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Sette 8

Rach-euMches ans Mwol

3e» 1930.

Die Aufführung des rühmlichst bekann­ten Vvlksstückes »Flieg, roter Adler von Tirol!" Hütte uns MaiLurgeru einen er­neuten Begriff davon geben können, wel­chen Bedrängnissen das Tiroler Deutsch­tum durch die italienische Zwangsherrschaft ausgesetzt ist. Die Aufführung muhte lei­der abgesagt werden. Darum dürste es unseren Lesern von Wert feilt, einige persönliche Eindrücke aus der aller- jüngsten Zeit von dorther zu erfahren.

Wir stehen an der Talferbrücke zu Bo­zen. jener wunderbaren Stelle, angesichts der uralten kerndeutschen Stadt, überragt von den Zinnen der Hochalpen, die in märchenhafter Pracht auf das fruchtbare Tal herniederschauen. Dort hatte man 1917 den Grundstein zum Ehrendenkmal der gefallenen Kaiserjäger gelegt. Das Schicksal wollte es anders, und so steht an demselben Platze heute das vor nicht langer Zeit enthüllte italienische Sieges­denkmal als Ausdruck des Nationalstolzes über den Sieg, der doch bei sachlicher Be- urtellung den Italienern Nach mehrjähri­gen Niederlagen erst durch den inneren Zusammenbruch Oesterreich-Angarns mit Hilfe der Ententemächte in den Schoß ge­worfen worden ist. Man muß es den Ita­lienern lassen: Das Denkmal ist von ge­waltiger Schönheit, eine Säulenhalle auf mächtigem Treppenbau. Ein Carabinieri- posten in Paradeuniform bewacht das Denkmal Tag und Nacht, niemand darf den heftigen Boden betreten. Das Ganze spricht von höchstem Selbstgefühl und atmet den erobernden Gedanken, der im Faschis­mus Mussolinis zum Ausdruck kommt. Ohne aus die Einzelheiten eingehen zu können, sei auf die lateinische Inschrift des Dorderfrieses aufmerksam gemacht. Sie heißt zu deutsch:Dis hierher trug das siegreiche Italien seine Zeichen, und von hier aus wird es wefter wirken durch Sprache, Kultur, Kunst". Sinnend denkt der deutsche Beschauer an die Schwere, aber auch an die Aeberhebung dieser Worte.

Wer von Zeft zu Zeit nach Bozen und nach Welschtirol kommt, kann sich leider der Aeberzeugung nicht verschließen, daß Mussolini seine Worte in die Tat umzu­setzen weiß. Durch die strengsten Maß­nahmen wird das Deutschtum planmäßig ausgerottet. Das Hauptmittel ist die gänz­liche Anterdrückung der deutschen Schule .und die Austilgung jedes deutschen Wor­tes im öffenüichen Leben, dazu die Aeber- stutung des Landes durch nattonal-ita- lienische Einwanderer. Dabei ist der Kern Hes Volkes urdeutsch geblieben, dentt, fühlt und spricht deutsch, muß sich aber, durch die wirtschaftlichen Verhältnisse ge­zwungen, der Notlage fügen. Es lebt ein gewaltiger Ingrimm in diesem deutschen Volksbruchteil, ein tiefer Haß, ohne daß er sich angesichts der herrschenden Gewal­ten auch nur mit einem Worte kund tun kann. Durch die Abfindungen zwischen Oesterreich und Italien ist die Hoffnung aus Erlösung so gut wie gänzlich ge­schwunden.

Die Diktatur Mussolinis äußert sich dem Fremden gegenüber, der an sich kaum be­helligt wird, dadurch daß man sich in einem vollkommenen Polizeistaat befindet. Abgesehen von dem erstaunlichen Aeber- fluß von Truppen, Polizei, Nationalmiliz, wird jede Kleinigkeit des öffenüichen Le­bens auf das Strengste überwacht und vorgeschrieben. Selbst in denjenigen Tei­len Südttrvls, die schon vor dem Welt- kriege dem üalienischen Sprachgebiet an* gehört haben, kann man gelegentlich im vertraulichen Gespräch hören, daß sich die Leute nach dem alten Oesterreich zurück- sehnen und mit dem System Mussolinis durchaus nicht einverstanden sind. An­dererseits muß zugegeben werden, daß das neue Italien unter dem Machtspruch des Dittators außervrdenüich viel für Sttaßenbau, Elektrisierüng, Boden- und Fvrstkultur tut, auch Erfolge in dieser Be­ziehung hat, ohne jedoch der dürftigen Le­benshaltung wettester Volkskreise aufhelfen zu können. Was wir aber als nützliche und bleibende Lehre rnftnehmen müssen, das ftt die Tatsache, daß die Stärke von Mussolinis Herrschaft darin ruht, die Ge­gensätze zwischen Kapital und Arbeft groß­zügig zu regeln und die Gefahren des Marxismus und des Bolschewismus mit starker Hand niederzuhalten. Mussolini herrscht nicht kraft einer bestimmten Volks­schicht, sondern auf Grund einer starken Staatsgewalt, der er alle Elemente des Landes untertan und gefügig macht. Wenn es seinem System gelingen sollte, die so­zialen Unterschiede auszugleichen und da­bei den nationalen Geist in der rechten Bahn zu hallen, dann hat er seine Auf­gabe für Italien, in weiterem Sinne viel­leicht für ganz Europa der Lösung nahe gebracht. F. I.

