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Nr. 95

DbetbefiiW Zeitung, Marburg a. L.. Donnerstag, den 24. April 1930

Sette 5

Ar Arbeittmarktlage in Seifen und SeiienRniilm

Heber die Arbeitsmarltlage in Hessen und Hessen-Nassau berichtet das Landesarbeits­amt Frankfurt a. M.: Die Besserung der Arbeitsmarktlage hat sich in der ersten April­hälfte fortgesetzt, das Tempo der Aufwärts­bewegung ist jedoch langsamer geworden. Die Zahl der Arbeitsuchenden ging von 206 207 auf 191210, d. t. um 14 997 oder 73 Prozent, zurück: in der zweiten Märzhälfte verringerte sie sich um 20 293 oder 9 Pro­zent. Die Arbeitsuchendenzahl überstieg in diesem Frühjahr die des Vorjahres am 31. März um rund 36,500, am 15. April aber um rund 44100.

* Die Indexziffer der Eroh- handelspreise vom 15. April 1930. Die auf den Stichtag des 15. April berech­nete Grohhandelsinderziffer des Statistischen Reichsamtes ist mit 126,7 gegenüber der Vorwoche (126,9) um 0,2 v. H. zurückgegan­gen. Von den Hauptgruppen ist die Jn- derziffer für Agrarstoffe um 0,4 v. H. auf 111,7 (112,2) gesunken. Die Jnderziffer für industrielle Rohstoffe und Halbwaren hat auf 125,3 (125,4) und diejenige für industrielle Fertigwaren auf 151,9 (152,0) nachgegeben.

* Stenographisches. Das von der Deutschen Welle kürzlich veranstaltete Rundfunkprobeschreiben (Aufnahme einer 8-Minuten-Ansage von je 150 Silben) hatte, wie uns geschrieben wird, folgendes Ergebnis: Es wurden Arbeiten abgegeben in Stolze-Schreh 741 und in Einheitskurz­schrift 619. Von den Stolze-Schrey'schen Arbeiten wurden ausgezeichnet 558 Ar­beiten mit einem 1. Preis, 115 Arbeiten mit einem 2. Preis, 44 Arbeiten mit einem 3. Preis, und nur 23 Arbeiten waren kei­nes Preises würdig. Die Cinzelergebnisse der Einheitskurzschrift stehen noch aus.

* Ehemal. 2. rhein. Feldartil­ler ie-RegimentRr. 23. Am 10., 11. und 12. Mai d. I. findet in der alten Garnison Koblenz eine große Wieder-- sehensseier statt. Die Kameraden, die von der Geschäftsstelle noch keine Mitteilung erhalten haben, wollen ihre Anschrift an den Verbandsschriftführer Aranz Aretz, Krefeld, Stadtgarten 4, sofort bekanntgegeben. Mit einer großen Teilnehmerzahl ist zu rechnen. Es darf kein 23er fehlen.

* Nachlassen der Auswande­rung aus Hessen-Nassau. Aus Hessen-Nassau wanderten im vergangenen Jahre nur 1440 Personen aus gegen rund 1800 im Jahre 1928. Wie bisher wander­ten die meisten wieder über Bremen insgesamt 102»

Aus der Umgegend

Kreis Äirihhoin

Kreistag des Kreises Kirchhain.

-o- Kirchhain, 23. April. Heute fand im Kreishause die Frühjahrs-Tagung des Kreistages statt, zu welchem mit einer Aus­nahme sämtliche Kreistags- und Kreisaus­schutzmitglieder erschienen waren. Die Ta­gung hatte eine erhöhte Bedeutung dadurch, datz über die Gründung einer neuen Kreissparkasse Beschluß gefatzt werden sollte. Diesem Vorschlag des Kreisausschusses standen insofern Bedenken entgegen, als im Kreise Kirchhain bereits 5 zum Teil gut rentierende Sparkassen bestehen. Die De­batte, die sich über mehrere Stunden hinzog, ergab die Annahme des Vorschlages mit 11 gegen 5 Stimmen und 3 Enthaltungen die Vorlage, worauf die Gründung beschlossen wurde. Bemerkt sei, datz schon seit etwa Jahresfrist mit den bestehenden Sparkassen verhandelt worden war, um ein Eingehen derselben zu ermöglichen bezw. die bereits be­stehenden Kassen zu einer gemeinsamen Kreis- sparkasse zu vereinen. Dieses Vorhaben konnte jedoch nicht durchgeführt werden, da die Kassen sich durchweg ablehnend verhielten. Die Kassenräume der neuen Sparkasse sollen vorerst im Kreishause untergebracht werden.

