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f*etet sechsmal wSchcntiich. Be- p^SpreiS monatlich 2.10 GBL<m». schveßl. 3nst-0«lgSg«bnhr, tmrch teePostLLL «M^ik etwa t»W Cttett«, Maschinen defekte oder elementarer LreigMff« axchallend« Rammern tofab kein Ersatz ge- fefftet. «eria« d-Dr. «. Hitzervth. ®*wt bet U»tb.-B»chdr»cke«t v. 5* «eg. Loch. Markt 21/23 Aetnsvrecher: Rr. 54. ». <Rt_ 55. Postscheckkonto: Amt Frankfurt «. M. Nr. 5015. — Sprechzeit bet Redaktion be* to—11 «d

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Anzeiger für (das frühere knrhesfische) Oberhefse«

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Die deutsche SWfegefhm hat gestern mittag ehr Schreiben an die Delegationen der übrigen fünf einladenden Mächte za Händen des bis­herige« Präsidenten der Bollkonferenz Jaspar gerichtet. Darin wirdzu« Ausdruck gebracht, daß der bisherige Verlauf der Konferenz und das Heranuahen des t September der deut­sche« Delegation Veranlassung geben, eiue Sitzung der bevollmächtigten Delegierten der sechs einladende» Mächte über die weitere Be­handlung der auf dem Programm der Kon­ferenz stehend«, Fragen herbeizuführen. Zn de« Schreiben wird der bisherige Präsident der Bollkonserenz gebeten, za einer solchen Besprechung baldigst einladen zu wollen. Di« Führer der fünf Delegationen sind gleichsalls von diese« Schritt in Kenntnis gesetzt worden.

Die um 8 Uhr abends bei der deutsche» De­legation eingettoffene Antwort des derzeitigen K-userenzoorfitzellden Jaspar setzt die deut- scherseits gewünschte Besprechung der sechs ein­ladende« Mächte der Haager Kouserenz ans heute nachmittag 5% Uhr im Anschluß an di« für 4 Uhr vorgesehene Zusammenkunft der Außenminister der vier Rheinlandmächte fest.

Der Schritt der deutschen Delegation ergab ftdj als Notwendigkeit aus der Tatsache, daß

uns nur »och zehn Tage von de« Termin trenne«, der im Young-Plan selbst für dessen Inkrafttreten vorgesehen ist, weiter aus der Erwägung, datz Deutschland als der Hauptbeteftigte an der Haager Kon­ferenz und ihren Beratungsgegenständen ein sehr viel höheres eigenes Interesse hat, als die auf der Gegenseite beteiligten Mächte mit ihren relativ doch recht wenig bedeutenden und mm seit 14 Tagen umstrittenen Differen­zen. Zwar steht der Poung-Plan selbst die Möglichkeit seiner Annahme und Ratifizie­rung zu einem späteren Zeitpunkt und seine rückwirkende Kraft für diesen Fall vor. Aber da zwischen der Verabschiedung des Planes durch die Pariser Sachverständigen und dem 1. September nur noch eine dreimonatige Frist lag und das Zusammentreten der Kon­ferenz zu seiner Verwirklichung für Anfang Sali in Aussicht genommen worden war, so sind jedenfalls im Plan selbst keine Vorkeh­rungen getroffen, um einen solchen Schwebe­zustand rechtzeitig und materiell zu über­brücken. Die innere Begründung zu dem deut­schen Schritt, der ein Hauptereignis der bis­herigen Konferenz darstellen Dürfte, liegt darin, datz

bisher ferse Klarheit geschasfe« ist, was am L Sept, mm eigentlich werbe« soll.

Die Vermutung liegt nahe, datz die Eläu- bigermächte den Dawes-Plan einfach weiter­laufen lassen möchten. Nachdem aber in monatelangen Verhandlungen von den an- erkannten ersten Autoritäten die Unttagbar- keit der bisherigen Leistungen aus dem Dawes-Plan festgestellt und darauf die ge­ringeren des Poung-Planes eingesetzt find, dürfte es finanziell und moralisch ausgeschlos­sen sein, gegen das Votum dieser Sachverstän­digen und schließlich auch gegen die bereits ausgesprochene Auffassung der Mächte von Deutschland eine Weiterzahlung auf Grund des Dawes-Plans zu verlangen. Eine Klä­rung dieser Frage vor dem Auseinandergehen im Haag ist absolut im deutschen Interesse, und, wen« auch in geringerem Matz«, zugleich in dem der übrigen Mächte erforderlich.

Cb bedarf also einer Berstäubiguug über das, was etwa bei eine« Abbruch, einer B«rtag«ng ober einer längeren Hinans- »ögerung der Konferenz zu geschehen hat, and es find auch im Young-Plan selbst be­kanntlich eine Anzahl Fragen der Verständi­gung zwischen den Regierungen überlafien worben, deren Herbeiführung eine der Auf­gab« bet gegenwärtigen Konferenz war.

