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Bette 2

Oberhesstsche Zewmg, Marbvrg t. L. Freit««, den 2. Mai 1930

Nr. 102

Vertreter des Foreig» Office begrüßt.

»en.

auf 8 wegen

8 Monate Gefängnis und Paßvergehens auf 1200 Glotz strafe.

Preuß wegen GeheimbSndelei Monate Gefängnis »ad

«ege» Geld-

Ste Urteil Im Blaöiindttprezeß

fl. »romberg, 2. Mai. Zn dem Pro. |«6 gegen die deutsche« Pfadfinder, der vor der Strafkammer des Bromberger ve. zirksgrrichts stattfand, «nrde heute in früher Morgenstunde das Urteil verlü«- det. Ls lautet gegen de« Angeklagte«

Dr. Burchard «ege« Geheimbündelei und versuchter Spio«age auf 1 Jahr Gefängnis.

Mielke, «egen Geheimbündelei auf

Tagung der MrWaApartel

MEinsütemg eines AkteiltelenftvMIiterrS

schwieriges Thema zur Debatte stehen, nämlich das Filmgeschäft des Rei» ches mit der Emelka, das bekanntlich sehr verschieden beurteilt wird. Die Grund­lage zu dem Geschäft stellt ein Vertrag mit der Commerz- und Privatbank vom Sep­tember 1923 dar. worin das Reich auf sieben Jahre ein Oppositionsrecht auf 2,6 Millionen Aktien der Emelka erhielt. Diese 2,6 Millionen Aktien bedeuten 51 Prozent de« Gesamtkapitals der Gesellschaft. Be­gründet wurde diese Transaktion damit, daß der deutsche Film in der Hand einer einzigen Gesellschaft monopolisiert und statt zu kulturellen, zu politischen Propaganda­zwecken verwendet werde. Das Parlament wird sich darüber zu entscheiden haben, wie es sich zu dieser Argumentierung stellt. Die Position selbst erscheint im Etat des Innenministeriums mit 5,5 Millionen Mark, von denen 3,38 Millionen den Kauf­preis für die Aktien darstellen. Weiter erscheint in der Position ein vom Reich abzudeckender Betriebskredit von 0,9 Milli­onen. Schließlich kommen zu diesen Beträ­gen noch 537 000 Mark für Emelka-Aktien im Werte von 500 000 Mark, die von der Lohmann-Abwicklung an Zahlungsstatt übernommen werden mußten.

Paßvergehens aus 800 Llotz Geldstrafe. Der vierte ««geklagte, der Landwirt Batet, wurde freigesprvche«.

Während der ganze« Dauer der Set. Handlungen blieb dievesse«tlichkeit «»sgeschlvsse«. Der eigen» an» London erschienene und der englischen Pfadsinderbewegung nahestehende Mr. Collingridge wurde trotz des ent­sprechenden Antrages der Verteidigung zur Vernehmung als Zeuge nicht ,«gelas­sen. Nachts «« %1 Uhr wäre» die Plaidoyers der Verteidiger beendet. Das Gericht verkündete «ach zweistündiger Be­rat»«- heute früh «w«^ß Uhr das Urteil

Espenlaub leicht verletzt

®n miWMtt Safetcnflua

Schob« In Konten .

Loads«, 1. Mai. Der österreichische Bundeskanzler Dr. Schober ist heute nachmittag 3.80 Uhr hier eingetroffe«. Er

Rem, 1. Mai. Der deutsche Dampfer ^macin" meldete bei seiner Einfahrt in Messina, daß sich sieben blinde Passagiere an Lord befänden, die versuchen wollten, aus­ländische Häfen zu erreichen. Lei einer Unter­suchung des Schiffes wurden weitere 35 Per­sonen, die sich an Bord versteckt hielten gefun- """ 42 Personen wurden verhafter.

wesermünde, 1. Mai. Am nächsten Sonntag sollte in Bremerhaven ein Raketen- fiugtaa, veranstaltet von der Studiengesell­schaft für Raketen t. B., Frankfurt a. M.. und vom Luftfahrtverein llnterweser, statt- finden, dessen Höhepunkt der Stadt und das Fliegen eines Raketenflugzeugs ohne Motor, nur durch bte Kraft der Rakete aufgetrieben, bilden sollte. Heute vor­mittag fand nun auf dem Bremerhavener Flugplatz die öttliche Abnahme des schwänz- loien Raketenflugzeugs des be­kannten Fliegers Espenlaub statt. Die Abnahme ging reibungslos vor sich, aber

bei dem anschließenden Einfliegen stürzte da« Flugzeug au» bisher «»bekannten Gründe« ab und kam dabei zu Bruch. Espenlaub wurde mit schweren Fleischoer- letzungen in das St.-Iosef-Hospitol gebracht. Der für den nächsten Sonntag angeletzte Fluatag wirb auf unbestimmte Zeit ver­schoben.