Der vom Kreisausschutz aufgestellte Haushaltsplan der in Einnahme und Ausgabe mit 336 900 Mark zu Buch stand, wurde mit geringen Abänderungen ange­nommen. Bemerkenswert ist die Bewilli­gung eines Betrages für Neuschaffung der Stelle eines Wiesenbaumeisters. Auch für die Motorspritze wurde ein Betrag bis zu 5000 Mark bewilligt.

Für die laufende Unterhaltung der Landwege wurden 100000 Mark gegen 115 000 Mark im Vorjahre bewilligt. Er­hebliche Beträge wurden für die Schulen, landwirtschaftliche, Berufs- und Mittejschulen, sowie Volksschulen des Kreises eingesetzt. Die Wohlfahrtspflege erfordert einen Zuschutz von 56 900 Mark. Erhoben werden zur Deckung des Voranschlages für das kommende Jahr 65 Prozent der Reichssteuer-Ueberweisungen und 55 Prozent der Erundvermögenssteuer. Der Etat des Kreiswohlfahrtsamtes balan­ciert mit insgesamt 170 500 Mark. Hier er­fordert allein die Durchführung der Orts­armenpflege einen Betrag von 38 000 Mark. Das Kreisvermögen beträgt nach der vor­liegenden Aufstellung zusammen 581 050 M. Aus dem genehmigten Geschäftsbericht ent­nehmen wir noch u. a., datz am 1. Januar alle Beamten und Angestellte des Kreis- Elektrizitäts-Werkes aus dem Dienst des Kreises geschieden und in die Elekttizftäts- A.-E. Mitteldeutschland eingetreten sind. An den höheren Schulen in Amöneburg, Kirch­hain und Neustadt wurden zusammen 272 Schüler unterrichtet. Die Allgemeine Orts­

krankenkasse hatte einen Mitgliederdurchschnitt von 4297 Mitgliedern zu verzeichnen. Die landwirtschaftliche Berufsgenossenschaft zählt 4033 Betriebe. Das Jahr 1929 war wirt­schaftlich das schlechteste seit Einführung der Rentenmark. Es machte sich dieser Umstand besonders in Bezug auf die Anforderungen an das Kreiswohlfahrtsamt bemerkbar, hier war die Steigerung in einzelnen Spalten ganz erheblich. Der Kreiszuschuh hat sich gegenüber dem Jahre 1928 nahezu verdop­pelt. Neu erstanden sind 107 Wohnungen mit öffentlichen Mitteln und 23 Bauten durch prioake Bautätigkeit. Mit Zusammenlegun­gen der Feldmark sind nur noch die Gemein­den Speckswinkel, Schiffelbach, Rüdigheim und Wilfskaute im Rückstand. Die Regu­lierung der oberen Ohm bei Schweinsberg ist fertiggestellt und hiermit ein großes Kul­turwerk beendet. Die Regulierung der Klein ist in Angriff genommen. Die Absatzschwie­rigkeiten für Milch und deren Erzeugnisse hat zur Gründung einer Molkereigenossenschaft ge­meinsam mit dem Landkreise Marburg ge­führt. Die um 9 Uhr begonnene Sitzung hatte erst am Spätnachmittag ihr Ende er­reicht.

