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^oberhefiisch« Settang* et- s-h«bU sechsmal wöchentlich, «e- zngsprets monatlich 2L0 GM^ms- schließl. Zustellmig-geblthr, durch dle Post 2.45 GM. Air etwa durch Cttett, Maschtnendefekt oder efc* Witte* Lreigntsie aa-sallende Nummern wird kein Ersatz ge­leistet. Verlag Dr. §. -theroth. Druck der Unid.-Vuchdruckerek Ioh. Aug. «och, Markt 21/23 Fernsprecher: Rr. 54. n. Nr. 56. Postscheckkonto: Amt Frankfurt a. M. Rr. 5015. Sprechzeit der Redaktion von 1011 und v-i «r-.

ObctlicITiTdlc Jotunn

Anzeiger fiir (das frühere kurhessische) Oberhessen

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<M)7 SM, amtliche und and- Mtttge «tätigen 0.10 ®9R. Bei WWertge« Suh sowie bei Piatz» deeschrtst Svst, Aufschlag. 6owmekmgeigen 100 1» Auf- schiag.Reklam.-MMm. 0,40 GM. Zeder Rabatt gilt als Varrabatt.

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ErfAluogso« Marburg.

Anzeiger der amtlichen Bekanntmachungen fiir Stadt nnd Kreis Marburg.

Der Kampf um den Wehntat

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Der Haushaltsausschuß des Reichstages trat gestem in die Beratung des Haushal­tes des Reichswehrministeriums em.

Der Berichterstatter, Abg. Stücklen (Soz.), erklärte, Ersparnisse in umfangreichem Matze seien nur möglich, wenn man von dem Grundsatz absieht, die Möglichkeiten des Der- lauler Vertrages auszuschöpfen, wenn man melmehr. das ungesunde Verhältnis zwischen Infanterie und Kavallerie dadurch ändert, daß

mehrer« Regimenter Kavallerie abg«- schafft werden.

2m vorliegenden Etat beansprucht die Reichs- wehr. einen effektiven Reichszuschutz von 502 Millionen. Der Redner verlangt schliehlich Auskunft über die Beschäftigung früherer Os- fi-iere auf Privatdienstvertrag.

Abg. Er sing (Ztr.) betonte als Mit- berlchierstatter, datz die meisten Ausga­ben der Reichswehr zwangsläufig seien.

Minister teilt mit, datz für den Offi- ^Erersatz die Eignung entschei- dend sei. Die Klagen über unmenschliche Behandlung, der Soldaten seien nicht be­gründet. , Die Herb st manöver werden wir berbehalten müssen, uminder Truppenführung auf der Höhe zu bleiben. Bei der Beschaffung von Waf­fen und Munition wäre Sparsamkeit schlecht angebracht. Nachdem det Wehrminister in teils vertraulichen Ausführungen auf Einzel­beschwerden geantwortet hatte, erklärte er, >atz er es für unhonorig halte, wenn ein Of- lzler nach seiner Verabschiedung einer staats- eindlichen. Partei beitrete. Solche Fälle eien glücklicherweise auch nicht vorgekommen. (Zurufe lmks.) Auf Offiziere der alten Armee habe er keinen Einfluß.

Ich habe aber den brennenden Wimsch, datz zwischen dem Offizierkorps des nenen

I Heeres und dem Offtzierkorps der alten l Armee die besten kameradschaftlichen Ver­bindungen bestehen. Mm auch Sicherlich diese Verbindung zum Ausdruck zu brin­gen. werde ich für die nächsten Herbst­manöver auch «ine Anzahl Offiziere des alten Heeres einladen.

Wir werben dazu auch Abgeordnete und Vertreter der Presse einladen, um eine wei­tere Entdichtung der Atmosphäre herbeizu­führen. Wir haben angeordnet, datz Presse­berichte mit Auszügen der Presse aller Par­teirichtungen in den Kameradschaftsheimen ausgelegt werden. Der Andrang zur Reichs­wehr ist nach wie vor sehr stark. Viele Be­werber mutzten ausgeschieden werden, weil sie sportlich übertrainiert seien.

Rach wefterer kurzer Debatte wurde die Eknzekberatung auf Mittwoch vettagt.

Abo. Külz (Dem.) erklärte, wir haben zum Minister das Vertrauen, datz er aus der Reichswehr das machen wird, das sie sein soll, ein zum Gehorsam erzogenes Instrument m der Hand des VoSes, bestimmt zu sedier Verteidigung.