Oderdesiische Zeitung, Marburg a. L. Freitag, den 25. Juli 1930

Nr. 172

Hesfen Rassau un- Rachbarvvbivte

3m Eipsbunker tödlich verunglückt.

Witzenhausen, 24. Juli. Als in den kurhessischen Eipswerken in Hundels­hausen (Landkreis Witzenhausen) die Nachtschicht abgelöst werden sollte, fand man den Arbeiter Gustav Windel tot mit schweren Verletzungen im Schnecken­gang des Eipsbunkers vor. Windel war allein mit der Nachtbedienung des Bun­kers beauftragt. Ueber den Hergang des Unfalls besteht noch keine Klarheit. Man nmmt an, daß eine plötzliche Schwäche den Mann in den Bunker fallen ließ, oder daß die Leiter schadhaft gewesen ist.

Maschrnenfabrikant Wilhelm Serauer gestorben.

Hersfeld, 24. Juli. Der Maschinen­fabrikant Wilhelm Serauer ist im Aller von 81 Jahren gestorben. Der Verstorbene war eine well über die Grenzen Hersfelds be­kannte Persönlichkeit, der auch lange Jahre als Stadtverordneter und Magistratsmitglied im Interesse der Stadt Hersfeld tätig war.

Autostraße auf de» Kreuzberg.

Bischofsheim (Rhön), 24. Juli. Im Anschluß an die Erschließung der Rhön durch landwirtschaftliche Kultur­wege wird seit einigen Jahren auch die Erbauung einer Auto- und Verkehrsstraße von Bischofsheim zum Kreuzberg verfoch­ten, die jetzt greifbare Gestalt annimmt. Das Projekt ist auf 200 000 Mark veran­schlagt. Da die Kosten auf die interessier­ten Gemeinden unter Beteiligung des Staates umgelegt werden sollen, war die Zustimmung der verschiedenen Interessen­ten notwendig. Diese ist jetzt erfolgt. Auch

das Provinzkapital der Bayerischen Fran­ziskaner-Provinz hat dem Plane zuge- stimmt. Für diesen war Vorbedingung, daß der sakrale Charakter des Kreuzberges als Wallfahrtsort nicht beeinträchttgt werde.

Neuer Segelflug-Rekord auf daWasierkuppe.

Fulda, 23. Juli. Am Montag wurde auf der Wasserkuppe von dem Ober! eut- nant Hemmer von der bayrischen Lust- polizer ein neuer Dauerflug-Rekord für Segel­flugzeuge ausgestellt. Hemmer, der um 12.45 Uhr nachmittags mit der dem Schwemsurter Segelflieger E. Dittmar gehörendenMam- berg" gestattet war, gelang es, immer an den Hängen der Wasserkuppe entlang segelnd, eine Flugdauer von 9 Stunden 35 Minuten zu erreichen. Er landete bet völliger Dunkel­hell um 9.20 Uhr auf dem Stattplatz. Mit dieser Flugleistung wurde der s. Zt. von Neininger-Darmstadt und Mayer-Aachen auf- gestellte Dauettlug-Rekord von 8 Stunden 26 Minuten um mehr als eine Stunde Über­boten. Während des Flugs herrschte sehr böiges Wetter, mitunter betrug die Wmd- stärke 19 Sekundenmeter. Nach eingetretener Dunkelhell wurde dem Flieger durch Leucht­kugeln und Anzünden von Feuern die Orientierung erleichtert. Bei seiner Landung brachte die etwa hundettköpfige Zuschauer­menge dem Flieger begeisterte Ovationen dar. Der Segelflieger E Dittmar» Schweinfurt unternahm am Sonntag mit seiner ihm von dem Schweinfutter Fabri­kanten Sachs gestifteten Hochleistungsmaschme Mainberg" einen Wolkenflug, bet dem er eine Höhe von 3200 Meter über dem Meeresspiegel erreicht haben soll. Ms das Flugzeug über Meiningen erschien, wo e? niederging, betrug seine Höhe noch 1000 Meter.

