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Oberhessische Zeitung. Marburg e. L., Mittwoch, den 30. Juli 1930

Nr. 176

Marburger Skablzeitung

«Wenkonzert

Zu mustkalischen Darbietungen hatten sich gestern in der lutherischen Kirche das blinde Ehepaar Ellen Probst (Sopran), Gust. Probst (Violine) und Heinz-Günther Schön (Orgel) zusammengetan._ Sie durften sich einer recht zahlreichen Zuhörergemeinde erfreuen.

Wir hatten Gelegenheit, anläßlich der Ta­gung blinder Musiker im Kurhotel Ortenberg recht gute Musik von blinden Musikern zu hören. Dies hätte dem vorgenannten En­semble zu denken geben müssen, um mit jenen in Konkurrenz treten zu können. Denn die Leistungen konnten nur Hörern mit ganz be­scheidenen Ansprüchen genügen. Diese aber bilden in der musikliebenden und mit musi­kalischen Darbietungen aller Att bedachten Universitätsstadt Marburg die Minorität.

Die Vortragsfolge setzte doch weit mehr technisches Können, harmonisches Miteinander­arbeiten, Ausdrucksgebung, richtige Tempi, Herausarbeiten von Einzelheiten, entspre­chende Dynamik, geschickte Steigerungen, prä­zise Einsätze, Gebundenheit in den Ueber- gängen (gesanglich wie instrumental) usw. voraus, alles Faktoren zu genußreicher Dar­stellung der durch die Komponisten gegebenen mustkalischen Werte, welche diese Gemeinschaft an vielen Stellen mehr oder minder vermissen liest

Wir möchten nicht auf Einzelheiten in der Ausführung eingehen. Uebrigens eine ausgesprochene Altstimme sollte sich nicht im Vortragszettel als Sopran bezeich­nen. Man höre nur von der Sängerin des Abends dasAgnus bei" von Morlacchi (30 Jahre lang Kapellmeister der italienischen Oper in Dresden, an sich eine herrliche Kom- Siition), um unsre Ansicht bestätigt zu wiffen.

r Organ ist ja wohl ganz angenehm, aber gutturale Hemmungen,Kippen" der Stimme beim Uebergang zu höherer Tonlage, die auch noch belegt ist, beeinträchtigen die Wirkung ihres Vottrags.

Die Tongebung des Violinisten ist hart, sein Spiel entbehrt jeder NLanzierung (z. V. in der E-Dur-Romanze von Beethoven)^ fer­ner der Gebundenheit bei den llebergangen und glatten Tonfolgen, so in der Händel-So­nate E-Moll.

Das Orgelspiel läßt auf einen Kunstjünger schließen, der noch recht viel lernen muß, um das Prädikat eines guten Organisten zu er­werben. Ihm mangelt es noch vielfach an Registtierkunst, Pedalanwendung, leichter Be- handluna der Manuale, begleiterischer Anpas­sung und der geistigen Auffassung des Kom­ponisten.

Dem Zusammenspiel gebrach es an präziser gegenseitiger Einstellung in vielen Punkten.

Das Fazit: Marburg ist ein nicht an­spruchsloser Boden in puncto Musik! Mar­burg hat, mit Ausnahme angedeuteter Mustk- -> Veranstaltung (Ortenberghotel) blinder Mu­siker keine guten Erfahrungen gemacht. Eine gewiße Gilbe aber appelliert an das Mitleid der von ihnen begehrten Zuhörer, zum größten Aergernis der sehr leistungs­fähigen Kollegen und hausiert mit Einlaß­karten und bietet nicht das, was man wohl verlangen darf. Andere gute Unternehmun­gen werden dadurch geschädigt! P. L. Stamm.

