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Montag, »en u. AnMMS

Die »Oberhessisch« Zeitrmg" e» cheint sechsmal wöchentlich. Be- «gSpretS monatlich 2L0GM.au«» schließl. Zustellungsgebühr, dnrch die Post 2.45 GM. Für etwa dnrch Streik. Maschinendrfekt »der «le* tntaUtse Ereignisse aussavend« Nummern wird kein Ersae ge­eister. Verlag Dr. §. Kitzeroth. Druck der Unib.-Duchdrnckerei Job. Ang. Koch, Markt 21/23 Fernsprecher: Nr. 54. tu Nr. 65. Postscheckkonto: Amt Frankfurt a. M. Nr. 6015. - Sprechzeit ;et Redaktion von 1011 und 1,11 Uhr.

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Anzeiger für (das frühere kurhessische) Oberhesfen

st. «6 eZ.Mks. Mmdws n.£n»n

Der Anzeigenpreis beträgt für den 11 gespalt. Zeilenmillimeter 0.08 GM., sog.kleine Anzeigen mri» Familienanzeigen bei Barzahlung 0.07 ®9K amtliche und aus­wärtige Anzeigen 0.10 GM. Bei schwierigem Satz sowie bei Platz« »orschrist 50-s. Aufschlag. Sammelanzeiqen 100 °l<l Aaf- schlaq. Reklauu-MMim. 0,40 GM. Jeder Rabatt «ilt al« Barrabatt.

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Anzeiger der amtlichen Bekanntmachungen für Stadt und Kreis Marburg.

SU WWm In SBnlM

Sie Ergebnisse een Lerbach und Arolsen

Nachdem am letzten Sonntag infolge der Städteordnung die Wahlen zur Stadtver­ordnetenversammlung in Wildungen stattgefunden hatten, folgten gestern die Wahlen in Torbach und Arolsen.

Es erhielten in C o r b a ch :

Stimmen Sitze

1. Sozialdemokraten

2. Zentrum

356

98

3

0

3. Wirtschaft!. Vürgerliste

592

4

4. Deutschnat. Volkspartei

97

0

5. Kommunisten

261

2

6. Christi. Soz. Dolksdienst

129

1

7. Nationalsozialisten

277

2

8. Kriegsbeschädigte

136

1

9. Beamte und Angestellte

502

4

Von 4040 Wahlberechtigten sind 2435 gültige Stimmen abgegeben worden. Die Wahlbeteiligung war zirka 60 Prozent.

Die Sozialdemokraten haben gegenüber den letzten Wahlen 1 Sitz verloren, die Kommunisten 1 Sitz gewonnen, Zentrum

und die Deutschnationalen haben je 1 Sitz verloren. Die Nationalsozialisten haben 2 Sitze und der Christlich Soziale Volks­dienst 1 Sitz gewonnen. (Diese Parteien hatten bei der letzten Wahl keine Listen.) Der Gemeinderat hatte früher 18 Mit­glieder, während der jetzigen Stadtver­ordnetenversammlung 17 Abgeordnete an­gehören.

In Arolsen gaben von 1505 Wahl­berechtigten 897 gültige Stimmen ab. Die Wahlbeteiligung betrugt ca. 60 Prozent.

Es erhielten:

öiTntntcn ötge

l. Deutschnat. Volkspartei I2l 2

2. Sozialdemokraten 55 1

3. Nationalsozialisten 133 2

4. Vereinigte Vürgerliste 462 8

5. Zentrum 108 1

Dem Gemeinderat in Arolsen gehörten früher 11 Mitglieder an, der jetzigen Stadtverordnetenversammlung 14.

Neue Grenzen im Osten!

