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Der Mzrigenprrks beträgt für den 11 gespalt. Zeilenmillimeter 0.08 GM., sog. kleine Anzeigen nnd Familienanzeigen bei Barzahlung 0.07 GM„ amtliche und auswärtige Anzeigen 0.10 GM. Bei schwierigem Satz sowie bei Plah- borschrlst 50% Aufschlag. — Sammelanzeige« 100 °f« Aufschlag. Reklam-Millim. 0,40 GM, Jeder Rabatt gilt als Barrabatt.
Ziel 5 Lage.
Ssfsrteu-Gebühr: 25 Psg. Belege werden berechnet. Erfüllmgsort Marburg.
fallen Törnim, wenn es nicht gelänge, über die gestrigen Streichungen hinaus noch weitere Streichungen von etwa 200 Millionen im Haushalt vorzunehrnen. Hieraus erhellt, welche Bedeutung es hat, daß sofort nach Erledigung des jetzigen Haushaltes das geplante Sparprogramm auf lange Sicht mit aller Kraft und unter Ausnutzung aller Möglichkeiten in Angriff genommen wird. Namens der Ausschüsse beantrage ich, der zweiten Ergänzung zum Entwurf eines Reichshaushaltsgesetzes zuzustimmen.
In der Aussprache erklärt der Vertreter der Provinz Schleswig-Holstein, Dr. Schiffer er, daß er nicht in der Lage sei, der Reichsregierung neue Steuern zu bewilligen.
Die Steuerschraube in Deutschland ist überdreht imd kann ohne schweren Scha- den für das deutsche Volk nicht weiter angezogen werden.
und daß sich dadurch die Summe erhöhte. Hiervon abgesehen halten die Ausschüsse eine wesentliche Erhöhung der sofort verwirklichenden realen Abstriche nicht für möglich. Wertere größere Abstriche müßten durch das zugesagte „Äusgabensenkungsgesetz auf längere Sicht" vorbereitet werden. — Durch die beiden Ergänzungshaushalte und die Verschlechterung der Wirtschaftslage hat sich auch
das Zukunftsbild für 1931
weiterhin wesentlich verschoben. Weder 600 noch 100 Millionen Veränderung des Saldos ist zu erwarten. Geht man von gleichbleibenden wirtschaftlichen Voraussetzungen aus, so ergibt sich, daß eine Verschlechterung der Einnahmen um rund 12 0 Millionen R M. bleibt. An Ausgaben würden 1931 fortfallen rund 620—650 Mil-
Die »OberyeMSe Zewmg" «- scheint sechsmal wSchentldh. Bezugspreis monatlich 2.20 GM.au«- schließl. Znstellungsgebühr, durch bte Post 2.45 GM. Für etwa durch Streik, Maschinen defekt oder eie- «errtare Ereignisse ausfallende Rümmer» wird kein Ersatz geleistet. Verlag Dr. £. Hiheroth. Druck der Unib.-Buchdruckerei Ioh. Ang- Koch, Markt 21/23 Fernsprecher: Rr. 54. tu Rr. 55. Postscheckkonto: Amt Frankfurt a. M. Rr. 5015. — Sprechzeit -er Redaktion t>mt 10—11 und
lionen. Die Mehrergebnisse der Reform der Arbeitslosenversicherung und der emprozentr- gen Beftragserhöhung für 1931 bei voller Jahreswirkung (130 Mill.) würden durch eine Senkung der Beiträge um V- Prozerft konsumiert werden, andernfalls — bei Fortdauer der hohen Beiträge — den Etat um 130 bis 140 Millionen entlasten. Hiervon abgesehen, bliebe also
bei gleichbleibender Wirtschaftslage für
1931 ein Minussaldo von 270 bis 300 Millionen
311 erwarten, wenn die jetzt bewilligten Steuern am 1. April ohne Ersatz fortfallen. Man kann auch nicht darauf rechnen, daß ohne Umschwung der Konjunktur die neuen Steuern ersatzlos am 1. April 1931 fort«
Der BeMrch Öe? preußischen Kabinetts über das Verbot der Zugehörig-, feit von Beamten zur Nativ-- nalsvzialistischen und Kommunistischen Partei findet in der Berliner Presse große Beachtung. Die Blätter der hinter der Regierung stehenden Pafteien sprechen ihre Genungtuung über den Beschluß aus. Zn der „Vos fischen Zeitung" heißt es: Der Notstand von Staat und Wirtschaft erfordert außerordentliche Maßnahmen. Die Staatsregierung läßt nicht mit der Staatsautorität spielen. Sie setzt für die verfassungsmäßige Gewalt ihre Machtmittel ein unfr gibt damit ein Beispiel der Stärke, das beruhigend und aufrichtend wirkt. Anter der Aeberschrist: „Eine notwendige Verordnung" sagt die „Germania": Der Beamte ist dem Staat durch sein Lreue- verhältnis nach jeder Richtung hin verpflichtet. Wenn Parteien es sich zu ihrer Aufgabe gemacht haben, die Grundlagen des Staates zu erschüttern, dann muß dem Staat das Recht zugebilligt werden, sich dagegen zu verwahren, daß Beamte, also seine ihm verpflichteten Diener, sich mit solchen Parteien den gleichen Bestrebungen hingeben und diese Tendenzen in solchen Parteien praktisch verfolgen.
