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MMVW, toi 11.3uni 1936

DieObrrhessttzhr Seitetig" er- (btint sechsmal ivtcheeUich. Be- og^preir monatlich 2J2O®9R.au* chtteßl. Zusiellungogebühr, terch to Post 2.45 GM. Für etwa durch Streik, Mchchinendefekt oder eie» eien lote Ereignisse cuitaCenfce Ikmmnern wird kein Gtfct pe» eistel. Verlag Dr. §. Lidervth. Druck der Unid.-Buchdruüerei 5oh- Aug- Koch. Markt 21/23 Feruidrecher: Rr. 54. v. Rr. 66. Postscheckkonto: Amt chrankfn« e. M. Rr. 5016. Sprech,eit et Redaktion von 1011 und

»1,11 Uhr.

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Anzeiger für (das frühere kurhessischej Oberhessen

Nr. 134 65.3nf.rg. Marburg tu Labn

det Arrzeigerchrett beträgt fft» ben 11 gesvalt. Zeilenmillimeter 0.08 GM., sog.kleine Anzeigen tut» gamllienanzeigen bei Barzahlung 0.07 <MR amtliche und aus­wärtige Anzeige« 0.10 GM. Bei schwierigem Satz sowie bei Platz­dorschrist SOst, Aufschlag. Sammelan^ige« 1001, Aast schlag. ReNam.-Millim. 0,40 GM. Jeder Rabatt gilt als Barrechatt.

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ErfülliMgSort Marburg

Anzeiger der amtlichen Bekanntmachungen für Stadt und Kreis Marbnrg.

Eimguns über die Be«ns°AnIeihe

Die Auilrgungsbrbinguugm lür die tote Stand» - Ste Anteile der rimelnm Staaten

ff. Paris, 11. Juni. Die Arbeit des Bankierausschusses der Vertreter der inter­nationalen Schatzämter und der BIZ., die über die Auflegungsbedin- gungen der erst en Tranche der Youngobligationen zu beraten hatten, wurde in den späten Abendstunden des Dienstags endgültig abgeschlossen.

Der Auflegungskurs, der unsprünglich auf 8580 vom Hundert sestgelegt war, wurde auf 90 vom Hundert er­höht. ausgenommen in Frankreich, wo er fast 98 vom Hundert erreicht. Der Unterschied soll der Amortisa- tionskasse zufliehen.

Lin weiterer Antrag der französischen Vertreter, die Bankprovision auf weniger als 4 oom Hundert festzusetzen, wurde von MontagueAorman dahin entschieden, daß sie den Schwankungen des Auf­legungskurses der einzelnen Länder ange- patzt werden soll. Dr. Luther holte sich sofort telephonisch die Zustimmung des Reichsfinanzministers, worauf die ge- tr o f fe n en Der einb aTfl n gern unterzeichnet wurden.

Die Auflegung der Anleihe wird an 9 verschiedenen Plätzen noch in dieser

Woche stattfinden.

Die einzelnen Länder werden selbst den Tag wählen, den sie für eine derartige Operation am günstigsten halten. Der Anteil der einzelnen Länder betrügt für

Deutschland 36 Millionen Mark, Amerika 98 250 000 Dollar,

Belgien 35 Millionen belgische Franken, Frankreich 2515 Millionen Franken, England 12 Millionen Pfund, Holland 73 Millionen Gulden,

Italien 110 Millionen Lire,

Schweden 110 Millionen Kronen,

Schweiz 92 Millionen Schweizer Fran­ken,

Die Gesamtsumme der ersten Tranche beläuft sich somit auf 340350 Millionen Dollar.

