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Hindenburg 5 Jahre Reichspräsident
rett sind, dem Volke und dem Staate zu
Für die deutsche Entwick-
ordnung über.
Aufruf der Sozialdemokratischen
Partei
Reichsverfassung hat der zweite deutsche Reichspräsident gewissenhaft befolgt. Wenn es seinem Vorgänger, dem Präsidenten
Fraktionen. Er hat noch in den letzten Wochen mit klarer Entschiedenheit den Reichstag an seine Aufgaben ermahnen lassen und gleichzeitig das Kabinett mit allen verfassungsmäßigen Vollmachten versehen, dapiit die Staatsaufgaben nicht Rot leiden. In allen großen und kleinen Aufgaben und Fragen gleich gewissen-, haft, abgeklärt, stets würdig seines hohen Amtes, verkörpert der fast dreiundachtzigjährige Reichspräsident Hindenburg das deutsche Gewisten. Wie das Volk ihm zum 80. Geburtstage zujubelte, so wird ihn vor allem das Rheinland feiern, wenn er zu seiner Befreiungsfeier in den nächsten Wochen dort erscheint. Diese Fahrt wird ein Shmbol dafür sein, daß unser Volk und seine Führer, der Präsident an der Spitze, schwere Jahre hindurch nicht umsonst gearbeitet und geopfert haben.
Die Wahl Hindenburgs sollte nach der Voraussage seiner damaligen Gegner im Wahlkampfe der Beginn einer Kata- strovhenpolittk für Deutschland sein. Der
vom 11. April 1925 kündete an, daß die Republik in Gefahr, daß der Friede gefährdet sei, daß eine neue Inflation kommen werde, wenn Hindenburg zum Siege gelangt. Der jetzige Ministerpräsident Otto Braun verkündete damals, die Wahl Hindenburgs würde den Sieg der Kapitalkonzerne, der Monarchisten, der rechts- putschistischen Gruppen bedeuten. Heute werden auch solche Propheten beschämt zugeben, daß sie unrecht gehabt haben, daß keine ihrer Voraussagen eingetroffen ist. Millionen, die einst dem Präsidentschaftskandidaten Hindenburg ablehnend gegenüberstanden, danken mit denen, die für seinen Wahlsieg gearbeitet und gekämpft haben, heute dem großen Führer für seine Psiichterfüllung, für sein edles Vorbild. Hoffen wir und wünschen wir dem deutschen Volke, daß es sich noch recht lange der starken sittlichen Kraft eines Hindenburg erfreuen kann, dann wird es auch in Zukunft nicht an Männern fehlen, die- be-.
Es ist ein weiter, schicksalsvoller Weg gewesen, der den kaiserlichen Heerführer an die Spitze der Republik führte. Es ist eine Tragik geworden, daß diejenigen, die denselben Wann vor fünf Jahren gegen seinen eigenen Wunsch in die vorderste Reihe der Politik stellten, heute vielfach abseits von ihm stehen. Das mögen Emp- findungen und Empfindlichkeiten verstände licher Art sein, aber das Schicksal einer großen Ration geht darüber zur Tages-
Run sind fünf Jahre seit dem unvergeßlichen Tag verflossen, der den deut-- schen Nationalhelden des Weltkrieges zur Führung des Reiches berief. Die Vorgeschichte dieses Ereignisses ist uns noch in frischer Erinnerung. Im ersten Wahlgange (29. März) stand Dr. Jarres weit an der Spitze aller Kandidaten, die sich um die Präsidentschaft bewarben. Trotzdem schien der Ausgang des Stichwahltages ungewiß. Hauptsächlich auf die Veranlassung deutschnationaler Kreise erfolgte deshalb für den zweiten Wahlgang ein Kandidatenwechsel. Feldmarschall von Hindeichurg wurde von den im Reichsblock vereinigten Parteien aufgestellt, obwohl es nicht an Stimmen fehlte, die den Wunsch vertraten, den greisen Helden außerhalb des plMischen Kampfes zu hallen. Die Weimarer Parteien einigten sich auf den Zentrumsabgeordneten und früheren Reichskanzler Marx, daneben blieb die kommunistische Zähllandidatur bestehen. Der geschichtliche Klang des Ramens Hindenburg führte den Parteien des Reichsblockes noch eine Million neuer Wähler hinzu, so daß sein Wahlsieg als eine große und freudige äleberraschung am 26. April verkündet werden konnte. Am 12. Mai 1925 leistete der neue Reichspräsident vor dem Reichstage den Cid auf die Verfassung.
lung war und bleibt es von ungeheurer Bedeutung, daß ein Mann von der Größe und der unantastbaren Persönlichkeit Hindenburgs dos Staatsruder ergriff. Hindenburg hat durch sein Beispiel bewiesen, daß es möglich ist, in treuer Verehrung dem Alten zugetan zu sein und doch mit starkem Sinn und Verantwortung der neuen Zeit zu dienen. Wart, und Sinn der
dienen, wie es der Mann getan hat, der sich den Ehrentitel „Vater des Da«, terlandes" längst erworben hat.
