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Sonnabend, denAZunimo

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Anzeiger für (das frühere kurheffische) Oberhessen

Anzeiger der amtlichen Bekanntmachungen für Stadt nnd Kreis Marburg.

Söpker Aschoff lehnt ad

Dor ReWkamlw Mit an der Mungsmlago ft# Endlich Miriche am W?

Die Wirtschastspartei will 4 Milliarden

Reich, Ländern und

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SöM.Aicheis tut Krisis der Reichsiinanzm

Wir berichteten bereits gestern über in parlamentarischen Kreisen kursierende Ge- rüchte, wonach Prälat Dr. Kaas mit der Sozialdemokratie Fühlung genom­men haben sollte, um das Wiederzustande- kommen der Großen Koalition vor­zubereiten. Diese Gerüchte haben sich nicht bestätigt, werden aber trotzdem bereits von den Landvolk-Nachrichten in die politische Diskussion gezogen. Mit Nachdruck wird festgestellt, daß bei einer Wiedereinbezie- hung der Sozialdemokraten in die Regie­rung das Kabinett unter gar keinen Um­ständen auf die Unterstützung von rechts rechnen könne, zumal bei seiner Mitarbeit der Sozialdemokraten personelle Verände­rungen vorgenommen werden mühten, welche für die Agrar- und Ostpolitik von großem Nachteil seien. Schon diese Aeu- ßerung zeigt,, daß der Frage der Bildung einer Großen Koalition vorläufig nur theoretischer Wert beizumessen ist.

Wie der diplomatische Korrespondent desDaily Telegraph" zu berichten weiß, wird die Antwort der englischen Re-

einsparen.

Berlin, 20. Juni. Die preußische Land- tagsfrattion der Wirtschaft sparte, hat ein Sparprogramm zur Finanzierung in Reich, Landern und Gemeinden ausgear- beitet, wonach von ungefähr 2 3 Milli­arden R^k Gesamtausgaben in Reich, Ländern und Gemeinden v l e r M i l liarden abzustreichen sind damit das Defizit von über 2 Milliarden R^k getilgt und Är Rest von 2 Milliarden R^t zur Real- steuersenkung und Kapitalbelebung der Wirt­schaft frei wird.

Brünings aus verschiedenen Gründen ab­gelehnt, sich aber zu einer nochmaligen mündlichen Rücksprache nach semer Ankunft in Berlin bereiterklärt haben.

Das ne« ägyptisch« Kabinett gebildet.

fk. London, 21. 3uth. 3 5m a eI Sidky Pascha hat das neue agyptnche Kabinett gebildet, m dem er neben dem Mi- nisterpräsidium das Finanzministerium und das Ministerium des Innen, übernimmt Außenminister ist Hasaz Aefifi Pascha. Die Lage in Kairo ist ruhig.

Das Kabinett von Malta rurückgetreten.

fk. London, 21. 3um. Wie in den späten Nachtstunden bekannt wurde, hat die Krise in Malta eine unerwartete Wendung genommen.

In Abwesenheft des Ministerpräsidenten Lord Strickland und des Unterrichts­ministers Sir August Brtolo, die sich beide gegenwärtig in London befinden, har das Kabinett von Malta am Freitag lern Rücktrlttsgesuch eingereicht. In einer Unterredung erklärte Lord Strickland, daß diese Nachricht für ihn vollkommen über­raschend gekommen sei.

Landwirt Zell hingerichtet.

fk. Stuttgart, 21. Juni. Der vom Schwurgericht Ravensburg wegen Ermor­dung seines Vaters zum Tode verurteilte Landwirt Julius Zell ist heute früh 5.30 Uhr im Hofe des Amtsgerichtsgefängmstes zu Ravensburg hingerichtet worden.

TagtsluiWl

Als Nachfolger von Molden- Hauer dachte der Reichskanzler bis Frei­tag nachmittag immer noch an den preu­ßischen Finanzminister Dr. Höpker- Aschoff. Dieser aber hat inzwischen ver­lauten lassen, daß er für das liebens-

Reihe von Forderungen aufwarten wird, von denen man annimmt, daß sie vom Reichskanzler nicht angenommen werden. In diesem Zusammenhangs ist erneut von einer anderweiten Verwendung des Schul­dentilgungsfonds von 450 Millionen Mk. die Rede gewesen. .

Wie dieDeutsche Allgemeine Zeitung" wissen will, hatte der Reichskanzler Dr. Brüning gestern nachmittag mit dem preußischen Finanzminister Dr. H ö v k e r- Aschoss, der wie gemeldet, in seinem westfälischen Wahlkreis weilt, eine län­gere Unterredung über seine Pläne, wo­nach Dr. Höpker-Aschoff das Reichsfmanz- ministeriuM übernehmen soll. Dr. Höpker- Acho s soll, auch bei dieser Gelegenheit, wie das Blatt mitteilt, das Angebot Dr.

