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«gSpreismvnatlich2LVGM.au«. 'chlirßl. Zustellungsgebühr, turch die Post Z45 GM. Für etwa durch Streik, Maschinendefekt »der «le» mentare Greigniffe ausfallend« Rmmnern wird kein Ersan x«- eistet. «erlag Dr. §. Hitzerotb. Druck der Unid.-B«chdruckrr«i Loh. Aug. Koch, Markt 21/23 Fernsprecher: Rr. 54. v. Rr. 65. Postscheckkonto: Amt Frankfurt a. M. Nr. 5016. Sprechzeit

et Redaktion von 1011 und 1,11 Uhr.

Äberljessische

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Anzeiger für (das frühere kurhefftsche) Oberhessen

Rr.iK«z.Mr«.

Marburg a.8abn

Der Anzeigenpreis beträgt für den 11 qespalt. Zellenmillimeter 0.08 GM., sog.kleine Anzeigen nnd Familienanzeigen bei Barzahlung 0.07 SM amtliche und aus­wärtige Anzeigen 0.10 GM. Bei schwierigem Satz sowie bei Platz» borschrist 50%, Aufschlag. Sammelanzeigen 100 X Auf- schla z. Reklam-.Millim. 0,40 GM. Zeder Rabatt gilt al« Barrabatt.

Ziel 5 Tage.

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Anzeiger der amtlichen Bekanntmachungen für Stadt und Kreis Marburg.

Keim politWe AMrache!

Sie SboM AMparle! erstrebt na» wie vor eine große Kent Seine öonbervechanblnns mit der Staatsvartei

DieNationalliberale Korrespondenz", der parteiamtliche Pressedienst der Deut­schen Volkspartei, teilt mit:

Sie in der Presse verbreitete Auffas­sung. daß die zwischen Koch und Scholz verabredete Aussprache den Zweck habe, neue politische Verhandlungen zwischen Deutscher Volkspartei und Staatspartei herbeizuführen, ist unrichtig. Es handelt sich bei dieser Unterredung nicht um eine politische Aktion, sondern um eine ein­fache Aussprache von Mensch zu Mensch, di« auf Grund des Briefes von Herrn Koch-Weser an Scholz erfolgt, und die sich auch schon daraus von selbst ergibt, daß Herr Koch-Weser und Dr. Scholz sich aus langen Zähren gemeinschaftlicher kommu­naler Tätigkeit kennen.

Die durch den einstimmig gefaßten Be­schluß des Reichsausschusies der Deutschen Volkspartei bestimmte Haltung der gan­zen Partei hat sich in keiner Weise ge­ändert. Di« Deutsche Bolkspartei ist nach wie vor bestrebt, ohne Rücksicht auf die Begriffe Rechts und Links alle diejenigen zusammenzuführen, die bereit sind, die Rettung des Staates in letzter Stunde über alles sie sonst Trennende zu stellen. Die Deutsche Voltspartei würde wie schon mitgeteilt mit großer Befriedi­gung davon Kenntnis nehmen, wenn die Staatspartei an den eingeleiteten Erfolg versprechenden Verhandlungen über die Bildung einer solchen großen Front teil» nehmen würde.

EinAppell" des Finanzministers Dr. Höpker-Aschoff.

DieKölnische Zeitung" veröf­fentlicht einenAppell" des preußischen Finanzminister Dr. .Höpker-Aschoff, in dem es u. a. heißt: Es gilt, die staats­bürgerliche Mitte aus der Demokratischen Partei, der Deutschen Volkspartei, der Wirtschaftspartei und der Volksnationa­len Bewegung zu bilden. Es ist ein Trug­schluß, auch die anderen Elemente der neuen Rechten in die neue Staatspartei eingliedern zu wollen.

Wie sollen wir auf die Dauer mit Westarp und Schiele gemeinsame Kul­turpolitik. Wirtschaftspolitik und Außenpolitik machen können?

