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's,11 Uhr.

Anzeiger für (das frühere kurhessische) Oberhessen

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Nr W 65. Mrg. Mardmg «.Mn

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Anzeiger der amtlichen Bekanntmachungen für Stadt und Kreis Marburg.

Schwarzer Tas für -« Fd'eserei

Kurchlbare Unfälle am gcilrigen Eonnlas - 3n Amerika 14 Personen gelotet

Wink siMderlmark getötet

Düsseldorf. 27. AprU. Der Flug­zeugakrobat Hundertmark, der am Son- tag nachmittag auf dem Flugplatz Düssel­dorf-Lohausen einem zahlreichen Publikum flugakrobatische Attraktionen vorsührte, blieb bei der Demonstration des Um­steigens von einem Flugzeug ins an­dere in der Luft an einem Seit hängen, da er eine Strickleiter nicht mehr erreichen konnte. Er wurde etwa 25 Minuten an dem Seil in der Luft mitgeführt und er­litt bei der Landung erhebliche Ver­letzungen an Kopf und Schul­te rn. Sein Zustand ist lebensgefährlich.

Zu dem Unglück erfahren wir noch fol­gende Einzelheiten. Fast zum Schluß der Veranstaltung, nachdem der bekannte Flug­künstler Hundervnark schon glänzende Akro­batik gezeigt hatte, kam die Hauptnummer des Programms, das Umsteigen in der Luft. Hundertmark stieg mit einem Flugzeug der Fliegerschule, gesteuert von dem Chefpiloten V e s ch k e, auf, um in ein über ihn fliegen­des Flugzeug, aus dem ewe Strickleiter her­abgelassen wurde, umzusteigen. Beim zweiten Versuch gelang das halsbrecherische Kunststück. Hundertmark hatte die Strickleiter am un­teren Ende gefaßt. Das Umsteigen war ge­lungen. Jetzt geschah aber das Entsetzliche.

Aus einem unerklärlichen Grunde gelang es ihm nicht, die erste Sprosse der Strick­leiter zu erfassen und er baumelte fest­gekoppelt am unteren Ende der Strick­leiter.

Ein Versuch des zweiten Insassen des Flug­zeuges, die Strickleiter mit einem Eriatzstrick hochzuziehen, miszglückte. Hundertmark be­fand sich in furchtbarer Lage, da er nicht bochklettern und das Flugzeug nicht landen konnte, ohne ihn dabei zu Tode zu schleifen. Polizei breitete ein Fangtuch aus. Das Flugzeug, das nun schon fast 20 Minuten protze Kreise über dem Platz beschrieb, kam m langsamer Fahrt auf das Fangtuch zu. Hundertmark berührte es, doch gelang es nicht, im gleichen Augenblick die Strickleiter Zu durchschneiden. Das Flugzeug versuchte nun, den Erdboden zu erreichen, wobei der Führer wohl annahm, daß es Hundertmark gelingen würde, sich loszukoppeln. Er hatte aber nicht mehr die Kräfte dazu und so wurde er

zum Entsetzen der Menge eine ganze Strecke übxr den Boden geschleift.

Das Flugzeug stieg wieder hoch und noch immer hing Hundertmark .bereits schwer ver­letzt. in der Luft. Man sah nun ein. datz eine Rettung unmöglich war und die Polizei­beamten zogen mit dem Fangtuch wieder zurück. Dreiviertelstunden währte das ent- letzliche Schauspiel. Schließlich faßte sich der mugzeugführer ein Herz und ging mit der Maschine nieder. Entsetzt schrie die Menge auf. Der Flugzeugführer tat sein möglichstes, wn den Apparat ganz behutsam auf den Boden zu setzen. Sanitäter waren sofort zur Stelle. Sie schafften einen fast Leblosen ms Krankenauto, das sofort in rasender vahrt zur Privatklinit Golzheim fuhr. Auf Anfrage erfährt die Telegraphen-llnion, daß vundertmark lebensgefährliche Verletzungen erlitten hat. Man glaubt nicht, daß es ge­nügen wird, ihn am . Leben zu erhalten.