-o- Kirchhain, 23. April. Die Stadt­verordneten bewilligten in einer heute stattgefundenen Sitzung die Zahlung eines Betrages für den Reichsdeutschen Blindenver­band. Als Vertreter für den Hessischen Städtetag wurden Bürgermeister Metzler und Stadtverordnetenvorsteher Lang vorge­schlagen. Genehmigt wurden ein Nachtrag zur Ordnung für die Benutzung kleinerer städti­scher Grundflächen und der Entwässerungsan­lagen. Für eine geplante Wasserleitungs- anlage in Siedlungsgelände wurde ein an­teiliger Betrag zur Verfügung gestellt. Zur Hebung der Wasserversorgung sollen 1500 Mark in den außerordentlichen Etat einge­stellt werden. Die Tilgung der Kosten für die Herstellung der Schefserstratze soll auf dem Anleiheweg erfolgen. Ein Betrag von 4500 Mark soll ausgenommen, verzinst und abgetragen werden. Für die Uniformierung der neuen freiro. Feuerwehr stellte man einen Betrag von 1400 Mack zur Verfügung, der in mehreren Jahresraten aus Mitteln des Etats getilgt werden soll. Durch die Re­novierung der Stadtkirche war auch ein neuer Anstrich der Kirchkurm-Jnnenräume not­wendig. Hierfür wurde ein anteiliger Bettag von 400 Mark der Kirchenbehörde bewilligt. Die Wahl einer Anzahl kommissionen erfolgte entsprechend den Vorschlägen des Magistrats.

-o- Kirchhain, 23. April. Rach einer Mitteilung des hiesigen Pfarramtes soft die Einweihung der renovierten Stadtkirche am Sonntag, dem 5. Mai. stattfinden. Für diesen Tag ist auch die Einführung der beiden neuversetzten lutheri­schen und reformierten Pfarrer vorgesehen.

Während der Reichs-Feuerschutz- Woche plant die hiesige,Pflichtfeuerwehr die Abhaltung einer größeren Hebung zusam­men mit der Sanitätskolonne. Angenommen wird ein größeres Eisenbahnunglück mit hinzu gekommenen Brand. Auch eine Hebung an der Stadtschule ist vorgesehen. Wie mir hörten, sollen sich auch eine Anzahl auswär­tiger Spritzen an der Hebung beteiligen. Kreisbrandmeister Grün hat die Abhaltung eines entsprechenden Vottrages zugesagt.

Kreis Sombery

Raboldshausen, 23. April. Im Alter von 96 Jahren verstarb hier der weit im Knüllgebiet bekannte älteste Be­wohner der Gegend, der Korbmacher Adam Melber t. Ungewöhnlich groß war die Zahl derjenigen, die ihm auf dem Wege zur letzten Ruhebettung das Geleit gaben.

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Das Mottet RM-Mmm

Freitag, den 25. April.

6.15: Wetterbericht und Zeitangabe. Anschließend: Morgengymnastik. 12.15: Schallplatten-Konzert. 13.15: Werbe- Konzert. 16.00: Konzert der Kurhaus­kapelle Burkart, Bad Homburg. 18.05: Buch und Film. 18.35:Heber Trichi­nose", Aerztevortrag. 19.05:Der mo­derne europäische Roman: Deutschland", Vor- ttag. 19.30:Musik der Straße", eine musikhistorische Hörfolge. 20.30: Konzert des Philharmonischen Orchesters Stuttgart. 22.00: Alte Klavierstücke. 23.00: Nach­richten.

Wetterbeobachtungen am 2S./24. 4.

Höchste Temperatur am 23. Avril 19,2 Celsius Niedrigste Temperatur letzte Nacht 8.4 Celsius

Zeit

Barometerft. reduziert auf N. N.

Tempe­ratur

Relative Luft­feuchtig­keit

23.4. 2 Uhr nachm.

755,5 mm

19,4 Teil.

32'!.

23.4. 9 Uhr nachm.

755,0 mm

14,4 Self.

55'!.

24.4. 7 Uhr

755,6 mm

8,6 Teil.

94°!.

vorm.