Die neue Staatspartei, unsere Hoffnung, kann nur dann groß und mächtig sein, kann nur dann die Sehnsucht von Mil­lionen von Staatsbürgern erfüllen wenn ihr die entschlossene Richtung politischen Handels nicht durch eine Verkoppelung mit wesensfremden Elementen verdorben wird. Diese Erkenntnis muß sich durch­setzen, wenn unsere weiteren Bemühungen Erfolg haben sollen. Die Stunde ist so ernst, daß unsere Bemühungen nicht an Personen und an Empfindlichkeiten über das Vorgehen von Personen scheitern dür­fen; ich spreche ganz offen: Koch-Weser war davon durchdrungen, daß die neue Staatspartei aus den oben bezeichneten Elementen der staatsbürgerlichen Mitte gebildet werden könnte. Er hat, weil er Glaubte handeln zu müssen, schnell gehan- elt und zunächst einmal die Elemente der Demokratischen Partei und der Volksna­tionalen Bewegung im .wesentlichen zu­sammengeführt. Run sind die anderen, die auch nach unserer Ueberzeugung für eine Neubildung in Frage kommen, ver­stimmt. Ich appeliere an die Verantwort­

lichen, jetzt keine Taktik zu betreiben und ihren Verstand nicht daran zu verschwen­den, die anderen ins Unrecht zu setzen, um etwa eine bessere Position im Wahlkampfe zu haben. Die Wähler wollen von Taktik nichts wissen, sie wollen die Staatspartei, der sie mit gutem Gewissen ihre Stimme geben können. Sie wollen, nachdem sie in der Politik heimatlos geworden sind, wie­der eine Stätte politischen Wirkens haben. Noch ist es nicht zu spät. Noch können ge­schickte Verhandlungen zum vollen Erfolg führen. Ich hoffe, datz die Männer und Frauen geradeaus der Deutschen Volks­partei bei den Demokraten und in der Volksnationalen Bewegung Männer und Frauen finden, mit denen sie vertrauens­

voll die weiteren Verhandlungen führen können. Latzt die Stunde nicht ungenutzt vorübergehen. Es ist eine geschichtliche Stunde. Die Entwickelung, die innerhalb der Parteien sich jetzt vollziehen will, be­deutet für die Entwickelung des Parlamen­tarismus in Deutschland alles. Von dem Ergebnis dieser Entwickelung wird es ab­hängen, ob in Deutschland von dem Par­lament verantwortungsvolle, staatsbe­jahende Politik getrieben werden kann. Es handelt sich so um das Geschick der deut­schen Republik.

*

Nach einer Meldung derKölnischen Zeitung" hat der Vorsitzende der Deutsch- Saarländischen Volkspartei, der Vereint-

Mahraun und das Mentum

Er bekämpft letzt tzen AniisemMims

Berlin, 5. Aug. Verschiedene Zei­tungen veröffentlichen einen Brief, in dem der Hochmeister des Iungdeutschen Ordens und Führer der Deutschen Staatspartei, Artur Mahraun, die Versicherung abgab, daß sich die volks- nationale Reichsvereinigung energisch gegen alle diejenigen Juden zur Wehr setzen werde, welche an den Grund­sätzen der christlichen und deutschen Kul­tur rütteln wollen. Andere Zeitungen bezeichnen das Vorhandensein des soge­nannten Arierparagraphen, der eine der Grundlagen des Iungdeutschen Ordens ist, als Antisemitismus.