Wirtschaft und Handel

Berliner Bör^en-Zlnrszetlel

derOberhesstschen Zeitung".

24.7. 23.7. 24.7. 23.7.

187*» 127 127*1, 244*/, 135'!« 94 953fs 881.

140*/. 199 156*|, 173*,. 121 110=/« 78

188 126 126=|« 250*1« 134*/, 94 88=|« 8=1

14C*/8 200=1, 156°/» 172=|« ULsts 107*;, 76*/«

Darrnst.Bnk. Dtsch.B. u.D. Dresdn.Bnk. Reichsbank Commerzbk. 7°/,D.R.V.A. Samb. A. P. Nord. Lloyd Allg.El.-Ees. Siem. & H. Schlickert El. Bergm. El. Eelsenk. Vb. Harp.Bergb. Phönix Bgb.

79*1, 91

230 73=|«

358

189 202*/, 151°!«

18- °/8

140

77*,« 91

217

227

71'/, 338 187'1. 197/« 1511« l^/s

I39'|« 108 50 62*1, 80

50*/, 63* 81»/«

Ver.Stahlw. Rb. Stahlw. Rb. Braunk.: Ilse Bergb. ' Disch. Erdöl Kaliw. Salz.: Kali. Äschrs. Kaliw. West. J.E.Farb.I. Disch. Linol.: Eold-u.Silb. Metallges. Rütgersw. Buderus Phil. Holzm.

Weitere Kursmeldungen:

98*1,

102 8->*!s 951, 60*1, 7, 59°/, 100

97 100*|, 98*|.

101*« 101/, 99

102*/. 98*/,

102*/, 88*|, 96*1, 60*|,

7=1, 59»/, 100

96|« 100'),

101*1« 101/,

7°/0 Deutsche Reichsanleihe von 29

6°/0 .. ......27

6 °/0 Preußen-Anleihe von 28 Deutsche Abl.-Anl. m. Ausl.-R. Deutsche Abl.-Anl. oh. Ausl.-R. Disch. Kom.Sam. 9161.1 m. A.-R.

8 °/0 Kass. Landeskr.-Goldpfbr. R. 10 8°/, bergt Eoldschuldverschr. R. 3 8°/, Nass. Landesbk. Goldvfbr. R. 11 8/« bergt Eold-Komm.-Obl. R. 8 8°/° Fkit. Syv.-Bk. Eolb-Psbr. R. 13 8°!«Fkft.Pfanbbr.Eolb-Pfbr. E. 15 8»/, berat Eolbschulbverschr. Em. 16 8 °/0 Meming. Hyv.-B. Eolbpkbr. E. 22 8»/«bergt Eold-Kom.-Obl. Em. 21

Berliner Börsenbericht vom 24. Juli.

Nachbem man noch vormittags in Erwar­tung neuer Verkaufsorders stärkere Zu­rückhaltung geübt hatte, mutzte die offi­zielle Eröffnung etwas überraschen. Zwar kam noch verschiedentlich Exekutionsware her­aus, doch lagen andererseits auf dem niedri­gen Kursniveau schon wieder kleine Kaufauf­träge vor. So hielten sich Käufer und Ver­käufer etwa die Waage, wobei schwer festzu­stellen ist, inwieweit dies auf Bankinterven­tionen zurückzuführen ist. Eine gewiße Be­ruhigung löste der entgegen vielfachen Ve- furchtungen auch heute nicht veränderte Lon­doner Diskontsatz aus. Auch die festeren Aus­landsbörsen regten etwas an, wogegen die schlechteren Nachrichten aus dem rheinisch- westfälischen Industriegebiet und die ständig wachsende Arbeitslosenziffer heute weniger Beachtung fanden. 2m allgemeinen hielten sich die Kursveränderungen in engen. Grenzen, Fast ausnahmslos senkte sich das Niveau bis auf den Kursstand an der gestrigen Frank­furter Abendbörse. Im Verlauf hielt sich die freundliche Stimmung; viele Werte besierten sich auf Deckungen und kleine Meinungskäufe

um 11% Prozent. Geld war sehr fluffig, die Sätze betrugen für Tagesgeld 24 Pro­zent, Sionatsgelb 4%5% Proz. und Waren­wechsel 3?4 Prozent.

