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Stattes Knneigen -er Etaatspartei zur Sozlalbemokratte — Nöchlings Vermittlung erschein! zmiklos
Die Verhandlungen am gestrigen Nachmittag im Reichstag zwischen den Vertretern der Deutschen Bolkspartei, der Kon- sdrimtiven Bolkspartei, der Wirtschaftspartei und der Landvolkpartei haben, wie das Nachrichtenbüro des Vereins Deutscher Zeitungsverleger hört, nicht zu dem Ziele geführt, das seine« Ausdruck in einem gemeinsamen Wahlaufruf erhalten sollte. Zn der Aussprache ergab sich, daß die Landvolkpartei in ihrem organisatorische« Aufba« noch nicht so weit vorgeschritten sei. Die Parteien waren aber darin einig, dah die Erreichung eines gemeinsamen Wahlaufrufes erwünscht gewesen wäre, und dah nun wenigstens im Wahlkampf in dem Sinne verfahren werden muh, dah -
unter diesen Parteien der Burgfriede gewahrt wird.
Namentlich nimmt die Wirtschaftspartei als berufsständische Partei einen ähnliche« Standpunkt ein wie die Landvolkpartei. Nach diesem Ausgang der Verhandlungen dürfte auch die Aufstellung gemeinsamer Listen hinfällig geworden sei«. Weitere Verhandlungen find nicht in Ausficht genommen.
Die Besprechung zwischen dem Abgeordneten Dr. Scholz von der Bolkspartei und dem preuhischen Finanzminister Höpker- Aschoff von dex Statgspartei währte etwa iya Stunden und führte, wie das Nachrichtenbüro des Vdz. hört, zu keinem pofi- tiven Ergebnis. Zn politische» Kreisen werden damit die Sammlungsbestrebungen zu einer bürgerlichen Mitte als gescheitert angesehen. *
Die Sammlungsbestrebungen der Deutschen Volkspartei sind am Donnerstag zum Abschluß gekommen. Sie müssen zum mindestens vorläufig als gescheitert angesehen werden. Am Donnerstag, um 16%. Uhr empfing Dr. Scholz die Führer der Konservativen Volkspartei, des Landvolkes und der Wirtschaftspartei um mit ihnen noch einmal die Möglichkeit eines gemeinsamen Wahlaufrufes zu erörtern, nachdem bereits vorher von den anderen Parteien die Sammlung zu einer einheitlichen Partei abgelehnt worden war. Dr. Scholz machte den Vorschlag, dah der Wahlaufruf u. a. auch die Notwendigkeit des Zusammengehens der vier Parteien im kommenden Reichstag, sowie unter Umständen eine fraktionsmähige Zusammenarbeit vorsehen solle. Von Seiten des Landvolkes wurde hierzu erklärt, dah
das Landvolk in seiner Organisation noch nicht weit genug sei. um fich so weitgehend politisch und parlamentarisch fesllege« zu können.
Auch der berufsständische Charakter des Landvolkes wurde als ein Hindernis angesehen. Den gleichen Einwand erhob die Wirtschaftspartei für fich, sodaß unter diesen Umständen auch die Konservative Volkspartei erklärte, mit der Deutschen Bolkspartei allein einen gemeinsamen Wahlaufruf nicht unterzeichnen zu können.
Um 18 Uhr fand dann die Aussprache zwischen Dr. Scholz und dem Verhandlungsführer der Deutschen Staatspartei, dem preußischen Finanzminister Dr. Höpker-Aschoff statt.
Dr. Scholz unterbreitete Herrn Dr.
Höpker-Aschoff de« Vorschlag, die
Staatspartei solle in der Deutschen Bolkspartei aufgehen unter dem Titel „Deutsche Volkspartei lStaatspartei)". Dr. Scholz erklärte, daß er bei Annahme dieses Vorschlages persönlich auf jede Führung in der Partei verzichte, um für die Sammlung kein Hindernis M sein.
Dr. Scholz unterstrich, daß die Deutsche Volkspartei damit insofern ein Opfer bringe, als sie einen Teil der Grundlagen ihrer eigenen Sammlungsbestrebungen aufgebe. Gerade deshalb muß die DVP. darauf Wert legen, daß durch das Aufgehen der Staatspartei in ihr der Kern der alten DVP. zur Fortsetzung der Sammlungsbemühungen nach rechts, auf-
Lvndon, 7. Aug. Die Vereinigung der britischen Elektro-Jn- dustriellen veröffentlicht einen außerordentlich bemerkenswerten Bericht über die gegenwärtige Weltwirtschaftslage: Die ordnungsmäßige Sicherung des Goldstandards, so heißt es in dem Bericht, werde durch die Zahlung der deutschen Tribute und durch die Schuldenleistungen an die Vereinigten Staaten unmöglich gemacht.
