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Oderhessische 3eftnng. Marburg a. L. Donnerstag, den 7. Angnft 1930

Nr. 183

Hindenburg-Parade in Berlin

J

Hessen Nassau und Nachbargediete

Wirtschaft und Handel

95 iBuderus

TMklWtt Solzm.

Deutsche Turnerschaft

Berliner Börsen-Kurszettel

derOberhesfische« Zeitung-.

5.8. 181',, 125 126 240 130

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Darmst.Vnk. Dtsch.B. u.D. Dresdn.Vnk. Reichsbank Commerzbk. 7°/«D.R.V.A. Hamb. A. P. Nord. Lloyd Allg.El.-Ees. Giern. & H. Scheck.>rt El. Bergm. El. Eelienk. Bb. Sarv.Bergb. Phönix Bgb.

Metallgei.

Rütgersw.

Tannenbergtreffen der Deutschen Turnerichaft

Hohe Festtage waren der DT. im Osten des Reiches beichieden. Deutschlands größter Verband für ^.eibesübungen hatte in diesen Tagen ferne Altersturner in den Osten des Reiches entsandt, damit sie dort Land und Leute und die Eigenart der ostpreußischen Landschaft kennenlernen, und gleichzeitig einen Einblick erhalten in die schwere Lage des ostpreußischen Jnselgebietes. Aus allen Tei­len des Reiches waren sie gekommen. Viele seit langen Jahren in turnerischer Arbeit Be­währte, viele, die heute noch in Führerstelle in der DT. bekannt sind. Etwa 1500 sind es gewesen, die dem Ruf in die Ostmark folg............... ,.uu, IUw.

ten- 2n Sonderzügen begab /ich das Eros feststellen Konnte, woher die Ware stammt.

102*/, 88»/, 96-/. 60*>,

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Stein. 18.05: Buch und Film. 18.35: Sportschäden", Aerztevortrag. -- 19.05: Anläßlich des 15. Badischen Landes-Turn­festes: Uebergabe des Banners der Badi­schen Turnerschaft der Stadt Mannheim im Schloßhof. 19.30: Populäres Konzert des Philharmonischen Orchesters Stuttgart. 20.30:Die deutschen Kleinstädter", Lust­spiel in vier Akten. 21.45:Streifzug durch den Aether", heitere Schallplatten­plauderei. 22.30: Nachrichten, Sport- und Wetterbericht. 23.00: Tanzmusik. 0.30: Nacht-Konzert.

der Teilnehmer nach Swinemünde, von wo aus mit dem Dampfer die Weiterfahrt nach Zoppot erfolgte. Don hier aus lernte man Danzig kennen und gewann einen Einblick in die schweren Lebensverhältnisse des abgetrenn­ten Freistaates. Weiter ging es über die Danziger Bucht und die See nach Pillau und von hier aus mit der Bahn nach Kö­nigsberg, wo den Mtersturnern ein festlicher Empfang bereitet wurde. In Königsberg selbst wurde das Alterstreffen zusammen mit dem Kreisturnfest des Kreises Nordost der DT., der unter schweren Lebensbedingungen für die Turnerei im Osten zu kämpfen hat, gebracht. Gleichzeitig hatte die DT. die Entsendung einer Anzahl ihrer besten Wett­kämpferveranlaßt, um den Rahmen des Kreisturnfestes zu erweitern. Daher wurde oos Kreisturnfest im Zusammenhang mit dem Alterstreffen zu einer machtvollen Kundge­bung der deutschen Turnerei. Die Alterstur­ner eilten weiter in das schöne Ostpreußen, um bei Tannenberg noch einmal zu einer ge- memsamen Kundgebung zusammenzukommen. Eskann gesagt werden: das Tannenberg­treffen der DT. war eine vaterländische Tat, um dem deutschen Osten zu zeigen, daß der deutsche Gedanke, verkörpert durch die Ar­beit der DT., Wahrheit ist und kein leeres Wort. ,

Oben: Vorbeimarsch der Wachtruppen vor dem Reichsprästdenten.

. Unten: Hindenburg im Gespräch mit den Serreu des Stabes.

Der Reichspräsident stattete dem Moabiter Exerzierplatz einen Besuch ab. wo eine Parade der gesamten Berliner Wachttrupven stattfand, die von Neuem den Schneid unserer Reichswehr­formationen bewies.