PHOTO-BÖHLER - BRILLEN-BÖHLER

Fernruf 248 Marburg-L. Wettergasse 30

Wetterbericht.

Witterungsaussichten für Freitag: Auf­heiternd bis bewölkt, Neigung zu einzel­nen Niederschlägen, Temperaturen wenig geändert, östliche Winde.

Nachdruck verboten.

zaust fi6et Danzig

Roman von Leontine von Winterfeld-Platen. 1. Fortsetzung.

In der Tür prallte er mit Olwig Elter­mann zusammen, der atemlos war von schnellem Gang und ihn vorn am Wams packte.

Gut, datz ich dich noch treffe, Klaus Veldeke. fSchlimme Nachricht hat ein rei­tender Bote uns soeben gebracht. Der Oberst von Weyher ist im Danziger Ge­biet gesehen worden. Man hat Späher aufgefangen. Unsere Gesandten bei Ste­phan Bathory sollen nicht vorgelassen worden sein. Es heißt, datz der König die Acht will erklären über unsere freie Stadt. Morgen mit dem Frühsten soll Ge­heimsitzung zusammenberufen werden im Ratshaus. Ihr sorgt dafür, daß Boten geschickt werden von Haus zu Haus. Ich konnte jetzt nichts mehr tun, da bereits alle schlafen. Von Euch mußt' ich, datz Ihr noch hier im Artushofe wart. Wer nun legt Euch auch zur Ruh', denn Ihr braucht viel Kräfte die nächste Zeit. Und jetzt in der Nacht können wir doch nichts tun.

Wandte sich und ging stracks wieder da­von, späte Nachtruhe aufzusuchen.

Klaus Veldeke hatte den Türgriff noch in der Hand. Die Lippen fest zusammen- gepretzt, starrte er minutenlang vor id) hin.

Bertie stand dicht hinter ihm.

Du siehst, daß du morgen nicht reiten kannst. Klaus. Also laß rnichs tun."

Irn kantigen Gesicht des älteren Bru­ders war ein Kampf.

Wenn Danzig mich braucht, so muß es sein. Gott feie geklagt.

Aber nur um jenen Preis, Klaus."

Und Berties Augen funkelten lauernd, wie bei einer Katze, die ihre Beute um- »reist. Der andere hatte die Lippen fest

zusammengepreßt. Sein Atem ging schwer.

Meinetwegen, Bertie. Für einen Mo­nat mag es sein. Ich bin des Handels müde. Und meine Zeit ist mir zu gut, als daß ich sie hier mit Feilschen vertue.

Bertie schnellte hoch.

Gibst du's mir schriftlich?"

Jetzt stampfte Klaus mit dem Fuß auf und an der Stirn schwoll ihm die Ader.

Wenn dir mein Wort nicht genügt, so kann ich dir nit helfen. Klaus Ungern ist Zeuge.

Jetzt streckte Bertie die Hand hin, und Klaus schlug ein müde, verhetzt, in großer Eile und ohne noch viel zu über­legen.

Der Hauptmann war zu den beiden Brüdern getreten und schlug die Hände durch.

Daß es dir nur nimmer leid sei, Klaus Veldeke! Du solltest dich schämen, Berste, ihn so hart in die Enge zu treiben. Aber nun laßt uns schlafen gehen, Gesellen. Der neue Tag bricht bald hersür.

lieber den dunklen Hof tappten die Drei. In den Gassen war es überall schon still. Nur die Sterne standen leuchtend über Danzig.

Frau Emerentia Katharina Veldeke, ge­borene Moosbecherlein, saß im hochge- täfelten, fürnehmen Speisezimmer am Frühstückstisch. Es war noch zeitig am Morgen, und die Vöglein zwitscherten lustig in der Hellen Septembersonne. Die schien bunt und vielfarbig gebrochen durch die bemalten Butzenscheiben auf den spie­gelblanken Estrich. Ueberhaupt blitzte und blinkte hier alles, daß es nur so eine Lust war. Die silbern gescheuerten Zinn­teller auf der großen Anrichte, die bunten Tonkrüge auf dem langen Bord, die Hum­pen und Becher rings an der und über der Jiraunen Täfelung. Und schneeweiß leuch­

tete das Leinentuch auf dem großen, eiche­nen Eßtisch.