Der Iungdeutsche Orden, so er­klärt heute imIungdeutschen" Mah­raun, erkennt im staatsbürgerlichen Le­ben, wie seine Verlautbarungen seit Jah­ren beweisen, den jüdischen Staats­bürgern volle staatsbürger­liche Gleichberechtigung zu Wir geben aber keinem das Recht, in Wesen und Form unserer jungdeutschen Gemein­schaftsbildung hineinzureden. Unser Kampf gilt allen denen, welche an

den' Grundlagen - der christ­lichen und deutschen Kultur rütteln, einerlei, ob sie Juden sind oder nicht. In unserm staats­bürgerlichen Dienst am Staat und Volk kennen wir nur eine einzige Gemein­schaft mit den deutschen Staatsbürgern, welche" unseren Ideen vom sozialen und nationalen deutschen Volksstaat be­dingungslos zu stimmen. Unbe­schadet unserer christlichen Gesinnung b e- kämpfen wir schtzn aus Gründen der nationalen Einheit und Befriedung des deutschen Volkes den demagogischen Antisemitismus unserer Zeit. Unser Kampf für den deutschen Volks­staat erstrebt die Vollendung der deut­schen Volkseinheit und die Vereinigung aller Gegensätzlichkeiten, welche , das deutsche Volk mit Haß und Zwietracht er­füllen. In dem Antisemitismus, wie er sich heute in Deutschland darstellt, sehe ich ebenso ein Minderwertigkeitsgefühl wie ich dasselbe in einem gewissen Antiger- manismus gewisser jüdischer Kreise er­blicke.

gung der Volkspartei und' Demokraten im Saargebiet, Kommerzienrat Röch­ling, seine Vermittlung zwischen Volks­partei und Staatspartei angeboten. Auch der Reichsfinanzminister Dr. Dietrich hat in einer großen Wahlrede in K a r l s- ruhe noch einmal den Zusammenschluß der Mitte gefordert, ohne jedoch nach rechts hin so scharf den Grenzstrich zu ziehen, wie es der preußische Finanzmini- ster Höpker-Aschoff in seinen Aus­führungen in derKölnischen Zeitung" tut. Allen diesen Auslassungen ist ge­meinsam die Ablehnung taktischer Er­wägungen und rein persönllcher Interes­sen, wie etwa der Ängst um die Man­date oder persönlicher Verstimmungen. Aber es heißt doch die tieferen Gründe des Gegensatzes verkennen oder ver­schleiern, wenn man immer wieder nur von persönlichen Verstimmungen und Hinderungsgründen spricht. Die Leitung der Staatspartei gibt das ja auch zu, wenn sie jetzt erklärt, daß sich in der Führung der Partei (Mahraun, Koch-We- ssr. Glimm, Windschuh) nichts geän­dert habe. Sie sieht also von sich aus keine Notwendigkeit, personelle Aende- rungen vorzunehmen, obwohl ihre Presse nach wie vor dem Führer der Äolkspar- teiZurückhaltung", wenn nicht gar den Rücktritt nahelegen zu müssen glaubt. Der Gegensatz beruht doch vor allem auf

der grundsätzlich verschiedenen Front, die die beiden Richtungen anstreben. Die Gründer der Staatspartei möchten nach ihrem übereilten Vorgehen noch retten, was zu rotten ist, sie versuchen einen Keil zu treiben in vie Volkspartei, indem sie Sund alte Generation, südwest- he Liberale und ostdeutsche Volks- parteiler gegenüberstellen. Die Volks­partei dagegen fordert den Zusammen­schluß von Rechts und Links, sie lehnt es ab, der Gruppe Schiele-Westarp gegen­über einen Trennungsstrich zu ziehen. Dieses Ziel hat aber keineswegs nur die rasende Parteibürokratie", sondern die­ses größere und erfolgversprechende Ziel verfolgt die Gesamtpartei, die geschlossen hinter ihrem Führer steht.

Auslandskredite der Lander und Ge­meinden.

Berlin, 5. Aug. Wie der Amtliche preußische Pressedienst mitteilt, ist durch einen gemeinsamen Runderlaß des, preu­ßischen Innenministers und des Finanz- ninisters die Geltunasdauer der im Runderlaß vom 5. Mai 1928 veröffent­lichten Richtlinien zur Aufnahme von Auslandskrediten der Län­der, Gemeinden und Gemeindeverbän­den bis zum 1. November 1930 verlänae-t >orden.

gtecfcmann, die etanßenttei und wir

Won ©. H. Kvckelkvrn, Herausgeber der Nationalliberalen Eorrespvndenz.