Ehrfurcht und Vertrauen
Am heutigen 26. April sind fünf Jahre verflossen, seit Generalfeldmarschall von Hindenburg zum Präsidenten der Deutschen Republik gewählt wurde. Die Mehrzahl der Berliner Blätter nimmt dieses Jubiläum zum Anlaß, einen Rückblick auf die Amtstätigkeit Hindenburgs als Reichspräsident zu werfen. Hindenburg hat sich, so heißt es in der „German i a", in fünf inhaltsschweren Jahren bewährt als der beste Hort deutscher Staatsgesinnung und einer aufwärts führenden deutschen Politik. In einer Zeit, die so überaus reich war an scharfen politischen Kümpfen und parteiischen Auseinandersetzungen, war er immer wieder der Mahner zur fachlichen Arbeit und zur fachlichen Einigung. Wir hoffen in» MNdig, daß ihn die Kraft nicht verläßt und ihm der Mut nicht schwindet, fein hohes Amt in diesem Geiste weiterzu- lüljrcn.
Ungebeugt vom Alter steht, so schreibt die „Deutsche Allgemeine Zei- t u n g“, der 82jährige auf seinem Posten, unberührt von der Gegnerschaft der Linken und den leider häufig gewordenen Angriffen der äußersten Rechten. Einem Manne wie Hindenburg gegenüber ist Byzantinismus nicht am Platze, wohl aber etwas anderes, was auch auf der Rechten leider vielfach verloren gegangen ist: Ehrfurcht und Vertrauen.
Das „B e r l i n e r T a g e b I a t t" sagt: Am 12. Mai übernahm Hindenburg, ein 78 Jähriger, das neue Amt, leistete er im Reichstag in feierlicher Sitzung den Eid auf die Verfassung. In den seither verflossenen Jahren seiner Amtsführung hat er gemäß diesem Eide seinem Handeln die Mahnung zur Einigung vorangestellt.
Die „Vosfifche Zeitung" erinnert an den Aufruf Hindenburgs bei Ueber- nahme seiner Kandidatur: „Wenn die Pflicht mir gebietet, auf dem Boden der Verfassung als Reichspräsident zu wirken, so soll es nicht an mir fehlen. Ich reiche jedem Deutschen die Hand, der national denkt, die Würde des deutschen Namens nach innen und außen wahrt und den kon- fesfionellen und sozialen Frieden will." So hat er es sich von Anbeginn vorgenommen. In diesem Geiste hat er fein Amt geführt.
Im „Vorwärts" wird ausgeführt, daß Hindenburg diejenigen enttäuscht habe, die ihm, dem unpolitischen Soldaten, das höchste politische Amt zugeschoben hatten. „Denn gegen die Verfassung, die er beschworen hatte, ließ er sich nicht mißbrauchen, auf halsbrecherische Abenteuer ließ er sich nicht ein.“
Der .Berliner Lokal-Anzeiger" erklärt: „In der fünfjährigen Amtsperiode hat Hindenburg sein Amt mit vorbildlicher Pflichttreue geführt und stets das Wohl des Ganzen im Äuge behalten. Auch das Amt des Reichspräsidenten ist nicht der politischen Kampflinie entrückt, und auch die Handlungen des Reichspräsidenten sind der Kritik unterworfen. Aber über allen politischen Streit hinweg ist die Tatsache, einen Mann von solchem ehrlichen, unbestechlichen Wollen, von solchen reinen, lauteren Äbsichten und von solcher geschichtlichen Größe an der Spitze des Reiches zu sehen, von unschätzbarem Werte.
Ebert, nicht immer möglich fein konnte, seine parteipolitische Vergangenheit zu vergessen, so besteht bei Hindenburg nicht der geringste Zweifel, daß er über allen politischen und wirtschaftlichen Gruppen steht. Das weiß im deutschen Volke jeder Einzelne, das schafft Vertrauen in einer Zeit der Krisen und der inneren Kämpfe. Reichspräsident von Hindenburg hat sich durch keinerlei parteipolitische Voreingenommenheiten hindern lassen, jeweils das zu tun, was aus der pvlittschen Lage heraus und kach reiflicher Aeberlegung notwendig war. Er hat den Sozialdemokraten Hermann Müller zum Reichskanzler berufen und damit seiner Partei das gleiche Maß von Verantwortung zugeschoben, wie vorher und nachher bürgerlichen
Vater des Vaterlandes
Am 26. April 1925 fand der zweite Wahlgang der Reichspräsidentenwahl statt. Generalfeldmarschall von Hindenburg wurde mit 14,6 Millionen Stimmen gewählt, Marx (Zentrum) erhielt 13,7, Thälmann (KPD.) 1,9 Millionen Stimmen.