Ganz anders die Stimmen aus den gegnerischen Lagern. Der „Lokal-Anzeiger" schreibt: Diel Sympathien wird sich Ministerpräsident Braun mit dieser Druck- und Zwangspolittk auch in denjenigen Kreisen der preußischen Beamtenschaft, die weder zu den Nationalsozialisten noch zu den Kommunisten gehören, nicht erwerben. Zm Gegenteil: Ze mehr sein Regime sich zu einem reinen Polizelstaat auswächst, desto geringer wird der Respekt werden, der diesem seinem Regime auch innerhalb der 'Beamtenschaft entgegengebracht wird. Die „Deutsche Zeitung" erklärt: Der preußische Ministerpräsident wird sich darauf gefaßt machen müssen, daß ihm bei einer entsprechenden Klage der Staatsgerichtshof die Anwirk-
Bei richtigem Vorgehen kann man zu einer Ersparnis von etwa einer halben Milliarde kommen.
Nach wefterer Debatte wies
Reichsfinanzminister Dietrich
darauf hm, daß positive Streichungsanttäge nicht vorgebracht worden seien. Nach Lage der Gesetzgebung seien sie auch einfach nicht möglich. Wenn wir große Ersparnissemachen wollen, die die notwendige Summe bringen, dann können wir entweder die Gesetzgebung des Reiches ändern und in dis Rechte der Beamten und Sozialbedürftigen eingreifen, oder wenn wir die ganze Abrechnung zwischen Reich, Ländern.und Gemeinden auf den Kopf stellen. Eine brrtte Möglichkeit gibt es nicht. Infolgedessen mag es sein, daß diejenigen recht haben, die sagen, daß eine endgültige Sanierung erst vollzogen ist, wenn wir auf der ganzen Linie eine neue Organisation aufgebaut haben L
M Beamte verboten
Nie „toaßftfoWtn" kmimmWWn und «atonal- WaWWm Parteien
oberhessische Zeitung
Hierzu bemerkt 8er Amtliche Preußische Pressedienst, die preußische Staats- rsgierung richte mit diesem Erlaß an die gesamte Beamtenschaft Preußens eine W a r n u n g vor einer Betätigung und Unterstützung der obengenannten Parteien, deren Ziel, den Saat und seine heutige Verfassung umzustürzen und die Beamtenschaft (Reichswehr und Schutzpolizei) zu zersetzen, in der letzten Zeit immer klarer zutage getreten fei. Die preußische Staatsregierung mache nachdrücklichst darauf aufmerksam, daß
jeder Beamte, der sich im Rahmen einer dieser beiden Parteien betätigt, sie in ihren Zielen unterstützt und fördert, sich der Gefahr einer difzipli- narischen Bestrafung aussetze.