Flugzeugakrobat Hundertmark gestorben.

Düsseldorf 27. April. Der heute nach­mittag auf dem Düsseldorfer Flugplatz bei alugzeugvorführungen schwer verletzte Flug- Seugakrobat Hundertmark ist seinen Ver­letzungen im Laufe des Abends erlegen. Sa die »ufKauermenge gestürzt fk. Newyork, 2. April. Bei Bor- sLhrung von Kunstfliegen auf dem Flug- platz Fayetterille bei Le Nashville (Tennesfee) ereignete sich am Sonntag ein schweres Unglück. Ein Kunstflieger stürzte wit seinem Flugzeug, in dem sich noch zwei

Pasiagiere befanden, mitten in die Zuschauermenge. Dabei wurden sieben Personen getötet und zwanzig zum Teil schwer verletzt. Die Zn- sasien des Flugzeuges blieben ««verletzt.

fk. Newyork, 28. April. Am gestrigen Sonntag' ereigneten sich in verschiedenen Staaten der Union mehrere FlugzeugunfäKe, bei denen insgesamt 14 Personen getötet und zahlreiche verletzt wurden.

In Alvord (Island) stürzte während eines Wolkenbruches ein Flugzeug ab, wobei drei Personen getötet und eine verletzt wurde.

Nach einer Meldung aus Portsmouth (Newhampshire) flog ein Flugzeug beim Ver­such, eine Notlandung vorzunehmen, gegen I

einen Baum, stürzte ab und geriet in Brand. Zwei 14jährige Kinder verbrann- ten. Der Pilot wurde schwer verletzt.

In Milwaukee (Wisconsin) stürzte eben­falls ein Flugzeug ab. Hier wurden zwei Personen getötet.

E!a SvvrWWUg abgeftürzt

Mannheim, 26. April. Heute nach­mittag gegen 17.20 Uhr stürzte das Sport­flugzeug D. 1828 mit zwei Insassen aus bisher unbekannten Gründen in der Nähe des Flughafens Mannheim in eine seichte Stelle des Neckars. Der Beifahrer Riedel aus Heidelberg war sofort tot, der Mih- rer Waldvogel aus Mannheim wurde, schwer verletzt: er starb kurz nach seiner Einliefe­rung in das Krankenhaus. Das Flugzeug ist

Der Sonderkorrespondent desDaily Telegraph" in Indien meldet aus Bombay, hinter der Gandhi- Agitation stecke eine geheime Revolutions­bewegung in ganz Indien ge­gen die britische Herrschast. Ne­ben dem Kongreß und sogar in Fühlung mit vielen'seiner Führer bestehe eine seit 1928 geleitete anarchistische Organisation, die viele Verbrechen ausgeführt habe, u. a. auch die in Chittagong und Kalkutta so­wie den Anschlag gegen den Eisenbahn- zug des Vizekönigs. Der Korrespondent berichtet über eine außerordentliche Szene am Sonnabend in Bombay, als 3000 Men­schen an einer Prozession durch die Haupt­straßen Bombays teilnahmen. Sie mar­schierten in militärischer Ordnung, leg­ten den Verkehr lahm und sangen revo­lutionäre Lieder.Kongreßtruppen" und Führer marschierten in der Mitte der Straße, geschützt durch dichte Linien von Männern und Jugendlichen, die sich an der Hand hielten. Ihnen schloß sich eine riesige Menschenmenge an. Nach weite­

ren Meldungen soll Re Lage in Indien sehr ernst sein. Die englischen Behörden treffen große Sicherheitsmaßnahmen.

Prefleverordnung in Indien.

Sim la, 27.April. Der Vizekönig hat eine Verordnung über das Pressewesen verkündet, die das Pressegesetz vom Jahre 1910, wieder in Kraft setzt mit einigen Abänderungen, die den gegenwärtigen politischen Umständen angepaßt sind. Das Pressegesetz von 1910 beschäftigt sich mit Aufreizung zum Mord und anderen Gewalttaten sowie mit Ausführungen in der Presse, die die Tendenz verfolgten, Soldaten oder Matrosen zur Pflichtver­letzung zu verleiten, oder die britische Re­gierung, einen indischen Fürsten oder ir­gend einen TeilSeiner Majestät Unter­tanen" in Indien verhaßt oder verächt­lich zu machen.

