Einzelbild herunterladen
 

Rr,S6 65. Mrg. Marburg n. Labn

Dir Muhen in Mien

AWM in Peschawar Arien und Kedeuiung brr Frelbriisbewegung Sie Sallung Englands

er

di

50

in

1.

2.

3.

3

Mar-mm Zagtsanzejgtt

Semsche

LandMüuag

Mttag, -enA.Avrl! mo

Diese Arbeiten werden voraussichtlich ein oder zwei Wochen in Anspruch nehmen. Inzwischen wird, wie derE x c e l s i o r" erfährt, die Ratifizierung des Poung- planes durch die noch ausstehenden Re­gierungen (England und Italien) er­folgen, die der Internationalen Dank ge­stattet, offiziell in Tätigkeit zu treten und die Stelle der Reparationskommission für die Verwaltung der deutschen Schuld ein­zunehmen. Die Delegierten der Mächte in der Reparationskommission werden vor­aussichtlich Mitte Mai zu einer Vollsitzung zusammentreten, um die Auflösung der Reparationskommisston zu beschlichen und einen Liquidator zur Regelung der in-. lernen Fragen der Reparationskommisston zu ernennen.

so wird sie sicherlich von der Angefähr-- lichkeit dieses Mannes, vielleicht auch der Bewegung, die er führt, überzeugt sein. Einige Tatsachen können hier etwas Licht geben: die nationalistische Bewegung in Indien wird von ungefähr einer Million Menschen getragen, die Bevölkerungszahl Indiens beträgt aber ungefähr 300 Mil­lionen. Eine Gegenüberstellung dieser bei­den Zahlen kann Aufschlüsse geben, beson­ders, wenn man bedenkt, das; das indische Volk durch Religionsgegensätze, durch daS unverrückbare Kastenwesen und durch die Streitigkeiten der Hunderte von Sekten auch heute noch völlig zerrissen ist, das; man in Indien also eine Volksgemeinschaft gar nicht kennt, also dort die wichtigste

sondern auch in der ganzen Welt mit dem größten Interesse, Sorge und Anteilnahme je nach der Politischen Einstellung der Völker verfolgt wird. And wo dies mei­stens der Fall ist, so sieht ein nicht geringer Teil der zivilisierten Welt die Vorgänge in Indien und das Gebühren des Mahatma mit einem Empfinden an, das stärker von Romantik getrieben wird, als von einem kühl abwägenden Verstand. Die Zeitungen in Europa und in Amerika sind überfüllt von Nachrichten über den Stand der indi­schen Nationalbewegung und den Absich­ten, die Ghandi seinen Marsch nach dem Salz unterlegt. Man liest von blutigen Zusammenstößen in einigen Großstädten Indiens, von gewissen Maßnahmen der

ff. Paris, 25. April. Das Ende der Reparationskommisston steht bevor. Heute tritt im Außenministerium das im Schluß- protokoll der Haager Konferenz vorge­sehene Sonderkomitee für die lleberleitung der Funktion de: bestehenden Organismen des Dawes-Plan auf die Internationale Zahlungsbank zusammen. Es handelt fttf). darum, die juristischen, verwaltungstech­nischen und finanziellen Bedingungen fest­zulegen, unter denen diese lleberleitung vorgeommen werden wird. Das Sonder­komitee wird als Aufgaben haben:

indischen Regierung, von Truppenzusam­menziehungen und läßt sich durch alle diese Meldungen zu der Annahme bringen, vag den Engländern in Indien jetzt tatsächlich ein äußerst gefährlicher und ernsthafter Gegner entstanden ist.

Eines wird jedoch sehr oft übersehen und nicht bei'der Bewertung der indischen Vor­gänge herangezogen, nämlich die Tatsache, daß Ghandi heute noch ein freier Mann ist, von den Engländern also in Ruhe ge­lassen wird. Man hat ihn nicht verhaftet. Wer die britische Kvlonialpolitik kennt, weiß, daß dies nicht aus Schwäche oder aus einer Besorgnis vor den Folgen dieses Schrittes unterlassen wurde. Wenn die Regierung den Mahatma gewähren läßt,

Die Rechnungslegung des General­agenten für die Reparationszahlungen während der llebergangsperiode vom 31. August 1929 bis 1. Mai 1930 zu bewilligen, die früheren Schuldverschreibungen Deutschlands (Bonds A, B, C ufw.) zu vernichten,

die Bestimmungen für den llebergang der Befugnisie der Reparationskom­mission auf die Internationale Zah­lungsbank festzusetzen.