Abg. Dr. Cremer (Dt. Dpt.) wies dar­auf hm, datz die jetzige Reichswehr ein Be­rufsheer sei. Daraus ergebe sich die Un­möglichkeit, die Verhältnisse des alten Heeres bet den Ausgaben zum Vergleich heranzu­ziehen. Beim Offiziersersatz könne man nicht von Erklusivität sprechen. Vielfach sind Söhne unterer Beamten zu Offizieren gemacht wor­den.

Abg. Sachsenberg (Wittschastspt.) führte aus, seine Pattei wünsche die volle Ausschöpfung der im Versailler Verttag ge­bliebenen Möglichkeiten, aber grötzere Spar­samkeit sei bei der Heeresverwaltung geboten.

Inzwischen wurde ein Antrag der Sozial­demokraten eingebracht, worin erhebliche Kürzungen der Staatsmittel für Gefechts­und Geländeübungen, für Waffen, Muni- ttons- und Heeresgerät für Pionierwesen, Be­festigungen usw., sowie für das Nachrichten­wesen verlangt werden. Von den Kommu­nisten ging eine Entschlietzung ein, in der die unverzügliche Verlesung des ungekürzten Berichts des Reichssparkommissars gefordert wird.

Rrichswehrminister Grüner

führte aus: Bei der Aufstellung des Etats fet das Ministerium mit ganz intensiver Kri- ttt an sich selbst vorgegangen. Der Reichs- sparkommissar werde wiederholt anerkennen, datz er vom Wehrministerium bei seiner- ttgkeit in dankenswerter Weise unterstützt worden sei. Wir wollen einen stabilen Etat haben, aufgebaut auf dem Nutzeffekt des Jahres 1928, da das Notjahr 1929 keinen Matzstab bietet. Der vorliegende Etat hat die Billigung der vorigen Regierung gefunden. Alle die hier angefühtten Dinge sind von der gesamten Regierung gebilligt worden. Es ist nicht so, als ob der Reichswehrminister eine Sonder­politik führen könnte oder gefühtt hätte. Bei allen Maßnahmen, die auhenpolittsche Wir­kung haben körmten, ist der Wehrminister von der Zustimmung des Auhenministers abhän­gig. Die sozialdemokratischen Redner könn­ten vom früheren Reichskanzler Müller er­fahren, datz es auch tatsächlich so gehandhabt worden ist. Was die politischen Ver­hetz un y sb e st r e b un g en betrifft, so möchte ich keinen Zweifel darüber Kissen, datz ich rücksichtslos allen Versuchen, den Gehorsam in der Reichswehr zu untergraben, entgegentreten werde,

datz ich leine Mittel scheuen werde, um alle Versuche, innerhalb der Reichswehr die Disziplin «nd den Gehorsam z« un­tergraben, nicht nur zurückweisen, sonder« völlig unmöglich machen werde.

Eine Wehrmacht, die nicht absolut aufge­baut ist auf den bedingungslosen Gehorsam, und den Zwang zur Beförderung eines be- sttmmten Prozentsatzes der Mannschaften zu Offizieren, mutzte ich abiolut ablehnen. Da­gegen sind wir eifrig bestrebt, durch Heraus- heben fähiger begabter Menschen aus den Mannschaften und Unteroffizieren, dem Offi- zierkorps ftisches Blut zuzuführen. Der

Dle geplante ZarlMöhung

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Der Tariferhöhungsvorschlag der deutschen Reichsbahn sieht, wie wir erfahren, eine Mehreinnahme von 12 Millionen aus der Erhöhung der Stück­guttarife vor. Weitere 12 Millionen sollen aus der Erhöhung der Zeitkarten im Personenverkehr gewonnen werden. Ur­sprünglich hatte die Reichsbahn die Ab­sicht, einen weiteren Betrag von 70 Milli­onen durch die Erhöhung der allgemeinen Warenladungstarife um 3% auf 9% zu erzielen. Da der Reichsverkehrsminister nach der Entscheidung des Reichseisenbahn­rates aber diesen Posten kaum zustimmen dürfte, sieht der jetzige Vorschlag der deut­schen Reichsahn die Erhöhung der Personentarife vor, wodurch die Einnahmen um 70 bis 80 Millionen ge­steigert werden könnten. Die Einzelheiten dieses Planes stehen noch nicht fest, doch wird man diesen Weg wohl gehen müffen, da kein anderer Ausweg bleibt. Die Reichsbahn könnte nun alle Wagenklassen gleichmäßig belasten, aber die Befürchtung

