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den 22. April 1930

Die zwischen diesen drei Mächten mm vereinbarte Rüstungsbegrenzung ist aus einer Basis erfolgt, die erheblich unter der Grenze liegt, die man noch vor wenigen Jahren in Gens für notwendig hielt. Da* maks forderten England und Amerika je 737 000 Tonnen für Kreuzer, Unterseeboote und Torpedoboote. In London hat man sich auf eine Zahl geeinigt, die rund 200 000 Tonnen geringer ist. Dabei erhält England seinen besonderen Bedürfnissen entsprechend eine kleine Aeberlegenheit an > Tonnage zugebikligt, die eS zmn Bau einer größeren Zahl leichter Kreuzer ausnützen kann, während Amerika dafür eine etwas größere Zahl von schwer bewaffneten und größeren Kreuzern bauen darf. Japan ist noch etwas bescheidener. Die Untersee» boote werden für alle drei Mächte mit je 52 700 Tonnen festgesetzt, während Franko reich bekanntlich immer noch fast das Dop­pelte für sich verlangt. Auch die Zahl der Linienschiffe wird begrenzt und zugleich um mehrere Einheiten verringert. England und Amerika würden danach je 15 und Japan 9 Linienschiffe besitzen. Gleichzeitig ist ein Baufeiertag" für Linienschiffe verabredet worden, so daß in den nächsten sechs Jah­ren d. h. während der Dauer des neuen Vertrages kein Linienschiff mehr aus Stapel gelegt werden darf.

flammen Beistand und bemühten sich, die Toten und Sterbenden zu erreichen, tote noch im Innern des Gefängnisses hegen.

Anter-der ÜberschriftMilder Er­laubnis vonPariSbegrüßenwii die deutschen Schiffe" schreibt das R o m a Fas c i st a": Wie durch ein Wun­der aus der Meerestiefe von Scapa Flow wieder erstanden, werden sich neue deutsche Schiffe, die schneller und mächtiger sind, als die Zerstörten, im April wieder im Mit­telmeer zeigen und auch einige italienische Häfen besuchen. Wir grüßen mit aufrich­tiger Herzlichkeit die wiedererstandene deutsche Flotte, indem wir in ihrer Wieder­geburt die unzerstörbare und versenkbare Kraft der Jugend erkennen, die die alten Rabobs in Oft und West gern auf ewig in Fesseln legen oder demütigen möchten. An- sere schönen Seestädte werden die deut­schen Schiffe nicht minder herzlich begrüßen. Die Beweise für die französische Annach- grebigkeit sind nunmehr zur Genüge vor­handen. Ohne daß man auf Jahre zurück­greift, genügt es, sich der jüngsten Epi­soden in London zu erinnern. Mit alle­dem, fährt das Blatt fort, wollen wir nicht sagen, daß wir uns auf die andere Seite

Familienanzeigen bei Barzahbmg 0.07 GM., amtliche und an* wärtige Anzeigen 0.10 GM. Bei schwierigem <Ärh sowie bei PlaH- dorschrift 50%, Aufschlag. Sammelanzeigen 100k Auf­schlag. ReNam-Millim. 0,40 GM. Jeder Rabatt gilt als Barrabatt.

Ziel 5 Tage.

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Beleg« werden berechnet. Erfüllungsort Marburg.

Biele von den Opfern sind erstickt. Zahlreiche Leichen wurden mittels Seile aus den Fenstern gelassen. Um 8.45 Uhr abends amerikanischer Zeit lagen 305 Leichen im Hofe des Gefängnisses und das Feuer war noch immer im Gange.

ff Columbus, 22. April Das Fever war am späten Abend ans seinen Herd beschränkt. Dagegen wurden umfassende Maßnahmen gegen etwaige Ausbruchs­versuche getroffen. Erne große Menge Tränenbomben und Gasmasken wurden bereit gelegt. Die Erregung war sehr groß, als auch die Werk­stätten in Brand gerieten und nach der Löschung das Feuer wieder auf­flammte, was den Verdacht der V r a n d - stiftung seitens der Sträflinge zu be­stätigen schien.

Dir »Oberhessisch« Zeitung" er- scheint sechsmal wichentlich. Be­zugspreis «vnatlich 2.20 GM.au«- schkießl- Zustellungsgebühr, durch t* Post 2.45 GM. Für etwa durch Streik, Waschinendefekt oder ele- tneKkse Ereignisse ausfallend« Nummern wird kein Ersah ge­leistet. Verlag Dr. §. Hiheroth. Druck der Unib.-Buchdruck-rei Job. Aug- Koch, Markt 21/23 Fernsprecher: Nr. 54. n. Nr. 55. Postscheckkonto: Amt Frankfurt a. M. Nr. 5015. Sprechzeit oer Redaktion von 1011 und »1,11 Uhr.

lieber die Brandkatastrophe im Staats- gefängnis von Ohio werden noch folgende

Einzelheiten

bekannt:

Das Feuer entstand im Westflügel des Gefängnisses. Es gab ein unbeschreibliches Durcheinander. Die Türen wurden schließ­lich ausgebrochen und ungefähr 500 Menschen waren imstande auf den Hos zu flüchten: die Gefangenen stürzten aus den Zellen nach dem Ausgang: doch war auch auf dem Hof der Rauch sehr dick. Hundert Krankenpflegerinnen wurden aus- geboten, um den Verletzten und Sterben­den Beistand zu leisten, die nicht alle tm Krankenhaus untergebracht werden konn­ten. In den Korridoren des Gefängnrs- gebö.udes häufen sich die Opfer. Die Sträflinge machten im allgemeinen Nicht den Versuch, die durch den Brand entstan­dene Verwirrung zur Flucht zu benutzen. Die meisten leisteten den Wächtern und Feuerwehrleuten bei der Bekämpfung der

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sowie ein Wärter verwundet. Zwei Sträf­linge sind entkommen.

Graf Zeppelin" zur Rheinlandfahrt gestartet.

fh. Friedrichshafen, 22, April. Graf Zeppelin" ist Dienstag früh 7.5o Uhr bei klar-blauem Himmel zur Rhem- landfahrt gestartet. Tie Führung des Schiffes hat Kapitän Lehmann. An Bord befinden sich 16 Passagiere Ter Reiseweg ist nicht feftgelegt. Er soll aber über die Pfalz und nach dem Saargebiet führen. Bei günstiger Wetterlage wird das Luftschiff gegen l-> Uhr m Bonn cintreffen und dort eine Landung vorneh­men. Sollten die Windverhältnisse feboch nicht günstig sein, wirdGras Zeppe­lin" bis zum Einbruch der Dunkelheit in der Umgebung von Bonn kreuzen und die Landung erst abends vornehmen.

Anzeiger für (das frühere kurhefjifche) Oberheffen

Anzeiger der amtlichen Bekanntmachnngen für Stadt «nd Kreis Marburg

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Aach endlicher Aeberwinbung OSWkr Klippen und Antiefen ist das Vond onet Konferenzschiff schließlich in einen Aothafen gelotst worden, ohne das ur­sprünglich beabsichtigte Ziel zu erreichen. Es ist nichts mit einem Fünfmächtepakt zwischen den drei Hauptseemächten sowie Frankreich und Italien. Nur die drei ozeanisch'en Mächte haben sich restlos einigen können. Aber auch dieses Teilergebnis, wie es in einem Drei­mächtepakt niedergelegt ist, sollte nicht unterschätzt werden. Wenn man bedenkt, daß bisher eine Verständigung zwischen England und Amerika über die Kreuzer- tonnage immer wieder mißglückte und daß auf der anderen Seite Amerika und Japan noch vor Kurzem fast unlösbar scheinende Gegensätze erkennen liehen, so kann nie­mand bestreiten, daß hier ein Fortschritt er­zielt ist, dessen Bedeutung allerdings stär­ker auf politischem Gebiet, als auf dem der eigentlichen Abrüstung liegt.

fh. London, 22.April. Die Unter­zeichnung des Flottenvertrages wird dem Programm nach heute mittag zwi­schen 12 und 1 Uhr erfolgen. M acdo - nalö als Vorsitzender der Konferenz wird die Eröffnungsansprache der letzten Sitzung halten und hierauf werden die Führer der vier anderen Delegationen in alphabetischer Reihenfolge ihrer Lander sprechen. Tann wird die Unterzeichnung des Vertrages in folgender Reihenfolge vorgenommen werden: Vereinigte Staa­ten, Frankreich, Großbritannien, die Do­minions und Indien, Italien und Japan. Namens der italienischen Regierung wird, da der Außenminister Grandi nicht zurückgekehrt ist, Sgr. Siriani unter­zeichnen. ä .

Der diplomatische Korrespondent des D a i l p T e l e g r a p h" ist in der Lage, bereits den Wortlaut der Sicher­heitsklausel" des Flottenvertrages (Artikel 21) mitzuteilen. Der Artikel lautet:

Wenn während der Laufzeit des gegen­wärtigen Vertrages die Erfordernisse vtc

nationalen Sicherheit einer tajg vertragschließenden Parteien hinsichtlich von Kriegsschiffen, die durch Teil 3 des gegenwärtigen Vertrages beschrankt wer­den, nach Ansicht dieser Parteien durch Neubauten einer anderen Macht als der am Teil 3 dieses Vertrages beteiligten Persönlichkeiten berührt werden, dann wird diese hohe vertragsschließende Par­tei den anderen am Teil 3 dieses Vertra­ges beteiligten Parteien Mitteilung machen, welche Tonnage-Erhöhung sie m einer ober mehreren der betreffenden Kriegsschiffkategorien vornehmen muß. Sie wird die geplanten Erhöhungen und die Gründe dafür im Einzelnen angeben und wird berechtigt sein, diese Erhöhung vorznnehmen. Hieraus werden die ande­ren am Teil 3 des Vertrages beteiligten Parteien das Recht haben, eine entspre­chen be Erhöhung in bet betreffenden Ka­tegorie oder den betreffenden Kategorien vorznnehmen. Die erwähnten anderen Parteien werden unvorzügsich auf diplo­matischem Wege über die dadurch entstan­dene Lage beraten.

