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Zeitung
Anzeiger Mr (das frühere kurhessische) Oberhessen
Anzeiger der amtlichen Bekanntmachungen für Stadl Md Kreis Marburg.
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Die ^dberhesflfche Zeitung" er- chetnt sechsmal wöchentlich. Be- zsgspreie monatlich 2^0 GM.au«- schließl. Zastellungsgebühr, durch die Post 2-45 GM. Für etwa durch
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Marburger ÄgeÄuuelger
Mllwe», ten i 8uni 1930
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eistet. Verlag Dr. §. Hitze«th. Druck der Unid.-Bnchdrnckerei Zoh. Ang. Koch, Mar» 21/23 Fernsprecher: Rr. 54. tu Rr. SS. Postscheckkonto: Amt Frankfurt a. M. Rr. 6016. — Sprechzeit der Redaktion von 10—11 und
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St. IN 65.3ateo. Marburg a. Mn
gen zu dürfte n
daß die
Line Kundgebung -er Beamten
Segen eine Senderbelnilnng ter Beamtenschaft
Berlin, 4. Juni. Die Nachtsitzung des Reichskabinetts dauerte bis kurz nach 1 Uhr morgens, also über sieben Stunden. Ueber die amt-
Dle NachWung des Reickskobmttts
Nrengftes Stillschweigen Mer Etazelbeiten - Ins Problem ter Mn- und Preissenkung
Schwierigkeiten enthält, daß seine Lösung zum mindesten nicht von heute auf morgen möglich ist. Jedenfalls ist angesichts dieser Lage mit einem Eingreifen des Reichspräsidenten nicht zu rechnen.
Die Arbeitgeber beraten.
teilt, um Besprechungen von außergewöhnlich großer Bedeutung, bei denen die Frage des „R o t o p f e r s“ der „Festbesoldeten" zur Sanierung der Arbeitslosenversicherung im Rahmen grundsätzlicher Erwägungen über Maßnahmen zur „Ankurbelung der Wirtschaft" die Hauptrolle spielen.
Kundgebung des selbständigen Mittelstandes.
liche Mitteilung hinaus waren sichere Informationen nicht zu erlangen, da man im Kabinett beschlossen hatte über die Einzelheiten strengstes Stillschweigen zu bewahren. Der Grund dafür nicht zuletzt darin zu suchen sein, : vor einigen Tagen erfolgten Veröffentlichungen einer Berliner Korrespondenz über das Ausgabensenkungsgesetz in der Oeffentlichkeit einige Verwirrung und Beunruhigung verursacht haben. Das Kabinett will vermei-
Berlin, 3. Juni. Laut Berliner Tageblatt find auf telegraphische Einberufung Präsidium und Vorstand des Reichsverbandes der Deutschen Industrie und der Vereinigung der deutschen Arbeitgeberverbände heute vormittag um 9 llhr in Berlin zu einer gemeinsamen Sitzung zusammengetreten, in der zu dem Thema „Reichshaushalt und Arbeitslosenversicherung" Stellung genommen werden soll, f Es handelt sich hierbei, wie L„
den, daß durch Indiskretionen vor der redaktionellen Fertigstellung der Gesetzentwürfe eine Störung der sachlichen Arbeiten eintritt, deren Schwierigkeiten ohnehin bekannt sind. Unter diesen Umständen find Angaben einzelner Berliner Blätter über die neuen Steuern nur als Kombinationen zu werten, zumal die Sitzung des Kabinetts bei ihrem Erscheinen noch garnicht beendet war.