Da aber auch die Differenzen zu den letz- ten Liquidationskursen von Tag zu Tag größer werden, schien auch Kundenware stärker herauszukommen; ebenfalls waren bei den Banken Verkaufsaufträge aus dem In- und Ausland festzuftellen. Ta­gesgeld war vormittags mit 3*/»5*/2% etwas leichter, später ließ sich dieser Satz

*och nicht mehr erzielen.

Berliner Devisenbericht vom 6. August.

Helsingfors 10,51910,539, Wien 59,095 bis 59,215, Prag 12,39412,414, Budapest 73,3073,44, Sofia 3,0323,038, Holland 168,43168,77, Oslo 112,05112,27, Ko­penhagen 112,10112,32, Stockholm 112,44 bis 112,66, London 20,36220,402, Buenos Aires 1,5681,522, Newyork 4,179 bis 4,187, Belgien 58,49558,615, Italien 21,89521,935, Paris 16,44-16,48, Schweiz 21,26581,425, Spanien 46,4546,55, Danzig 81,40-31,56, Japan 2,0662,070.

Ver.Stahlw. Nb. Stahlw. Rh. Staunt. Ilse Bergb. Dtsch. Erdöl Kaliw. Salz. Kali. Äschrs. Kaliw. West. J.G.Farb.J. Dtsch. Linol. Eold-u.Silb.

102 88 96*/, 60*1,

7/, 60 99*1, 96*J, 100*/, 99

101*/. 101*., 99

101*,, 98

Da; Frankfurter Mis-MgraM

Freitag, den 8. August.

6.00: Morgengymnastik. Anschließend: Zeitangabe und Wetterbericht. 8.00: Kon­zert des Kurorchesters Bad Münster am Stein. 12.20: Schallplatten-Konzert. 15.15: Erziehung und Bildung. 16.10: Akademische Weltmeisterschaften in Darm­stadt: Leichtathletik-Entscheidung. 16.40: Konzert des Kurorchesters Bad Münster am

. Warenmarkts

Getreide tn 1000 Kilogr., Mehl und Futter, mittel je 100 Kilogramm.

Berliner Eetreidemarkt vom 6. August.

Weizen 241244; Roggen 158159; Gerste 178198; Hafer 180188; Wei­zenmehl 29.5037; Rogenmehl 22.50 bis 25; Weizenkleie 9.509.80; Roggenkleie 9.5010.

Der Roggenlieferungsmarkt eröffnete stetig. Weizenmehl zur baldigen Liefe­rung ist weiter im Preise gedrückt, Herbst­geschäft entwickelt sich bei stetigen Preisen nur schwer. Für Roggenmehl bleiben Käufer weiter abwartend. Am Hasel­und Eerstemarkt sind feine Qualitäten zu. behaupteten Preisen weiter gefragt, ge­ringere Sorten werden reichlich offeriert und bleiben schwer abzusetzen.

Frankfurter Eetreidemarkt vom 6. August.

Weizen 270, Roggen 170; Hafer alte Ernte 185, neue Ernte 175; Weizenmehl 43.5044.25; Roggenmehl 26.7527.75; Weizenkleie 7.908; Roggenkleie 7.90 bis 8.

Briefkaste» de« Schriftleitung.

Studienrat Dr. R. Der Visumzwana ist zwischen Deutschland und folgenden Ländern aufgehoben: Dänemark, England, Estland, Finnland, Holland, Italien, Jugoslawien, Lettland, Luremburg, Norwegen, Oesterreich, Portugal, Schweden, der Schweiz, Spanien, Ungarn und der Tschechoflowakei. Für die Einreise nach Frankreich bedürfen Sie also eines Visums, die Gebühr für die Durchreise mit 14tägigem Aufenthalt beträgt 0,85 M.

D. B. Wenn in Amerika ein Mann einem Mädchen die Ehe verspricht, so kann das für ihn eine sehr teure Rechnung werden. Vor einigen Tagen wurde von einem jungen Mil­lionär berichtet, der seinen beiden Erzieherin­nen die Ehe versprochen hatte und, als er das heiratsfähige Alter erreichte, sich für die eins oder andere entscheiden mußte. Da er nur ehte ehelichen konnte, so Nagte die andere auf Schadenersatz, und der amerikanische Richter billigte ihr eine halbe Million Mark alsj Schmerzensgeld zu.

Berliner Börsenbericht vom 6. August.

