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Erfüllungsort Marburg
Anzeiger für (das frühere kurhessische) Oberhessen
Anzeiger der amtlichen Bekanntmachnngen für Stadt und Kreis Marburg.
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werden. Soweit darüber hinaus
neue
Summen zur Deckung des Haushaltsfehl- • punkte verstößt.
die ab-
für den auswärtigen Dienst, für hohen Pensionen «nd Gehälter gebaut.
die beschleunigte Verabschiedung des Arbeitsschutzgesetzes unter Sicherung des Achtstundentages erforderlich. Darüber hinaus müßten eine
weitere Verkürzung der Arbeitszeit, und internationale Vereinbarungen an- gestrebt werden.
Der Teil der Richtlinien, der sich mit der Finanzlage beschäftigt, besagt, bei allen öffentlichen Körperschaften äußerste Sparsamkeit eintreten zu lasten. Dies dürfe aber nicht dazu führen, daß die sozialen Verpflichtungen des Reiches verschlechtert werden. Vor allen müßten
die Ausgaben für militärische Zwecke.
Die Krise wird immer schärfer.
lieber die Unterredung, die gestern abend Reichskanzler Brüning mit dem Reichswirtschaftsminister Dr. Dietrich hatte, erfahren wir: Dietrichs Plan einer Finanizerung weicht zum Teil von dem Moldenhauerschen ab. Dietrich hält den von der Preußenregierung im Reichsrat gemachten Vorschlag für günstiger, ein Notopfer lediglich in der Höhe von 214% entsprechend dem Beitrag der Arbeitnehmer und Arbeitgeber zur Arbeitslosenversicherung zu erheben und den Kreis der von diesem Notopfer Ve.troffenen zu beschränken. Der Ausfall, der sich aus dem abgewanderten Vorschlag ergibt, soll zum Teil gedeckt werden durch große Streichungen im Etat. Eine Rolle spielt
die Frage eines Ermächtigungsgesetzes.
betrages notwendig seien, erreiche man diese am besten und gerechtesten durch einen lOprozentigen Zuschlag zur E i n k 0 m m e n st e u e r auf die höheren Einkommen. Rur wenn durch diesen Zuschlag die notwendigen Mittel nicht voll aufgebracht werden können,, fe, daneben eine Heranziehung derjenigen Volksschichten nicht zu vermeiden, die der Gefahr der Erwerbslosigkeit nicht ausgesetzt seien. Mit Bezug auf die Gemeinde- finanzen wird erklärt, daß die Ausgaben für die Krisenfürorge den Gemeinden abgezogen werden müßten. Weiter wird die Einführung einer Schankverzehrsteuer empfohlen und gefordert, daß die Gehaltsordnung in Ländern und Gemeinden dre Sätze der Reichsbesoldungsordnug nicht übersteigen dürfe. Zum Schluß wird fest- gestellt, daß die sozialdemokratische Fraktion auf das entschiedenste eine Politik bekämpfen werde, die gegen diese Eesichts-
oas nicht generell gewährt, sondern unter bestimmten Voraussetzungen bewilligt werden soll. Die Negierung soll ermächtigt werden, innerhaÜ bestimmter Gren» zen die Deckungsvorlage auf dem Verorpnungswege zu erledigen.
Das „Berliner Tageblatt" sagt: Die demokratische R ei ch s t a g s f r a k- tion, die heute vormittag eine Sitzung abhält, wird sich durch eine etwaige llebernahme des Finanzministeriums durch Dr. Dietrich in Bezug auf die Finanzlage nicht gebunden fühlen, sondern sich freie Hand bewahren.
Der gestrigen Abendsitzung der Reichstagsfraktion der Deutschen Volkspartei wird von den Blättern die größte politische Bedeutung beige- mesten. Der Parteiführer Dr. Scholz wird, wie die D. A. Z. erklärt, heute den Reichskanzler davon unterrichten, daß die Volkspartei unbeirrt auf ihrer letzten Entschließung beharrt:
die Bolkspartei wird das Notopfer ablehne«,
es sei denn, daß es in den Rahmen eines Eesamtprogramms eingepaßt werde.
Die „Vossische Zeitung" spricht sogar von einem volksparteilichen Ultimatum und legt den volksparteilichen Beschluß dahin aus daß, falls eine Einigung nicht zustande kommt, die Volkspartei auch den Reichsaußenmi-ni- fter aus dem Kabinett zuvück- ziehen werde.
eamemngsMschlüse der S.R.S.
