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Stile 2

Oberhessische Zeitung, Marburg a. L. Montag, den 5. Mai 1930

Nr. 104

festzustellen, daß die Osthilfe sich auch setzt noch im allerersten Stadium der Vorbe­reitungen befindet, nachdem die dem Ka­binett bisher vorgelegten Entwürfe nur als Material bewertet worden sind. In ihrer Sitzung am kommenden Dienstag nachmittag wird sich die Reichsregierung in erster Linie mit den finanziellen Grund­lagen der Osthilfe besasien. Der Reichs- sinanzminister wird inzwischen die not­wendigen Erhebungen anstellen; wie in politischen Kreisen verlautet, hat er es möglich gemacht, daß für die Osthilfe zu­nächst etwa 85100 Millionen zur Ver­fügung gestellt werden können, ohne daß im Augenblick Mehrbelastungen für den Steuerzahler eintreten. Man ist sich na­türlich darüber klar, daß diese Summe noch keineswegs ausreichen kann, wenn das große Ostprogramm verwirklicht wer­den soll. Da aber schon allein die Frage der räumlichen Ausdehnung der Hilfe außerordentlich schwierig und umstritten ist, so wird man sich wahrscheinlich dar­auf beschränken, die Hilfe zunächst in klei­nerem Maßstabe anzufetzen, und zwar räumlich gesehen, zuerst von der Grenze aus, um mit der Zeit weiter ins innere Land vorzuschreiten. Im Kabinett be­steht Einigkeit darüber, daß die Hilfe in ihren sachlichen Auswirkungen keines­wegs auf die Landwirtschaft beschränkt werden darf, daß es vielmehr darauf an­kommt, auch die Rot des Gewerbes und Handels zu bekämpfen, die im Osten in­folge der Verminderung der Kaufkraft der landwirtschaftlichen Bevölkerung be­sonders scharf hervortritt.

In unterrichteten Kreisen rechnet man damit, daß der Entwurf des Osthilfege­setzes bis zur dritten Lesung des Reichs­etats im Juni fertiggestellt ist. Es wird allerdings wohl erst im Frühherbst parla­mentarisch erledigt werden.

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Nachdem der Vorstoß Berliner Rei chsbannerführer gegen die Re­gierung Brüning durch den Vorsitzenden des Reichsbaners, Hörsing, abgefan­gen wurde, ist jetzt von sozialdemokrati­scher Seite ein neuer Versuch erfolgt, die ja nun einmal nicht mehr zu umgehende Aufspaltung des Reichsbanners zu be­schleunigen. Der parieioffiziöse sozial­demokratische Parlamentsdienst hat es für nötig gehalten, eine Zuschrift aus Reichs­bannerkreisen zu veröffentlichen, in der die Möglichkeiten des Reichsbanners als einer rein sozialistischen Parteiorganisa­tion wie folgt hingestellt werden:Und was könnte das Reichsbanner gewinnen? Alles: eine einheitliche und akttonsfähige Wehrorganisation gegen alle Anschläge der Reakffon, auch gegen die Reaktion der Demokraten und des Zentrums, für eine sozialistische Republik und die Ent­wicklungstendenz des Novembers 1918. Und weiter:Das alte Reichsbanner muß fallen! Es ist die Zeit des neuen, der sozialistischen Wehrorganisationen!" Diese Töne werden dem Zentrum und den Demokraten nicht gerade lieblich in den Ohren klingen.

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Mulige MammenftW in Süd­afrika

Worcester (Kap-Provinz), 4, Mai. Zwischen einer Abteil««« von 14 Poli­zisten «nd Eingeborene« kam es hier za furchtbaren ZusammenstStze«. Ein Polizeihanptmana wurde mit einer Axt z« Boden geschlagen. Zwei PÄizisten wnrden verletzt. Die Polizei war gezwnngen, von der Schatzwaffe Ge­brauch za machen. Siebe» Einge­borene warben getötet, mehrere oitbere verwundet. Die Polizei sah sich schließlich genötigt, sich aus dem Einge­borenenviertel zurSckzuziehen. Bo« Kapstadt find Verstärkungen angefordert worden. Die Kämpfedanern an.