Die Agentur H a v a s berichtet, datz die Einigung der Bankiers über die Emis­sionsbedingungen der ersten Pounganleihe nachts um 1 Uhr erfolgte. Die Vertreter der Banken haben die vorliegenden Ab­kommen in dieser Stunde unterzeichnet. Sie haben im Laufe des gestrigen Tages von 1014.30 Uhr, 1621 Uhr und von 22.301 Uhr nachts beraten. Unterzeich­net wurden in der Nacht das Abkommen über die allgemeinen Verpflichtungen, die Deutschland gegenüber der Bank für Jn- ternattonalen Zahlungsausgleich über­nimmt, die Sonderabkommen jeder Bank­gruppe mit Deutschland sowie mit der BIZ. und der Emissionsprospekt. Die Tatsache, datz nicht 300 sondern 340350 Millionen Dollar aufgelegt werden, ist notwendig geworden, um die Kommission für die Banken und die sonstigen Auf­legungskosten zu decken. Die Beratung über die Kommissionssätze der Bankiers in den verschiedenen Ländern habe, so be- ttchtet Haoas weiter, zu heiklen Dis­kussionen Anlatz gegeben. Man habe sich schließlich auf eine von dem Gouver­neur der Bank von England, Montagne Norman oorgeschlagene Formel geeinigt, wonach die amerikanische Bankgruppe ent­sprechend den Gepflogenheiten in Amerika eine höhere Kommission erhalte als die übrigen Bankengruppen. Die amettka- nische Gruppe erhalte 4 Prozent. Auch bie Festsetzung des Emissionskurses habe einen eingehenden Meinungsaustausch Notwendig gemacht. Das französische Schatzamt erhalte bei dem für Frankreich 98 Prozent betragenden Ausgabekurs 8 Prozent als Summe der Kapitalisierung

der für Frankreich nicht erhobenen Steuern, errechnet auf 35 Jahre, sofort zurückerstattet.

Soweit die kurze Fassung des Tele­gramms eine Deutung zulätzt, ist nunmehr doch eingetreten, was die schlimmsten Be­fürchtungen weit übersteigt: Um den Effek­tivbetrag von 300 Millionen Dollar zu sichern, werden nicht 300, sondern 350 Millionen Dollar aufgelegt. Dieser Mehr­betrag von 50 Millionen Dollar geht zu Lasten der Young-Plan-Annuitäten ist für die alliierten Schatzämter verloren und stellt eine ungeheure Mehrbelastung

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Berlin, 10. Juni. In dem Mantel­tarifstreit der Gruppe Nordwest der Eifen- industrie ist der Oeynhänfer Schiedsspruch ovm 2fr. Mai d.Js. für verbindlich erklärt worden.

In den Verhandlungen über den Oeyn- häuser Schiedsspruch hatten die Arbeit­geber erklärt, daß sie die Preise in dem­selben Umfang wie die Löhne abbauen wollten. Diese Erklärung ist in den Ver­handlungen im Reichsarbeitsministerium am 5. Juni 1930 geändert worden. Es sol­len nach Wegfall der Akkord-Ueberver- dienstklausel die übertariflichen Verdienste nicht nur der Arbeiter, sondern auch sämt­licher Gehaltsempfänger am 1. Juli so ge­kürzt werden, daß eine Ersparnis nicht bis zu 10 o/o, sondern bis zu 7y2 % der Gesamtlohn- und Gehaltss um- men eintreten wird. Rach den binden­den Zusicherungen werden.

rückwirkend ab 1. Juni über das Aus­maß der ersparten Lohn- und Gehalts­summen hinaus die Preise in der Eisenindustrie abgebaut.

Der Reichsarbeitsminister hat sich eine Nachprüfung der zukünftig festzusetzenden Preise durch Wirtschaftssachverständige vorbehalten. Was die Höhe des Preis­abbaues anlangt, so sind hierüber be­stimmte und bindende Zusagen gemacht worden, über die noch vonseiten der zu­ständigen Wirtschaftsorgane Beschluß ge­faßt werden muß.

Wie WTB.-Handelsdienst zu den Ver­handlungen über den Oeynhauser Schieds­spruch hört, sind die Verkaufsverbände der Eisenindustrie für n ä ch st e n Don­nerstag eingeladen worden, um über das Ausmaß der Preisherab­setzung Beschluß zu fassen. Bis zu diesem Zeitpunkt wird es auch nicht mög­lich sein, über das Ausmaß derselben etwas genaueres zu sagen. Tie Zusagen der Industriellen scheinen aber so weit­gehend zu sein, daß der Reichsarbeits­minister sich zu einer Verbindlichkeitser­klärung entschlossen hat.

