. Nicht klassenkämpfe- rischer Verufsegoismus, nicht falsches Streben, das zur politischen Isolierung führt, sondern der Glaube an die staatspolitische Mission des Landvolkes machen es seinen Führern zum Gebot der Stunde, alle Kräfte des Landes auf der berufsstände-politischen Grundlage zu sammeln.

MMMM bei der M.W.

Der Landesverband Hannover-Süd der D.N.V.P. meldet eine wachsende Ein­trittsbewegung früher ausgeschiedener Parteimitglieder. U. a. ist in Hildesheim, wo sich in den letzten zwei Wochen besonders zahl­reiche Mitglieder neu aufnehmen ließen, der bekannte Admiral Höpfner, der nach der Dawes-Ab st immun g ausge­treten war, nach der endlich erfolgten Klärung der D. N. V. P. wieder Beigetreten. Im ganzen Wahlkreis ChemnitzZwickau, in dem bei der Landtagswahl am 14. Juni 1930 insgesamt 45 434 Stimmen für die Deutschnationale Volkspartei abgegeben wur­den, hat ein einziger Wähler seinen Aus­tritt aus der Partei erklärt. Täglich sind neue Eintritts- und Wieder­anmeldungen früherer Mitglie­der zu verzeichnen, die bei der Dawes-Krise der Partei den Rücken gekehrt hatten.

R 100 flieg! na» England

Montreal, 14. Aug. Das englische R 100" ist 9.28 Uhr abends von Mon­treal zum Flug nach England ausgestiegen.

rngesftiegel

Die Verhandlungen über die personelle Seite der O st h i l f e, die gestern abend in der Reichskanzlei zum Abschluß gelangt sind, haben als Ergebnis die unmittel« bare Anterstellung des Apparates der Ost« Hilfe unter den Reichskanzler gebracht. In die Berliner Zentralstelle werden seitens des Reiches außer dem Minister Trevi« r a n u s der Ministerialdirektor im Reichs« ernährungsministerium Wachsmann, der die Osthilfe bisher ressortmäßig Beat« beitet hat, sowie der bisherige demokra« tische Abgeordnete Rönneburg entsandt werden. Die preußische Regierung wird durch den Wohlfahrtsminister Hirt sie« f er, den Staatssekretär Krüger und Dr« Lau ff er vertreten sein. \

Heber die Besetzung der fünf Anter« kommissariate in den Ostprovinzen ist ebenfalls eine Verständigung erfolgt. Für Ostpreußen wird Ministerialrat Mussehl vom preußischen Landwirtschaftsministe« rium, für Pommern von Drewitz, für die Grenzmark Ministerialrat Frankenbach für Breslau der dortige Regierungs-Vizeprä« sident Dr. Schwendh und für Oberschle« fien Oberregierungsrat Tietmann die Ge« schäfte des Osthilfekommissariats versehen«

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Die Reichsregierung hatte ursprünglich die Absicht, auch das Straßenbahn-Ar« beitSbeschaffungsprogramm einzubeziehen. Diese Bemühungen laufen auch äugen« blicklich noch weiter, doch ist es sehr frag« lich ob dis schwebenden Verhandlungen zu einem positiven Ergebnis führen wer« den. Der Grund für die verzögerte Inan« griffnahme des Ambaues, der Erweiterung und Reuschaffung von Straßen liegt na« türlich im Fehlen der notwendigen Mit« tel. Die am deutschen Straßenbau inter­essierten Organisationen haben den Geld« bedarf für ein Straßenbau-Programm, das sich natürlich über mehrere Jahre erstreckst auf etwa 3 bis 5 Milliarden Mark geschätzt. Die Reichsregierung, die sich im Rahmen des allgemeinen Arbeits« beschaffungsprogramm auch mit der Finan« zierung des Straßenbaus beschäftigte, hat auf Grund gründlicher Ressortbesprech« ungen, an denen auch der Reichsbank« Präsident teilnahm, die Aufnahme einer Anleihe in Höhe von etwa 300 Millionen Mark für diesen Zweck geplanst also nur 10 Prozent der eigentlich von den Straßen« bau-Sachverständigen für notwendig ge« haltenen Summe. Es stellte sich aber bald heraus, daß die Aufnahme einer Anleihe in dieser Höhe nicht möglich toar, sodaß man von 300 auf 200 Millionen Mark her« unterging. Zu einem endgültigen Ergeb­nis ist man in dieser Frage auch jetzt noch nicht gelangst obwohl das allgemeine Ar­beitsbeschaffungsprogramm schon in An­griff genommen wurde. Es wäre sehr zu wünschen, daß die langwierigen Derhand« Ringen schon in Anbetracht der hohen Zahl der Arbeitslosen im Baugewerbe bald zu einem Abschluß gelangen könnten.

Wenn man an die deutsche Handelsflotte denkt, so sieht man vor sich die großen Dampfer der Columbus-Klasse oder die stolzen OzeanriesenBremen" und Europa". Die Welterfolge dieser Schiffe können leicht zu der Auffassung verführen, daß die deutsche Handelsschiffahrt von der allgemeinen Wirtschaftsnot nicht betroffen sei, und daß das Leben, das wir von Bil- dem her aus dem Hamburger Hafen ken­nen, auch heute noch die Mündungen Bet' Elbe und Weser beherrscht. In Wirklich« keit sieht es jedoch auch hier traurig aus. Zahlreiche Ozeandampfer aller Art und Größen liegen zur Antätigkeit verdammt Reihe an Reihe in den seitlichen Hafen­becken. Alteingesessene Hamburger Ree­dereien mußten im Laufe des Sommers drei Viertel ihres Schiffsparkes stillegen, und niemand kann Voraussagen, wann den Schloten wieder Rauch entguillen wird und die Ankerketten wieder aufgerollt werden. Aach den Mittellungen des Verbandes