Zn Worvester habe« fich bereits am 4. April Unruhen ereignet and zwar als Folge des Einschreitens der Polizei wegen gesetzwidrigen Alkoholhandel». Auch damals matzte sich die Polizei zurück- ziehen.

Der deutsche Flottenbesuch i« Sizilien.

Syrakus, 3. Mai. Die deutschen SchiffeSchleswig-Holstein" undEsten" sind hier eingetroffen. Die Vertreter der städtischen Behörden begaben sich an Bord zur Begrüßung des Admirals Oldekop. Dieser dankte für den herzlichen Empfang und erklärte, er werde sich an Bord eines deutschen Torpedojägers nach Catania be­geben, um dem italienischen König, der heute dort eingetroffen ist, einen Höslich- kertsbesuch abzuftatten.

Dr. Schober wieder in Wien

Sie Mtuhmg seiner Steifen für Sesierrew

Wien, 4. Mai. Bundeskanzler Schober ist heute nachmittag am% Uhr aas Loudon wieder in Wie« eingetroffen.

Bundeskanzler Dr. Schober erklärte nach seiner Ankunft Vertretern der Preste: Ich muß daran fefthalten, daß der Besuch in Paris und London vor allem ein Akt der Höf­lichkeit war. Wenn der Besuch in Rom der Wiederherstellung guter Beziehungen mit unserem mächtigen südlichen Nachbar und der Besiegelung eines Freundschaftsverhältnistes, zugleich aber auch meiner Danffage für die Unterstützung durch Italien im Haag gegolten hat, und wenn die Reise nach Berlin, ab­gesehen von der Beschleunigung der Handels- vertragsvehandlungen, dem selbstveständlichen Bedürfnis eines deutschen Ministers des deuffchen Oesterreichs, den deutschen Bruder im Reich« zu besuchen, entsprochen hat, so gaben die liebenswürdigen Einladungen nach Paris und London mir die willkommene Ge­legenheit, nicht nur meinen Dank für die auf der Haager Konferenz durch die Regierungen Frankreichs und Englands den österreichischen Bemühungen großzügig gewährte Unter­stützung auszudrücken, sondern auch über die innerpolitische und wirtschaftliche Entwicklung des neuen Oesterreichs aufklärend zu wirken, das Vertrauen in unser Land zu stärken und di« wohlwollende Förderung unserer Bestre­bungen seitens dieser nicht nur für unser Mitteleuropa, sondern für ganz Europa wich­tigen Machtfattoren sicherzustellen. All dies, glaube ich. ist in den persönlichen Aussprachen gelungen.

Ruhiger Verlauf der Kundgebungen von St. Pölten.

Wien, 4. Mai. In St. Pölten fand heute ein großer Heimwehr-Aufmarfch statt, demgegenüber der Sozialdemokra- tifche Schutzbund mit etwa 10 000 Mann aus Wien bereits gestern ebenfalls in St. Pölten Gegenkundgebungen veran­staltete. Im Einvernehmen mit den Füh­rern beider Parteien hatten die Behör­den genaue Abmachungen getroffen, um Zusammenstöße zwischen Schutzbund und Heimwehr zu verhindern. Da trotzdem die Gefahr von Zusammenstößen gegeben erschien, wurden die in St. Pölten zusam­mengezogenen Aufgebote von Gendarme­rie und Militär durch Abteilungen des Bundesheeres aus Wien noch verstärkt. Den heuttgen Heimwehraufmarsch ver­suchten einige Trupps des Schutzbundes zu stören. Daraufhin riegelte dre Gen­darmerie den Schutzbund auf dem Trab- rennplatz außerhalb St.Pölten gegen die innere Stadt trotz des Protestes der Schutzbundleitung bis zum Abtransport der Heimwehr ao, der sich nun nachmit­tags reibungslos vollzog. Der Abtrans­port des Schutzbundes nach Wien erfolgte in den Abendstunden.