einer Abwanderung der Passagiere der zweiten Klasse zum Kraftwagen hat die Reichsbahn veranlaßt, Erwägungen anzn- stellen,

nur die dritte Klasse besonders stark an der Tariferhöhung zu beteilige«, wenn man auch hier befürchtet, daß ein empfindlicher Verkehrsrückgang besonders in der Reisezeit einsetzen wird. Diese Fragen find alle noch fin Stadium der Vorberatung. Der Tarifausschuß des Ver­waltungsrates der Deutschen Reichsbahn- Gesellschaft wird aller Wahrscheinlichkeit nach noch in dieser Woche zusammentreten und sich mit den Erhöhungsvorschlägen be­fassen. Rach den jetzigen Plänen würden stch die Mehreinnahmen der Reichsbahn folgendermaßen verteilen: 70 bis 80 Mil­lionen aus dem Personenverkehr, 50 Mil­lionen aus dem Stückgutverkehr, 12 Milli­onen aus den Zeittarten und etwa 16 Millionen aus den Erhöhungen bei der Berliner Stadtbahn. Damit wären dip er­forderlichen 150 Millionen erbracht.

Das Erdbeben in Birma

L o n d o n, 6. Mai. Das Erdbeben, das am benb große Teile von Virma heirn- ftWte, hat nach den von verschiedenen Seiten vorliegenden Nachrichten die 11600 Einwoh- tter MIende Stadt Pegu vollständig .Insgesamt sollen 1000 Menschen -na? r worden fein. In Rangoon wurden 59 Personen getötet und 204 verletzt. Unter u befinden sich, soweit bisher fest- geftellt werden konnte, feine Europäer. Da die Verbindungen mit Rangoon unter« broajen sind, liegen keine genauen Einzel- heiten über das Unglück vor, doch ergibt sich aus den verschiedenen indirekten Meldungen etwa folgendes Bild: Auf die Erdstöße folgte eine Springflut und der Ausbruch von Feuer. Pegu ist völlig vernichtet, Rangoon Hat zum Teil sehr schwer gelitten. Etwa 50 Sebauberourben zerstört. Die weltberühmte Schwe Dagon Pagobe wurde beschädigt. Dem Hauptbeben ging eine Anzahl kleinerer Erd- erschutterungen voraus. Die große Eisen- bahnbrncke 5 Kilometer nördlich von Pegu an der Hauptlinie nach Mandalay wurde zerstört. Die indischen Extremisten, die in dem Erd­beben eine Strafe für die Verhaftung Gandhis sehen, haben in Rangoon große religiöse De­monstrationen abgehalten.

5000-7000 Todesopfer?

Reuter meldet aus Rangoon: In der Stadt Pegu wurde bei dem Erdbeben am

Montag abend n. a. eine Reismühle völlig zerstört.

Cin Kinotheater brach zusammen, wSH- rend die Borstellnng im Sange war.

M!.t der Bergung der Leichen ist man noch be­schäftigt. Zwei Meilen nordöstlich von Pegu stürzte die Eisenbahnbrücke ein, so daß der Zugverkehr nach der Stadt unterbrochen ist.

-Daily Mail* berichtet ans Rangoon: Die Stadt ist jetzt durch ein nach de« Erd­beben ausgebrochenes Feuer völlig zer­stört »«den. Die Zahl der Toten wird auf 50007000 Personen geschätzt.

Die Lage in Spanien.

Madrid, 6. Mai. Heute herrscht hier voll»« Ruhe. Die Universität ist geschlossen. D«c Innenminister dementierte die über an- ZebliHe Studentenverbastungen verbreiteten Nachrichten, die nur den Vorwand für den Studentenstrerk in Salamanca und Valencia lieferten.

Schweres Unglück bei einem Motorradrennen.