Die heutige Börse eröffnete mit Kurs­abschlägen, die im allgemeinen ein bis drei Prozent betrugen und bei Spezial­papieren bis zu sieben Prozent gingen. Die in der Morgenpresse zu findenden Mo­mente, wie die anhaltend unbefriedigende Lage des Ruhrkohlenmarktes, weitere Be­triebseinschränkungen in diesem Revier, die Breslauer Eisen-Insolvenz Otto Schwarth und die Zahlungseinstellung bei Stoewer Fahrrad waren vorwiegend un­günstiger Natur und konnten der Speku­lation keinen Anreiz bieten. So hat sich die Situation für Effekten eher weiter verschlechtert, zumal die Executionen der letzten Tage heute an Umfang zugenom­men hatten und man immer noch nicht

Reichtum in Lumpen.

Kassel, 6. Aug. Eine hier wohnende 65 Jahre alte Frau erregte durch ihr ärmliches Dasein allgemeines Mitleid. Sie ernährte sich fast ausschließlich von Brot­rinden und Kartoffeln und ihre Kleidung war Lumpen nicht unähnlich. In der letz­ten Zeit zeigte die Frau ein seltsames Verhalten und ihre Umgebung befürchtete den Ausbruch einer Geisteskrankheit. Man veranlaßte die lleberführung der Frau in das Krankenhaus, wo man bei ihrer körperlichen Untersuchung zur all­gemeinen Ueberraschung in den zerlump­ten Kleidern den Betrag von 3700 Mark fand. Die Frau hatte in dem ständigen Wahn gelebt, das Geld könnte ihr gestoh­len werden, und diese Frucht hat schließlich ihren Geist verwirrt.

Neues zum Fall Surek.

Frankfurt a. M., 6. Aug. Die 57- jährige Witwe Therese Fenner, Inhaberin einer Fremdenpension in der Gutleut- sttaße, ist wegen Hehlerei fe st ge­nommen worden. Die Fenner ist die­jenige Person, der Surek das veruntreute Geld zur Aufbewahrung gegeben hat. Sie lieferte, wie mitgeteilt, der Kriminal­polizei 4370 M ab und behauptete, nur diese Summe von Surek erhalten zu ha­ben. Die Kriminalpolizei bezweifelte die Richtigkeit ihrer Angaben und fand bei einer Durchsuchung ihrer Wohnung 370 Mark. Nach dem. Eingeständnis der Fen­ner rührt dieser Betrag auch von der ihr von Surk übergebenen Geldsumme her. Die Fenner hat sehr verspätet die 4370 M an die Kriminalpolizei abgeliefert. Sie hat es nach Bekanntwerden der Tat nicht für nötig gehalten, der Kriminalpolizei fo- I fort Mitteilung zu machen; sie wird hier­für ihre Gründe gehabt haben. Sicherlich hat Surek angenommen, daß Frau Fen­ner ihn nicht verraten würde. Offenbar hat die Fenner der Polizei nur Mitteilung gemacht, weil sie befürchtete, daß der Po­lizei bekannt werden könnte, daß sie sich im Besitz des veruntreuten Geldes be­fände. Nunmehr sind 4740 M, herbeige- I Aafft worden. Surek hatte am Tage der I

5200 M portt Geldbriefträger* erhalten, fooctj3 von dieser Summe noch 460 Mark I fehlen.

Kroßer Erfolg deutscher Köche auf der I »Zika« in Zürich.

Frankfurt a. SSL, 6. Aug. «n der im Juni d I. tn Zürich abgehaltenen In- I ternattonalen Kochkunst-Ausstellung die einen glänzenden Verlauf nahm hatte auch eine deutsche Köchemannschaft' teilge­nommen, die der Internationale Verband der Köche, Sitz Frankfurt a. M., zusam­mengestellt und finanziert hatte. Die Mannschaft stellte in drei Gruppen aus und erzielte in zwei Gruppen unter allen ausstellenden Nationalmannschaften die höchste, in der dritten Gruppe die zweit- hochste Punktezahl. Der Mannschaft ge­hörten an; Anton Bach-Trier (Casino).

I Th. Kachelmayer-Frankfurt a. M. (Frank­furter Hof), E. Ködderitzsch-Frankfurt a. M. (Parkhotel), Fritz Hehnberg-Frankfurt a. M. (Stadtkuche Friedrich), Carl Üm- bach-Stuttgart (Hindenburgbau), Otto

I Schütz-Allendorf (Württemberg) und August Anton-Vaden-Baden (Hotel Ste-

I phanie).

