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Sesen LMldung an Nugzeiialn

Eine der größten Beführen für den Flie­ger, der wahrscheinlich auch mehrere At­lantikflieger zum Opfer gefallen sind, stellt die Eisbildung an den Flügeln eines Flug­zeugs dar, durch welche dieses eine so starke zusätzliche Belastung erhält, daß es sich nicht mehr in der Luft zu halten ver­mag. Auf Grund langwieriger Versuche, hn denen die Cornell-Äniversität führend Beteiligt ist, hat man unlängst ein Ver­führen erfunden, das eine solche Eisbildung in Zukunft vollkommen verhindert. GS be­steht in der Anbringung einer flachen Gummihülle längs der Flügel und der Oberfläche der Maschine, wo erfahrungs­gemäß die gefährliche Vereisung einzu­setzen Pflegt. Das mit einer chemischen Oelimprügnierung versehene Gummi ver­hindert in den meisten Fällen den Ge­fahr bringenden Prozeß. Sollte sich indes trotzdem Eis auf dem Flugzeug ansetzen, so kann der Führer durch einfachen Druck auf einen Knopf die Gummihälle auf» blasen, wodurch etwa entstandenes Eis zer­bricht und herunterfällt oder durch den starken Luftzug einfach fortgerissen wird. Man hat bei Versuchsflügen sich eine Eis­decke von eineinviertel Zentimeter Otärke auf den Flügeln eines Flugzeugs bilden lassen, die dann erwartungsgemäß durch das Aufblähen der Gummidecke ohne wei­teres zerbrach und verschwand. Mit der allgemeinen Einführung der ebenso ein­fachen wie praktischen Einrichtung dürfte in Zukunft eine der größten Gefahren­quellen für den Flieger beseitigt sein.

Skuüchr Warrn tm AnSlandr

Während die Deutschen im Inlands lei­der immer noch ausländische Ware bevor­zugen und deutsche Erzeugnisse derart gering schätzen, daß sie solche erst dann kau­fen wenn sie auf dem Umwege über das Ausland alsecht englisch" oderfran­zösisch" wieder nach Deutschland gelangen, foeiß man im Auslands trotz aller Nach- wehen des Krieges und aller immer noch nachklingenden Haßpfychose deutsche Quali­tätsware ktsser zu schätzen.

In aller Welt sind trotz Zollschranken und trotz aller Schikanen deutsche Waren zu finden, ja es kann manchem Welt­reisenden, der im Orient eine garantiert echt indische Buddhastatue erwirbt, pas- Reren, daß er darauf den Vermerk findet: Made' in (Sermany.

Ein sehr nettes Erlebnis hatte ein Deutscher in Neuseeland. Sein Nach­bar, ein Popierhändler, hatte bisher seins Ansichtspostkarten aus Deutschland be­zogen, beschloß aber in einer patriotischen Anwandlung nunmehr, diese trotz höherer Preise nur noch in London zu bestellen. Die Lieferung dauerte reichlich lange endlich trafen die prächtig gelungenen Karten ein. Vor Stolz strahlend, zeigte er die kleinen Kunstwerke seinem deutschen Nachbarn. Auch diesem gefielen die präch­tigen Karten ausgezeichnet, als er sie aber umdrehte, huschte ein etwas schaden­frohes Lächeln über seins Züge und er totes seinem englischen Freunde mit einer stolzen Genugtuung den Druckvermerk: Printsd in Leipzig."

RiMEcke

Silben-Wechsel-Rätsel.

Lina Spargel Binse Grönland Bowle Muster Toga Sorau Hobel Peking Gummi Suppe.

Die erste Silbe vorstehender 12 Wörter soll durch eine der nachfolgenden derart ausgeweä)selt werden, daß die Anfangs­buchstaben, aneinandergereiht, Vor- und Zunamen des treuen Lebenskameraden eines großen Tonkiinftlers ergeben.

a aa chi em gie in mo nan or rau sen we.

Rätsel.

In dreien Lauten nenn ich dir

Des Lebens wunderbarste Zier,

Des Frühlings Stirn, des Herzens Lust Erlösung der gequälten Brust.

Das schönste Grün in Wald und Flur, Das Bliihn der herrlichen Natur, Der Liebe und der Wonne Fest, Gesang un Sonn' und milden West, Das Jubeln, das Jauchzen von Groß und Klein.

Wie mögen wohl dis drei Laute sein?

Namen-Räisel.