Toledo, 6. Mai. Bei einem Motorrad- tenen in Valmojado fuhr ein Motorrad in die Zuschauermenge hinein. Sieben Personen wurden schwer und mehrere andere leichter verletzt. Die beiden Fahrer wußten von der Polizei not der Wut der Menge geschützt werden.

swsfofegd

Wn 15. Mai spätestens, vielleicht sogar schon einige Tage vorher, wird der R e u e Reparativnsplan in Kraft treten können. Sofvtt im Anschluß an die Aeber- gabc der letzten Ratifikationsurkunden wird der Plan in Gang gesetzt werden. Denn alle technischen Dorbereitungen, die nvt- wendlg waren, um das rechtzeitige Funk­tionieren der internattonalen <stlhlungs» bank zu ermöglichen, sind bereits stit Wochen getroffen. Das wichttgste Moment fiir den Aebergang vom Dawesplan zum Donngplan wird die Aebettragung der Konten, die die einzelnen Gläubigermächte bis jetzt bei der Reparattonskommission in Patts hatten, an öte B. I. Z. sein. Bis jetzt zahlte die Reichsregierung chre einzel­nen Kriegsschuldenraten auf das Konto des Reparationsagenten bet der Reichsbank. Auch dieses Konto verschwindet, die Rest­beträge, die auf ihm noch vorhanden sind, werden auf das neu eröffnete Konto der internationalen Zahlungsbank überschrie­ben werden. Am 15. Mai wird die erste deutsche Zahlung auf das neue Konto der internationalen Zahlungsbank statt auf das Konto des Reparationsagenten erfolgen, da ja im Haag die Zahlung in der Mo­natsmitte vereinbatt worden ist. Die Gut- schttst auf das Konto der internationalen Zahlungsbank wird auch die erste deutsche Zahlung in Devisen fein, da ja künftig Devisenzahlung an die Stelle der Reichs­mattzahlung tritt und die Erwerbung der für die Zahlung erforderlichen Devisen jetzt durch die Reichsbank, nicht mehr wie bishe- durch den Reparationsagenten, statffindet.

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Dachdem die Führung der demokra­tischen Partei und die ReichstagSfrak- tton durch der Parteivorstand ein Ver­trauensvotum erhalten haben, glaubt man in Berliner parlamentarischen Kreisen, daß die Sitzung des Patteiausschusses, die am 25. Mai in Halle stattsindet, zu dem Zei­chen Ergebnis kommen wird. Eine Reini- Q der Atmosphäre innerhalb der demo- chen Pattei ist besonders dadurch ein­getreten, daß der preußische Landtagsabge- ordnete Grzimek seine Behauptungen hin- sichllich der Fusionsbestrebungen mit ande­ren Parteien und der Aufstellung gemein­samer Kandidatenlfften bei einer etwaigen Reichstagswahl zuttickgenommen hat. Für die parlamentarische Entwicklung ist es vor allem wichtig, daß der demokrati­schen Reic^tagsfraktion keineüei tctttische Bindungen auferlegt worden sind, sondern daß man in dem Vorstandsbeschluß die dehnbare Fassung gewähll hat, die Politik der Reichstagsfrattion solle sich im Rah­men der Patteigrundsähe halten und aus deren etwaiger Verletzung mit Entschieden­heit die Folgerungen ziehen. Hierdurch dürste für die nächsten parlamentarischen Auseinandersetzungen eine etwa von dieser Sette her für das Kabinett Brüning dro­hende Gefahr abgewendet sein.

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Wie wir erfahren, hat das Reichskabi­nett in seiner gestrigen Sitzung die Mittel festgestellt, die ihr für die Verwirklichung einer Osthilfe zur Verfügung stchen. Diese Mittel dürsten sich nach dem Bericht des Reichsfinanzministers etwa folgender­maßen zusammensetzen: Für die Hiffe für Ostpreußen stehen 29,3 Mill, im Etat, dazu kommen 22 Mill, für das Ostprogramm. Ferner könnten die Ettmahmen aus der Verwertung des Reichsbesitzes im besetzten Rheinland verwendet werden und der Rest der Rücklagen der Dank für Industrie­obligationen. Diese beiden letzten Posten schätzt man auf etwa 5060 Millionen Matt, sodaß im ganzen etwa rund 110 Millionen Mark in aBfet>barer Zeit zur Verfügung stehen dürsten. Das Reichs­kabinett ist sich schlüssig geworden, die Aufgaben der Oschilse so zu verlegen, daß zunächst auf der Basis der erwähnten ver­fügbaren Gelder ein Sofortprogramm in Angriff genommen wird, das die dringend­sten Aufgaben umfaßt, während die Fra­gen, die noch ein genaues Stuöiam und