Berlin, 3. Juni. Das Reichskartell des selbständigen Mittelstandes veranstaltete heute vormittag im Plenarsaal des ehemaligen Herrenhauses eine geschlossene Kundgebung gegen die weroen jou. , Vestrebunegn zur Beseitigung der das Blatt mit- I Eroßumsatzsteuer. zu der Vertreter
wwenig ist die Ankündigung eines Aufrufes des Reichspräsidenten richtig. Es scheint, daß gewisse wirtschaftliche und politische Kreise daran gedacht haben, dem Reichspräsidenten einen solchen Schritt nahezulegen,' aber die An- tegung ist nicht weitergekommen, weil die Beratungen der Präsidien des Reichsverbandes der Deutschen Industrie und der Bereinigung der Arbeitsgeberverbände über diese Frage zu keinem Ergebnis geführt haben. Eine wichtige Rolle spielt dabei auch die Haltung der Gewerkschaften. Mit führenden Eewerkschaft- tern dürfte bereits seit einiger Zeit unter der Hand darüber gesprochen worden sein, dhne daß bisher irgend ein wesentlicher Fortschritt erzielt worden ist. In Kreisen der Wirtschaft sieht man in diesem Wege d'e Möglichkeit einer Wiederankurbelung der Wirtschaft durch Verbesserung dex, Exportmöglichkeiten. Man v* freilich zu, daß das Problem so große
In politischen Kreisen verlautete in den letzten Tagen über die Vorschläge des Reichsfinanzministers, daß sie eine ein- Scozentige Erhöhung des Beitrages für die rbeitslosenversicherung, die Heranziehung der Zigaretten- und Umsatz st euer und weitere Projekte vorsah. Ueber Form und Anteil der Steuern wird man aber authentische Einzelheiten abwarten müssen. Das ist umso notwendiger, als die Reichstagsfraktion der Deutschen Volkspartei, die sich in ihrer letzten Sitzung mit den Finanzproblemen beschäftigte, nur für die Annahme der Vorschläge der Versicherungsanstalt selbll also für eine Erhöhung um ein halbes Prozent auf 4 Prozent zu haben war. In diesem Zusammenhang ist interessant, daß Dr. Scholz den Fraktionsvorstand für Mittwoch vormittag ein- berufen hat.
Sicher ist, daß sich das Reichskabinett in der Nachtsitzung noch nicht mit dem Ausgabensenkungsgesetz beschäftigt hat; man muß nämlich unterscheiden zwischen der von allen Seiten anerkannten Notwendigkeit, den laufenden Etat weiter zusammenzustreichen, und dem eigentlichen Ausgaben- senkungsgesetz, das auf längere Sicht berechnet ist. Mit den Problemen dieses Gesetzes hängt auch die viel besprochene Frage eines allgemeinen Lohn- und Eehaltabbaues auf der einen und eines Preisabbaues auf der anderen Seite zusammen. Aus diesen Erörterungen ist das Gerücht entstanden, daß der Reichspräsident dem Reichskanzler vor der heutigen Kabinettssitzung einen Brief schreiben würde, in dem er sich für die Durchführung dieser Pläne einsetzt. Dieser Brief ist nicht geschrieben worden; eben-
Berlin, 3. Juni. Der Gesamt- vorstand des Detrttfchen Beamtenbundes beschäftigte sich heute in einer Sitzung im Plenarsaal des Reichswirtschaftsrates mit der gesamten Veamtenpolitischen Lage. Er nahm Stellung hierzu durch eine Kundgebung, in der es heißt:
Der Eesamtvorstand des Deutschen Beamtenbundes hat Kenntnis genommen von dem Bericht über ein „Ausgaben- senkungsrecht", das den Rahmen bilden soll für eine Reihe von Bestimmungen, die eine Verschlechterung der rechtlichen, sozialen und wirtschaftlichen Stellung der Beamten darstelle. Er wendet sich mit aller Entschiedenheit gegen Maßnahmen der angekündigten Art. Die Beamten finden ein solches Beginnen unerträglich und machen mit Ernst auf die darin liegende Gefahr aufmerkssam. Der Eesamtvorstand verkennt keineswegs die schwierige Lage des Reiches und die große Not vieler Volksgenossen. Er ist darum
sämtlicher bürgerlicher Fraktionen des Landtags außer vom Zentrum und den Demokraten erschienen waren. In einer einstimmig angenommenen Entschließung wurden folgende Forderungen aufgestellt: Als oberster Grundsatz der kommenden Finanzreform ist die Drosselung der Ausgaben das Allernotwendigste. Der steuerlichen Bevorzugung öffentlicher und gemeinnütziger Betriebe ist ein Ende zu machen. Die Steuerlasten müßten in gerechter Weise nach der Leistungsfähigkeit der Einzelnen verteilt werden. Die Großbetriebe müssen für den durch ihr Bestehen verursachten Steuerausfall herangezogen werden.
