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Nr. 181

Oderhefstfche Zeitung. Marburg a. L, Dienstag, den 5. August 1930

Seite 7

Die Meisterschaften der deutschen Leichtathleten in Berlin

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Maeser I (Königsberg). Sieger im Speerwurf (62,94 Meter).

Am Ziel des 100-Meter-Lavss.

Körnig-Verlin mit knappem Vorsprung Erster (10,7 Set).

Wegener, Sieger im Stabhochsprung (3,94 Meter).

Deutsche Athletik-Meisterschaften.

_ Prachtvolles Wetter begünstigte am Samstag den Eröffnungstag der deutschen Leichtathletik-Meisterschaften in Berlin- Grünewald. Der Besuch war für einen Wochentagsabend mit 5000 Personen recht gut. Leider wurden vor Beginn der Kämpfe einige unerfreuliche Nachrichten bekannt. Dr. Peltzer war wegen des Nichterscheinens in der von der Deutschen Sportbehörde am Vormittag anberaumten Sitzung zur Prüfung seinesFalles" sus­pendiert und damit von der Teilnahme an den Meisterschaftskämpfen ausgeschlossen worden. Auch Hirschfeld konnte nicht antreten, da sein Handbruch noch nicht völ­lig verheilt ist und Büchner-Magde­burg mußte telephonisch absagen, da der 400-Meter-Meister indisponiert ist. An­bemerkt von der Menge hatten am Vor­mittag die Zehnkämpfer bereits ihre ersten fünf Aebungen erledigt.

Ergebeisse: 100 Meter: 1. Kör­nig, SE. Eharlottenburg, 10,7 Sek.; 2. Ivnach, Hannover 78, 10,8 Sek. 5000 Meter: 1. Helber I, Stuttgart, 15:21,3 Min.; 2. Schaumburg, Oberhausen, 15,35 Min. Weitsprung: 1. Köchermann, Hamburg, 7,41 Meter; 2. Mölle, Düssel­dorf, 7,16 Meter' Hammerwerfen: 1. Mang, Regensburg, 44,59 Meter; 2. Grimme, Wünsdorf, 42,20 Meter. Dis­kuswerfen: 1. Hoffmeister, Münster, 45,10 Meter; 2. Paulus, Wetzlar, 44,49 Meter. 4-mal 1500 Meter: 1. Han­nover 78, 16:33,1 Min., 2. SE. Eharlotten­burg, 16:45,2 Min. Stabhochsprung: 1. Wegener, Halle, 3,94 Meter; 2. Steche­messer, Münster, 3,47 Meter.

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Die Meisterschaften der deutschen Leicht­athletinnen in Remscheid-Lennep.

Die neue Meisterin im Kugelstoßen Frl. Hermanns-Köln, der es gelang, Frl. Heub- lein-Barmen und Frl. Fleischer-Frankfurt im Kugelstoßen überraschend zu schlagen.

Der Tennis-Dreiländerkamps.

Am Sonntag wurde in Berlin der Drei- länder-Tenniskampf zwischen Japan, Australien und Deutschland zu Ende ge­

führt. Dr. Landmann gelang es, den Australier Willard mit 2.:.6, 7 :5, 6 :1 zu schlagen, der Japaner Harada konnte D. Prenn mit 7 :5, 0 :6, 2 :6 ausschalten. 3m Gesamtergebnis siegte Japan mit 6 Punkten vor Australien mit 5 und Deutschland mit 4 Punkten.

Tannenberg-Treffen der D.T.

Das große Tannenberg-Treffen der Al­tersturner in Königsberg wurde am Freitag durch Mehrkämpfe der nordost­deutschen Turner eingeleitet. In reichem Flaggenschmuck prangte die Spielplatz­anlage, wo über 300 Turner und Turne­rinnen aus Ostpreußen und Danzig den Zwölfkampf für Männer und den Sieben­kampf für Frauen durchführten. Dis auf die volkstümlichen Aebungen konnten diese Wettkämpfe erledigt werden. Inzwischen hatten die 1000 Altersturner aus- dem Reiche ihre stürmische Aeberfahrt beendet. Sie trafen gegen Abend mit den verschie­denen Dampfern in Pillau ein, wo ihnen seitens der oftpreußischen Turner ein herz­licher Empfang bereitet wurde.