Die Durchführung des Lohn- und Gehaltsabbaues

ist so, daß auf jedem Werk die Akkord­sätze neu geregelt werden müßten. In­folgedessen wird die Lohn- und Gehalts- Herabsetzung auf den einzelnen Werken möglicherweise auch verschieden hoch sein. Sie darf aber nirgends über 7Vt % der Lohn- und Gehaltssumme be­tragen. Bei den Angestellten und leiten­den Beamten muß beachtet werden, daß auch dort

nur die Lbertariflichen und die nicht­tariflichen Gehälter

Deutschlands zu gunsten der Emissions­banken dar.

Financial News" über Dr. Luther.

Zu der Meldung datz diese Nacht eine Vereinbarung über die erste Younganleihe erzielt worden ist, sagt der Pariser Korre­spondent derFinancial News : Dr. Luther hat bis zum letzten Augenblick energisch für die Interesse seines Landes gekämpft. Nicht ein Punkt ist seinem Adlerblick entgangen. Infolge des beson­deren Fachcharatters der umstrittenen Punkte erklärt es sich, datz der Nachfolger Dr. Schachts, sechs erfahrene jurstische Sachverständige mitgebracht hatte.

EitenlMstete mbindlw ersaßt werden Können. Trotzdem nimmt die Eisenindustrie die Preissenkung sofort vor. Sie hat sich zu einer einmonatigen Vorleistung verpflichtet und wird nun auch die Kürzung der Gehälter, die infolge der Kündigungsfristen teilweise erst später in Frage kommen, gleich ganz bei der Preis­senkung in Rechnung stellen.

Zu der Verbindlichkeitserklärung des Schiedsspruches in dem Manteltarifstreit der Gruppe Nordwest der Eisenindustrie stellt das sozialdemokratische Zentralorgan Vorwärts" u. a. fest, der Reichsarbeits­minister habe damit vielleicht die folgen­schwerste Entscheidung getroffen, die ein Reichsarbeitsminister seit der Revolution habe treffen können. Der Reichsarbeits­minister versuche damtt eine allgemeine Lohnsenkung herbeizuführen. Das müsse unweigerlich zur Folge haben zunächst eine allaemeine Verschärfung der Wirt­schaftskrise und, was noch schwerer ins Gewicht falle,

die Entfeffelung schwerer und großer Arbeitskämpfe.

Es sei ganz ausgeschlossen, daß die Ar­beiterschaft sich ihre schwer erkämpften Löhne durch Schiedssprüche einfach redu­zieren lasse, auch wenn diesen Schieds­sprüchen die Verbindlichkeitserklärung zu Hilfe komme. Es sei nicht weniger sicher, daß die Gewerkschaften ihre ganzen Kräfte einsetzen würden, umein derarti­ges Attentat auf die Lebenshaltung der Arbeiterschaft" abzuwehren. Der Reichs­arbeitsminister habe keine Garantie da­für, daß der Senkung der Eisenpreise eine entsprechende Senkung der Lebens­haltungskosten folgen werde.

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Rötester an® für Pensionäre

Berlin, 10. Juni. Wie von zuständi­ger Stelle mitgeteilt wird, umfaßt das in den Deckungsvorschlägen des Reichsfinanz­ministers enthaltene Notopfer auch die Rentenbezieher und Pensions­empfänger. Das Notopfer stützt sich auf Artikel 36 des Besoldungsge­setzes, das bekanntlich auch diese beiden Gruppen enthält.

llnterfuchungsverfahren gegen den Rektor von Greifswald.

Berlin, 11. Juni. Wie derVor­wärts meldet, hat der preußische Kultus­minister gegen den Rektor der Universität Greifswald. Prof. Hoehne, wegen Unterstützung nationalsozialistischer Umtriebe eine Unter­suchung eingeleitet, die beschleunigt durchge­führt werden soll.