Reichsjustizminister Dr. Bredt betonte in kurzen Ausführungen, daß das Kabinett mit dem Reichskartell des selbständigen Mittelstandes einer Meinung sei und unbedingt an der Beibehaltung der Umsatzsteuer festhalten werde. Gleichzeitig betonte er, daß in diesen Tagen ein Gesetz über das Zugabewesen fertiggestellt worden sei, das allen Forderungen entspreche. Das selbständige erwerbsmäßige Bürgertum sei nach Meinung des Kabinetts der Träger des gewaltigen Beamtenstabes, nicht aber die Warenhäuser und Konsumvereine, deswegen werde man alles daran setzen müssen, um den selbständigen Mittelstand nicht von den Warenhäusern erdrosseln zu lassen.
der Auffassung, daß dieser außergewöhnlichen Notlage durch Heranziehung aller Volksschichten nach dem Grade ihrer Leistungsfähigkeit begegnet werden sollte, wobei unter eine nach sozialen Gesichtspunkten bestimmte Grenze nicht herunter gegangen werden dürfte. Er erwartet von Reichsregierung und Reichstag, daß eine Sonderbelastung der Beamten abgelehnt wird. Wer ein Notopfer allein von Seiten der Beamten fordert und es für einen geeigneten Weg aus der Finanznot des Reiches hält, verkennt die wirkliche Lage des größten Teiles der Beamtenschaft. Der Eesamtvorstand billigt die Maßnahmen, die der geschäftsführende Vorstand getroffen hat, um rechtzeitig den drohenden Gefahren entgegen zu wirken. Er fordert die angeschlossenen Organisationen auf, alle Kräfte gemeinsam einzusetzen, damit die Beamtenschaft vor den geplanten Schädigungen und vor einer ungerechten Behandlung bewahrt bleibt.
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Korono, 3. Juni. Wie aus Moskau gemeldet wird, hatte der stellvertretende Außenkommissar am Dienstag wiederum eine längere Unterredung mit dem deutschen Botschafter von Dirksen, in derem Mittelpunkt die Frage der Einmischung der Komintern in innerdeutsche Verhältnisse stand.
Wie aus unterrichteter Quelle verlautet, sind die deutschen Vorstellungen, die bereits bei den Berliner Besprechungen mit dem russischen Botschafter Krestinski gleichzeitig mit zahlreichen anderen Fragen erhoben worden sind, und die u. a. auch mit dem Verbot des Roten Frontkämpferbundes und mit der Tätigkeit der Internationalen Arbeiterhilfe Zusammenhängen, von russischer Seite nunmehr end- gültig zurückgewiesen worden. Litwinow ist der Ansicht, daß die russischen amtlichen Stellen mit der Kommunistischen Werbung kn Deutschland und mit der Tätigkeit der KPD. nicht das geringste zu tun haben. Wie weiter bekannt wird, haben die Sowjets es von Anfang an abgelehnt, mit dem Auswärtigen Amt über die juristi-. sche und politische Seite der oben behandel-. ten Fragen zu verhandeln. Die Besprechungen sind nunmehr ergebnislos beendet worden. Ob die ebenfalls seit einiger Zeit in Gang befindlichen deutsch-russischen Wirtschaftsverhandlungen unter diesen Umständen fortgesetzt werden, ist eine Frage, über die im Augenblick noch nichts in Erfahrung gebracht werden kann.