Die sozialdemokratische Reichstagsfraktion beschloß am Montag abend endgültig über die von der Fraktion in ihrer Sitzung aufgestellten Richtlinien zur Finanz- und Wirtschaftslage. In diesen Richtlinien wird einleitend festgestellt, daß die sozialen gesetzgeberischen Maßnahmen der Regierung Brüning die Finanz- und Wirtschaftsnot nicht zu beseitigen vermocht hätten. Die von der Regierung aufgestellten neuen Pläne führten zu weiteren ungerechten Belastungen und bedrohten die Wirtschaftslage aufs neue mit Verminderung der Mastenkaufkraft. Weiter wird in den Richtlinien erklärt daß eine Kürzung des Einkommens der Arbeiter, Angestellten und Beamten die Wirtschaft nicht beleben, sondern die Krise nur verschärfen könne. Die gegenwärtige Wirtschaftslage erfordere einen
allgemeinen Abbau der Preise.
Die wichtigste Aufgabe sei die Schaffung vor Arbeitsgelegenheiten, desgleichen müßten die vorläufigen Handelsverträge und das Genfer Abkommen über den Zollfrieden sofort ratifiziert werden. Die. anhaltende Massenarbeitslosigkeit mache
Dr. Gutnmnn Zum Lode verurteilt 6tW@ Des Mordes nn feinet Sem
Prenzlau, 23. Juni. Nach zweistündiger 1 sprechen für einen Mord. Am schwersten belastet sei der Angeklagte durch das Sachver- ständigen-Eutachten des Oberarztes Dr. Wei- mann. Dieser hatte erklärt, daß der Vorgang des Erwürgens 2—3 Minuten gedauert haben könnte und daß als sicher anzunehmen sei, daß
Beratung fällte das Prenzlauer Schwurgericht im Prozeß gegen de» Zahnarzt Dr. Gutmann folgendes Urteil: Der Angeklagte wird gemäß dem Anträge des Staatsanwalts wegen Mordes zum Tode und Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf Lebenszeit verurteilt.
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In der Urteilsbegründung führte der Vorsitzende etwa aus: Das Schwurgericht ist davon überzeugt, daß der Angeklagte den Tod seiner Frau gewollt habe. Auch wenn der ganze (Stimm, der die Folgen der Eeldsorgen und der ehelichen Verhältniste waren, sich aufgespeichert hatte, war er sich vollkommen bewußt, was er tat. Das Schwurgericht hat Ueberlegung bejaht, eine Affekthandlung ist dem Angeklagten nicht zu glauben. Auch feine Handlungsweise vor, bei und nach der Tat
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die Frau in dem Augenblick, in dem sie xm Badezimmer die Wunde am Hinterkopf erhielt, noch am Leben gewesen sei. Auch die Vorrichtungen in der Badestube ergäben zweifellos, daß die Tat vorbereitet gewesen sei. Der Angeklagte sei ein skrupelloser, gefühlsarmer Mensch, der seine Frau unterdrückte und keine Liebe mehr zu ihr in seinem Herzen hatte. Er sei schon lange vor Abschluß der Versicherung mit der Absicht umgegangen, seine Frau umzubringen. Aus diesen Erwägungen heraus habe man ibn für des Mordes schuldig erachtet und ihn deshalb zum Tode und zum dauernden Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte verurteilt.
«entrollten in «teuften?
Der preußische Ministerpräsident hat der „Vostischen Zeitung" zufolge den Vorsitzenden des Etaatsrates, den Kölner Oberbürgermeister Dr. Adenauer, ersucht, am Mittwoch in Berlin anwesend zu sein. Das Blatt erinnert in diesem Zusammenhänge daran, daß am Mittwoch im Preußßischen Landtag die Schluß- abstimmung über den Etat wiederholt werden soll, desten Verabschiedung die Opposition vor Pfingsten durch Fernbleiben bei der Abstimmung unmöglich machte. Sollte die Zahl der Abgeordneten der Regierungskoalition, die ersucht worden sind, vollzählig zu erscheinen, nicht ausreichen, um die Beschlußfähigkeit zu sichern, falls die Opposition ihre Obstruktion fortsetzt, so daß die Schlußabstimmung wieder ergebnislos bleibt, dann würde, fo meint die „Vossische Zeitung", der Landtag sofort aufgelöst werden. Da dieser u. a. auf Beschluß eines aus dem Ministerpräsidenten und den Präsidenten von Landtag und Staatsrat bestehenden Ausschußes aufgelöst werden können, sieht das Blatt in der Einladung an Dr. Adenauer eine drohende Geste des preußischen Regierungschefs, desten Wirkung er sicher zu fein glaubt.
Ite Reichspost erteilt Auftrage ff. Berlin, 24. Juni. Die Deutsche Reichspost will im Rahmen der Notgesetze umfangreiche Bestellungen an die in Frage kommenden Industriezweige erteilen. Laut „Börsenkourier" find die Verhandlungen inzwischen soweit gediehen, daß sich der Verwaltungsrat de, Reichspost bereits am kommenden Freitag mit der Angelegenheit beschäftigen wird. Der Reichspostminister wird für die Auftragserteilung gewiße Bedingungen an die Lieferungsindustrie stellen. So sollen sich die Lieferfirmen einmal dazu bereit erklären. einen Preisnachlaß im Ausmaß von durchschnittlich 10 Prozent vorzunehmen. Ferner sollen sie sich verpflichten, auf Grund der Sonderbestimmungen Arbeiter einzustellen.
