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Montag, Ml 19. Allglljt 1929

Die »Otxrhesfiich« Zeitung" er- schetnt sechsmal wöchentlich. Be< zngsprres monatlich 2.10 TM. ans. schließt. Zustellungsgebühr, durch di«Post2.S5 GM.^ür etwa «folge Streik« Malchin en defekte oder elementarer Lreignisie ausfallende Kummern wich kein Ersatz ge­leistet. Derlag b. Dr. §. Hitzervth. Druck der Unch.-Buchdruckerei b. Zoh. Aug. Koch, Markt 21/23 Aernsprecker: Rr. 54. u. Rr. 55. Postscheckkonto: Amt Frankfurt «. M. Rr. 5016. Sprechzeit der Redaktion von 1011 und 1^-1 Uh«.

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Anzeiger für (das frühere kurhessische) Oberhesien

St. 193 filJohtfl. Mmdarg a. Lahn

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Anzeiger der amtliche« Bekanntmachungen fSr Stadt nnd Kreis Marburg.

Graf Zeppelin" in Tokio selanöet

Ar bisher Rwalttstte Letftmg des LuMisses tlnbeschreibltche Negeiiterung in 3opan Britersahrt am Sonnersta«

ft Tokio, 19. A«g.Traf Zeppelin" «mrde «m 3.50 Uhr nachmittags Tokioer Zeit, (8.50 Uhr mitteleuropäischer Zeit) Aber dem Flugplatz Kasnmigaura gesichtet

Das Luftschiff passierte heute morgen um 10.50 Uhr, (2.50 Uhr früh mitteleuro­päischer Zeit) über dem Meere fliegend Samcoti das etwa 6,40 Kilometer nördlich von Tokio liegt. Da Luftschiff überflog 13.30 Uhr, (5.30 Uhr mitteleuro­päischer Zeit), Schiogama an der Sendai-Bai, das etwa) Kilomter »örd- öch von Tokio liegt.

ft. Tokio, 19. Aug.Graf Zeppelin" überflog Tokio nm 4.35 Uhr japanischer

F Zett (8.35 Uhr mitteleuropäischer Zeit).

2»bel und Begeisterung

Aach Meldungen derAssociated Preß" i ans $ofio hat das japanische Marine­amt die Marinestationen Yokosuka, Mai- zura und Ominato angewiesen, einen B e - reitschaftsdienst einzurichten, falls s das LuftschiffGraf Zeppelin" irgend­welche Hilfe benötigt. Die Leitung des

i Flughafens Kasnmigaura hat mitgeteilt, ( daß mir Inhaber von Sonderaus- i weisen zum Flughafen zugelassen wer- I den, bis das Luftschiff sicher in der

Halle untergebracht ist. Dem Publikum wird später Gelegenheit zur Besichtigung

k des Luftschiffes gegeben werden..

t Sämtliche Nachmittagsblätter widmen i der Fahrt desGraf Zeppelin" großen Raum. Sogar die mandschurische Frage und die Berichte über die Haager Kon­ferenz sind durch die Fahttbettchte des

FGraf Zeppelin" verdrängt. Das Blatt Nischinischi Asahi" bringt Spezialberichte chrer an Bord des Luftschiffes befindlichen Korrespondenten. Die führenden Lokal­blätter haben je 30 Mann für die Berichterstattung über die Landung angesetzt. Mehrere Flugzeuge werden die Photographien des Luftschiffes auf schnell­stem Wege nach allen Landesteilen be-

s fördern.

- Die Begeisterung in Japan ist ganz un­beschreiblich. Da die Meldungen über das Wetter günstig lauteten, rechnete man all­gemein mit einem guten Verlaus der Fahtt. Aber man hatte doch nicht erwattet, daß es dem Luftschiff gelingen würde, den riesigen Weg von FriedttchShasen bis zur sibirischen Oftküfte in nicht mehr als 3 Tagen und 22 Stunden zurückzu­legen. Welchen Eindruck die ungeheure Leistung, den diese Fahtt darstellt, in Japan gemacht hat, kann man daraus ersehen, daß das Gerücht sich hartnäckig behauptet, die japanische Marine beab- sichttge, das Luftschiff zu kaufen. In diesem Gerücht spiegelt sich eben der Wunsch einer fortschrittlichen Nation, ein , solches Luftschiff zu besitzen. Auch die Anteilnahme der Behörden ist groß. Son- |