Zu dem Unfall wird noch geweidet: Um zunächst einige Anfangsgeschwindigkeit zu be-

der Rattfizierung einer möglichst großen Zahl von geographisch zusammengehören­den Ländern abhstngig gemacht werde, da Ar Arten »te Sitte Wfomite« I friedenserhaltende Auswirkung erlangt Genf 1. Mai. Heute vormittag wurde I werden könne.

im Eicherheitskomite« die Be­ratung über die einzelnen Arttkel der ge­planten Kttegsverhütungskonvention bei Arttkel 3 fortgesetzt. Es handelt sich um

netei Freidel. Im Anschluß an diefen Be­richt sprach, wie bas Nachrichtenbüro des Ver­eins Deutscher Zeitungsverleger hött, der Reichsausschuß in einer Entschließung ein­stimmig die Meinung aus, daß

a» eint weitere Erhöhung der »eitrige für Arbeitstosenverficherung in den kow« " mendeu Jnchreu nicht gedacht werden

könne. Man werde vielmehr versuchen müssen, den Beitrag wieder auf 3 Prozent zu senken. Besonder« notwendig sei es, die Arbeitslosen- fürsorge produktiv zu gestalten. Der in diesem Sinne gehaltene Antrag der Reichstagsfrak­tion werde voll gebilligt. Die fortschreitende Rationalisierung auf allen Gebieten des Wirt» schastslebens werde aber auch in den kommen­den Jahren ein großes Arbeitslosenheer zur Folge haben. Darum sei es notwendig, neben der produktiven Erwerbslosenfürsorge an die Einführung eines Arbeitsdienst -Pflicht- iahres heranzugeben. Die Wirtschaftspartei sehe hierin die einzige Lösung zur wirklichen Behebung bet Arbeitslosigkeit in Deutschland.

Eine Kommission zur Bearbeitung dieser Fragen unter dem Vorsitz des Staatsministers a. D. Wilhelm-Dresden wurde eingesetzt, die mit den Vorarbeiten sofort beginnen soll. Im übrigen sollen nach dem Willen des Reichsausschusses die noch vorhandenen Män­gel in der Arbestsloßenversicherung ausge­merzt, eventuell unter Ausschluß bet hochbe­zahlten Saisonarbeiter der Versicherung.

kommen, wurde bas Raketenflugzeug durch ein Gummitau nach ber Art bet Segelflug­zeuge in Bewegung gesetzt. Espenlaub, ber selbst am Steuer saß, zündete bann die schwächste Rakete an. Das Flugzeug stieg sehr schön und gleichmäßig auf. Die zweite Rakete beschleunigte den Flug noch.

Sei ber briften Rakete gab es einen Knall. Anscheinend ist Espenlaub hierbei etwas netoös geworden und hat bas Flugzeng, bas eine Höhe von etwa zehn Metern hatte, zu sehr gedrückt, wodurch

es hart auf ben Beben aufsetzte. *

Die Kabine ist dabei zerdrückt worden. Espenlaub selbst ist leicht verletzt. Er konnte sich noch selbst zum Auto begeben, das ihn zum St.-2osef-Hospital brachte. Dort wurde er sofort von einem Chirurgen ver­bunden, ber eine Reihe von Kopfwunden fest­stellte. Es sind Rase, Augen und Hinter- kopf verletzt. Espenlaub wird in einigen Tagen das Krankenhaus wieder verlassen können.

Berlin, 1. Mai.