Jeder Familienname von drei Herren lautet einer Standesbezeichnung gleich, und jeder ihrer ganzen Namen besteht aus denselben Buchstaben, wie der je einer der Damen Selma Braune, Frida Nagel und Erika Peters. Wie heißen die Herren?

SUben-Rätsel.

a au bald be bo chen di dom dorff ess ei en eng feu gen gen gier he i iff js ko land land man ne neu nie nis o pfaff pri re ris ro se sei sen stet tue tin vi.

der Schweiz. 10. Steinfrucht. 11. V

ärm­

licher Personenname. 12. Stadt in Pom

ein

Sprichwort.

iche. (i. Singvogel. 7. Europäisches ch. 8. Naturerscheinung. 9. Stadt in

mern. 13. Schlingpflanze. 14. Versteckter Spott. 15. Charaktereigenschaft. 16. Deut­scher Dichter. Sofern die Wörter richtig gebildet wurden, ergeben deren Anfangs­buchstaben von vorn nach hinten und Endbuchstaben von hinten nach vorn

Aus vorstehenden 44 Silben wolle man 16 Wörter mit folgender Bedeutung bil­den: 1. Salatpflanze. 2. Dramatischer Dichter und Schauspieler. 3. Nordpolsah- rer. 4. Sibirischer Strom. 5. Gleichlaufende

«ilder-Rätsel.

Kreuzworträtsel.

Bitt Die Lösung Des Kreuzwort-Rätsets be­achte man folgenDes: Bei lebet Zahl besinnt ein neues Wort. Die Wörter laufen von links nach rechts und von oben nach unten. Bei fich kreuzenden Wörtern ist der Schnittbuch­stabs gemeinsam. Die »u erratenden Wörter bähen stets so viel Buchstaben rote weihe Qua. brate Dem bezifferten Quadrat in jeder der

beiden Richtungen folgen. In jedes Quadrat kommt nur ein Buchstabe, die eventuell rchroar. zen Selber bleiben leer.

Die Wörter bedeuten: n:Bon links nach recht: 1. Männliches Wild. 5. Anders B« zeichnung für Hinterlastenschaft. 9. Großes Amphitheater in Rom. 10. Stadt in Hol­land. 11. Tafelfisch. 12. Sibirischer Strom. 13. Weiblicher Personenname. 14. Planet. 17. Andere Bezeichnung für Holzmulde. 20. Nebenfluß der Mosel. 21. Berg in der Schweiz. 22. Abteilung von Turnern. 23. Weiblicher Personenname. 24. Deutscher Strom.

d.Bon oben nach unten: 1. Andere Be­zeichnung für Abscheu. 2. Teil des Hauses. 3. Anderes Wort für Schwung. 4. Euro­päische Residenz. 5. Großer Rauchfang. 6. Spanische Münze. 7. Hunderasse. 8. Weib­licher Personenname. 14. Altes italieni­sches Fürstengeschlecht. 15. Körperteil. 16. Weiblicher Personenname. 17. Mehrstim­miger Gesangsvortrag.' 18. Mit Schilf be­setzter Sumps. 19. Heftiges Verlangen.

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Auslösung Der Rätsel in nächster Stummer.

Auflösung der Rätsel aus ooeiaer Nummer:

Auflösung des Ketten-Rätsels:

Vein-Bruch Bruch-Stück Stück-Gut

Gut-Schrift Schrift-Kunst Kunst-Gus Guß-Stahl Stahl-Stich Stich-Wort Wort-Spiel Spiel-Tisch Tisch-Bein.

Auflösung der Berfteck-Räisel:

1. Broschüre.^ 2. Ring. 3. Nadel. 4. Arm, band. 5. Uhr. 6. Perle.

Auflösung des «ilder-Nätsels:

Beim Belohnen ist es eine Geschicktlicht fett, nie ganz zufriedenzustellen.

Adslöslmg der Denkspruch-Aufgabe:

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Auflösung des Rätsels: Die Fensterscheibe.

Auflösung des Kreuzwort-Rätsel:

verantwortlich Dr. Ernst Schelle»

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Marburg, den 3. Mai

1930

Komment und Kommersbuch gelten. * Man kennt die Verse? die Melodien

geben. Man kennt die Verse, die Melodien und vergißt die Dichter, dis Komponisten. Wie in der Bibel, so ist überdies im Kommersbuch volkhaftes Erbgut und fünft»

Knut Sam'un als NostmMr und Gastwirt

Von Franck Züchner.