AevLranus bei der Abftimmungsseier vor dem Reichstag

Berlin, 10. Aug. Die Ostverbände hielten heute vor dem Reichstag eine Kundgebung ab, die dem Gedenken an den Abstimmungstag in Ost- und Westpreutzen galt, der sich jetzt zum 10. Male jährt. Auf dem Platz der Republik drängte sich eine dichte Menschenmenge. Die Veran­staltung begann mit BeethovensDie Himmel rühmen des Ewigen Ehre", ge­spielt vom Musikchor der Kommandantur Berlin. Es folgten die gemischten Chöre des Bundes heimattreuer Ostpreußen und des Westpreußenbundes von Berlin. An­sprachen hielten dann der Abstimmungs­kommissar Graf v. Baudissin, Senatsprä- sident Andres und Reichsminifter Trevi­ranus.

Reichsminister Treviranus führte u. a. folgendes aus: Der Sieg des bodenständigen Deutschtums habe die Ma­rienburg gerettet. Heimattreue war das Feldgeschrei waffenloser bedrohter Volks­genossen, mit dem' die Verfälschung des Volkswillens bekämpft wurde. Zn den nächsten Jahren sei die bange Sorge der Nation auf den Westen gerichtet gewesen, wo die Entscheidung grausam lange in der Schwebe gestanden habe. Unbeugsamer Heimatsinn habe Separatistenspuk, Ruhr­einmarsch und den Druck von Schmeich­lern und Erpresiern gebrochen. Der Kampf um den Rhein wurde ein deutscher Sieg.

Mit der Befreiung von fremder Be­satzung soll eine neue Friedenszeit kommen, wie es immer deutschem Sinn entsprach. Aber wir müssen wirklich frei sein.

Es sei gedacht der unbefreiten Brüder der Saar, in Eupen und Malmedy, des zer­schnittenen Weichsellandes, der ungeheil­ten Wunde in der Ostflanke des Reiches. Man denke wieder daran, unter welch schnödem Druck Wilson zur unnatürlichen Abschnürung Ostpreußens gepreßt, zu wel­chem Zwitterzustand das deutsche Danzig verurteilt wurde.

Die Zukunft des polnischen Staates, der seine staatliche Macht nicht zum geringsten Teile deutschen Blutopfrrn verdankt, kann nur gesichert sei«,

wenn Dentschland und Polen nicht durch ungerechte Grenzziehung in ewiger llnrnhe gehalten werden.

Ostdeutschlands Blutstockung bleibe eine europäische Sorge und Gefahr. Aber Grenzen des Unrechts können nicht stand- halten gegen Volksrecht und nationalen Lebenswillen. Der Tag werde kommen, wo der Kampf für das Recht Deutschland und Europa befreit hat. Zum Schluß sang die Menschenwenge das Deutschland- Lied.

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Stoße snmröMe Manöver in »en Alpen

Paris, 11. Aug. ,^Petit Pari­sis «" meldet aus Lyon, daß in diesem Herbste in den französischen Alpen um­fangreiche Manöver stattfinden sollen, an welchen 50 000 Mann, meist Reservisten, tellnehmen sollen. Für die Manöver find sechs Tage in Ausficht genommen. Sie sollen mit einer Besichtigung durch den Kriegsminister abschließen.

Keine Absage der französischen Manöver in Lothringen.

Paris, 11. Aug. Während vorgestern dasEcho de Paris" berichtete, daß die Herbstmänner wegen des Ausbruches des spinalen Kinderlähmung in Lothrin­gen ausfallen müßten oder eingeschränkt würden, erklärte Kriegsminister M a g r - not, er habe keine Maßnahmen, zur Ein­schränkung des Manövers getroffen, zu­mal die Krankheit unter den Kindern auch abzuflauen scheine.

Unfälle bei den Truppenübungen in Chalons-sur-Marne.

Paris, 10. Aug. LautHumanite" sollen bei den Truppenübungen in Chalons-sur- Marne drei Soldaten beim Aufstellen von Schießscheiben durch die Explosion einer Gra­nate schwer verletzt worden sein. Außerdem soll ein Unteroffizier von einem Trainwagen überfahren und schwer verletzt worden sein.

een senkt ReMaMiMal

Mehreren Blättern zufolge wird Gene­raloberst a. D. von S e e ck t als Spitzen­kandidat der Deutschen Volkspar­tei im Wahlkreis 10 (Magdeburg-An­halt) kandidieren. Verhandlungen, die in der letzten Zeit zwischen der Parteilei­tung und dem Generaloberst geführt wor­den sind, haben zn einer völligen Ueber- eiastimmung in allen politischen Fragen geführt.