Der Reichsausschuß bet Reichspattei des Deutschen Mittelstandes (Wirtschaftspartei) trat am Donnerstag im Reichstag zu einer Sitzung zusammen, an der Reichsjustizminister Dr. Bredt, die Fraktionen des Reichstages und der Landtage, sowie die Vertreter bet Wahlkreisverbände teilnahmen. Rach dem Bericht des Parteivorsitzenden Drewitz über die politische Lage unter besonderer Hervor­hebung der Gründe, die die Wirtschaftspartei zum Eintritt in die Regierung bewogen hät­ten, wurde einstimmig ohne Aussprache fol­gende Entschließung angenommen:

Der am 1. Mai 1930 im Reichstag tagende Reichsausschuß ber Reichspartei des Deut­schen Mittelstandes (Wirtschaftspartei), zu dem die Vertreter sämtlicher Wahlkreise des Saargebietes und des Freistaates Danzig erschienen waren, billigt nach der Entgegen­nahme des ausführlichen Berichtes des Par« teivorsttzenden, Reichstaasabgeordneten Dre­witz, über die Gründe der Beteiligung der Wirtschaftspartei an dem Kabinett Dr. Brü­ning einstimmig bas Verhalten ber Reichs­tagsfraktion und spricht dem Parteivorfitzen- den Drewitz sowie ber Reichstagsfraktion das volle Vertrauen aus. Mit Rücksicht auf die völlige Klarstellung aller Punkte ver­zichtet bet Reichsausschuß ebenfalls einstim­mig auf jede Aussprache.

lieber die Reform ber Arbeits­losenversicherung berichtete Abgeord-

die Bestrebungen, einen Einheitsstaat auszu- richten. In dem Aufruf beißt es u. a. Deutschland sei zu vielgestalttg in Naturge­staltung und Geschichte, um zentralistisch ver­waltet zu werden. Der Ausschuß halte es daher für feine Pflicht, ber Agitation für ben Einheitsstaat entgegenzutreten.

Politische Messetftecheeei in Stettin.

Stettin, 1. Mai. 3n einem Lokal bet Innenstadt kam es heute abend zwischen voli- tischen Gegnern zu einer Schlägerei, wobei sich die Gegner mit Messern und Bierseideln be­arbeiteten. Die Polizei räumte das Lokal, wobei die sich anfammelnbe Menge gegen die Beamten Stellung nahm, so daß diese von ihrer Waffe Gebrauch machen mußten. Ein Beamter wurde durch einen Messerstich in ben Rücken schwer verletzt. Der Täter, ein Kom­munist, konnte verhaftet werden. Weitere drei an ber Schlägerei beteiligte Leute wurden ebenfalls dem Polizeipräsidtum zugeführt.

Inlandsanleihe des Deutsche» Sparkassen- «»b Eirvverbaades.

Berlin, 1. Mai. Die Anfang Apttl b. 3s. zum freihändigen Verkauf aufgelegte achtprozentige Deutsche Kommunalgoldanleihe von 1929, Ausgabe III, im Bettage von 10 Millionen Reichsmark ist ausverkaust. Der Erlös dieser Anleihe fand, wie bei der vor­hergehenden zweiten Ausgabe, fast ausschließ­lich Verwendung zur Konsolidierung kurz­fristiger Kornmunalkredite. Zur weiteren Förderung der Umschuldungsaktton liegt die Deutsche Girozentrale nunmehr ben Restbetrag ber bereits früher vom Preußischen Staats« Ministerium in Höhe von 50 Millionen Reichsmark genehmigten Inhabetanleihe zum freihändigen Verkauf auf. Der Verkauf die­ser vierten Ausgabe im Betrage von 10 Millionen Reichsmark erfolgt bis auf wei­teres zum Kurse von 96 Prozent. Die Merk­male dieser Ausgaben stimmen ntit denen der letzten überem.

42 blinde Passagiere en Bord eines deutschen Dampfers.

den deutschen Vorschlag, daß selbst nach dem Beginn der Feindseligkeiten die strei­tenden Parteien auf Aufforderung des Mlkerbundsrates verpflichtet werden sollen, die Feindseligkeiten einzustellen und I wurde »em österreichischen Gesandten, ben ihre Streitkräfte auf dem fremden Gebiet Mitgliedern bet Gesandtschaft und eine« zuruckzuzrehen. Es entspann sich eine sehr 1 ausgedehnte Diskussion über einzelne Wendungen dieses für die ganze Kon­ventton grundlegenden Arttkels. , M r o