Mit der Treupflicht eines Beamten und mit dem von ihm geschworenen Eid auf die Verfassung sei es unvereinbar, Parteien zu dienen, die diesen Staat zugegebenermaßen auch mit ungesetzlichen Mitteln bekämpften. Die im Artikel 130 der Reichsverfassung dem Beamten gewährleistete bürgerliche und politische Freiheit sei durch die geltenden Gesetze begrenzt. Nach der ständigen Rechtsprechung aller Disziplinargerichte finde die politische Betätigung jedes Staatsbürgers in den geltenden Gesetzen ihre Grenzen, für den Beamten jedoch besonders in der Treuepflicht gegenüber dem Staat, die es ihm verböten, von diesem Recht einen Gebrauch zu machen, der den Lebensinteressen des Staates zuwiderlaufe.
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Die für heute vorgesehene Besprechung des Reichskanzlers mit den hinter der Regierung stehenden Parteien erfolgt aus Wunsch der die Regierung stützenden Frakttonen. Der Reichskanzler will im Verlaufe der Besprechungen die Wünsche der ihn und seine Regierung M- zenden Parteien entgegennehmen, ohne jedoch hinsichtlich der Durchführung auch nur irgendwelche bestimmte Zusagen zu machen. Brüning glaubt dazu um so weniger in der Lage zu sein, als die Deutsche Volksparter heute wahrscheinlich aus der Regierungskoalition austritt, und irgend eine Zusage an eine Gruppe seiner Koalition zu neuen Forderungen anderer Gruppen führen würde. Es ist infolgedessen auch sehr zweifelhaft, ob er nach der Besprechung mit den ihn stützenden Parteien mit der Opposition verhandeln wird. Wahrscheinlicher ist, daß Brüning in den nächsten Tagen vor den Reichstag tritt und die Annahme der Deckungsvorlage fordert. Würde dieser Forderung nicht entsprochen, so dürste die Regierung den Artikel 48 der Reichsverfassung anwenden.
Die „Ge rmania" schreM: „Die Reichsregierung steht auf dem Standpunkt, daß andere Lösungen für die notwendige Deckung des Defizits als die vorgeschlage- nen nicht in Frage kommen. Sie wird deshalb an dem wesentlichen Znhalt ihrer Vorlagen unter allen Umständen festhalten und in gegebenem Falle nur in Einzelheiten zu gewissen Modifikationen Bereit fein. Die heutige Besprechung mit der Reichsregierung und den Parteiführern wird also nicht der Austast zu einem endlosen Hin-und-her von Verhandlungen sein. Der Spielraum hierfür ist sehr stein, da es in der jetzigen Stunde vielmehr auf Entscheidungen als auf Untätigkeit und die Angewißheit endloser Verhandlungen nach früherem Muster ankommt.
Berlin, 3. Juli. Der Amtliche Preußische Pressedienst meldet: Das preußische Staatsmin sterium hat in seiner letzten Sitzung den folgenden Beschluß gefaßt, der nunmehr den Nachgeordneten Behörden aller Zweige der Staatsverwaltung und den Gemeindebehörden zugeht:
„Nach der Entwicklung, die die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei und die K o m - munistische Partei Deutschlands genommen haben, sind beide Parteien als Organisationen anzusehen, deren Ziel der gewaltsame Umsturz der bestehenden Staatsordnung ist. Ein Beamter, der an einer solchen Organisation teilnimmt, sich für sie einsetzt, oder sie sonst unterstützt, verletzt dadurch die aus seinem Beamtenverhältnis sich ergebende besondere Treueverpflichtung gegenüber dem Staat nnd macht sich eines Dienstvergehens schuldig. Allen Beamten ist demnach die Teilnahme an diesen O r- gartisationen, die Betätigung für sie, oder ihre sonstige Unter st ützung verboten.
Das Staatsministerium bringt diese Auffaflung der Beamtenschaft hiermit besonders zur Kenntnis und weist darauf hin, daß gegen jeden unmittelbaren oder mttelbaren Staatsbeamten, der dem zuwiderhandelt, difzipl in arisch eingeschritten wird.
Das Staatsministerium ordnet gleichzeitig an, daß die Nachgeordneten Behörden über jeden Fall der Zuwiderhandlung dem zuständigen Fachminister zu berichten haben."