SchteMkt

Ein neues interessantes Bergleichs­schießen für ganz Deuffchland, für das sehr wertvolle Preise gestiftet sind, findet vom 17. August bis 7. September o. Js. statt. Es kann sich jedermann (auch Damen) daran beteiligen. Meldungen möglichst bis zum 10. August an die Klein­kaliber-Schießabteilung Gießen, Südan­lage 21. Die Bedingungen sind u. a. so, daß jeder Schütze auf Wunsch in seiner Heimat schießen kann.

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BrrmMtes vom Tage

Großfeuer in einer Autoreparatur­werkstätte.

Karlsruhe, 5. Aug. Heute nacht wurden die Gebäude der Autoreparatur­werkstätte Hofeld & Hummel durch Groh- feuer zerstört. Die Feuerwehr hatte große Arbeit, um des Brandes Herr zu werden. Durch die Explosion von Sxinf» anlagen wurde eine Mauer zum Einsturz gebracht, wobei ein auf der Straße vor­übergehendes Ehepaar, das neben der Brandstätte wohnte, unterdenTrüm- mern begraben wurde. Erst heute früh gelang es, die Leichen zu ber­gen. Zur Zeit läßt sich noch nicht fest­stellen, ob noch weitere Personen unter den Trümmern begraben liegen.

Ein neunjähriger Knabe als Opfer eines Dachstuhlbrandes.

Münster, 4. Aug. In der Nacht zum Sonntag brach im Dachstuhl eines Hauses der Horstmarer Landstraße Feuer aus. Der Dachstuhl war zur Hälfte als Woh­nung ausgebaut, während auf der anderen Seite Heu lagerte. Der Wobnungs- inhaber war nicht anwesend, seine Frau schlief mit den beiden Kindern in der Wohnung, auf die das Feuer sofort Über­griff. Nur mit großer Mühe konnte die Frau, die nicht unerhebliche Brandwun­den davontrug, gerettet werden. Zur Rettung der beiden Kinder begab sich ein im gegenüberliegenden Hause wohnender Maurerpolier in die brennende Wohnung. Zunächst brachte er den neunjährigen Knaben zum Ausgang der Wohnung, und auch das fünf Jahre alte Kind konnte er.

obwohl er selbst und das Kind starke Brandwunden erlitten hatten, ins Freie bringen. Vergebens aber suchte man nach dem älteren Knaben, den man längst bek den Nachbarn in Sicherheit wähnte. Erst nach dem Löschen des Brandes fand man seine Leiche. Bei dem jüngsten Kinde besteht Lebensgefahr. Der Feuer­wehr gelang es, den Brand auf den Dach­stuhl zu beschränken.

Landung und Start desGraf Zeppelin- in Darmstadt.

Darmstadt, 4. Aug. Das Luftschiff Graf Zeppelin" ist aus seiner Landungs­fahrt heute abend gegen 5ya Uhr in Darm­stadt gelandet und nach etwa einstündigem Aufenthalt gegen 634 Uhr zum Rückflug nach Friedrichshafen wieder aufgestiegen, wo es gegen %11 Uhr zurückerwartet wird.

Stadttal verrecke verurtellt.

Berlin, 4. Aug. Stadtrat Ben- ecke, der sich heute vor dem Verkehrs­gericht Berlin-Mitte zu verantworten hatte, wurde wegen fahrlässiger Körperverletzung zu drei Monaten Ge- nis mit dreijähriger Bewährungsfrist ver- utteilt unter Auflage einer Buhe von 2000 Matt. Der Mitangeklagte Droschkenkraft­fahrer Mitzfeld wurde zu 100 M. Geld­strafe oder hilfsweise zu 10 Tagen Ge­fängnis verurteilt. Das Gericht hielt beide Angeflagte für schuldig, jedoch Stadttat Benecke für den Hauptschuldigen, denn er hatte nach den Beobachtungen aller Zeu­gen die Straßenecke in sehr scharfer Weise geschnitten.