Indischer Boykott englischer Fahrräder.

fk. K a l k u t t a, 28. April. Der indische Fahrradhändlerverband beschloß, vom 23. April ab für drei Monate keine britischen Fahrräder und Zubehörteile einzuführen.

5 italienische Kriegsschiffe vom Stapel gelaufen.

fk. Rom, 28. April. Auf verschiedenen Werften liefen gestern 4 Kreuzer und ein Unterseeboot vom Stapel.

Die RevoluttoMtwrgms in Wien

Verschärfung der Zensur

Die englischen Enropaflieger wieder daheim.

ft London, 28. April. Der Rest der Gruppe englischer Prioattlieger, die vor Ostern einen Flug durch Europa an traten, sind am Sonntag abend wieder auf dem Flugplatz Heston eingetroffen. Unter ihnen befand sich auch der Organisator und Führer Graf Nigel Norman, der sich sehr be­friedigt über den Verlauf aussprach. Die englischen Flieger seien überall äußerst gast­freundlich aufgenommen worden.

Ein schweres Kraftwagenunglück.

sk. Paris, 28. April. Auf der Land­straße LyonGrenoble überfuhr am Samstag nachmittag ein mit fünf Perso­nen besetzter Kraftwagen einen Radfah­rer, der schwer verletzt wurde, und raste dann gegen einen Baum. Der Wagen wurde vollständig zertrümmert. Von den Insassen starben drei kurz nach der Ein­lieferung ins Krankenhaus, während die beiden überlebenden Personen mit schwe­ren Verletzungen hoffnungslos darnieder liegen.

vollständig zerttürnrneri. Staatsanwalt­schaft und Polizei waren zur Untersuchung des Unglücks sofort zur Stelle.

Zu dem bereits gemeldeten Flugzeugunglück auf dem Mannheimer Flugplatz sind noch folgende Einzelheitet zu berichten: Der 28 Jahre alte Sportflieger Diplomingenieur Waldvogel war in Begleitung des ver­heirateten 35jährigen Modellingenieurs R i e- del zu einem Uebungsflug mit dem erst vor vier Tagen mit einem SOpferbigen Siemens- Sternmotor ausgerüsteten Klemm-Daimler- Leichtflugzeug aufgestiegen. Nach wenigen Minuten Flugzeit setzte Waldvogel beim Ueberfliegen des Neckar zur Landung an. In einer Kurve neigte sich die Maschine plötz­lich vorüber und stürzte aus 40 Meter Höhe steil auf die Uferböschung des Neckar. Der Aufschlag der Maschine war derart stark, daß sich der Motor etwa 50 Zentimeter tief in die Böschung eingrub. Das Flugzeug wurde vollkommen zerstört. Während Riedel sofort tot war, ist Waldvogel erst auf der Ueber- führung ins Krankenhaus feinen schweren Verletzungen erlegen. Waldvogel galt in den Mannheimer Fliegerkreisen als aussichtsreicher Sportflieger, während Riedel, der Frau und drei Kinder hinterläßt, sich durch seine Flug­zeugmodellbauten besonders ausgezeichnet hatte. Außerdem war er auf Grund feiner Fähigkeiten vom badifch-pfälzifchen Luft­fahrtverein zur Teilnahme an dem Früh- jahrs-Rhön-Segelflugkurfus angemeldet wor­den. Die Ursache des Unglücks ist noch nicht festgestellt worden.