Sokal (Polen) verteidigte seine ab- Drmsches New

lehnende Haltung mit der Befürchtung, I _ . . ... . . ,

daß die Konvention einen Rückschritt und I Poineatö ist schlecht unterrichtet, eine Verringerung der durch den Völker- I Berlin, 1.Mai. Am Mittwoch hat bundspakt und Arttkel 16 gegebenen I der frühere französische Ministerpräsident Sicherheiten bedeute. I Poincarö einen Aufsatz imExcelsior"

Nachdem Lord Cecil dieser Auffassung veröffentlicht unter der Ueberschrist: entschieden entgegengetreten war, wandte 0 & n a ® n f JV1, & J5

sich der Ausschuß dem deutschen Antrag auf I [em ce Deutschland,

Festsetzung einer Demarkation-- das nach der Bestimmung des Friedens­linie zu. Die Aussprache über die ganze Vertrages Zebn Jahre lang keine

Frage ist noch nicht abgeschlossen. England R h e r ndr u cke n bauen dürfe, schon m

und Frankreich vertreten jedoch die Mei- diesem Jahre Etatbetrage für neue Rhem- nung, daß von der Aufzählung besonderer brücken eingesetzt habe. Von unierrichte- Maßnahmen oder Konventionen abgesehen I *cn Kreisen erfahren wir hierzu, daß und ihre Bestimmung in jedem einzelnen Poinearö offenbar mit offiziellen Stellen Falle dem Völkerbundsrat überlassen wer- wenig Fühlung hat. Sonst müßte er wis- den foll. I fen, daß uns nach dem Räumungsproto­

koll vom August 1929 der Bau von breL Rheinbrücken zugestanden wor­den ist, und zwar bei L u d w i g s h a f t n, Speyer und Ma^au. Um diese Briik- hen handelt es sich im diesjährigen Etat.

Nach der heutigen grundsätzlichen Aus­sprache über die Kauptarttkel der Kriegs­verhütungs-Konvention wurde ein zwolf- gliedttgeg Redaktionskomitee eingesetzt, dem auch der deutsche Gesandte z. D. Göp- pert angehört. Das Redaktionskomitee hat I Pflege bes bundesstaatlichen Gedankens,

ben Auftrag zur Umarbeitung des Mo- I München, 1. Mai. AlsArbeit*--

dellvertrages in einen allgemeinen Kriegs- I ausschuß für Reich und Heimat" ist Verhütungspakt übernommen. Die arttkel- I §n 30. Apttl hier eine Vereinigung zur werfe Beratung wird morgen vormittag Df lege des bundes staatlichen Se­mit der Aussprache über die Bestimmun- L°cnLenJ gegründet worden. Sn einem gen zur Ratifizieruna iinhxnfiJtftiofannn I Aufruf, der u. a. von Umversttätsprofessor abqef&lolfen ftier Dr. Karl Alexander von Müller und Staats-

bak bie AnfrafiiX« t]nit Deutschland, ftttelär z. D. Franz Freiherr von Welser un-

B ^nkraftjetzung der Konvention von | terzeichnet ist, wendet sich ber Ausschuß gegen

Betete in Stelen

London, L Mai. Der Saderkorre- spondent desDaily Telegraph" j, Bombay meldet:

Ich höre, daß all« europäischen Frauen »nd Kinder i» der Rordwestprooinz. ito Puadschab und i« den vereinigte« Pro­vinzen, wo allgemein Unrahe herrscht, Weisung erhalte« habe«, sich bereit z» machen, ihre«ser z» verlasse« und sich nach hem befestigten Plätze« zarückza- ziehen, falls die Behörde« einen solche» Schritt für notwendig eitlere«. Es liege» Berichte über die Unznverläsfigkeit vo» Sikhbataillonen vor. Doch melde ich dies «ttt alle« Vorbehalt. Der Bericht sagt «och, die beiden Züge von Earhwal- Schütze«, die ens Peschawar entfernt wor­den sind, hatten sich geweigert, bei be« dortigen Unruhen auf ben Pöbel z» feuern.

Steten»

Vorbereitung ber Aktienemission der BIZ.