80 Millionen Passiva bei der Favag. 23'- Millionen Mark Liquidationskosten.

I Frankfurt a. M., 6. Aug. In der I heutigen Gläubigerausschuß-Sitzung der

Frankfurter Allgemeinen wurde der Sta- I tus per 31. Mai 1930 vorgelegt. Danach belaufen sich die Akttven auf 16 771000 Mark die Passiven auf 80 Millionen Mk.

I Die Kosten der Liquidation werden mit | 2% Millionen Mark angegeben. Der

Status wurde von dem Eläubigerausschuß I einstimmig genehmigt.

Die reichseigenen Häuser im ehemals

I besetzten Gebiet.

I Wiesbaden, 6. Aug. Wie uns die Reichsvermögensverwaltung mitteilt, ent­spricht es nicht den Tatsachen, daß die vom

I Reich im ehemals besetzten Gebiet für die Besatzung errichteten Wohnungsbauten zum Abbruchswert an private Interessen­ten verkauft werden sollen. Von beson­deren Ausnahmen abgesehen, bei denen eine Verbilligung eintreten könnte, sind nach den Richtlinien des Ministeriums bei einem Verkauf die Kosten des Aufbaues des in Frage stehenden Gebäudes und der

| Gegenwartswert in Rechnung zu setzen.

Protest gegen das Befreiungsdenkmal. I

Mainz, 6. Aug. Die katholische Geist-J lichkeit von Mainz und die hiesigen katholischen Vereine haben gegen das von Benno Elkan geschaffene Befreiungs­denkmal auf dem Schillerplatz Protest er­hoben, der am Sonntag von den Kan­zeln verlesen wurde. Die Protestler wenden sich aus ästhetischen, noch mehr I aber aus religiös-sittlichen Gründen gegen das Denkmal. Sie legen dem Oberbür­germeister anheim, Mittel und Wege zu rden, das Aergernis zu beseitigen, weil es nie der Freiheit und dem Frieden dienen könne.

Immer wollen die Eltern schlauer sein als ich und nennen michdummer Junge. llnd jetzt rennen sie dort wie besessen, anstatt ein­fach auch auf den Baum zu klettern!

Weitere Kursmeldungen:

7%> Deutsche Reichsanleihe von 29

6°/o Preußen-Anleihe " von 28

Deutsche Abl.-Anl. in. Ausl.-R Deutsche Abl.-Anl. oh. Ausl.-R Dtsch. Kom.Eam. Abl. i m. A.-R

8°/o Kaff. Landeskr.-Goldpfbr. R. 10 8°/o dergl. Eoldschuldverschr. R 3 8°/o Raff. Landesbk. Eoldvfbr. R 11 8°^ dergl. Eold-Koinm.-Obl. R. 8 8 °lo Fkft. Svv.-Bk. Eold-Pfbr. R. 13 8Fkft.Pfandbr. Eold-Pfbr. E. 15 8 "/<> dergl.Eoldschuldverschr. Em. 16 8 ♦/, Metning.Hyv.-B. Eoldpfbr. E. 22 8Zobers! Eold-Kom.-Obl. Em. 21

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ÄeWuInnWten

x Professor Dr. Alfons Jakob, Pri­vatdozent für Psychiatrie an der Ham­burgischen Universität und Prospektor an der Staatskrankenanstalt Friedrichs- berg ist von der Academia Nacionale de Medicina von Rio de Janeiro zum korre­spondierenden Mitglieds ernannt worden.

+ Zwei neue Privatdozenten sind in der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität Frankfurt zugelassen worden: der Land- und Amtsrichter Dr. ?ritz von Hippel aus Göttingen, bisher int Reichsjustizministerium, für Bürgerliches Recht und Rechtsphilosophie und der Gerichtsassessor Dr. Heinrich Henkel aus Frankfurt a. M., für Strafrecht und Strafprozeßrecht.

X Am 2. August ist in Stuttgart der Kunstmaler, Professor an der dorti­gen Kunstakademie Robert Poetzel- b e r g e r im Alter von 75 Jahren ge­storben.

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Verlag von Dr. C. Hitzeroth.

Derantwottlich für die Schristleitung und den politischen Seil: Dr. Ern st Scheller; für Kommunalpolitik und Feuilleton: Loth. Schneider; für den lokalen und pro- dinziellen Seil: Wilhelm Wißner; sämtlich in Marburg?

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