Mitglied der Sowjetgesandtschast in Angora vermißt.

Konstantinopel, 4. Aug. Der Erste Sekretär der Sowjetgesandtschaft in Angora, Just, wird, seitdem er sich in die Nähe der Stadt zur Entenjagd begeben hatte, vermißt. Es wird angenommen, daß er ertrunken ist. Seine Lerche konnte bisher nicht geborgen werden. Eine Untersuchung ist eingeleitet worden.

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Sauriersunde in der Mongolei.

Wie aus Peking berichtet wird, haben zwei dorthin znrLckgekehrte Forscher an den Usern eines jetzt ausgettockneten riesigen Sees m der Nähe der Grenze der äußeren Mon­golei bedeutende Lager von Fossilien entdeckt. Die Skelette waren in Schlamm begraben, in den die Tiere offenbar auf der Suche nach Futter hineingeraten sind. Die Expedition fand etwa 30 schaufelzahnige Mastodons mit riesigen hervortretenden durchschnittlich 1,70 Meter langen Kinnbacken. Eine andere Stelle enthielt Skelette von 1015 jungen Masto­dons, die wahrscheinlich von den Alten ver­lassen worden waren, als sie sich nicht mehr befreien konnten. LautTimes" liegt die hauptsächliche wiffenschaftliche Bedeutung der Entdeckung in der Tatsache, daß jetzt die voll­kommene Rekonstruktion eines Tieres ermög­licht wird, von dem bisher nur ein einziger Kinnbacken gefunden worden war. Das Alter der Funde wird lautDaily Telegraph" auf etwa drei Millionen Jahre geschätzt.

Die Auffindung von Sodom.

Durch die neuesten Grabungen des römi- [djen Bibilinstituts in Transjordanien bei Teil E a s s u I, etwa sechs Kilometer nord­östlich vom Toten Meer am Wady el Jorfeh, soll nun die Stätte des geschichtlichen Sodom festgestellt worden sein. Es wurden an dieser Stelle zahlreiche Häuser, die Reste von Oefen, Kornspeichern und Mühlen zusammen mit menschlichen lleberresten freigelegt, daneben eine große Menge von Metzern, Pfeilen, Ton­

scherben, Halsketten, Alabasterkugeln usw. Weitere Grabungen wurden dann nach dem Norden und Süden auf einem Gebiet von etwa 600 Metern vorgenommen, und im Sü­den wurde ein Gebiet von etwa 1500 Qua­dratmeter durchforscht, in dem die Funda­mente von Steinmauern zutage traten. Es ergab sich, daß die Ruinen von Tell Easiul bis etwa 3000 v. Ehr. zurückreichen und daß die hier gelegene Stadt, die eine große Blüte erreicht hatte, um 2000 v. Ehr. zerstört wurde. Jnfolgedesien ist man zu der Ueberzeugung gelangt, daß die Stätten von Sodom und Eo- morrah im Norden des Toten Meeres lagen, nicht im Tale Siddim am Südende des Toten Meeres, wie man früher angenommen.

Neues von Livingstone und Stanley.

Interessante Erinnerungen an die berühmte Expedition Stanleys zur Aufsuchung des ver­schollenen Livinstone hat der englische Oberst Charles Wellington Burlong auf einer Wan­derung von 6 Monaten durch den afrikanischen Urwald erbeutet. Furlong ging von Mom­basa aus und durch verschiedene Teile des bel­gischen Kongo, von Tanganjika und Uganda. Mit etwa 90 Negern und einem oder zwei weißen Begleitern legte er mehr als 10 000 Kilometer ttn Kraftwagen und weitere Tau­sende zu Fuß zurück. Er folgte auf eine lange Strecke dem Wege Stanleys und kam mit Ein­geborenen in Berührung, die noch die beiden großen Männer gekannt hatten. So traf er mit dem treuen Diener Livingstones zusam­men, der beim Tode des Missionars im Jahre 1873 seine Leiche aus der Wildnis heraus- bringen half. Bon dem Sohn Matubis, des treuesten Dieners Stanleys, erhielt Oberst Furlong einige Erinnerungen an die Reise Stanleys. Der Sohn, der jetzt seinem Vater in der Häuptlingswürde gefolgt ist, verkaufte ihm ein messingnes Armband und eine schöne eiserne Speerspitze, die sein Vater von Stan­ley bekommen hatte. Er schenkte ihm auch einen Dankbrief, den Lady Stanley an Ma- tubi gesandt hatte. Der Oberst wird in seinem demnächst erscheinenden Reisebuch noch viele unbekannte Einzelheiten über diese denkwür­dige Tat in der Geschichte der Astikaforschung . Mitteilen.