Brüssel, 1. Mai. Eine vo« der Bank für internationalen Zahlungsausgleich einberufene Bankierkonferenz ist heute vormittag zusammengetreten. Es wurde» die allgemeinen Bedingungen geprüft, n«, ter denen die Emission des Aktienkapitals der Bank folge« soll. Die Besprechnnge», die einige Tage in Anspruch nehmen dürs­ten, haben nur vorbereitenden Eharakter. Die Deutsche Reichsbank ist durch Reichs- bankdirektor Fuchs, die BIZ. durch Fraser u0 Q uesnay vertreten.

Verzichtet England auf Singapore?

London, 1. Mai. (TU.) Die bri­tische Regierung wird sich in Kürze über die Frage der Errichtung des Flotten­stützpunktes von Singapore schlüssig werden. In Regierungskreisen neigt man zu der Ansicht, daß Singapore auf Grund des Londoner Flottenverttages als Flottenstützpunkt für zahlreiche Schiffe nicht länger notwendig sei, und daß daher eine Aenverung der Pläne erwogen werden könne. Der Plan geht dahin, den bereits fertiggestellten Teil des Flottenstützpunk­tes in eine Unterkunftsstätte für Luftschiffe und Wasserflug, zeuge umzuwandeln.

Sasunglück in einer chemischen Fabrik.

Amsterdam, 1. Mai. 3n einer chemi- chen Fabrik in Helmond ereignete sich heute ruh ein Unfall, dem zwei Arbeiter zum Opfer ielen. Durch das Springen einer Röhren- eitung füllten sich die Räume plötzlich mit einer großen Menge des erstickenden Tttchlor- tettleen-Gases. Die Belegschaft flüchtete. Ein Arbeiter hatte jedoch bereits so viel Eas ein­geatmet, daß er tot zusammenbrach. Ein an­derer Arbeiter, der ihn retten wollte, kehrte ebenfalls nicht mehr lebend zurück. Es kam dann zu einem dramatischen Aufttttt, da mehrere Arbeiter, die selbst bereits bei Ret­tungsversuchen dem Erstickungstode nahe ge­wesen waren, den Direktor der Fabrik Nele-, einen Arzt und mehrere Polizeibeamte mit Gewalt am Betreten des Gebäudes zu hin­dern suchten. Der Direttor der Fabttk lieh sich nicht zurückhalten, brach aber bald ebenso wie der ihn begleitende Arzt und ein Polizei­beamter in den giftigen Dämpfen bewußtlos zusammen. Die Gasmasken der Feuerwehr erwiesen sich als unzurttchend. Erst nachdem sie ihre Zuflucht zu Sauerstoffapparaten ge­nommen hatte, gelang es der Feuerwehr, die drei Ohnmächtigen in Sicherheit zu bringen und wieder ins Bewußtsein zurückzuführen. Die Fabrik muß vorläufig stillgelegt werden.

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teirolitlttte Sagtenatteittezn

Mit dem Motorrad i» ben Uirtergrnnb» bahuhos.

Berlin, 1. Mai. Ein 21jähriger Arbeiter Herbett Müller aus Neukölln fuhr heute nacht mit seinem Moiorrab in den Untergrundbahn- Hof Hermannplatz hinein. Das Motorrad über» Ichlug sich und stürzte mit i bin die Treppe hinab. Dabei wurde die 31jährige Buchhalterin Buschow. die die Treppe binar» , mit in die Tiefe gerissen. Die beiden mglückten waren auf der Stelle tot. Zwei andere Personen, b:.e von bem Motorrad gestreift wurden, erlitten leichtere Ver­letzungen.

Großfeuer ans Rüge».

Stralsund, 1. Mai. Die Insel Rügen ist heute wieder der Schauplatz eines verhee­renden Brandunglücks geworden. Gegen 1 Uhr mittags brach auf dem Rittergut Dumse­vitz bei Bergen in einer langen, strohgedeckten Scheune Feuer aus. Infolge des starken Ost­windes gerieten nacheinander drei große ge­füllte Scheunen, der Kuhstall, Pferoe- und Schweinestall in Brand. Die ungeheure Hitze machte Rettungsarbeiten unmöglich. Von dem langen Gut sind nur das Herrenhaus und eine Feldscheune verschont geblieben. Alle sech- tvebaude sind innerhalb kurzer Zeit vernichtet worben. Der Schaden ist noch nicht zu über­sehen. 50 Kühe, der größte Teil des Pferde- und des Schweinebestandes, ein Teil der land­wirtschaftlichen Maschinen, viel Getreide- und Strohvorräte find verbrannt