Berliner Devisenbericht vom 24. Juli.

Helsingfors 10,52810,548, Wien 59,15 bis 59 25, Prag 12,40712,427, Budapest 73,335 bis 73,475, Sofia 3,0333,039, Holland 168,39168,73, Oslo 112,11112,33, Kopen­hagen 112,13112,35, Stockholm 112,50 bis 112 72 London 20,3620,40, Buenos Aires 15121,516, Newyork 4,184-4,192, Belgien 58,5058,62, Italien 21,92521,965, Paris 16 4616,50, Schweiz 81,34581,505, Spanien 48,0048,10, Danzig 81,4081,56, Japan 2,0692,073.

Warenmärkte

Getreide in 1000 Kilogr., Mehl und Futter, mittel je 100 Kilogramm.

Berliner Eetreidemarkt vom 24. Juli.

Weizen 288289, Roggen 161170, Futter- unb Jnbustriegerste 174197, Hafer 174182, Weizenmehl 31,7539,50, Rogaenmebl 22,75 bis 25,75, Weizenkleie 10,2010,60, Roggen­kleie 10,2510,75.

Am Lieferungsmarkt setzte Weizen mit 1,50 M höher ein. Roggen lag stetig unb nur in ber Dezembersicht auf Interventionen um 1 Jl befestigt. Das Jnlanbsangebot von Srotgetreibe hat sich kaum verringert, ba bte Lanbwirtschaft zur Deckung ihres Geldbedarfs weiter Verkaufslust betunbet. Die Gebote ber Mühlen unb Reporteure lagen im allge­meinen auf gestrigem Niveau. Weizen- unb Roggenmehle haben zu unveränderten Preisen kleines Bebarfsgeschäft. Hafer wirb vom Konsum nur vorsichtig auf genommen, höhere Fütterungen sind kaum durchzuholen. Die Nachfrage für Wintergerste hat etwas nach- gelasien.

Frnnkfntter Schlachtviehmarkt vom 24. Juli.

Auftrieb des heutigen Nebenmarktes: 71 Rinder, 821 Kälber, 213 Schafe, 622 Schweine. Verglichen mit dem Auftrieb des Neben- marttes der vergangenen Woche waren 39 Rinder, 55 Kälber unb 312 Schweine weniger angetrieben, während 54 Schafe mehr zum Verkauf standen. Marktverkauf: Kälber und Schafe ruhig, ausverkauft; Schweine langsam, Ueberstand. Bezahlt wurde je Ztr. Lebend­gewicht: Salbet b) 7477, c) 6873, b) 60 bis 67; Schafe al) 4953, b) 4248. Im Vergleich mit den Notierungen des letzten Marktes waren Kälber bis zu 2 M billiger, während Schafe bis zu 1 M anzogen.

KM Md MemHaft

Di« Nheinlanbfcstspiel« verlegt. Infolge des Brückenunglücks u. der am Sonnabend vor­gesehenen Trauerfeier ist die Eröffnung der Rheinlandfest/piele auf dem Ehrenbreitstein auf Sonntag abend 8.30 Uhr verschoben worden.

Bom Landwirt zum Heldentenor. Nach erfolgreichem Probesingen wurde der frühere Landwirt Philipp Rasp aus Monsheim für das erste Fach an das Stadttheater in Heilbronn verpflichtet. Der Sänger wra Mitbegründer des Sän­gerquartetts Monsheim, dessen Erfolge hauptsächlich auf sein Konto zu setzen sind. Auf seine ganz außergewöhnliche stimm­liche und musikalische Begabung wurde zu­erst sein späterer Lehrer, Gesangspädagoge am Konservatorium Kaiserslautern, Feilke. aufmerksam, und in verhältnis­

mäßig kurzer Zeit wurde Rasp zum Be­rufssänger ausgebildet.

Sochschulnachrichlen

X Der Religions-, Kirchen- und Kultur­historiker, Konsistorialrat Dr. theol. et jur. Paul Maria Baumgarten in Neu- Otting a. d. Inn (Bayern) begeht am 25. d. Mts. feinen 70. Geburtstag.

X Zum etatsmäfeigen außerordentlichen Professor für ältere deutsche Sprache^ unb Literatur an der deutschen Universität in Prag ist der Professor an der städt. Han­delsakademie in Gablonz a. N., Privat­dozent an der genannten Universität Dr. Ernst Schwarz ernannt worden.

X Am 21. d. Mts. verschied der dirigierende Arzt der inneren Abteilung der Neuen Poli­klinik der Jüdischen Gemeinde am Bülow- platz in Berlin, Professor Dr. Carl Lewin im Alter von 54 Jahren.