TagtWWl

Zu den Pressemeldungen, nach denen Gras Westarp nach der Sitzung des deutschnationalen Parteivorstandes die Ab­sicht kundgegeben haben soll, sein Reichs- tagsmandat niederzulegen und sich ganz aus dem politischen Leben zurückzuziehen, sagt dieBerl. Börsenzeitung": Wir wären erfreut, wenn wir diese aus­sehenerregende Nachricht ohne weiteres de­mentieren könnten. Leider müssen wir aufgrund eigener Informationen fefkstel- stellen, daß sie keineswegs aus der Luft gegriffen ist, sondern daß die angekündigte Mandatsniederlegung tatsächlich noch im Bereich der Möglichkeit liegt. Welche Mo­tive allein dabei eine Rolle spielen können, ist unschwer zu erraten. Sie sind aus­schließlich in der unversöhnlichen Haltung des Parteivorstandes zu suchen, durch des­sen einseittge Schuld die Gegensätze derart verschärft worden sind, daß der Zerfall der Partei kaum noch vermeidbar erscheint. Wenn unter diesen Umständen der alte Führer, der seine ganze Lebensarbeit der Partei gewidmet hat und jetzt mitansehen muß, wie dieses sein Lebenswerk in unver­antwortlicher Weise zerschlagen wird, aus einem Gefühl berechtigter Verbitterung heraus dem Gedanken nähergetreten ist, dem ganzen politische« Leben den Rücken zu kehren, so wäre das an sich verständlich. Trotzdem hoffen und erwarten wir immer noch, daß Graf Westarp seine Absicht nicht verwirklicht und sein Mandat beibehält. Die nattonale Kampffront kann keinen Mann entbehren, am allerwenigsten einen Kämpfer von so altbewährter Tüchtigkeit.

In der kommenden Woche wird das Reichskabinett seine erste Sitzung nach den Osterferien abhallen. Ein ge­nauer Termin steht allerdings noch nicht fest. Gegenstand der Beratungen wird auch der Entwurf eines Steuersenkungsgesetzes für das Jahr 1931 bilden, der in seinen Grundzügen bereicks fertiggestellt ist. Da es sich bei dem Gesetz um ein sehr schwieriges Objekt handelt, dürfte sich aller Wahrscheinlichkeit nach ein scharfer und er­bitterter Kampf um den Entwurf entspin- nen. Man rechnet heute bereits nicht mehr damit, daß die seinerzeit angenommene Summe einer Ausgabensenkung von 600 Millionen für das Etatsjahr 1931 erreicht werden kann. Dem Ausgabenausfall stehen beträchtliche Ausfälle auf der Einnahme­seite gegenüber. In gut unterrichteten Kreisen beziffert man den Saldo von 1931 höchstenfalls um 150 bis 200 Millionen günstiger als den derzeitigen. Verschie­dene Bestrebungen zielen darauf hin, im Etat für das kommende Jahr, zumindest aber bei den Haushalten der einzelnen Ministerien, feste pauschale Höchstbeträge einzusetzen, die unter keinen Umständen überschritten werden dürfen. Bei der end- gülttgen Aufstellung des Haushalts für 1931 wären dann innerhalb dieser ge­steckten Grenzen immer noch Verschie­bungen möglich. Diese Bestrebungen hat man mit dem WortEtatplafond" belegt.

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Das Reichskabinett wird sich schon in den allernächsten Tagen in der ersten Sit­zung nach den Osterferien mit dem Ost - Programm befassen, dessen Vorberei­tung ressortmäßig dem Reichsernährungs- ministerium obliegt und das, wie wir hören, so gut wie vor dem Abschluß steht. Die Einzelheiten, die bisher in der Presse er­örtert worden sind und auch schon zu kritischen Einwendungen Anlaß gegeben haben, dürsten nicht in vollem Umfange den endgültigen Plänen des Reichsernäh- rungsministcr entsprechen. Die Reichsre­gierung wird auf eine beschleunigte Be­handlung dieses Programmes und dessen alsbaldige Verabschiedung in den gesetz­gebenden Körperschaften dringen. Man erwartet gerade bei dieser Frage keine grundsätzlichen Schwierigkeiten bei . der deutschnationalen Reichstagsfraktion, es sei denn, daß sie oder ihr radikaler Flügel zu dem Ergebnis gelangte, daß die von der Reichsregierung vorgeschlagenen Maßnah-