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de rzüge stehen auf den Bahnhöfen be­reit, um aus allen Teilen des Landes die Schaulusttgen nach Tokio zu befördern. In Tokio selbst stehen 3 Svnderzüge zur Abfahrt bereit, die 1400 bevorzugte Gäste nach dem Landungsplatz bringen sollen. Marineflugzeuge begleiten das Luftschiff bei seinem Fluge. Aus allen Teilen des Landes sind Deutsche eingetroffen, um diesen stolzen Boten aus der Heimat zu­begrüßen. - Die Marine- und Luftfahtt- Behörden haben Vorbereitungen für einen großartigen Empfang' getroffen. Starke Abteilungen ausgebildeter Mann­schaften stehen zur Unterbringung des Luft­schiffes bereit. Die Halle ist zwar sehr klein und läßt nur einen Spielraum von 18 Zoll, aber es ist doch möglich, das Luft­schiff bei günstigem Winde sicher un­terzubringen. Die Bevölkerung ver­folgt die Fahrt und die Lanoung mit un­beschreiblichem Interesse. Die Zeitungen geben stündlich und noch häufi­ger Extrablätter heraus. Das, was oben in der Luft vorgeht, wird dauernd durch Rundfunf verbreitet. Es herrscht die Ansicht, daß Dr. Eckener so­so rtvomKaisersel^ st empfan gen wird. Besonders wird immer die ge- walttge Leistung des Luftschiffes hervor­gehoben, das über menschenleere Gebiete -von gewaltiger Ausdehnung den Flug ge­wagt und eine Leistung wie die Aeber- fliegung des bis auf den heutigen Tag zum größten Teil noch unerforschten Stanowoy- Gebirges vollbracht habe. Auch wird im­mer wieder hervorgehoben, daß das Luft­schiff weite Strecken nur mit 4 Mo­toren bewältigt habe, um mit BettiebS- stofs zu sparen um so ein höchstes Maß von Sicherheit für unvorhergesehene Fälle zu schaffen. Alles in Allem, wer hier in Japan die Begeisterung mit den Augen deK Europäers sieht, gewinnt den Eindruck, daß nirgendwo anders in der Welt deutsche Arbeit, deuffcher Mut und deutsche Gründ­lichkeit besser gewürdigt werden können.

Heber Japan

Das Luftschiff«ras Zeppelin" erschien heute früh über der japanischen Znselgrirp- pe, die es im raschem Fluge vom Fest­lande ans erreichte. Regen und Nebel ans de« letzten 1110 Kilometern machten jedoch

eine Aenderung des Kurses erforder­lich.

Ms das Luftschiff sich etwas östlich von Kap Kamuin befand, ersuchte Dr. Eckener das Verkehrsamt «m die Erlaubnis, ange­sichts der Wetterlage auf dem Wege nach der Znsel Sado den Kurs zu ändern nnd den Südwestarm von Hokkaido in Rich­tung Schirija auf der Hauptinsel überflie­gen zu dürfen. Das Luftschiff würde dann der Ostküste von Honschtu bis zur Haupt­stadt folgen. Die Erlaubnis hierzu wurde sofort ertellt

Der japanische Berkehrsminister begrüßte frühmorgens Dr. Eckener durch einen Funkspruch und beglückwünschte ihn zu dem erfolgreichen Flug nach Asten. Dr. Eckener sandte einen Funkspruch, in dem er dem Verkehrsminister seinen Dank aus­sprach und sich mit dem 2 tägigen Fest­programm einverstanden erklärte. Dr. Eckener gab ferner zu verstehen, daß das Luftschiff am Donnerstag für den Pazifik­flug bereit sei und daß er beabsitige, auf dem Flugplatz Kasnmigaura nicht vor Abend zu landen.

ft Rewyork, 19. Ang. Associated Preß meldete aus Mororau (Hokkaido) vom 19. August: Das LuftschiffGraf Zeppelin" überflog Mororan um 8 Uhr morgens Tokioer Zeit. Es hatte südlichen Kurs und fuhr über die Vulkan-Bai in Richtung Hakodate. Das Luftschiff ver­

schwand ie den Wolken, während Tausende ans de» Straßen es beobachteten.

ft. Tokio, 19. Aug.Graf Zeppelin" gab heute früh 9 Uhr, (1 Uhr früh, mittel­europäischer Zeit) durch Funkspruch folgen­den Standott bekannt: 41,46 Grab nörd­licher Breite, 141,34 Grad östlicher Länge. Dieser Punkt liegt nah bei Schittjasaki, der Nordküste des Kaps der Hauptinsel Japans.

Das LuftschiffGraf Zeppelin" befand sich um 17 Uhr mitteleuropäischer Zelt, 48 Grab norbwestlich von Sachalin und um 23 Uhr auf 43,20 Grab nörblicher Breite und 140,21 Grab östlicher Länge, in der Nähe des Kap Kamuin-Leuchttur- mes, etwa 1000 Kilometer nördlich Tokio.

Die letzte Fsftlandstrecke

Die Regierungsfunkstation in Jwatfuki, nordöstlich von Tokio, erhielt gestern um 5 Uhr nachmittags Tokioer Zeit (etwa 9 Uhr vormittags mitteleuropäischer Zeit) die folgende Meldung von Bord desGraf Zeppelin":Befinden uns nahe Nikola- jewfl auf 55 Grad nördlicher Breite und 139Grab östlicher Länge. Das Wetter ist

Der Marinekommandant Fujijoshi, der sich an Bord des Luftschiffes befindet, hatte um 7 Uhr morgens Tokioer Zeit dem Ma­rineministerium durch Funkspruch bett Standort bes Luftschiffes mit 62 Grab

Uniiberlroffen

ist auch heute wieder, wie Tag fwr Tag, die Schnelligkeit unserer Berichterstattung über die Welt­fahrt desGraf Zeppelin". Prüfen Sie selbst und werben Sie für die

SberheWche Zeitung

nördlicher Breite und 129 Grad östlicher Länge angegeben. Anscheinend hat das Luftschiff etwa um 9 Uhr morgens (1 Uhr früh mitteleuropäischer Zeit) in der Gegend v«i Jakutsk seinen Kurs geän­dert.

Auf dem Flugplatz Kasnmigaura wur­den gestern nachmittag von den Landungs­mannschaften unter dem persönlichen Be­fehl des Kommandanten des Flughafens, Konteradmiral Edahada, die Lan­dungsmanöver erprobt

BO