'Kinderfest im Schloß-Kaffee, Marburg. Das Konzertunternehmen Prinz, Essen, arrangiert erstmalig am 7. August in Marburg, im Schloß-Kaffee, ein großes Kinderfest. Für dieses Kinder­fest ist der beliebte Kinderspielleiter Onkel Albert mit seinen beiden Spaßmachern Pipo und Pepi verpflichtet. Groß und klein kommt bei den dezenten Späßen der Elvwns auf seine Rechnung. Heitere Kin­derspiele, Feftzug, Geschenkangeln, Dallon- aufstieg, Manegestücke der Elowns und vieles andere wechseln in bunter Reihen­folge. Besondere Freude wird das von den beiden Spaßmachern geleitete Kasperle- Theater Hervorrufen. Alles in allem ein Rachmittag, welcher noch lange in froher Erinnerung unserer Kleinen bleiben wird. Alle Kinder versammeln sich um 3 Ahr vor dem Hauptbahnhof, Matburr Bon hieraus geht es unter Vorantritt, WAV der Musik zum Schloß-Kaffee.

* Preußisch-Süddeutsche Klas­senlotterie. Die Haupt- und Schluß- ziehung, in der über 52 Millionen Reichsmark zur Ausspielung kommen, be­ginnt am 8. August. Außer den beiden Prämien von je 500 000 Reichsmark kommen zur Verlosung die großen Haupttteffer von 2 mal 500 000 RM., 2 mal 300 000 RM., 2 mal 200 000 RM., 2 mal 100 000 RM., so­wie viele andere hohe Gewinne im günsttgsten Falle können auf ein ganzes Los 1 Million RM., auf ein Doppellos 2 Millionen RM. gewonnen werden Die Erneuerung der Lose zu dieser Hauptklasse hat planmäßig spätestens bis zum 1. August 18 Uhr bei Verlust des Anrechts in der zuständigen Lotterie-Ein­nahme zu geschehen. Die Beachtung dieser Frist wird besonders in der jetzigen Reisezeit dttngend empfohlen, da über die nicht recht­zeitig erneuerten Lose anderweit verfügt wer­den muß.

* Weizenernte und Vermah­lungsquote. Mit Rücksicht auf die Verzögerung der Weizenernte in maßgeb­lichen Anbaugebieten hat der Reichs­minister für Ernährung und Landwirt- K zunächst von der Festsetzung einer

>n Vermahlungsquote für den Monat August abgesehen. Damit tritt der in Ar­tikel 1. Par. 1 des Vermahlungsgesetzes vorgesehene Zustand ein, daß in der Zeit vom 1. August bis zum 30. November 1930 mindestens 40 Prozent Inlandsweizen zu vermahlen find.

Der Wahlkampf beginnt

Serfammlime »er S. R. N. $.

Abg. Steuer 6uiWanN6ut

Die Deutschnationale Volkspartei hielt gestern in den Steinwegsälen eine sehr gut be­suchte Wahlversammlung ab und eröffnete damit ihren Wahlkampf für die Reichstags­wahl. Mit herzlichen Worten der Begrüßung eröffnete Stadtverordneter Sonnenschein die Versammlung und gab bekannt, daß heute der erweiterte Landesvorstand für Hessen- Nassau der Partei getagt habe und ein­stimmig den Abgeordneten Steuer- Kassel als Spitzenkandidat für die Reichstagswahl aufgestellt habe. Er betonte weiter, daß diese Versammlung sehr gut besucht war, besonders aus den Kreisen der Landwittschaft.