Voraussetzung fehlt für eine wirkliche Volksbewegung mit einheitlichem Ziel. Die Engländer schätzen diese Tatsachen durch­aus richtig ein, es ist daher erklärlich, daß sie auch jetzt trotz dieses etwas sensatio­nell aufgebauschten Marsches des Ma­hatma und seiner Getreuen nach dem Salze die Nerven nicht verlieren und ihre ganze Energie darauf richten, die Sache sich tot­laufen zu lassen und dafür zu sorgen, daß die Lehren Gandhis nicht allzuviel An- heil anrichten.

In Deutschland ist man vielfach in den alten Fehler verfallen. Ghandi, den Geg­ner Englands, ein ziemlich gerütteltes Maß

(Fortsetzung sieh« Seite 2.1

'S. er e> 30

»Oberhessisch« Zeitung" er­scheint sechsmal wöchentlich. Be­zugspreis monatlich 2.20 SM.aus- schließl. Zustellungsgebühr, durch die Post 2.45 GM. Für etwa durch Streik, Maschmendefett »der ele- mentose Ereignisse ausfallende Nummern wird kein Ersatz ge- .. leistet. Verlag Dr. §. Hiheroth.' Druck der Unib.-Buchdruckerei Ioh. Ang. Koch, Markt 21/23 Fernsprecher: Rr. 54. u. Nr. 55. Postscheckkonto: Amt Frankfurt -. M. Rr. 5015. Sprechzeit der Redaktion von 1011 und

»1,11 Uhr.

Wie der diplomatische Mitarbeiter des Daily Telegraph" feststellt, haben die Ergsbnisie der erste« Sitzung des Di­rektoriums der 8.3.3. in englischen po­litischen Kreisen starke Unzufriedenheit hervorgerufen. Die Beschlüsse wurden verschiedentlich als den britischen Znter- esien außerordentlich abträglich bezeichnet. Insbesondere die Ernennung eines Fran­zosen zum Generaldirektor werde sehr bedauert. Nach der Wahl eines fran- zösischen Generaldirektors habe man es Deutschland nicht verdenken können, daß es als Eegengericht auf der Ernennung eines deutsche« Vertreters des General­direktors bestand. Das Ergebnis sei vom britischen Standpunkt aus sehr bedauerlich. Es scheint, daß die britischen Mitglieder des Verwaltungsrates die Bank den vor einem Zahr von den englischen Mitglie­dern des Yonngausschusses gemachten Feh­ler wiederholt und die englischen Rechte und Znteresien nur unzureichend verteidigt hätten. Die Uebernahme eines großen Teiles der ersten Reparationsanleihe der Va«k durch den Londoner Geldmarkt sei dem britischen Ausfuhrhandel abträglich, da sie die Kontinental-Mächte z«m Rach- teU Großbritanniens begünstige. Auch vor der Gewährung einer neuen britische« Wiederaufbauanleihe an Oesterreich soll­ten das britische Schatzamt und die eng­lische Bank darauf sehen, daß der Ertrag dieser Anleihe in erster Linie für den An­lauf britischer Waren oder die Erteilung von Aufträgen an britische Firmen ver­wandt werden.

Der Anzeigenpreis beträgt füi den 11 gespalt. Zeilenmillimetei 0.08 SM., sog. kleine Anzeigen mti Famstienanzeigen bei Barzahlung 0.07 GM, amtlich« und aus­wärtige Anzeigen 0.10 GM. Bel schwierigem Satz sowie bei Platz­borschrist 50% Aufschlag. Sammelanzeigen 100/» Auf­schlag. Reklam.»Millim. 0,40 GM Jeder Rabatt gilt als Barrabatt. Ziel 5 Tage.

Sfferten-Sebühr: 25 Pfg. Belege werden berechnet. Erfüllungsort Marburg.

)

».

Bon -er Repko zur B. Z. 8.