Der preußische Finanzminifter Dr. H ö p- ker-Aschoff sprach gestern in Gellen­kirchen im Hotel Monopol in einer stark besuchten Versammlung der Arbeitsge­meinschaft Industriebezirk der Deutschen Demokratischen Partei über das Thema. Die politische Lage in Reich und Staat. Zu Beginn seiner Ausführungen teilte der Minister mit, daß ihn der Reichskanzler Dr. Büning gebeten Habs, heute nach Berlin- zurückzukehren. Diesem Ruf werde er Folge leisten.

Zn Berlin werde er zweifellos vor die Frage gestellt, ob er Reichsfinanz­minister werden wolle. AVer er denke nicht daran.

Er könne sich nicht vorstellen, in diesem Kabinett fruchtbare Arbeit leisten zu kön­nen. Er würde bald auf Schwierigkeiten stoßen und aus der Stellung wieder her- ausmüssen, was für ^ine Parier großen Schaden bedeuten wurde. Das Zusammen­arbeiten mit der Sozialdemokratie tm Ka­binett Müller-Hilferding wegen der zur Gesundung der Lage einer starken, zielbewußten Regierung. Es se, eine po­litische Notwendigkeit gewesen, daß die Demokraten in die Regierung Brüning

Zn der gestrigen Sitzung de, Zentrums- staktion berichtete Reichskanzler Dr. Brüning über die politische Lage. Er sprach vom Ernst der Stunde und betonte mit aller Energie, daß die Reichsre- giernng in der Sache fest blei­ben werde. Zn der Form der Lösung könnten sich ja u. U. andere Möglichkeiten ergeben. Die Negierung ist. wie aus dem Vortrag Dr. Brünings hervorgeht, ent- schlosien, an ihrer Deckungsvor­lage festzuhalten und sie nötigen­falls mit allen Konsequenzen durchzufüh- ren. Der Kanzler stellte «. cu noch fest, daß Verhandlungen mit der Sozialdemokratie in keiner Weise stattgefunden haben. Die Fraktion erklärte sich geschlossen für die Auffasiung des Kanzlers.

Moldenhauers Abschied genehmigt.

Staatssekretär Meißner ist gestern in Neudeck eingetroffen. Nach seinem Vor­trag beim Reichspräsidenten wurde fol- genbe amtliche Mitteilung veröffentlicht, die wir in einem Teil unserer gestrigen Auflage veröfentlicht haben:

Reichspräsident von Hindenburg hat auf Vorschlag des Reichskanzlers den Reichs­minister Prof. Dr. M o l d e n h a u e r auf seinen Antrag aus dem Amte des Reichs­ministers der Finanzen entlassen und den Reichskanzler Dr. Brüning bis auf weiteres mit der Wahrnehmung der Ge­schäfte des Reichsministers der Finanzen beauftragt.

Die ursprünglich für heute geplante Reise des Reichskanzlers nach Neudeck zur Berichterstattung beim Reichspräsidenten über die innerpolitische Lage ist, rvre d,e Telegraphen-Union von unterrichteter Seite erfährt, einstweilen verschoben wor­den. Man rechnet jetzt frühestens mit der Reise für Montag oder Dienstag der näch­sten Woche.. Heute wird zunächst eine

Besprechung zwischen Dr. Brüning nnd dem preußischen Finanzminister

Dr. Höpker-Aschoss,

eintraten. Die poliftsche und die wirt­schaftliche Lage des Reiches habe das er- fordert - Der Redner behandelte dann die Frage, wie es möglich sei, die Reichs anstatt für Arbeitslosenversicherung auf eine gesunde Grundlage zu stellen. Er ging weiter auf den Etat 1930 und aus die Möglichkeiten ein, wie das deutsche Reich aus der ewigen Finanzkrise heraus­kommen könne. Dann schilderte er bte Tätigkeit der bisherigen fünf Reichs­finanzminister: Schlieben, ReinholdKh- ler, Hilferding und Moldenhauer. Er be­handelte die Vorschläge der Reichsr^te- rung wie das gesamte Defizit getilgt wer­den^ könne, und die Stellungnahme der preußischen Regierung. Der Minister führte u. a. aus, daß d i e R e s o r m a u s dem Jahre 1927 über unsere Kraft gegangen und daß es jetzt an der 3eit |ei, die damaligen Maßnahmen zu liquidieren.

einjährige SieniOcit In Frankreich

Paris 20. Juni. Das Journal Of- ficiell veröffentlicht des Dekret über die Einsetzung der einjährigen Mrlitarzeit. Der Verordnung geht ein Bericht voraus, aus dem sich ergibt, daß daß der Ueber- gang von der 18 monatigen zur einjähri­gen Dienstzeit im Oktober 1930 vollzogen wird da bre vom Rekrutierungsgesetz vor­gesehene Anzahl von Berufsmannichaften zu diesem Zeitpunkt unter den Kühnen stehen wird.