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Bad Gaben am Taunus.

In den unweit Frankfurt a. M., im Vortaunus idyllisch gelegenen, bewährten Heilbad für Asthma, Katarrhe und Herz, hat die am 1. Mai begonnene Hauptsaison sich trotz der mißlichen wirtschaftlichen Ver­hältnissen bislang nicht ungünstig ange- laffen. Die erfolgreiche Wirkung seiner natürlichen Heilmittel über 20 Heil­quellen verschiedenartigster Zusammen­setzung nebst bem stark kohlensäurehalti­gen Thermasprudel, die zu Trink, Jnhala- ttons- und Badekuren Verwendung finden, sowie seine klimattsch bevorzugte Lage bil­den eben die unerschütterllche Grundlage für die seit 200 Jahren anerkannten Teil­erfolge des Bades.

Bad' Lippfpringe

ist ein idyllisches und gemütliches west­fälisches Landstädtchen von ea. 5000 Ein­wohnern, ohne Industrie. Der ganze Badeort ist auf den Fremdenverkehr ein­gestellt, feien es nun Kurgäste, Ausflüg­ler oder Wochenendler. Der herrliche Ar- minius-Kurpark wird feiten seinesgleichen finden. Hier finden während der Saison täglich zwei bis drei Kurkonzerte statt. Ein fast 1000 Morgen großer Fichten­nadel-Kurwald mit vielen Liegehallen bietet den Gästen heilsame und ozon­reiche Luft. Der neue Prospekt vom Kaiser-Karls-Bad in Bad Lippfpringe gibt Ihnen weitere Auskunft.

v-fchästlich« Mitteilung.

Der Kauf eines Fahrzeuges wird gerade in Zeiten wirtschaftlicher De­pression vom Gesichtspunkt der Ersparnis besttmmt. Für die Erholung braucht man nicht nur einen zuverlässigen, sondern auch einen raschen, wendigen Wagen, einen Wagen mit einemfröhlichen" Motor, der sich über Steigungen spielend hinwegsetzt. Der leichte kleine BMW.-Wagen, der Bayerischen Motorenwerke, A.-G., dessen Konstruttivn für Hundertausende von glei­chen Wagen vorbildlich ist, ist jedenfalls das Fahrzeug, das diese Anforderungen sogar übettrifft. Man muß ihn nur ein­mal gefahren haben, um sich davon zu überzeugen.

Was verlangt man von einem zuverlässigen Waschmittel?

Die deutsche Hausfrau legt auf ihre Wäsche besonders großen Wert. Nicht nur tadellos weiß soll sie immer sein, sondern auch mög­lichst lange erhalten bleiben. Aus diesem Grunde ist sie bei der Auswahl ihres Wasch- mittels sehr kritisch, sie verlangt, daß es eine ausgezeichnete Reinigungskraft besitzt, wirt- chasilich im Gebrauch ist und die Wäsche so weit als möglich schont. Diese Ansprüche kann nur ein aus den allerbesten Rohstoffen her- gestelltes selbsttätiges Waschmittel erfüllen, wie wir es in dem weltbekannten Persil haben. Persil zum Waschen der Wäsche ver> wendet, macht jedes Reiben und Bürsten un­nötig; es entfernt nicht nur den Schmutz rest­los, sondern desinfiziert zugleich und verleiht dem Gewebe, ohne es zu strapazieren, ein blendend weißes Aussehen.