In der Landschaft ValdreS in Norwegen, die wegen ihrer Schönheit berühmt ist, liegt ein alter Gasthof, der schon Tausenden von Wanderern als Unterkunft gedient hat. Denn bevor die Bahn zwischen Oslo und Bergen gebaut wurde, ging der gesamte Verkehr zwischen Ost- und Westnorwegen durch diese Landschaft.

Der alte Gasthof, der dicht an der Land­straße liegt, mußte von allen Reisenden be­nutzt werden, denn hier befand sich außer der Herberge gleichzeitig dje Poststation. Oft stand der Hof bis an die Einfahrt heran voll der kleinen, zweirädrigen Reisekarren, die früher überall als Beförderungsmit­tel dienten und auch jetzt noch in abge­legenen Teilen Norwegens dazu verwandt werden.

Eine Zeit lang waren fast die einzigen Fremden, die das Nordland besuchten die Engländer. In langen Reihen zogen da John Bulls Untertanen in jenen bekannten

voll Gestaltetes in schier unauslöslicher Ver­bindung zusammengeschlossen. Denn wer näher hinsieht, findet im Kommersbuch nicht etwa ein vom Gemütsleben der übrigen Nation abgeschnürtes Sonderheiligtum, sondern großenteils dieselben Lieder, die wir auch als Volkslieder kennen, weil sie aus dem Volke geboren wurden oder in den Volks­mund übergegangen sind.

Das Kommersbuch in keiner heutigen Ge­stalt ist noch nicht so alt wie man denkt, obwohl es den Schimmer ehrwürdiger Tra­dition aufweist! Die frühesten Kommers­bücher tauchen gegen Ende des 18. Jahrhun­derts auf, das heutige stammt mit feinen meisten Liedern aus dem Anfang und der Mitte des 19. Jahrhunderts, und es ist noch nicht fertig, abgeschlossen und tot. Jederzeit können noch neue Teile und Melodien Ein­gang finden. So wird es auch einer zukünf­tigen Jugend sich anzupaffen vermögen. Goethe nennt die Jugend einmalTrunken­heit ohne Wein". Dasselbe gilt auch vom Lied. Es ist dichterische Trunkenheit, die neu auflebt im Singenden. Zur Trunkenheit der Jugend und zur Trunkenheit der Lieder aber gesellt fich nun beim studentischen Kommerfie- ren der veritable Trunk als drittes Moment her Befchwingung. Es find sozusagen drei Jugenden, die hier zusammenfließen, um das Glück begreiflich zu machen, das jenes studentische Tun umgibt und das selbst in alten Herzen noch erinnernd nachklingt.

Von Hugo Marcus.

Auf den verfchiedenften Lebensgebieten bil­det fich sehr leicht ein Zeremoniell heraus. Das älteste Zeremoniell war wohl das kirch­liche: ihm schloß fich das höfische an. Diesem verwandt war das militärische Zeremoniell, das in den Ehrenbezeugungen und im Parade­marsch feinen Ausdruck fand. Arn in- tereffanteften aber ist vielleicht das studentische, das im Bier-Komment am deutlichsten zu­tage tritt. Das Zeremoniell bedeutet den Entschluß, in einer Sache, die an fich durch keinen Zweck Ernst und Regel empfängt, nun­mehr aus eigenem Willen Ernst und Regel hineinzutragen. Das könnte als etwas Wider­sinniges erscheinen, zumal wenn eine so freie, anmutige und leichte Handhabung wie der gemeinsame Genuß von Getränken in eine strenge Form gefaßt werden soll. Und doch bedarf gerade dasjenige Gebiet der Zügelung, das die Geister am freiesten, fröhlichsten leichtesten entbindet. Unter dem beflügelnden Einfluß aber, den das belebende Getränk aus­übt, vollzieht fich hier jenes Wunder, daß der scheinbare Zwang des Zeremoniells mit Begeisterung, d. h. mit freier Lust an der strengen, edlen Form, an Unter- und Ueber- ordnung, an Dienst und Befehl geübt wird. Denn am Zeremoniell, das den fröhlichen Studentengeist scheinbar in Gamaschen spannt, hasten doch eine ganze Reihe positiver Ge­fühlswerte. Das Zeremoniell wird nur dem engen Kreise der Zugelafsenen erschlossen. Es ist ein Wissen, das nicht jeder hat. So wirkt es erklusiv. Es adelt. Zugleich gibt es un­serem Tun etwas überpersönlich Bestimmtes, Ehrfurchtgebietendes und verschafft ihm die Bedeutung einer Charakterschulung. Charakter aber haben heißt: die rechte Mitte zu halten wis en zwischen dem Zuwenig und dem Zuviel. Und ist dies nicht die große Tugend des weisen Trinkers? Er findet das ihm ge­mäße rechte Maß und hält es allen Versuchen zum Trotz inne. Hierin unterstützt ihn der Komment.