Deutscher Kr-uzcrbesuch in Danzig.

Danzig 20. Juni. Der deutsche KreuzerKöln" traf heute früh um 7 30 Ahr zu einem mehrtägigen Besuch auf der Reede von Neufahrwasser ein Zur Be­grüßung hatte sich der deutsche General­konsul Freiherr von Thermann an Bord des Schiffes begeben. Der Kommandant des Kreuzers, Fregattenkapitän von Schroeder, stattete in Begleitung dem Prä­sidenten des Senats einen Besuch ab, den dieser im Laufe des Nachmittags erwidern wird.

Dr. Höpker-Aschoff

würdige Angebot bestens danke. Auch die Verbindung zwischen. Reichsfinanzmini­sterium und preußischem Finanzministerium konnte Höpker-Aschoff nicht umstimmen. Er selber ist, zum ersten Mal in diesem Jahr, auf eine Wahlreise gegangen und zwar spricht er in drei Versammlungen innerhalb seines Wahlkreises. Auch der preußische Ministerpräsident Braun hat dem Wunsche Ausdruck gegeben, daß Höp­ker-Aschoff ausschließlich dem preußischen Finanzministerium erhalten bleibt. Schließ­lich ist auch noch Höpker-Aschoffs eigene Partei gegen seine Reichsfinanzminister- Kandidatur. So bleibt als Ausweg für Dr. Brüning doch wiederum nur der Reichswirtschmftsminkster Dietrich. An seiner Stelle ist geplant, den Führer der Deutschen Volkspartei, Dr. Scholz, zum Reichswirtschaftsminister zu machen. Die Kandidaturen Raumer, Schacht und Luther wurden, wie Brüning einem Freundeskreis mitteilte, niemals ernstlich in Erwägung gezogen. Reichskanzler Dr. Brüning ist, obwohl die Lage reichlich verfahren er­scheint, immer noch guter Laune. Sein Optimusmus ist bewundernswert. Sogar am Reichsnotvpfer der Festbesoldeten will er festhalten. Des neu zu ernennenden Reichsfinanzministers Aufgabe soll es dann lediglich sein, energische Abstriche beim Etat vorzunehmen.

der seine Reise durch seinen Wahlkreis m Westfalen abgebrochen hat und heute früh in Berlin eintrifft, stattfinden. In der Besprechung zwischen Dr. Brunmg und Dr Höpker-Aschoff wird die Frage zu prü­fen sein, ob Dr. Höpker-Aschoff tn der Lage ist, unter den Voraussetzungen, die der Kanzler verlangt, die Geschäfte des Reichsfinanzministeriums zu übernehmen. Der Plan eines evtl. Doppelmandats für Reich und Preußen Hopker-Aschoff sollte also zugleich Reichsfinanzminister und preußischer Finanzminister sein, fallen gelaßen worden.

Sicherem Vernehmen nach hat Reichs­kanzler Dr. Brüning erklärt, daß der Grundgedanke des Rotopferprojektes, der von Moldenhauer eingebracht worden ist, auch von dem neuen Fi- aaazminister übernommen werden müßte.

Da Höpker-Aschoff als Vater der bekann­ten preußischen Abänderungsvorschläge gilt die ja gleichfalls die Notopferidee in den' Mittelpunkt der Deckungsvorschlage stellen, glaubt man in Kreisen der Reichs- regierung offenbar, mit ihm verhältnis­mäßig leicht zu einem völligen Einverneh­men über die künftige Finanzpolitik ge­langen zu können. Von demokrati,cher Seite verlautet dagegen, daß Höpker- Aschoff erhebliche sachliche und auch per­sönliche Bedenken gegen die Uebernahrre des Reichsfinanzministeriums hegt. Man ist der Meinung, daß er mit einer ganzen

Er spielte dabei auf die damalige Be­soldungsreform und auf die Kürzung der Gehälter an.

Zum Schluß sprach er sich für die Bildung einer großen staatspolitischen republikani­schen Partei der Mitte aus.

sichten dafür seien allerdings augenblicklich schlecht und vollkommen hoff­nungslos.

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