Berkin, 3. Juki. Im Reichsrat wurden am Donnerstag die Vorlage über die R e i ch s h i l f e der Personen des öffentlichen Dienstes und di« Zuschläge zur Einkommensteuer in der Fassung der Ausschußbeschlüsse mit 56 gegen 9 Stimmen bei einer Enthaltung angenommen. Dagegen stimmten nur die Länder Thüringen und Braunschweig und die preußischen Provinzen Ostpreußen, Brandenburg, Pommern, Sachsen, Schleswig-Holstein und Hannover. Enthalten hat sich Mecklenburg-Schwerin. Di« Tabaksteuer -Novelle wurde gleich- fttils angenommen, ebenso mit 33 gegen 31 Stimmen bei zwei Enthaltungen der Antrag der Reichsregierung, in der Kontingentsfrage die Regierungsvorlage wieder herzustesten. Ebenso wurde dem Ergänzungshaushalt zugestimmt.
Der Reichsrat erledigte zunächst kleine Vorlagen. Das Gesetz über Depot- unb Depositengeschäfte wurde angenommen mft einem Antrag Preußens, die Regierungsvorlage hinsichtlich der Voraussetzungen für die Zulassung öffentlich-rechtlicher .Betriebe wieder herzustellen.
Dann folgte die Beratung der sogenannten Deckungsvorlage. Zum
Notopfer
führte preußischer Ministerialdirektor Dr. Hog aus: Erleichtert wurde dem Reichsrat die Zustimmung durch eine Reihe von Verbesserungen gegenüber der alten Vorlage. Die Neichshilfe der Personen des öffentlichen Dienstes soll 135 Mill., der allgemeine Zuschlag zur Einkommensteuer 58 Mill, und der Zuschlag zur Einkommensteuer der Ledigen 109 Milk, erbringen.
Allen diesen Maßnahmen, die bis 31. Mär; 1931 befristet sind, glaubten die Ausschüsse als Not- und Zwischenlösungen zustimmen zu sollen.
Die Form der Sonderabgabe anstelle einer echten Gehaltskürzung wurde als nicht sehr fiat und eindeutig empfunden. Die Reichsregierung hat sie gewählt, um auch Beamten der Länder und Gemeinden, der Reichsbahn und Reichspost und der sonstigen öffentlichen Körperschaften heranziehen zu können. Die Länder wollen sich auch hinsichtlich ihrer eigenen Beamten mit dieser Form als einer einmaligen außerordentlichen Maßnahme abfinden. Die Ausschüsse haben aus dieser Auffassung aber nicht die Folgerung gezogen, aus dieser außerordentlichen Beihilfe eine womöglich dauernde Gehaltskürzung zu machen. Eine Unbilligkeft, daß die dem Lohnabzug unterliegenden Ledigen nur für acht Monate, die veranlagten dagegen für «in ganzes Jahr herangezogen werden sollten haben die Ausschüsse befestigt. Dadurch wftd ent Ausfall von etwa zehn Millionen entstehen. Diesen Ausfall wieder einzubrmgen, wird dadurch zu erreichen gesucht, daß
den Ledigen die Verwstweten und Geschiedenen, denen feine Unterhaltungs- Pflicht gegenüber Kindern oder der geschiedenen Ehefrau obliegt, gleichgestellt werden. Die Ausschüsse haben ferner folgende Entschließung oorgeschlagen: Di« Reichsregierung wird ersucht, sobald wie möglich die notwendigen Gesetzentwürfe oorzu- Men, um der übermäßigen Belastung der Gemeinden durch die Wohls ahrts- «ttoerbslofen abzuhelfen.
Zur zwesten Beratung des
Haushalts für 1930
führte der Eeneralberichterstatter, Mi- uisterialdirettor Dr. B r e ch t u. a. aus: Zur Deckung des Fehlbettages von rund 485 Millionen sollen 135 Millionen bei den Ausgaben gestrichen werden. Die entscheidende politische Frage ist, ob nicht durch Erhöhung »er Abstriche die neuen Abgaben ganz oder teilweise entbehrlich werden können.
Preußen vertritt den Standpuntt, daß beim Rcichswchrministerium größere Areichungen als anscheinend beabsichtigt möglich seien.
Anzeiger für (das frühere kurhessische) Oberhessen
Anzeiger der amtlichen Bekanntmachungen für Stadt nnd Kreis Marburg
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S.W. M