Man kann sich deshalb auf der Gegenseite un­möglich dem berechtigten Ansuchen Deutsch­lands um eine Aufnahme der Arbeit ver- schlietzen, die von vornherein auf der Tages­ordnung der Konferenz stand und für bereit Durchführung die Vertreter der Mächte int wesentlichen hierhcrgekommen sind. Deutsch­land kann keinen weiteren Aufschub dieser Arbeit dulden, zumal es ein ziemlich geringes Interesse an der Behandlung der zwischen den Eläubigermächten schwebenden wichtigen, aber im Vergleich zu der Gesamtausgabe der Kon­ferenz immerhin nicht vordringlichen Fragen hat.

Eine entscheidende BoMsnferenz

Hebei die Vollversammlung, die heute nachmittag auf Veranlassung des Reichsautzenministers Dr.Stresemann im Haag stattfindet, äutzern sich die Son­derberichterstatter der Pariser Mor­genpressen.

Im „M a t i n heißt es, Stresemann fct vollkommen berechtigt, Aufklärung zu ver­langen und nötigenfalls Beschwerde zu führen, er dürfe sich aber nicht in der Adresse täuschen. Wenn Snowden sich von jeder Verantwortung frei mache und Frankreich allein das Odium einer Ver­zögerung der Rheinlandräumung überlas­sen wolle, dann begehe er einen Irrtum. Wenn die Absichten Englands so entgegen­kommend seien, dann müsse es dies in erster Linie dadurch beweisen, daß es das Inkrafttreten eines Zahlungsplanes mög­lich mache, den es im Augenblick in einer untergeordneten Frage persönlichen Pre­stigewillens sabotieren wolle.

Der Außenpolitik« des „Echo de Paris" schreibt vom Haag, die französische Dele­gation wünschte eine Formel zu finden, die geeignet sei, Stresemann zufrieden zu­stellen.

denn man befürchte, datz d-e Berlftrei Regierung gemäß dem Dawes plan so» fort das Trausferkomitee mit eine«

Moratoriumsantrag befassen werd«.

Der Korrespondent des „Petit Jour­nals" schreibt: Die heuttge Vollsitzung werde zweifellos einer der der interssanten Augenblicke der Konferenz sein, sie werden vielleicht sogar einen stürmischen Verlauf nehmen.

Der Korrespondent des „Dennrt" chreibt, wenn Stresemann in der Doll- itzung den Standpunkt vertrete, daß die ünftige« Zahlungen des Dawesplanes lir Deutschland zu hoch seien und es in- ölgedessen angebracht sei, eine Hebers gangsregelung zu treffen, dann werde man sicher antworten, daß, solange der Dawesplan nicht abgeschafft sei, Parker Gilbert allein die Repara­tionszahlungen regeln habe-

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Die französische Morgenpresse ist über den Verlauf der Zusammenkunft zwischen B r i a n d und Snowden bei dem ja­panischen Botschafter A d a t s ch i, der auch der französische Minister L o u ch e u r beiwohnte, enttäuscht. Die Verhand­lung scheint, so erklärt, der „Petit Pa­ri si en", weder nach der einen noch nach der anderen Seite ein Ergebnis gezeitigt zu haben. Man ist über die endgültige Haltung der britischen Delegationen immer noch in völliger Ungewißheit. Auch das „Echo de Paris" glaubt nicht, datz die Besprechung die Grundlage der Dinge irgendwie verändert habe.

liebet die Arbeiten der Sachverstän» digen selbst schreibt „Petit Parisien", datz die fünf Sachverständigen das Er­gebnis der Besprechung zwischen Briand «nd Snowden abwarten wollten, bevor fie 'beit Schlutzpunkt hinter ihre Arbeit setzte». Nachdem sie aber von dem ergbnislose« Verlauf der Verhandlungen unterrichtet worden waren, hätten sie beschlossen, ihr« Arbei­ten mit einem Mehrheits, und Miuderheiteabeschlntz »u be­ende«.

Der im Haag weilende Außenpolftiker des „Echo de Paris" berichtet über die gestrige Unterredung zwischen Snowden und Briand, die Inständige Aussprache dürfte sachlich nicht viel geankert haben.

Tatsache sei, datz Snowden vor allem auf der Erhöhung des englischen Teiles bestehe.

Frankreich sei durch den Poungplan hin­sichtlich der Qualität der Zahlungen be­günstigt, Italien und Belgien hinsichtlich der Qantität In dem Augenblick, in dem Snowden vor allem auf Quantität sehe, würden die Staaten, die Opfer bringen müßten, Italien und Belgien sein, haupt­sächlich Italien. Hoffentlich habe Dri- and bei diesem Unternehmen dem Schatz­kanzler nicht seinen Beistand versprochen.