Hierauf nahm der Referent des Abends, Abgeordneter Steuer-Kassel das Wort und führte einleitend aus. daß der Wahl­kampf überraschend gekommen sei und gerade in eine sonst politisch ruhige Zeit falle, denn mit einer Regierungskrise habe man sonst stets zu Weihnachten gerechnet. Der Deutsch- nationalen Volkspartei werde zum Vorwurf gemacht, daß sie an der Auflösung des Reichs­tages die Schuld trage, da sie die sachliche Mitarbeit verweigert habe. Ja, sie hätte dem Reichstag in die Sommerferien verhelfen können, wenn die Steuervläne bis zum Sep­tember vertagt worden wären. Aber alles sei doch abgelehnt worden. Hätte« die Deutsch- nationalen für die früher abgelehnten und jetzt wieder eingebrachten unttagbaren Steuer­vläne gestimmt, dann hätte man ihnen Unehr­lichkeit vorwerfen können und so sei nichts an­deres übrig geblieben, als gegen die Pläne der Regierung Brüning zu stimmen und so­mit auch für die Auflösung des Reichstags. Redner geht dann eingehend auf die Finanz­lage des Reiches ein und sagt u. a. Die Ge­samtlast, dis unser Volk für den gesamten öffentlichen Apparat des Reiches, der Länder und Gemeinden usw. aufzubringen hat. wird statistisch auf eine Summe von 2325 Mil­liarden Mark im Jahr berechnet. Die Schul­den seien aus 20 Milliarden angewachsen, davon 14 Milliarden Neuschulden seit Stabili­sierung der Währung und davon über 7 Milliarden Schuldenzugang aus den letzten zwei Jahren. Noch kein Jahr ist es her, als das Kabinett Müller dem deutschen Volke für die Annahme des Voungplanes sofort wirk­same Senkung der Steuerlasten um viele Hun­derte von Millionen versprachen. Hilserdings Steuersenkung endete mit der Entlarvung der damaligen Verschleierung der Finanz­lage und die Reichskasse stand am 1. Januar 1930 vor dem unmittelbaren Bankrott.

Mit Hilferding verschwand dann das Gerede von der sofortigen Steuersenkung für 1930 in der Versenkung. Sein Nachfolger Moldenhauer hatte für 1930 nur noch Pro­jekte auf Steuererhöhung vorzulegen, redete aber dafür ständig von der Steuersenkung für 1931. Dreimal ist seit Jahresbeginn die Welle der Steuererhöhung wiedergekommen. Jedesmal kam nach Verabschiedung der Steuererhöhungen zuerst die amtliche Ableug­nung, bald danach, aber das amtliche Zuge­ständnis eines in der Zwischenzeit wieder neu entstandenen Defizits der Reichskasie. Und jedesmal kam dann wieder das Projekt der Steuererhöhungen. Als das Kabinett Dru- ning-Moldenhauer im April seine großen Steuererhöhungen mit dem sogenannten Junk- ttm durchgesetzt hatte, da rühmten sich die Anhänger dieser Regierung, daß jetzt eine endgültige und durchgreifende Sanierung der Reichsfinanzen vorläge. Wenige Wochen später zeigte sich schon wie falsch das war. Seit Ende Mai tobte erneuter Streit um neue Erhöhungen der Steuern. Dabei ergab sich, daß Herr Moldenhauer nunmehr die Projekte aufgriff, mit deren Ablehnung er und seine Partei im März das Kabinett Müller gesprengt un.d die Bildung der Re­gierung Brüning he'rbeigeführt hatten. Da­mals wollte der Sozialdemokrat Wisiel die Versicherungsbeiträge der Erwerbslosen um V« Prozent erhöhen. Diese Forderung war nach Moldenhauers Meinung undurchführbar. Im Juni kam er selbst mit dieser Forderung, aber dafür in 4facher Erhöhung. Auch die abgelehnte Beamten- und Angestellten- Sondersteuer in Höhe eines Zehntels der Ein­kommensteuer brachte er in 4facher Erhöhung wieder ein. Die Folge war, allgemeiner Sturm im Regierungslager. Volkspartei und Demokraten stürzten Moldenhauer. Ihm folgte der Demokrat Dietrich, der sofort die gleichen Pläne wieder aufgriff. Mit einigen Abschwächungen kam das Moldenhauersche Programm als Dietrich-Programm vor den Reichstag. Im Steuerausschuß stimmte alles durcheinander. Bei diesem Hin und Her kamen im Steuerausschuß überhaupt keine Beschlüsse zustande. Dann kamen die Pläne vor den Reichstag, deren Ergebnis die Ableh­nung aller Projette war. Dann kam die Anwendung des Arttkels 48, der alle Steuer­vläne in Kraft setzte. Die Sozialdemottaten beanttagten die Aufhebung der Notverord­nung. Die Entscheidung der Deutschnattonalen konnte nicht anders ausfallen, als für die Aufhebung der ohne Reichstagsbeschluß von der Regierung verordneten Steuererhöhungen und damit zugleich für die Auflösung des Reichstages. Eins andere Entscheidung war rein sachlich gesehen, unmöglich. In längeren Ausführungen geht der Redner dann auf die Belastung des deutschen Volkes durch Steuern ein und erläutert diese an einzelnen Besspielen und sagt, heute ist, das eigentliche Hemmnis für eine staatspolitische Klärung nicht die Sozialdemottatte selbst, sondern die Zen­trumspattei. Die deutsche Jnnenpolittk wird entscheidend vom Zentrum besttmmt, das seine absolute Vorherrschaft in der deutschen Po­litik aufrecht zu erhalten sucht. Das Zentrum ttägt die Schuld, daß Herr Braun mit seiner Gewaltpolitik weiter so fottfahren kann und