Auf den offiziellen Teil des Biergenusfen, der unter der Regel des Komments steht, folgt die sogenannte Fidelitas, die Freiheit. Sie verhält sich zum Komment wie das Serzo einer Symphonie zu dem ersten Adagiofatz, der oorberginq. Man kann hier von einer künstlerischen Kontrastwirkung reden. Indessen gibt es ein Gebiet, wo Form und Freiheit sie durchdringen. Das geschieht im Kommers- lieb. Jeder Kommers ist durchzogen von Gesang. Gesungen aber werden jene schönen, herzergreifenden Burschenlieder, die im stu­dentischen Kommersbuch gesammelt sind. Johannes Gaulle nennt einmal auf eine Um­frage hin, die feststellen sollte, welches die wichtigsten Bücher der Menschheit sind, die Bibel u nd das Kommersbuch. Er hat mit sei­nem geistreichen Ausspruch in einem tiefsten Sinne recht. Denn wie die Bibel eine repräsentative Sammlung von bestem Geistes- gut ganz verschiedener Autoren und Zeiten bildet, so auch das Kommersbuch, das die edelsten Geister zu einem Kesamtwerk ver­

alten Gasthof ein, der bis unter das Dach voller Traditionen steckt.

Eine Reihe bekannter norwegischer Dich­ter und Staatsmänner, Geschäftsleute und Beamter hat an dieser Stätte verweilt. Am stolzesten aber ist man auf Knut Hamsun.

Wie soeben in einer Osloer Zei­tung mitgeteilt wird, kam dieser 1883 als junger und unbekannter Mann dorthin und wohnte in dem Gasthof an die zwei Jahre. Er gewann hier einige Freunde und Gön­ner, unter ihnen den Wirt, mit dem er zusammen ein Zimmer bewohnte. Hamsun machte von diesem Gasthof aus fortwäh­rend kleinere Reisen, auf denen er Vor­träge hielt. Jedoch kehrte er immer wieder in seinen sicheren Unterschlupf zurück. Denn er hatte schwer zu kämpfen, um sich sein Brot zu verdienen. Die Artikel, die er den Zeitungen in der Hauptstadt sandte, waren nicht besonders begehrt und wurden schlecht bezahlt, wenn sie angenommen wurden. Der Dichter hat es den Leuten, die ihm damals Verständnis und Freund­schaft entgegenbrachten, nicht vergessen. Er besuchte den alten Hof mehrmals. Im Herbst dieses Jahres verbrachte er dort einige Zeit. Und als er wegen Erkältung das Bett hüten mußte, faß sein alter Freund, der frühere Wirt und Postmeister, bei ihm oben und spielte mit ihm ein altes Spiel, Canter, das in jenem Tal heimisch ist.

In der Nähe wohnt auch ein alter Schuhmacher, Olsen Solheim, bei dem Knut Hamsun früher so manches Mal gesessen und die Zeit mit Schustern totgeschlagen hat.

Aber Knut Hamsun war nicht nur Gast auf diesem alten Hof, auch Wirt! Denn als der Besitzer um die Mitte der acht­ziger Jahre als Soldat eingezogen wurde, trat Hamsun mit behördlicher Erlaubnis in seine Stelle als Gastwirt und Postmei­ster ein und füllte sie bis zur Rückkehr des eigentlichen Wirtes aus.

So kann der Dichter sich rühmen, außer seinen vielen anderen Burschen auch diese beiden ausgeübt zu haben.

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8uft«ve NNibett

(Zu feinem 50. Todestage am 7. Mai 1930.) Von G. W. Deininger.

Es war kein Großes Wagnis, das der junge Arzt aus Rouen Gustave Flaubert un- ternalim, als er feinen Beruf an den Nagel hängte und feiner Neigung folgend fich der «Literatur widmete, denn das bedeutende Ver­mögen feines Vaters erlaubte ihm ungefähr­det diesen Schritt. Ganz natürlicherweise paßte der junge Dichter fich dem Geschmack feiner Zeit an, der in der Romantik und in