SageSfoleoel
■Heiter die Pfingstfeiertage wird Reichs- Präsident von Hindenburg, wie wir von unterrichteter Seite erfahren, seinem Gut Neudeck einen Besuch abstatten, mn sich einige Sage zu erholen. Auch Reichskanzler Dr. Brüning wird Berlin verlassen, doch steht das Reiseziel zur Stunde noch nicht fest. Falsch sind nach unseren Informationen die Meldungen, die von einem Aufenthalt des KanAers auf der Insel Rügen wissen wollten. Reichsauhen- minister Dr. Curtius, Reichsverkehrs- Ä von Guärard, Reichsfinanz- Dr. Mvldenhauer und wahrscheinlich auch Reichsarbeitsminister Dr. Stegerwald werden die Festtage in der Reichshauptstadt zubringen. Reichsweh rnrinister Dr. Grvener weilt be- kanntlich in Karlsbad, während Reichs- wrrkschaftsnnnister Dietrich in Marienbad Erholung sucht. Herr Treviranus wird, tote gemeldet, die Pfingstwoche im westlichen Seil des Reichs verbringen, während dte 'übrigen Minister bis zur Stunde über ihren Pfingstaufenthalt noch nicht disponiert haben.
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Die Antersuchung der Ursache des Cisen- bahnunMcks bei Mvnterau hat noch keine weitere Aufklärung gebraucht. Während die meisten Blätter die Möglichkeit eines von konrmunisttscher Seite vorbereiteten Anschlags erörtern, bezweifelt „Populaire" einen Sabotageatt, da ein in voller Fahrt befindlicher Zug nicht einmal durch einen schweren Lastkraftwagen zur Entgleisung gebracht werden könne, geschweige denn von einem kleinen Srans- pvrttvagen. Bedenklicher sei die Satsache, daß gerade am 31. Mai eine Weisung erlassen worden sei, an dieser Kurde, die früher wegen schlechten Zustandes der Geleise nur mit 30 Kilometer Geschwindigkeit einzuschlagen. Habe man etwa durch diese Plötzliche Vorschrift für ein beschleunigtes Sempo des Zuges des Ministerpräsidenten Sardieu sorgen wollen?
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, Nach den letzten Ermittlungen wegen des Neuhofener Zwischenfalles ist die Lage Polens in diesem Konflikt nicht gerade besser geworden. Die polnische Presse versucht zwar, die Angelegenheit in einer für Polen günsttgen Form zu interpretieren, kann aber die Satsache, daß der Chef der Spionageabteilung Dirschau Beteiligt ist, nicht aus der Welt schaffen. Anter diesen Amständen treibt Polen wieder eine Politik, die man auf verschiedenen Gebieten bereits gewöhnt ist, man bemüht sich nämlich, die ganze Antersuchung zu verschleppen und zu verzögern. Anscheinend glaubt man auf Setten der polnischen Regierung, daß im Laufe der Zeit die Aufregung über den Zwischenfall sich legt. In unterrichteten Kreisen ist man der Auffassung, daß es kaum möglich sein wird, die eingeleitete Antersuchung noch vor Pfingsten zum Abschluß zu Bringen. Polen ist der Fall insofern ganz Besonders unangenehm, wett sich Bei der Antersuchung des Neuhöfener Zwischenfalles nicht vermeiden läßt, das polnische Spionageshstem an der deutschen Grenze aufzudecken. Die Verschleppungstaktik der polnischen Regierung dürfte jedenfalls nicht den von Polen erwarteten Erfolg haben.
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Das Genfer Internationale Arbeitsamt hat eine Enquete über dfe Beschäftigungslosigkeit der Aerzte gemacht, deren Ergebnis viel zu wenig bekannt geworden ist. Bei dieser Amfrage hat sich herausgestellt, daß im Auslande die Beschäftigungslosigkeit der Aerzte immer mehr zunimmt, und zwar aus zwei Gründen. Erstens ist heute der Aerzte- beruf nicht mehr der freie Beruf, der er früher war, sodaß ein sehr großer Seil der Aerzteschaft durch die Fortschritte des öffentlichen Gesundheitswesens, durch die Privatkliniken usw. immer mehr Patienten in der Privatpraxis verlieren, die im Krankenhaus oder durch die Sozialversiche-