Die endgültige Nominierung Seeckts wird am 17. August auf der Parteivertre­tertagung der Deutschen Volkspartei in Magdeburg stattfiuden.

Singeldep SMenknMat »et S. B. P. in Seilen

Frankfurt a. M., 10. August. Die Deutsche Volkspartei Hessens hielt am Sonntag im Handwerkerhaus einen aus allen Teilen Hesiens gut besuchten außer­ordentlichen Parteitag ab, um zu der ge­genwärtigen politischen Lage und zu den kommenden Reichstagswahlen Stellung zu nehmen. Reichstagsabgeordneter Dingeldey-Darmstadt berichtete über die Vorgänge bei der Auflösung des Reichstages und die politische Situation vor den Neuwahlen. Zur Behebung der gegenwärtigen Krise, die er im einzelnen eingehend schilderte und der er die Schuld für die Radikalisierung der deutschen Ju­gend zuschiebt, erachtet Dingeldey durch­greifende Reformen für nötig: Reichs- reform und in Verbindung damit Re­form des Finanzwesens, ferner Reform der Steuergesetzgebung, der Sozialversicherungsgesetzgebung, der öffentlichen Verwaltung, des Parlamenta­rismus und ebenfalls der deutschen Wirt­schaftspolitik. Das Ziel der D. V. P. im kommenden Wahlkampf fei die Sammlung ves Bürgertums und Bildung einer Hin­denburg-Front zur Rettung des deutschen Volkes.

Auf der Wahlvorschlagsliste der Partei für Hessen steht der Reichstagsabgeordnete D i n g e I d e y-Darmstadt wieder an der Spitze. Ihm folgen Landwirt Wolf, Albig (Rheinhessen), Bürgermeister Dr. Niepoth -Schlitz, Frau Kloos-Darm­stadt, Schmiedemeister Nothnagel- Eriesheim, Freiherr vom Heyl, Worms, Lehrer Jost, Eärtnereibesitzer Becker- Reichenbach (Bergstraße) und Landtags­abgeordneter Dr. Keller.

Wiederaufstellung von Dr. Curtius.

Karlsruhe, 10. Aug. In Anwesen­heit des Reichsministers Dr. Curtius fand heute eine stark besuchte Vertreter­versammlung des Landesverbandes Baden der Deutschen Volkspartei statt. Ein­stimmig wurde unter lebhaftem Beifall der langjährige Spitzenkandidat Reichsaußen­minister Dr. Curtius wiederum aufgestellt. Die Deutsche Volkspartei teilt partei­amtlich folgendes mit: Zwischen der Deut­schen Staatspartei und der Deutschen Volkspartei in Baden und Württemberg werden aussichtsreiche Verhandlungen über den Abschluß eines Wahlabkom­me s geführt. Es handelt sich um die Auf­stellung gemeinsamer Listen. Reichsminister Dietrich hat Reichsminister Dr. C u r t r u s die Führung der Einheits­liste in Baden angetragen, während dre Liste in Württemberg durch Dr. H e u s e geführt werden soll. In Baden ist an zweiter Stelle der Einheitsliste Rerchs- minister Dietrich (Staatspartei) und in Württemberg der Reichstagsabgeord­neter Keinath (Deutsche Volkspartei) vorgesehen. Die Selbständigkeit der bei­den Parteien wird durch das Abkommen nicht berührt.