Der Sonderberichterstatter des „Ma- tin“ erklärt: Snowden habe Briand nicht verschwiegen, daß sein Standpuntt auch nach der gestrigen Unternehmung der gleiche bleibe, den er im Haag von An- ' fang an eingenommen habe. |

Der Haager Korrespondent des Reu­terbüro hat von einem der britischen Schatzamtssachoerständigen erfahren, daß die Sachverständigen der Eläubigermächte es als nicht möglich mitgeteitt haben, die ihnen vorgelegten Fragen zu beantworten. Infolgedessen wird ihr Bericht lediglich besagen, fie hätten sich außer Stande gesehen, sich über die von Großbritannien und den vier anderen Mächten angebotenen Zugeständnisse ober über sonstige verwandte Fragen zu einigen.

Die Haager Korrespondenten der Lon­doner Blätter melden dasselbe. Der diplo- mattsche Korrespondent des ,D> a i l y Telegraph" berichtet, ein sonderbarer und gleichzettig sehr klarer Irrtum im Youngplan sei ans Licht gekommen.

Es habe sich herausgestellt, batz bei der Berechnung der durchschnittlichen Werte bet französischen Annni» täten für die ersten 35 Jahren irr­tümlich die Summe von 10 4 6,5 ®l i 1» Honen Solbmark angegeben wor­ben sei, was ben wirklichen Wert der Aunuttäten um beinahe 100 Mil­lionen Solbmark unter­schätzt. Rach dieser Berechnung würbe Frankreich gemäß dem Youugplan tatsächlich ungefähr 57 Prozent anstatt der in Spaa festgesetzten 52 Pro­zent oder der 1925 in Paris vorgesehe­nen 54 Prozent erhatteu.

Diese Feststellung sei von großer Wichtig­keit, da Frankreich also 5 Prozent mehr zugestellt wurde als der Poungplan wollte, sodaß Frankreich jetzt in die Lage komme, Großbritannien und einigen der kleinen Mächte die ihnen zustehenden Quoten zuzuweisen.

Srürnte NrrMvpongslaMk

Di« Tatsache, daß Briand bei der Besprechung mit Dr. Stresemann die Be- kaanntgabe des französischen Räu­mungstermins wieder unterlassen hat, wird von den Haager Berichterstattern der Berliner Blätter sehr stark kritisiert.

Der „Vorwärts" sagt: „Wenn Herr Briand glaubt, daß er mit dieser Taktik isgenb jemanden in Dewychtmad täuschen

noch befafj.'

Die „Deutsche 'Dagse'S )ettttitg* spricht von einer Brüskierung Deutschlands durch Briand und schreibt, Briand spiele mit Deutschland und die deutsche Dele­gation wisse sich nicht anders zu helfen, als durch völliges Totschweigen aller Peinli chkeiten. Stresemann sei völlig unsichtbar geworden und hat sogar die Presse heute ohne jede Ottentie- rung und Richtunggebung gelassen.

Die „Dermania" krittsiett scharf das ganze Konferenzverfahren im Haag und schließt ihren Artikel unter Hinweis auf die Heimlichkeit, mit der auch die Ver­handlungen der Juristen über die Kon­trollkommission geführt werden, mit folgen­der Warnung: „Wir kennen keine Formu­lierung, die über den Locarnopakt hinaus für das deutsche Volk in seiner Gesamt­heit und für die rheinische Bevölkerung und das Zentrum im besonderen annehm­bar wäre. Diesen Standpuntt hat die deutsche ^Regierung in Hebereinftinnnung mit allen führenden Patteien mit größter Entschiedenheit bis heute vertreten. ®n Versagen der deutsc^n Spannkraft in die­sen entscheidenden Punkten könnten un­absehbare Folgen nach sich ziehen."

Das „Berliner Tageblatt" be­tont, daß die Manipulationen Dri.rnds, der dem deutschen Außenminister verschiedent­lich Zusagen über die Bekanntgabe des Räumungsdatums gemacht und nicht ge­halten habe, in Deutschland nicht mit dem Argument der parlamentarischen Schwäche der neuen Briandregienmg entschuldigt werden könnten.

Die „Bör fenjettung’' spricht von einer Verschleppungspolftik BriandS. Die herrschende deutsche Auffassung, daß die Geduld und Aervenkraft des deuffchcn Volkes nicht noch viel länger auf die Probe gestellt werden könne, müsse autzer- vrdentffch ernst genommen werden.

Die „D. A. Z." ist wegen Schwierig­keiten m der DvmLMei nicht erschienen. i

wird, dann irrt er sich. Dieses ewige Ausweichen vor den kleinsten Schwierig­keiten, die man absichtlich übertreibt, ist fo unwürdig, daß wir fürchten, daß Briand auf dieser Haager Konferenz den letz­ten Rest von Vertrauen im bet*» schen Volke verlieren wird, ben er