Ruhiger Berlauf des polnischen National­feiertages in Ostoberschlesien.

K a t t o w i tz, 3. Mai. Der heutige pol­nische Nationalfeiertag ist in Ostoberschle­sien in vollkommener Ruhe verlaufen. Die Korsanty-Partei veranstaltete auch dies­mal wie im Vorjahre getrennte Feiern.

RauschgWanrel en gros int «milchte SchlmiWferbmbt

Berlin, 4. Mai. Die Polizei hat hier in den letzten Tagen sieben Rauschgift­schieber festgenommen. Es handelt sich um den Buchhalter Walter Berndt, einen Mattin Simon, einen russischen @pu- granten Baron Basil von K., einen ge­wissen Rucken st ein, der seit 1920 in Deutschland lebt, obwohl er bereits drei­mal ausgewiesen wurde, und der als inter­nattonaler Hoteldieb bekannt ist, einen ebenfalls ausgewiesenen Polen namens I l ik, einen bekannten Wohnungsein­brecher und einen türttschen Arzt, der auch mit Teppichen handelt. An diesen sollte ein Kilo reines Kokain, das aus der Tschechoslowakei über die Grenze ein­geschmuggelt worden war. für den Preis von 10000 Mark verkauft werden. Das Kokain »das beschlagnahmt wurde, ist nach­weislich von einer Prager Firma geliefert worden, die früher schon dreimal von den Bettiner Kriminalbehörden gewarnt wor­den war. Die Prager Behörden sind von der neuen Lieferung verständigt worden. Gesucht wird noch der Führer der Schie- bergesellschast, ein gewisser aus Gali­zien stammender Fleischmann, der sich auch schon länger in Berlin aufhält. Alle Verhafteten werden wegen Rausch­gifthandels dem Untersuchungsrichter zu- gefühtt werden.

Haftbefehl gegen die Brüder Saß.

Berlin, 3. Mai. Der VernehmungS- ttchter beim Polizeipräsidium hat gegen Franz Saß wegen schweren versuchten Ein­bruchs im strafverschärfenden Rückfall und gegen Ettch Saß wegen schweren versuchten Einbruches Haftbefehl erlassen. Die Brü­der werden heute dem Antersuchungsrich- ter in Moabit zugeführt werden.

Da« Urteil im Falke-Prozeß.

Hamburg, 3. Mai. Im Hamburger Men­schenraub-Prozeß wurde nach 16 Berhand- lungstageu am Sonnabend nachmittag unter größter Spannung folgendes Urteil verkün­det: Die Angeklagten werden sreigesprochen. Die Kosten des verfahrens trägt dir Staats- k-fie.

Zur 2«1er«ieruug de» Hannoverschen Bankiers Stern.

Zu den Meldungen über die Entführung des Bankiers Stern, durch die verhin­dert weiden sollte, daß Bankier Stern einer Generalversammlung der Ueberlandwerke und Straßenbahn beiwohne, erfährt dieTele- graphen-Union" an zuständiger Stelle, daß von einer ungesetzlichen gewaltsamen Entfüh­rung nicht die Rede sein könne. Die Sachlage beleuchtet ein unter dem 1. April von Prof. Dr. Vonnhöfer-Berlin ausgestelltes Attest, in dem es heißt, daßinfolge der Erregung und des völligen Fehlens des Krankheitsbewutzt- seins" die Ueberführung notwendig gemacht wurde. Was die Benachrichtigung der behörd­lichen Stellen angeht, so sei, wie weiter mit­geteilt wird, nach den gesetzlichen Bestimmun- fien verfahren worden. Denn die Unter« uchung habe 24 Stunden nach der Ueberiüh- rung nach Babelsberg stattgefunden. Selbst­verständlich sei auch die Staatsanwaltschaft

unterrichtet die mit der Abfassung eines Gut­achtens beschäftigt ist. Von einem Zwist zwischen den Gebrüdern Stern könne nicht die Rede sein.