Eine wirklich dauerhafte Wiederbelebung des Handels sei abhängig von der Abschaffung der Tribute
und von der Wiedervergebung von Anleihen durch die Vereinigten Staaten und Frankreich in großem Ausmaß. Die Aufsaugung großer Mengen von Gold durch die Vereinigte« Staaten und Frankreich auf allen wichtigen Märkten der Welt, insbesondere aber in Südamerika und im fernen Osten habe dazu geführt, daß dem internationalen Markt die Mittel für die Wiederbelebung des Handels entzogen würden. Vor 19 3 2 könne kaum mit einer wirklich umfassenden Besserung gerechnet werden. Heber die Lage in den wichtigsten Industrieländern heißt es dann weiter, daß sowohl in den Vereinigten Staaten, als auch in Deutsch- land die Wirtschaftskrise viel empfindlicher sei als in Großbritannien. Der auf Deutschland bezügliche Abschnitt lalltet wörtlich:
„Deutschland befindet sich wahrscheinlich in der am meisten kritischen Lage von allen drei Ländern. Die Reparationsschwierigkeiten sind verschärft worden durch die Abschaffung der Sachlieferungen und durch Kom-
eigenen Vorschlag ohne Rücksprache mit den Parteiinstanzen der DVP. gemacht hatte und darüber hinaus nicht gehen zu können glaubte. Darüber hinaus meldet noch der Demokratische Zeitungsdienst: Auf die Frage des Ministers Höpker- Aschoff, ob nicht am Freitag morgen noch eine Aussprache mit Kommerzienrat Röchling stattfinden solle, der beiden Teilen seine Vermittlung angeboten habe und am Freitga morgen in Berlin sei, erwiderte Dr. Scholz, daß er diese Verhandlung für zwecklos halte. Von volksparteilicher Seite wird bestätigt, daß die beiden Abgeordneten der Saarländischen Volkspartei, Kommerzienrat Röchling und Schmelzer in Berlin eintreffen, jedoch würden keine Verhandlungen zwischen Statspartei und DVP. geführt werden. Die beiden Herren kämen zu einer persönlichen Aussprache mit Dr. Scholz nach Berlin.
recht erhalten werde. Dr. Höpker-Aschoff erkannte das persönliche Opfer von Dr. Scholz ausdrücklich an, lehnte jedoch ein Aufgehen der Statspartei in der Deutschen Volkspartei ab und forderte stattdessen die Schaffung eines vollkommen neuen Gebildes mit scharf begrenzter Mittelstellung nach rechts und nach links. Bis zur endgültigen Konstitutierung der neuen Partei nach den Wahlen solle Geheimrat Kahl die Führung übernehmen. Außerdem #
wünschte Dr. Höpker-Aschoff grand- sätzlich die Sozialdemokratie als staatserhaltende Partei anerkannt z« wisse«.
Dr. Scholz lehnte darauf den Vorschlag Dr. Höpker-Aschoff ab, zumal er seinen
Diese Kapitaleinfuhr hat durch «inen starkm Re-Erport eine unnatürliche Belebung in der Ausfuhr zur Folge, di« entweder durch Deflation im Inland« oder durch zwangsweise Herabsetzung der Preise erreicht wird oder letzten Endes durch ein« Substanzausfuhr von Deutschland an das Ausland erreicht werden
kann. x
Die kürzlich erfolgte Herabsetzung der Preise der deutschen Eisen- und Stahlindustrie und die Verminderung der Frachtsätze für Kohlen für Ausfuhrzwecke sind deutliche Beweise dafür, daß die deutsche Regierung den Wunsch hat, die Ausfuhr um jeden Preis zu steigern, eine Methode, die zu Rückwirkungen in anderen Ländern und zur Verschärfung der internationalen Wirtschaftslage führen muß."
Am Schluß des Berichtes wird die besondere Lage Großbritanniens und der brfti- schen Dominien behandelt und festgestellt, daß sich die Hoffnungen der Anhänger der Gold- Theorie nicht erfüllten. Der Goldstandard habe die englische Aktiva nicht vermehrt, sondern im Gegenteil zu einer Lähmung des Binnenmarktes und zu einer Verminderung der industriellen Wirksamkeit gefühtt. Die Alternative sei nun eine Belebung des heimischen Verbrauches oder eine Beschneidung der Einfuhr.
Skandal in Bremen
Bremen, 7. Aug. (WTB.) Bei dem Städtischen Elektrizitätswerk sind umfangreiche Durch st echereien des zweiten Direktors Laue aufgedeckt worden, auf die hin zunächst das gesamte Vermögen Laues gerichtlich beschlagnahmt wurde. Laue hat auf sehr großem Fuße gelebt und sich dann rechtzeüig, als er die Enthüllung der Unterschlagung befürchten muhte, angeblich aus Gesundheitsrücksichten in ein Sa- natottum begeben. Er foll, wie es heißt, pe rsönlich an dem Ankauf elektrischer Apparate aller Art, die er als Amtsperson des Elektrizitätswerks vvrnahm, und zugleich auch als Verkäufer finanziell beteiligt gewesen sein. Dabei soll es sich um große Summen handeln. Auch der Inhaber der Altmetallfirma Prieh und Wessel, ein gewisser Röhricht, ist verhaftet und in Untersuchungshaft genommen worden.