Meuterei In einem Gefünsms

Prvvidence (Rhode Island). 19. April. Die Insassen des Staatsgefängnisses in Ho­ward haben gemeutert. Die Meuterei wurde hervorgerusen durch die Insassen eines Auto­mobils, die durch das Haupttor in den Ge­fängnishof gefahren waren und Waffen unter die Sträflinge verteilt hatten. Tie .-Sträf­linge hatten sofort das Feuer auf die Ee- fängnisbeamten eröffnet. Es ist anscheinend niemand gelungen, aus dem Gefängnis zu entweichen. Es ist noch nicht aufgeklärt, wie das Automobil unbehelligt in den GefängniS- hof gelangen konnte. Viele Sträflinge machten von den S ch u tz w a ff en Ge­brauch, so daß die Wärter in Schacht ge­halten wurden. Erst als das Geheul der Auf­ruhrsirene ertönte, eilten Polizeiverstärkungen herbei. Die Sträflinge ergaben sich erst, nach­dem sie zwei Stunden hindurch bciajogen und nachdem Tränengasbomben in das Gefängnis hineingeworfen worden waren. Zwei Gefangene wurden getötet, zwei andere

Feuer im Staatsgefängnis von Ohio

Bisher 310 Leichen geborgen - Tumulte unter den Gefängnisinsassen - Truppen mit Maschinengewehren und Tränengas - Voraussichtlich Brandstiftung die Ursache des ^euers

Blutige Zusammenstöße in Leipzig

ft Columbus (Df)io). 22. April. Das hiesige Zuchthaus ist einem fürchterlichen Brand zum Opfer gefallen. Wenigstens 300 Personen, meist Sträflinge, sollen hier­bei ums Leben gekommen sein.

Das Feuer brach in einem neuen Zellen­block des Staatsgefängnisses in Columbus (Ohio) aus. Sämtliche Feuerwehren, Po­lizei und Militär sind zur Bekämpfung des Brandes eingesetzt.

Die Toten bestehen anscheinend aus Befangenen. Sie sind zum Teil bis zur Unkenntlichkeit verbrannt.

Schauerlich tönt das Stöhnen, Schreien und Fluchen der eingesperrten Gefangenen durch die Nacht, während Hunderte mit den Feuerspritzen die Flammen bekämpfen.

Sämtliche Hospitäler sind überfüllt.

Das Ausmaß des Unglückes ist noch unübersehbar.

Das Gefängnis liegt mitten in der Stadt Columbus. Sämtliche Straßen sind abge­sperrt.

Die Lage wird dadurch erschwert, daß schwere Tumulte ausgebrochen sind.

Zusammenstöße zwischen Gefangenen und Truppen sind bereits im Gange. Die Ur­sache des Brandes ist noch nicht festgestellt. Es wird angenommen, daß unzufriedene Gefangene die Wollweberei bes, Gefäng­nisses angezündet haben. Scheinwer­fer beleuchten die Leichen im Gefängnis­hof. Ununterbrochen werden Leichen auf Lastwagen abbefördert. Gegen 21 Uhr amerikanischer Zeit ist das Feuer noch immer nicht gelöscht.

Mit aufgepflanzten Bajonetten und zahlreichen Maschinengewehren um­stehen die Truppen das Gefängnis und erwarten den Ausbruch verzweifelter Gefangenen.

Angeblich wurden die Wärter bei Aus­bruch des Feuers kopflos und ergriffen verzweifelt die Flucht. Sie überließen die Gefangenen ihrem Schicksal, die in ver­zweifelter Ohnmacht an die Wände pochten, die Fenster zertrümmerten und um Hilfe schrieen. Viele Gefangene erlitten Nerven­zusammenbrüche.

Big-Bill Norton, ein berüchtigter Ver­brecher ergriff die Schlüße! eines Ge­fängniswärters, öffnete die Türen und gab so den Gefangenen die Ge­legenheit sich zu retten.

Viele andere Gefangene, Wärter und Feuerwehrleute verbrachten Wunder von Tapferkeit, durch die das noch unüberseh­bare Unglück wenigstens etwas gemildert wurde.

Die Belegschaft des Gefängnisses betrug 4600 Mann. Gegen Abend wurden alle sämtliche arbeitsfähigen Gefangenen aufgefordert, sich an den Löscharbeiten zu beteiligen.

Lis 10 Uhr abends amerikanischer

Zeit waren 310 Leichen geborgen.

Gegen einen Teil des Gefängnisses, der schon 1815 erbaut wurde, bestanden schon lange Zeit Bedenken, besonders bei der Ueberfüllung die schlimmer ist, als in allen anderen amerikanischen Gefängnissen. Bereits im Jahre 1928 verbrannten sechs Gefangene.