daß keine Einigung mit den Deutschnattona­len zustande kam.

Dann geht der Redner auf die neu ge­gründeten Parteien ein und erläutert in längerer Rede die Abtrennung der Volks- konservativen. die ohne jede Verbindung da- ständen und einen Anschluß an die Welsen suchten. Die Staatsvartei sei die Demo- krattsche Pattei. die nur unter einer anderen Flagge segele. Die Landvolkpattei werde von einer großen Anzahl landwirtschaftlicher Ver­bände abgelehnt. Hier im Kreise Marburg habe man mit der Aufstellung einer Land­vollliste zu rechnen. Redner ist der Ansicht, daß das ein großer Schaden für die Land­wirtschaft sei. denn eine Agrarpolittk könne nicht allein von den Verttetern der Land­wirtschaft getrieben werden, denn dazu ge­hörten nicht allein Produzenten, sondern auch Konsumenten.

Redner schloß, daß die Deutschnationale Volkspattei für das Wohl des deutschen Volkes und für eine gerechte und ehrliche Politik kämpfe. Langanhaltender Beifall lohnte den Redner. Da sich kein Redner zur Diskussion meldete sprach Herr Sonnenschein das Schlußwort und schloß die Versammlung.

*

Gestern nachmittag tagte in Marburg die Landesverttetung (erweiterter Landesvor­stand) unseres Wahlkreises. Sie war aus sämtlichen Kreisen des Landesverbandes so­wohl durch Stimmführer als auch durch Ver­trauensleute, die als Gäste zugelassen waren, außerordentlich stark besucht, vor allem auch aus den Kreisen der Landwirtschaft.

Der Sitzung der Landesvertretung ging am Vormittag eine Sitzung des Landesvorstandes voraus.

Nachdem die Landesverttetung einen Be­richt des Landesvorfitzenden, Vizeadmiral a. D. Boedicker, über die Berliner Sitzungen des Parteivorstandes und der Parteivertretung und daran anschließend ein Referat des Abg. Steuer über die politische Lage und den Wahlkampf entgegengenommen hatte, nahm sie einstimmig mit allen 115 Stimmen folgende Entschließung an:

Die sehr stark aus allen Kreisen der Be­völkerung besuchte Deutschnationale Landes­verttetung im Wahltteis Hessen-NassauWetz­larWaldeck stellt einstimmig fest: Der Lan­desverband steht nach wie vor mit seinen Unterorganisationen rückhaltlos zu der Deutsch- nationalen Volkspartei. Er bringt ihrer klaren und zielbewußten Führung durch den Parteivorsitzenden Dr. Hugenberg volles Ver­trauen entgegen. Die nunmehr eingetretene Absonderung vormals deutschnationaler Ab­geordneter, die sich von der D. N. V. P. ge­trennt haben, um das jetzige Reichskabinett Brüning zu unterstützen, kann an der grund­sätzlichen Einstellung der hessen-nassauischen Deutschnationalen keinerlei Aenderungen her­beiführen. Diese geht dahin, daß die Deutsch­nationale Volkspartei nach wie vor die Auf­gabe hat und behält, als christlich-deutsche Ge- sinnungs- und Kampfgemeinschaft quer durch alle Berufsschichten und durch Stadt und Land diejenigen Menschen zusammenzufassen, die mit dem Marxismus und der ihm dienstbaren parlamentarischen Demokratie keine Kompro­misse schließen sondern schärfsten Kampf füh­ren wollen. Aus der Erkenntnis, daß dieser Kampf zur Verteidigung christlicher Gesin­nung, nationaler Staatsauffaffung und ge­sunder Wirtschaft unentbehrlich ist, bedauern die Hessen-nassauischen Deutschnatronalen alle auf Zersplitterung und damit Schwächung der nationalen Front gerichteten Vesttebungen. Sie bedauern vor allem aufs tiefste die zurzeit in Erscheinung tretenden Versuche, ländliche und städtische Bevölkerung gleicher nationaler und christlicher Weltanschauung zum Schaden des Ganzen im politischen Kampf zu trennen. Sie befürchten, daß daraus gerade der Land­wirtschaft schwerster Schaden erwächst und da­durch wiederum die Grundlagen der ganzen Wirtschaft ernstlich bedroht werden. Im festen Verttauen auf die sachliche Richtigkeit der Grundsätze und Ziele, für die die Deutsch­nationale Volkspartei über ein Jahrzehnt ge­kämpft und gearbeitet hat, geht der Landes­verband des alten Helffench-Wahltteises auch in den neuen zur Klärung der politischen Ver­hältnisse unerläßlichen Kampfs

Für die Spitzenkandidatur hatte der Landes- vorstand in einem einstimmig gefaßten Be­schluß der Landesverttetung die Aufstellung des Abg. Steuer-Kassel vorgeschlagen. Dieser Vorschlag, wurde von der Landesverttetung einstimmig zum Beschluß erhoben.

Auch für die Besetzung einer Reihe weiterer Listenplatze wurden endgültige Beschlüsse ge­faßt. Die Eesamtliste wird noch völligem Ab­schluß in einigen Tagen veröffentlicht.

Gn alter Sstafrkkakümvf«

Fast blind, mit Granatsplitter he Leib, auf der Landstraße zvsammengebrochen.

Ein zufällig die Straße pasfierender Kraftwagenführer bemerkte unweit Jes­bergs am Straßenrand« einen Hand­werksburschen, der anscheinend bewußtlos dalag. Er alarmierte die freiwillige Sa- nitätskolonne Jesberg, die den Armen Sa Kolonnenarzt brachte. Es handelte um einen schwerkriegsbeschädigten Asrikakämpfer, der 1915 unter Lettow- Vorbecks Fahnen schwer verwundet und danach operiert worden war. Auf einem Auge ist er ganz, aus dem anderen halb erblindet, außerdem hat er noch Granat­splitter im Leibe. Er kam gerade aus dem Krankenhaus Fritzlar, wo er vor einigen Tagen eingehefett worden war, und

wollte nach Marburg in die Klinik, wo eine Operation vorgenommen werden sollte. Nun brach er hier zusammen und wurde durch Mitglieder der Sani­tätskolonne Jesberg mit dem Kreiskran, kenwagen nach Marburg gebracht.

* Das hiesige Ausbildungs­bataillon begab sich heute früh um 6 Uhr mit der Bahn nach Niederwalgern, wo die gemeinsame Geländeübung mit dem Gießener Reichswehrbataillon ihren Anfang nimmt. Das heute abend auf dem Exerzierplatz bei Cyriaxweimar statt- findende V i w a ck mit anschließendem Zapfenstreich wird viele Marburger nach dort locken. Ab 7 Uhr steht am Rudolphs- platz auch ein Omnibus der Reichspost für Pendelfahrten nach dem Exerzierplatz zur Verfügung. Hof­fentlich ist das Wettet günstig.

* Die Staubbekämpfung, ein dringendes Erfordernis der Volkshygiene und ähnlichen Themen bilden den Gegen­stand der Verhandlungen auf der am Sonnabend und Sonntag, dem 2. und 3. August in Marburg stattfindenden Tagung des Landesverbandes Mitteldeutschland des Zentralverbandes der Reinigungs- Jnstituts-Unternehmet Deutschlands unter Vorsitz des Herrn Obermeister Buhle-Kas­sel. Das Arrangement der Tagung be­sorgte hier das erste Marburger Reini- gungsinstitut H. Panzer. Im Anschluß an die Sitzung findet eine Besichtigung der Stadt und eine Autobusfahrt in die Umgegend statt.