SagtoHegel

Wie die Telunion erfährt, hat sich die Zuleitung der neuen Deckungsvor« läge des Reichskabinetts an den Reichs» rat etwas verzögert. Sie wird jedoch de« sttmmt im Laufe dieser Woche erfolgen. Eine Verhandlung über das neue Deckungs- Programm im Reichsrat wird allerdings infolge der verspäteten Zuleitung in die« ser Woche nicht mehr stattfinden können« Der Reichsrat wird infolgedessen in seiner nächsten Vollsitzung am kommenden Frei- tag nur das Osthllfegesetz erledigen, dessen Verabschiedung durch den Reichstag noch vor den Parlamentsfetten erfolgen soll. Voraussichllich wird der Reichsrat die Deckungsvorlage in der nächsten Woche verabschieden, sodaß sie Ende der nächsten Woche dem Reichstag zugeleitet werden könnte.

Am Montag, dem 16. Juni, nehmen der Haushaltsausschuh und das Plenum des Reichstages ihre Beratungen wieder auf. Man glaubt in zuständigen Kreisen, den Etat und die mit ihm zusammenhängenden Deckungsgefetze rechtzeittg zum 1. Juli ver­abschieden zu können. Falls dies nicht möglich sein sollte, müßte der Rotetat, der am 1. Juli abläuft, für kurze Zett ver*> längett werden. Zn jedem Falle aber mühten, so schreibt dieGermania", Etat, Deckungsvorlagen und Osthllfegesetz vor den ©ommerferien zusammen erledigt wer* den, während das Ausgabcnsenkungsgesetz erst im Herbst zur Verabschiedung gelangt.

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Ausgerechnet wir Deutsche müssen der Wett das Schauspiel geben, das größte Gala-Diner aller Zeiten zu der-, anstatten. Während die Regierung nicht aus und ein weiß, woher sie Deckung für ihre Ausgaben finden soll, während die Arbeitslosigkeit anhätt, veranstalten wir anläßlich der in einigen Tagen in Berlin beginnenden Welttraftkonferenz eine Rie­senabfütterung, an der ungefähr 5000 Gäste teilnehmen. Dieser Monstre-Schmaus wird im Berliner Sportpalast stattfinden, da kein anderer Saal, der soviel Gäste fassen könnte, in Frage kam. In der Vorankündigung wird mitgeteilt, daß für das Gala-Diner nicht weniger als 2500 Hühner benötigt werden. Ruch 25 Zentner Lachs sind für die Vorgerichte bereitgestellt worden. Giganttsch und an das Schlaraffen­land erinnernd wird die Eisbombe sein, die als Rachttsch ausettoren ist und etwa 700 Liter Eis und Schlagsahne fassen wird. Mehr als 500 Kellner sind gechartert, die die Bedienung der Gäste zu besorgen ha­ben. Ströme von Wein werden fließen. 5000 Gäste werden satt werden. And jensetts der glanzerfüllten Prunkstrahe werden Hunderttausende von Arbeitslosen und proletarisietten Bürgern hungern.

Die radikaleVolonte" beschäfttgt sich in einem längeren Artikel mit der deutsch-französischen Verstän­digung und zeigt sich hierbei von einer anettennenswetten Objekttvität. Man müsse sich in Frankreich langsam mit der Tat­sache abfinden, daß die Orientierung ge­wechselt habe und das kleine Spiel, Deutschland auf der ganzen Linie zu schla­gen, einer ehrlichen Zusammenarbeit Platz gemacht habe. Die Annäherung müsse so­wohl wittschastlich wie auch politisch sein: Abschaffung der Vorzugszolltarife und eine Zolldereinigung auf der einen, ein Verständigungsbündnis im Rahmen des Völkerbundes auf der anderen Seite. Das Blatt geht dann zu einzelnen Bedingungen über und verlangt von Deutschland den Ähnlichen Verzicht auf Elsaß-Lothringen und die Verpflichtung, die elsässische Auto­nomie in keiner Weise zu unterstützen. Eine zufttedenstellende Lösung der Saar­frage müsse gefunden werden. Deutsch­land verlangt Kolonien oder Mandate und diese Forderung sei so berechtigt, daß die Regierungen sich seit längerem darüber einig seien, sie grundsätzlich anzucrkennen. Die Derwirttichung hängt von einem