Aus der Amegend

Kreis Marburg

Kirchvers, 24. Juli. Vor einigen Wochen berichteten wir berells über das Kirchoerser Wald - Schwimmbad. Unvorherzusehende Widerstände verzögerten die Eröffnung. Nun soll nächsten Sonntag, 27. Juli, das herrlich gelegene Bad feierlich seiner Bestimmung übergeben werden. Ein gutgewähltes, reichhaltiges Programm wird den Feierstunden ein würdiges Gepräge geben. Der Marburger Schwimmverein, dessen Name Gewähr für guten Spott leistet, kommt mit seinen besten Kräften, um den Zuschauern die Schönhellen des Schwimmsports zu zeigen. Während der spottlichen Vorführungen, ge­mischt mit zahlreichen humoristischen Ein­lagen, ist auf dem Festplatz Konzert.

Kreis Biedenkvvi

Dexbach, 24. Juli. Hier wurde die­ser Tage die Maul- und Klauen­seuche festgestellt. Zum Schutze gegen die Maul- und Klauenseuche wird auf Grund des § 28 ff des Viehseuchengesetzes vom 26. Juni 1909 mit Ermächtigung des Herrn Regierungspräsidenten in Wies­baden folgendes bestimmt: Die Gemeinde Dexbach wird als Sperrbezirk er­klärt. Für den Sperrbezirk gelten be­sondere Bestimmungen.

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Deutscher Europarundflieger tödlich ver­unglückt.

Flugzeugmechaniker von Redern, der am Europarundflug als Begleiter 'des Albatrospiloten v. Oertzen teilnahm, wurde bei der Landung auf dem Flugplatz Heston bei London von dem noch rottie- renden Propeller tödlich gettoff eg.

Zur natürlichen Bräunung der Haut fette man vor unb nach ber Besonnung die Saut, insbefonbere Gesicht unb Hände mit Sterne Leobor gründlich em; man erziel! dann ohne schmerzhafte Rötung eine gesunde, sonnengebräunte Hamfärbung. Creme Leodor Tube 60 Pf. und 1 Mark, Leodor-Edel-Seife S0 Pf. In allen Chwrodont-Verkaufsstellen gu habe«.

Geschäftliche Mitteilung.

Hanomag jetzt Viersitzer und mit 20 PS* Motor.

Nach monatelangen Versuchen und Vor­bereitungen haben die Hanomag-Werke in Hannover-Linden einen neuen größeren viersitzigen Wagen herausgebracht her mit 20 PS-Motor (1100 ccm) schon demnächst geliefert wird. Der neue Typ weist eine Reihe sehr wesentlicher technischer Vervoll­kommnungen auf. Der bisher gelieferte Wagen mit 16 PS-Motor (800 ccm Hub­raum) wird mit größerer Karosserie und ebenfalls stark vervollkommnet als regel­rechter Viersitzer weiter gebaut. Ferner ist der Bau einer viersitzigen Kabriolett- Limustne in das Fakrikattonsprogramm ausgenommen. Jnteresianten erhalten jede Auskunft, illustrierte Drucksachen durch die hiesige Generalvertretung.

Wetterbeobachtungen am 24. 25. Juli

Höchste Temperatur am 24. Juli 17.9 Celsius

Niedrigste Temperatur letzte Nacht 10.7 Celsius

PHOTO-BUHLER - BRILLEN-BÜHLER

Zeft

Varometerst. reduziert auf N_N.

Tempe­ratur

Relative

Luft­feuchtig­keit

24. 7. 2 Uhr nachm.

1754,1 mm

16.1 GeU.

74«/.

24. 7. 9 Uhr

754,8 mm

13,0 Gell

94°/.

nachm.

94°/.

25. 7.L7 Uhr

759,4 mm

13.0 Gelf

oorm.

Wetterbericht.

Von Westen her steigt der Druck wieder stärker an, sodaß die flachen Tiefdruckgebitte über dem Kontinent langsam weller ostwärts gedrängt werden. 3n dem Luftstrom, der vom Nordwesten hereinkommt, bilden sich vorläufig immer noch Schauer, die immer wieder von Aufheiterung abgelöst werden. Die Temperaturen gehen dabei zurück. In­folge des Druckanstieges wird später das Hlähdruckgebiet im Weiten mehr zur Geltung kommen und es ist vorübergehend wieder mll stärkerer Aufhellerung zu rechnen.

Witterungsaussichten für Sonnabend: Aus- hellernd und Erwärmung.