Personalien Jubiläen.

* Beamten-Personalnachrichten. Planmäßig angestellt: OLj. a. Pr. Klein in Cappel als OLdj. Übertragen: dem Fstr. Neu­mann zu Obergrenzebach, OF. Neukirchen, die FstrSt. Wendersbausen, OF. Bad Sooden- Allendorf, dem Hilfsstr. Linker zu Rengers- hausen. OF. Frankenberg, unter Ernennung zum Fstr. die FsttSt. Alsberg, OF. Sal­münster. Versetzt: LotterieOS. bei der staat- licheu Kreiskasse in Frankenberg, Süß, an die staatl. Kreiskasse Bischofsburg, KulturbauOS. Zimmermann zur neuerrichteten Autzendienst- stelle des KultDA. Kassel in Corbach.

Wochenmarkt-Preise.

Butter 150170, Matte 25, Kochkäse 30 bis 70, Kartoffeln 1012, Wirsing 20 bis 25, Weißkohl 1015, Rotkohl 20-^25, rote Rüben 20, Tomaten 4070, Rha­barber 1015, Aepfel 25 bis 30, Bohnen grüne 2530, Bohnen gelb 3540, große Handkäse 20, Handkäschrn 7. Blu­menkohl 50100, grüner Salat 1020, Rettich 1520, Sellerie 3040, Knob­lauch 510, Lauch 10, Tauben 6080 das Stück, Kirschen 3040, Stachelbee­ren 2025, Heidelbeeren 3035, Johan­nisbeeren 2025, Himbeeren 5060, Hähnchen 100120, Hühner 90100, Reh 100 JJ das Pfund, Eier 1112, Tauben 5070 «8 das Stück.

Tagesanzelger.

Mittwoch, den 30. Juli.

Vergnügungsanzeiger.

CafS Mattees, Reitgasse: 2lb 16 und 20 Uhr: Konzert.

Cafe Vetter. Reitgasse: 20 Uhr: Konzert. Schloß - CafS, Marburg: Ab 16 Ahr:

Lanztee; 20 Uhr: Tanzabend mit Preis-» tanzen.

Stadtkeller: 20 Uhr: Künftlettonzett.

Capitol, Viegenstraße: Ab 20.15 Uhr: Revue Moulin Rouge".

Kamera, Kasernenstr.: Ab 17 u. 20.15 Uhr: »Das Rheinlandmädel".

Mf w w® Hrdeo leinen Sctea

Statt. Bekanntmachung

Wegen Sttatzenarbeiten wird die Sttaße Im Gefälle" am Donnerstag, 31. Juli und Freitag, 1. August 1930 für jeglichen Fähr­verkehr gesperrt.

Marburg, 30. Juli 1930. 4824

Die Polizeiverwaltuug.

I. Voß.

Beste WtWmeltangen

r. Berlin, 30. Juli. Die Auslands­offerten find wieder etwas ermäßigt. Wei­zen ist für kurzfristige Lieferungen ge­sucht. Roggen dagegen ist eher etwas an- geboten. Hafer war eine Mark niedriger. Gerste ist ausreichend und angeboten. Die Lieferungspreise find 1 Mark niedriger.

r. Frankfurt, 30. Juli. 3m heutigen Bormittagsverkehr war die Tendenz wieder etwas unsicherer, nachdem die gestrige Abend- hörse freundlich geschlossen hatte. An der neuen Börse mahnen einige ungünstige Mo­mente zur Zurückhaltung. Das Geschäft ist auch kaum entwickelt. Farben 152, Siemens 193, AEG. 139, Mannesmann 85.

t. Frankfurt, 30. Juli. Der Frankfurter Produttenmarkt verkehrt in sehr ruhiger Hal­tung. Ein Geschäft kam kaum zustande. Das Angebot von Brotgetteide ist weiter ruhig Die Preise find aber behauptet.