SogtSielegel

DerWatin" stellt fest, daß die fran­zösische Regierung in den letzten fünf Mo­naten 900 Millionen Francs zum Rückkauf hvchverzinslicher französischer Ausländs­anleihen, besonders Anleihen in den Ber­einigten Staaten (so eine 7prozentige, die erst 1949 fällig wurde), verwandt, hat. Dieser Rückkauf sei mit Hilfe der auslän­dischen Devisen vorgenommen worden, die Frankreich durch die Boung-Anleihe zugeflossen sind, doch sei durch diese Ope­ration kein Gold aus Frankreich heraus­gegangen. Die Bilanz der Bank vvnFrank- reich habe in der letzten Woche eine neue Steigerung der Goldvorräte um 778 Mil- lionen zu verzeichnen. Der Goldvvrrat Frankreichs belaufe sich somit auf 46 061 Milliarden Francs. Frankreich sei also nach den Vereinigten Staaten das Land, das über die größten Goldvvrräte verfüge.

*

August Wiirnig, der frühere Ober- Äitt der Provinz Ostpreußen, kenn-

t als bester Kenner der Verhält­nisse auf sozialdemokratischer Seite in einer Veröffentlichung der letzten Tage zutref­fend den inneren Bruch auf der marxisti­schen Seite.

ES liehen sich in unserer Lage zwei politische Verhaltungsweisen einer Ar­beiterpartei begründen und verstehen. Er­stens: Diese Arbeiterpartei wäre pazi­fistisch und betrachte die Unterwerfung unter die Tributdiktate als eine grund­legende, unabweisbare Verpflichtung. Dementsprechend trete sie für äußerste Sparsamkeit ein, für niedrige Löhne, für lange Arbeitszeit, für Einschränkung der Fürsorge; das alles damit begründend, daß die Tributpflichten erfüllt werden müßten. Zweitens: Diese Arbeiterpartei treibe rücksichtslose Ausgabenwirtschaft für alle sozialen Zwecke, für Lohn und Für­sorge und Kultur und erflärte den Tribut­gläubigern; Erst kommt der deutsche Ar­beiter, ehe wir eure Forderungen erfüllen!

Diese zwei Verhaltungsweisen ließen sich begründen. Jede wäre in ihrer Art ge­schlossen. Die Sozialdemokratie aber lehnt sie beide ab. Sie fordert rücksichtslose Ausgabenwirtschaft und Tributerfüllung zugleich.

Darin offenbart sich die Verdorbenheit dieser Partei, und daraus erflärt sich die Lage der deutschen Politik, erklären sich insbesondere die unendlichen Geldnöte des Reiches, die den Anlaß der heutigen Kri­sis bilden." :

*

Gemeinsame Verantwortung- unter dieser Aeberschrift schreibt Reichs­minister Treviranus in derD.A.Z." u. a.: Chrisllich-Sozialer Dollsdienst, Deutsches Landvolk und Konservative Vollspartei gehen auch in diesem Wahl­kampf mit getrennten Listen, aber nicht im Kampf gegeneinander, sondern in einer Front, in der es unwesentlich ist, welchem Stoßtrupp die Mandate zufallen. Es ist nicht gelungen, im ersten Anlauf über diesen geschlossenen dreiteiligen Kern der konservativen Kräfte hinaus zu einer bin­denden Erklärung gemeinsamen Zusam­menstehens mit benachbarten Parteien zu gelangen. Für die Parteien und Grup­pen, die sich bei der entscheidenden Ab­stimmung über die Notverordnung des Reichspräsidenten hinter die Regierung stellten, besteht in den Augen der Oeffent- lichkeit eine gemeinsch aftliche Haf­tung. Wer sich ihr entziehen wollte, würde von einem richtigen Instinkt des Volkes mit Verachtung gestraft werden. Darum ist der Gedanke einer größeren Zu­sammenfassung an sich getrennter Parteien eine selbstverständliche Forderung. Richt im Sinne eines wie üblich mißverständ­lichen Bürgerblocks, aber unter der Idee der gemeinschaftlichen Verantwortung auch für die künftige Regierungsarbeit während der Dauer des Aotstandes, aus dem allein die strittigen. Verordnungen ihr Daseins-