Englische Unzusriekenheit mit den Beschlüssen desNerwalturigsrates

ir er e b

ft London,s25. April. Die Blätter melden aus Lahore: Gestern trafen Meldungen ein, wonach feindliche Stämme von K o h a t her nach Peschawar un­terwegs seien, um die Stadt zu plündern. Flugzeuge und Panzerwagen wurden als­bald abgesandt. Sie fanden, daß die Tele­graphenleitungen an verschieden Stellen zerschnitten und die Brücken verbarrika­diert waren, konnten aber keine Spur von den Stämmen entdecken. Es wird ange­nommen, daß die Stämme glaubten, Peschawar sei in den Händen der Aufstän­digen, und daß sie umkehrten, als sie er­fuhren, daß die britischen Truppen die Stadt halten.

Time s" berichtet aus Bombay: In Peschawar ist eine amtliche Verfügung er­lassen worden, durch die allen Europäern der Zutritt zur Stadt verboten wird, außer wenn sie dienstlich dort zu tun haben. Bei den Unruhen vom 23. April wurden die Fensterscheiben des Tele-

Anzeiger für (das frühere kurheffifchej Oberheffe«

Anzeiger der amtlichen Bekanntmachungen für Stadt und Kreis Marburg

SngeSfoW

Rechtzeitig genug, um der Polizei Anlaß zu den entsprechenden Vorbereitungen, gegebenen­falls zu Verboten zu geben, wird ein geheimes Rundschreiben der kommumstr- stchen Zentrale an tue Bezirksleitungen bekannt, das einen Einblick m die Unruhe- plane der Kommunisten für den 1. Mm gibt. Zwar richten sich die angeordneten Maß­nahmen direkt nur gegen die Versammlungen und Kundgebungen der Sozialdemokraten, aber die Pläne sind so angelegt, daß ihre Durchführung ohne Schlägereien und darum ohne Blutvergießen nicht von statten gehen könnte, sodaß also das polizeiliche Interesse an der Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung durch das Bekanntwerden dieses Geheimer­lasses in besonderem Maße wachgerufen wird und an besonders gefährdeten Stellen Ms Verbot von Kundgebungen überhaupt nahe­legen müßte. Die Zentrale der K.P.D. regt die Bildung von orgamneiten Störungs­kolonnen an. Wenn man auch harmlos von Diskussionsgruppen spricht, so ergibt sich doch aus der Aufforderung, .standfeste Genossen zur Entsendung an Platze, wo.st^ persönlich unbekannt sind, zu nennen, beweiskräftig, daß man auf SchlSgernen rechnet und sich auf sie vorbereiten will. Die geplanten Maßnahmen sind zwar in heuchlerische Redewendungen An­gewickelt, damit man nachher die Schuld für die Tumulte und Unruhen abschieben kann. Aber für jeden, der die kommunistische Taktik kennt, ist die. Absicht unverkennbar den 1. Mai wieder emmal als Anlaß $u Tumulten zu benutzen. Die Polizeibehörden und die bürgerliche Ocffentlichkeit können sich m die­sem Falle nicht damit trösten, daß es.sich um eine Auseinandersetzung zwischen den feind- lichen roten Brüdern handelt. Wo die Ge- fahr von Tumulten droht, muß rechtzeitig eingeschritten werden. Das Leipziger Beispiel sollte schrecken.

Die im Frühjahr ZU erwartende Entlastung des Arbeitsmarktes ist zwar emgetre- ten, aber die Entwicklung geht doch m einer Melle vor sich ,die übertriebene Hoffnung Lügen straft und vor allem bei genauerer Durchdringung sehr bedenllich stimmt. 3u= nächst einmal ist zahlenmäßig der Umfang der Arbeitslosigkett in «meinen Gebieten des Reiches, vor allem rn der Relchshanptsta^ noch höher, als zurzeit der größten Arbe^- loiigkett im Katastrophenwinter 1929. Sach- lief» von noch größerer Bedeutung ist die Tatsache, daß der Ruckgang der Arbecks- losenzifter fast ausschließlich auf dw Bele­bung der Saisontätigkeit zuruckzufuhren ist. Die Schwierigkeiten in den unter der Kon- junktur leidenden Wirtichifttszweigen haben nickt die geringste Erleichterung erfahren. Hier hat sich die Arbeitslosigkeit m geradezu beängstigender Weise versteift. Diese^Dinge müssen umso nachdenklicher stimmen, alsdie besonders günstigen Wltterungsverhalftnsse diests Frühjahres eine schnellere Entlastung des Arbeitsmarktes hatten erhoftenlassen. Symptomatisch erscheint die ^cht Zögernde Aufnahme der Bautätigkeit, und an diesem Punkte findet das Gefühl der allgemeinen Unsicherheit in der Wirtschaft ernen be.ou- ders sichtbaren Ausdruck.