En-liÄ ElnWt in England?
Die deutschen Tribute als Ursache der Weltwirtschaftskrise
merzialificnmg eines Teiles der deutschen Re- parationsichuld. Es ist nach wie vor richtig, daß die deutschen R eparationen nur durch einebedeutende Kapitaleinfuhr gedeckt werden können.
TaseWMl
Die Nationalliberale äottc* spondenz teilt folgendes mit: In Weiterverfolg der staatsbürgerlichen Sammlungsbestrebungen der Deutschen Volkspattei, die zum Ziele haben, Zur Kleber- Windung der Vormachtstellung der So- zialdemokratte eine geschlossene Front aller staatsbejahenden Elemente unter Zurückstellung des Trennenden zu schaffen, fand am Donnerstagnachmittag im Reichstag die letzte entscheidende Aussprache zwischen den Vertretern der Landvolkpartei, der Konservattven Volkspartei, der Witt- schaftspattei und der Deutschen Volkspartei statt. Nachdem auf Grund der bis- hettgen Verhandlungen Aussicht bestand, daß in der Besprechung ein Ergebnis dahin würde erzielt werden können, die Parteien auf einen gemeinsamen Wahlaufruf mit dem Ziel späterer Frakttons- gemeinschaft zu einigen, gab der Vettreter der Landvolkpattei die Erllärung ab, dah seine Pattei zu einem großen Bedauern der Aftion, die er seither mit allen Kräften gefordert habe, ihre endgültige Zustimmung versagen müsse. Darauf erklärte der Vettreter der Konservativen Volkspartei, daß hierdurch eine neue Lage geschaffen sei und er daher heute seine Zustimmung nicht geben fönne. Der Vettreter der Wirtschaftspattei betonte, wenn die eine berufsständische Pattei sich zurückziehe, daß dann auch seiner Pattei feine Möglichkeit der Mitwirkung mehr gegeben sei. Damtt war der Versuch, noch vor den Wahlen zu einer großzügigen staatsbürgerlichen Sammlung zu kommen, ge- scheitett.
Im Verlaufe der Auseinandersetzung zwischen der Deutschen Vollspartet 'und der neuen Staatspattei chatte Dr. Scholz aus Anlaß des bekannten Briefes des S)errn Koch eine Unterredung mit diesem vereinbart. Nachdem Herr Koch sich unter Hinweis auf eine ihm ärztlich verordnete Kur entschuldigt hatte, war auf Einladung des Herrn Scholz Herr Höpker- Aschoff zu der im Reichstag vorgesehenen Aussprache erschienen. Hierbei betonte Minister Dr. Scholz, dah die grundsätzliche Verschiedenheit.in der Auffassung der Deutschen Vollspartei und der Staatspattei dann bestände, daß die Deutsche Vvllspattei, auch wenn ihr zur Zeit noch unüberwindliche Schwierigkeiten in dem Weg ständen, beharrlich festhalte an einer Sammlung von links nach rechts, während die Staatspartei, insbesondere Herr Höpker-Aschoff, in seinem bekannten Aufsatz in der Kölnischen Zeitung, aus- drücklich die Bindung an ein solches Programm abgelehnt habe, zu Gunsten der Bildung einer neuen liberalen Parte« Die deutsche Volkspattei habe niemals grundsätzlich ein Zusammengehen mit der Sozialdemokratie abgelehnt; wohl aber halte sie es jetzt für unerläßlich, der sozial- demokrattschen Vorherrschaft im Interesse einer Gesundung von Staat und Wirtschaft einen verstärkten bürgerlichen Einschlag zur Durchführung des Hindenburg- programms entgegenzustellen.
Jeden Schritt, der diese Entwicklung fördere, werde die Deutsche Volkspartei mitmachen, jeder Schritt, der davon wegführe, sei für sie unannehmbar. Würde die Deutsche Volkspattei sich der Staatspartei anschließen, so wäre damit infolge der erwähnten Festlegungen der Staatspartei die Brücke nach rechts abgebrochen.
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Auch der zweite Europarundflug, der große Wettbewerb der Sport- und Reiseflugzeuge, hat mit einem deutschen Sieg geendet. Damit ist die Bestätigung erlangt, daß auch der vorjährige deutsche Sieg kein Zufallssieg war, daß die deutschen Flugzeuge, Piloten und, Motoren tatsächlich die vorderste Front einnehmen. Deutschland, das — vom Militärflug ausgeschaltet — den besten Verkehrsflug berneben hat und die besten Verkehrsmaschinen besaß, das int Luftschiffwesen immer schon an erster Stelle stand, das die