Drei Zahnärzte verunglück. Aus der Auto­fahrt nach Italien.

Berlin, 5. Mai. Ein schweres Auto­unglück, dem drei Berliner Zahnärzte zum Opfer fielen, ereignete sich am Sonntag vor­mittag auf der Berliner Ehauffee bei Witten­berg. Der Privatwagen des Zahnarztes Dr, Albert Schragenheim aus Moabit geriet beim Ueberholen eines anderen auf den Som­merweg und blieb mit den Rädern nach oben völlig zertrümmert liegen. Die am Steuer sitzende Zahnärztin Dr. Erna Schra­genheim war sofort tot, Albert Schra­genheim und die beiden anderen Autoinsassen, der Zahnarzt Dr. S i l b e r st e i n aus Moabit mit seiner Frau erlitten Schädelbrüche.

Todessturz eines Fallschirmabspriugers.

Geldern, 4. Mai. Einen tragischen Aus­gang nahm der heute hier vor zahlreichem Pu­blikum veranstaltete Flugtag. Die Haupt- und Schlußnummer war ein Fallschirmab­sprung des 30iährigen Fallschirmpiloten A. Langer aus Darmstadt, der seinen 78. Ab­sprung unternahm. Kurz nach Verlasien des Flugzeugs öffnete sich der Fallschirm ord­nungsmäßig. Plötzlich bemerkten jedoch die Zuschauer zu ihrem Entsetzen, daß der Pilot keine Verbindung mit seinem Fallschirm hatte und den Schirm weit hinter sich lasiend zur Erde niederstürzte. Der Unglückliche, der in unmittelbarer Nähe der Zuschauermassen auf den Boden aufschlug, war sofort tot. Die luftpolizeiliche Untersuchung ergab, daß der Fallschirmspringer vergessen hatte, den Karabinerhaken des Fallschirms an den Trag­riemen um seinen Körper zu befestigen.

Zwei Fluggäste vom Propeller getötet.

Berlin, 3. Mai. Durch eigene Unvor­sichtigkeit kamen am heutigen "Abend zwei Flugzeuggäste, und zwar ein Herr Walter Barteln es auf dem Flugplatz Ehemnitz und eine Frau H a r t n a ck auf dem Flugplatz Tempelhof ums Leben. Im ersteren Falle sprang der erwähnte Fluggast nach Abschluß eines Rundsluges, als das Flugzeug bereits wieder vor dem Chemnitzer Flughafengebäude anhiclt, unvorsichtigerweise beim Aüssteigen nach vorn und wurde dabei von dem im Leer­lauf befindlichen Propeller getroffen und g e - tötet. 2m zweiten Fall lief die genannte Dame, nachdem sie mit einem Schuiflugzeug von Desiau kommend, in Temvelhof gelander war. anstatt hinten um die Maschine herum- zugehen. nach vorn und kam infolge ihrer Un­achtsamkeit in den Bereich des leerlaufenden Propellers. Sie wurde getroffen, und war so­fort tot. *

Flugunglück in der Schweiz.

Basel, 4. Mai. Gestern nachmittag unter­nahm der Verleger der ZeitschriftIndividu­alität" Wilhelm Starrer aus Dörnach mit einem Stuttgarter und einem Baseler Be­kannten vom Flugplatz Sternenfeld einen Flug in die Jura-Berge. In der Nähe des Aussichtsturmes bei Gempen-Stollen kam die Maschine in dem Augenblick, als Starrer Be­kannten zuwinken wollte, anscheinend mit den Baumkronen in Berührung und stürzte ab. Storrer und sein Stuttgarter Begleiter waren sofort tot, während der Baseler Fluggast mit ernsten Verletzungen ins Krankenhaus nach Basel eingeliefert wurde.

srMnbmnöe in Amerika

ff. Rewyork, 5. Mai. Infolge der gro­ße« Hitze and der damit verbundenen Trocken­heit find an der amerikanischen Oftküst« zahl­reich« Riesenbrände ausgebrochen. In der Stadt Nashua, 60 Kilometer nordwestlich Mt Boston, stehen das Regierungsviertel, zwei Fabriken und die Eisenbahnstation in Flammen.