*

Auf seiner Rückreise «us dm Vereinigten Staaten von Amerika hat Dr. Eckener einem deutschen Journalisten em Interview gewährt, in dem er sich über die Erfolge sei­ner Amerikareise und die nächste Zukunft des Zeppelinproblems ausgesprochen hat. Wie es scheint hat es Dr .Eckener nickst vermocht, viel mehr zu erreichen, als die Gründung Mer Studiengesellschaft zur Untermchung des Zevvelinfiug-Problems, worüber bereits vor eimger Zeit berichtet wurde.. Irgendwelche vrakttschen Schritte zur Verwirklichung eines regelmäßigen Luftschiffdienstes sind bisher tiidit erfolgt, und nach den Angaben Dr. Eckeners wird bis zum Abschluß der Unter- lurfpinoen seitens der amerikaniichen Studien- aesellschaft mit irgendwelchen Entscheidungen b üg ich des transatlantischen Zeppelm-Ver- kehrs nicht zu rechnen sein. Bauauftrage für Zeppeline sind von amerikanischer Seite bis­her nicht vergeben worden, lediglich zwei Mi­litär-Luftschiffe für die amerikanische Flotte werden gegenwärtig gebaut.. Ganz ähnlich liegen auch die Verhältnisse m Deutschland. Auch hier werden keinerlei Entscheidungen ge­troffen werden, bevor der zurzeft im Bau be­findliche Zeppelin fertiggestellt und erprobt ist Dagegen verspricht sich Dr. Eckener mel von den Verhandlungen, die er mit den maß­geblichen englischen Stellen zu führen beab­sichtigt. Nach alledem scheint es, als wem

t, graphenanttes zertrümmert und a« ver­schiedene« Stellen die Telegraphendrähte zerschnitten. Die Unruhen wurden durch ein Bataillon britische Insantrie. Eurk- has und eine Kompagnie Panzerwagen unterdrückt.

Einer weiteren Meldung zufolge hatten die Truppen drei Tote und acht Ver­letzte. Die Geschäfte ruhe« in der Stadt. Zn den Eingeboreneuoierteln find britische Truppen jetzt von Gurkhas abgs- löst worden.

Die indischen Mohammedaner gegen Gandhi.

In einer großen Versammlung von Mohammedanern sprach der mohammeda­nische Führer Mohamed Al t, der bei dem ersten Feldzug Gandhis dessen rechte Hand gewesen war, entschieden gegen Gandhisverzweifelten Versuch .die Vor­herrschaft der vom Kastengeist besessenen Hindus über die Mohammedaner zu sichern. Die Versammlung nahm eine Ent­schließung an, in der die Mohammedaner aufgefordert werden, sich der Bewegung des bürgerlichen Ungehorsams mcht aus- zuschließen.

Die Inder, besser gesagt, der Teil des indischen Volkes, der Ghandi Gefolgschaft leisten will, nennt den Führer der^ttwt- schen FreiheitsbewegungMahatma, das heißt, diegroße Seele. In dieser Kenn­zeichnung Gandhis liegt schon etwas von der Wahrheit über die Äuge m Indien, die mit seinem Namen eng verbunden sino. Diegroße Seele, das ist etwas Mysti­sches, etwas, was einen religiösen Vegrtff darstellen soll, weniger etwas Politisches oder die Charakterisierung eines großen Staatsmannes.

Die Darstellung, die uns von diesem Gandhi gegeben wird, spricht von einem - Propheten oder einem Philosophen, einem Heilskünder, dem allerdings eine seltene Initiative gegeben ist. Das Aeuhere: eine kleine zierliche Gestalt mit einem au^ge« mergelten Körper, einem kleinen Schaoet mit eingefallener Haut, aus dem nur die Augen lebhaft und mit einer unverkenn­baren Schlauheit blitzen. Ghandi ist heute etwas über 60 Jahre, für die indische Welt also eine greisenhafte Erscheinung, wenn L man bedenkt, daß das indische Durch­schnittsalter ungefähr 2022 Jahre be­trägt. Dieser asketische Mönch ist nun seit einigen Jahren der Träger einer Bewe­gung geworden, die nicht nur in England,