Der Dame Stresemann ist unter man» nigfacher Begründung mit der Staats» Partei in Verbindung gebracht worden. Einzelne haben ihn sogar zum geistigen Vater dieser Partei erklärt und damit das Bedauern verbunden, daß die National» liberale Correspondenz, die doch bis zum Tode Stresemanns unbeirrbar hinter ihm gestanden habe, jetzt von seinen geistigen Pfaden a bgewichen sei. Dazu einige Worte.

Die Haltung der Staatspartei zur Na» tivnalliberalen Correspondenz gleicht aufs Haar der Stellung, welche die Deutsch», nationale Volkspartei, ihre Freunde und ihre Presse im Wahlkampf 1920 und im Jahre 1924 bei der Gründung der sog. Nationalliberalen Vereinigung in den schwersten Tagen der Ministerschaft Strese» manns eingenommen haben. Damals sollte es auch die NLC. sein, die allein verhin» derte, daß jene Leute politisch zusammen» kamen, die zusammenkommen wollten. Fast alles, was damals die Nationalliberale Correspondenz zur Abwehr der heftigsten Angriffe von rechts schrieb, wurde von der jetzt staatspatteilichen Presse als Ausdruck höchster staatspolitischer Weisheit begrüßt und weiterverbreitet. Nun ist es umge­kehrt. Jetzt behauptet die staalsparteilichs Presse, daß die NLC. Trennungsgräben gegen links ziehe und vertiefe. In Wahr­heit hat sich nicht die Haltung der NLC. geändert, sondern das politische Bild in Deutschland. Als Herausgeber der Natio­nalliberalen Correspondenz nehme ich für mich in Anspruch, unverändert auf den Wegen Stresemanns geblieben zu sein.

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Sieben Jahre leite ich die National- liberale Correspondenz. In diesen sieben Jahren hat mich der verstorbene große Gründer und Führer der Partei seines ganz besonderen Vertrauens bis zum letz­ten Tage seines Lebens gewürdigt. In den fast täglich persönlichen Besprechungen mit Dr. Stresemann habe ich mir int Laufe dieser schönen, aber schweren Zeitz jenes Urteil über die Politik und die Absichten Stresemanns gebildet, das heute für mich richtunggebend ist. Dr. Strese» marm hat sich oft rückhaltlos über die deutsche Parteipvlitik ausgesprochen. Aber nicht ein einziges Mal hat er mir auch nur im entfernten angedeutet, daß er die Sammlung der staatsbejahenden Kräfte einer Ecke der bürgerlichen Mitte, sei es die linke oder die rechte, für möglich hielt, Im Gegenteil ging seine stets ausge­sprochene Aufffassung dahin, daß Scheide­wände gegen rechts und links, die nur scheinbar noch bestehen, durchstoßen und die Sammlung und Zusammenfassung der staatsbejahenden aftiven politischen Kräfte nur von der Mitte her nach links und rechts erfolgen könne und müsse. Ich kann also nur bestätigen, was Wolfgang Strese­mann in der Kölnischen Zeitung und Kon­sul Bernhard in der Deutschen Allgemei­nen Zeitung hierüber geschrieben haben. Wenn in diesem Zusammenhangs die Na­men Koch und Mahraun genannt sind, so darf man eines nicht unberücksichtigt las­sen. Eine Partei, die Stresemann gegrün­det hätte, wäre immer diePartei Stre­semann" gewesen, gleichgülttg, mit wem er sich zusammengesetzt hätte. Namensnen­nungen und Programme besagen also wenig.

Die Möglichkeiten, eine große Staats­partei zu gründen, wurden von Dr. Strese­mann ruhig und nüchtern beurteilt. Er hat daber 'ft von einerGegenwarts-- aufgabe und einem Zukunftsziel" ge­sprochen. Jedenfalls konnten ihm die Vorarbeften nicht sorgfällig, nicht Vorsicht