Bisher find 300 Häuser den Flammen zum Opfer gefall««.

Die Bekämpfung des Feuers wird durch die starken Winde, sehr erschwert. Der Schaden beträgt viele Millionen Dollars. Den Be­mühungen der Feuerwehr gelang es am Abend, dem riesigen Braud Einhalt zn ge­bieten. lleber 1000 PerIonen sind obdachlos geworden. Wie gemeldet wird, haben bisher 5 Personen schwere Brandwun­den davongetragen. Drei Kinder werden ver­mißt. Die Stadt Nashua hat 29 000 Ein- wahner.

Riesige Waudbrände haben auch Staaten- Island südlich von Newqork heimgesucht. Mehrere hundert Farmerhäuser find vernichtet worden. Alle Feuerwehren Rewyorks find zur Bekämpfung des Feuers ausgerufen worden.

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Bernhard von Bülow, bisher deutscher Völkerbundsdelegierter, soll als Nachfolger des auf einem Aus­landsposten gehenden Staatssekretärs v. Schubert den Posten des Staatssekre­tärs im Auswärtigen Amt übernehmen.

Zum dritten Male führt ein Bülow den Titel eines Staatssekretärs im Aus­wärtigen Amt. Freilich nicht in der Be­deutung, mit der ihn sein Onkel, der spätere Reichskanzler von Bülow und dessen Vater getragen Hachen. Damals stand das Staats- sekretattat im Rang des Ministeriums. Dr. Bernhard Wilhelm von Bülow, der Herrn von Schubett nachfolgen soll, steht heute im 45. Lebensjahre. Sein Vater war als Generalmajor Kommandeur der 21. Ka­valleriebrigade und der jüngere Bruder des Reichskanzlers. Hem etwas robusten stürmischen Temperament des ausscheiden­den Staatssekretärs von Schubert folgt nun eine etwas stille, oft weich anmutende Per­sönlichkeit, die auch während der Verhand­lungen in Genf in bewußt erscheinender Zurückhaltung wenig in den Vordergrund getreten ist. Von besonders ausgesproche­nen Freunden des Völkerbundes ist mit­unter Kritik an seiner Führung des Völker» bundreferates geübt worden, die soweit ging, daß man seine Abteilung als das Referat gegen den Völkerbund" bezeich­nete. Aus dem Werk, das er über den Versailler Völkerbund" geschtteben hat, kann man allerdings eine starke Skepsis gegenüber dem Genfer Institut herauSlesen. Aber die Zweifel, die er in diesem Buch zum Ausdruck bringt, hat seinerzeit die große Mehrheft des deutschen Volkes ge­teilt. Immerhin wird man abwarten müs­sen, wie weit die Qualitäten des Beamten und die geistig-schriftstellerischen Fähigkei­ten des neuen Mannes durch ausgesprochene politische 'Begabung ergänzt werden. Ge­gen den Politiker könnte die Tatsache sprechen, daß er nach seiner Teilnahme an den Fliedensverhandlungen in Brest-Li- towsk und Versailles die schriftstellerische Tätigkeit in stiller Zurückgezogenheit auf einem mecklenburgischen Gut der weiteren politischen und diplomatischen Tätigkeit vorgezogen hat, um erst nach fünf Jahren wieder ins Amt zurückzukehren. Dort hat er nach jahrelanger Bearbeitung der Völ­kerbundsangelegenheiten zuletzt die euro­päische Abteilung geleitet, in der alle An­gelegenheiten Europas außer den britischen und ferner die Völkerbundsangelegenhei­ten, die Abrüstungs- und Entwaffnungs­fragen, zusammengefaßt sind. Ob sein Vor­gänger, Herr von Schubert, den Londoner oder den römischen Botschafterposten er­halten wird, scheint noch nicht endgültig festzustehen.