Frau Katharina Veldeke schlürfte ge­ruhsam ihren Morgentrank und dazu ein großes Stück Schwarzbrot mit Speck. Von Zeit zu Zeit sah sie auf die Tür und schüttelte dann jedesmal langsam und ge­dankenvoll den Kops, daß die schneeweiße gestärkte Haube zornig knitterte.

Eins der Fenster- war ein wenig geöff­net, und man sah die Morgennebel wogen um spitze Dächer und verschnörkelte Gie­bel. Und der Turm der Marienkirche war so völlig eingehülli in diesen silber- grauen Dunst, als hätte er sich fröstelnd an diesem frischen Herbstmorgen in lauter I Schleier gehüllt.

I Jetzt ging die Tür auf und Berste trat rasch über die Schwelle. Er küßte der Mutter die Hand und setzte sich neben sie.

Frau Katharina musterte ihn erstaunt von oben bis unten.

Du bist heute im SonntagsgeroanS, Berthold? Und ist doch nirgends ein Fest, so weit ich mich entsinnen kann?"

Er kaute eilig und nickte dabei geheim­nisvoll.

Ja, Frau Mutter, so eine Art Fest ist es doch. Ich reite der Jungfrau Braut nach Lauenburg entgegen.

Jetzt fiel ihr der Lössel vor Verwunde­rung aus der Hand.

Du, Berthold? Ich meine, das wäre ganz allein die Angelegenheit von deinem Bruder Klaus?"

Er nickte kauend.

Ja. Frau Mutter, aber dieweil der Klaus so mit Geschäften überhäuft ist, hat er mich gebeten, ihn zu vertreten. Er meinte, der selige Herr Vater würde wohl nichts dagegen gehabt haben, wenn er wüßte, wie es heuer um Danzig steht."

Frau Katharina aber konnte sich nicht beruhigen.

Das, das hätte er mir aber wirklich sagen können. Solch einen wichtigen Ent­schluß! Wo steckt er überhaupt, der Klaus?"

Er ist schon ganz früh zu einer gehei­men Sitzung im Rathaus befohlen. Die Polen sollen in Danziger Gebiet eingefal­len sein."

Und Bertie warf dem schwarzen Kater, der seine Beine schnurrend umschmeichelte, ein Stücklein Speckschwarte hin.

Frau Katharina krauste unwillig die Stirn.

Du weißt, daß ich keine Fettflecke auf dem Estrich liebe, Berthold. Ich kann es dir fast täglich sagen. Aber nun stehe mir erst Rede und Antwort wegen dieses Rit­tes. Es ist mir nicht lieb, daß ihr beide ohne mein Wissen solches abgemacht habt.

Bertie kaute unbekümmert seinen Speck.

O, wir haben noch mehr abgemacht, Frau Mutter. Nämlich, daß ich jetzt für einen ganzen Monat Klaus heiße und mein Bruderherz Berthold. Ich bitte das nicht zu vergessen, Frau Mutter, und uns womöglich im Beisein der Jungfer-Braut zu verwechseln."

Jetzt wurde das Gesicht der Frau Ka­tharina unbeschreiblich streng und ab­weisend.

Du weißt, Betthold, daß ich ein für alle Mal solche Albernheiten von dir nicht liebe. Du neigst leider von Kind an sehr dazu. Ich denke aber, wenn man im Ernst mit seiner Mutter spricht, läßt man solche Torheiten. Klaus ist viel zu ruhig und vernünftig, um auf solche Narretei einzugehen."

Doch nicht ganz, Frau Mutter. Er hat in alles eingeroilligt. Sogar, daß ich auf einen Monat als der Verlobte gelte von der Jungfrau Borcke. Dieweil ich ihm den Gefallenen mit dem Abholen tue.

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