Die rheinisch-westfälischen Eroßindusttiellen beschließen Herabsetzung der Grundpreise.
Düsseldorf, t3. Juni. In der Vertreterversammlung des rheinisch-westfälischen Eisenhandels wurde b ' '.lasten, die Grundpreise entsprechend der Preissenkungsaktion der Werke herabzusetzen.
Tagesspiegel
Zu dem Ergebnis der Landtags». Wahlen in Sachsen und über die da» durch geschaffene Lage äußerte sich eine Anzahl von Parteiführern wie folgt: Abg. Dr. Oberfohren (Dntl.) erklärt, das Bemerkenswerteste an dein. Ergebnis der sächsischen Landtagswahlen ist,, daß die Zahl der marxistischen Stimmer insgesamt keine Verminderung erfahren hat. Die immer wieder von nationalsozialistischer Seite verkündete Zielsetzung, es werde, ein entscheidender Einbruch in das marxistische Lager erfolgen, und es werde, auf diesem Weg die Voraussetzung für die nationale Gesundung geschaffen werden, hat Fiasko erlitten. Die enorme Agitation der 21a-, tivnalsozialistischen Arbeiterpartei hat le-, diglich eine Umschichtung und eine, Zersetzung zur Folge gehabt und damtt Zustände herbeigeführt, die die Bildung einer marxistenfreien Koalition ungeheuer er* schweren.
Abg. Dr. Scholz (D.Vpt.) bedauert das Ergebnis der Wahlen in Sachsen als eine Folge der Zersplitterung des Bürgertums, wie sie in Sonderheit durch das Auftreten der Dolksnativnalen Reichsvereinigung und des Christlich-Sozialen Volks- diechtes sich gezeigt habe und sieht darin den klaren Beweis für die Notwendigkeit einer Zusammenfassung des gesamten Bürgertums. ‘
Abg. Drewitz (Wirtschaftspartei) betont, daß die Wirtschaftspartei sich gehalten habe. Sie sei gegenüber dem Zuwächsen der Nationalsozialisten die einzige bürgerliche Partei, die stabil, geblieben sei, obwohl viele chrer so zahlreichen mittleren Geschäftsleute sich am Wahltage gerade im Urlaub befunden hätten. Ein Fehler sei die Verbindung der Wittschaftspattet mit dem Zentrum in der Reichsregierung gewesen. Das habe tm evangelischen Sachsen ungünstig gewirkt. Im Ganzen sei das Ergebnis als katastrophal anzusehen. Die Nationalsozialisten, sollten nun erst einmal zeigen, ob und wie sie regieren können.
Abg. Dr. Külz (Dem.) erklärt, das Ergebnis der Landtagswahlen ist so geworden, wie alle verantwortungsbewußten Politiker es befürchten muhten. Wittschaft- liche Not, politische Verhetzung, wie die Finanzpolitik des Reiches haben bet dem Rechtsradikalismus zu einem ungeheuerem Anschwellen verhalfen. Die wesentlichen Leidtragenden sind die RechtS- patteien. Die Bildung einer wirklich tragfähigen Regierung erscheine nicht mehr möglich, während in dem leichtfertig aufgelösten alten Landtag eine große Koalition durchaus stetige und fruchtbare Arbeit hätte leisten können.
Abg. Dr. BreitscheiS (Soz.) stellt fest, daß die Sozialdemokratie dem Ansturm der Nationalsozialisten sehr gut standgehalten hat. Der von den Nationalsozialisten prvklamiette Kamps gegen den Marixsmus ist in Wirklichkeit gegen die Bürgerlichen ausgeschlagen. Ich halte, so erklärte Dr. Breitscheid, in Sachsen für das Gegebene die Große Koalition vielleicht unter Einschluß der Wirtschaftspartei.
Abg. Stöhr (Nat.-Soz.) äußert sich dahin: Der Erfolg der Nationalsozialisten Sachsens geht weit selbst über die von nur gehegten Erwartungen hinaus. Ich führe das Ergebnis zurück nicht nur auf die nimmermüde Aufklärungsarbeit unserer Pattei, sondern lediglich auch aus die Verfolgungsmaßnahmen des herrschenden Regimes. Man soll aber nur nicht glauben, daß dies nur eine vorübergehende Erscheinung ist. Die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei werde ihre Auf- llärungsarbeit energisch fottsetzen und die jetzt gewonnenen Wähler auch innerlich tn ihre Bewegung eingliedern. Die Frage der Regierungsbildung ist nn Augenblick noch garnicht zu übersehen, well man noch nicht weih, wie die einzelnen Splitterparteien dem Gedanken der Bildung eines liberalen Blocks gegenüberstehen. Auch sind Beretta statte Kräfte am Wett, die