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Sonnabend.

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Anzeiger für (bas frühere kur-hessische) Oberhessen

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DerAusmaMzMKsagerKssserenz

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In den Kabinetten von Berlin, Paris und London wird zur Zeit mit Hochdruck an den letzten Vorbereitungen für die Haager Konferenz gearbeitet. Die Namen der Hauptdelegierten der einzelnen Län­der sind bereits genannt worden. Das Reichskabinett ist gestern unter dem Vorsitz des Reichsaußenministers Dr. Stresemann zusammengetreten, um noch einmal den ganzen Fragenkomplex zu ' “^prüfen und die letzten formellen Be­schlüsse zu fassen. Eigentlich kann es sich bei diesen Kabinettsberatungen nur mehr um rein technische Fragen handeln. Denn der,Standpunkt der Reichs- regierung zu dem Konferenz­programm ist unbekannt; er hat zu­letzt seinen Ausdruck" gefunden in einem vor einigen Wochen einstimmig gefaßten Kabinettsbeschluß, wonach die Ännahme des Youngplanes nur in Frage kommt im Zusammenhang mit einer gleichzeitigen Gesamtliquiüierung der so­genannten politischen Fragen, d. h. der Rheinlandräumung und der Saarfrage.

So unkompliziert an sich dieser Stand­punkt der Reichsregierung ist, so gibt man sich in Berliner politischen Kreisen doch keineswegs dem Optimismus hin, daß die­ser Standpunkt auf der Konferenz sich auch mühelos durchsetzen lassen wird. Im Gegenteil: man ist auf g r o ß e W i d e r - stünde gefaßt und wenn man die fran­zösische Preffe in den letzten Wochen, so­wie den Verlauf der Kammerdebatten in Frankreich auch nur oberflächlich ver­folgt hat, müßte man den bestimmten Ein- druck gewinnen, daß Frankreich nur in be­schranktem Umfange in eine Liquidierung dieser Fragen einwilligen will. Wir tois- ,sen, daß Driand trotz der Erklärungen Dr. Stresemanns in eine vorzeitige Räumung des Rheinlandes nur einwilligen will, wenn Deutschland auf dieser Konferenz sich zur Aebernahme einer besonderen Kon- kolle für das besetzte und entmilitarisierte Gebiet bereit findet.

Tatsache ist also, daß der deutsche und der französische Standpunkt sich so s ch r o f f gegenüber stehen, daß auch die Möglichkeit eines Konvromisfes als nabezu ausgeschlossen angesehen werden muh." Es muß sogar bezweifelt werden, ob' die Reichsregierung heule noch in der Lage ist. selbst einer Kontrolle bis zum Iah-e 1935 ihre Zustimmung zu geben. Cs ist bekannt, daß in dieser Frage insbesondere die Haltung des Zentrums geradezu un­nachgiebig ist, und es hat in Berliner po­etischen Kreisen große Beachtung gefun- den, daß das frühere Organ der Zen­trumspartei. die „@>crmania“ heule. Un­mittelbar vor der Kabinettssitzung dar­aus hinweist, daß auch eine Kontroll­kommission bis 1935 nicht in Frag« kommt.

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Berlin, 2. Ang. Das Reichskabinett trat heute unter dem Dorsitz des Reichs- Ministers Dr. Stresemanu zu einer Sitzung zusammen.

Eingangs gedac^e der Vorsitzende in herzlicher Weise des erlrankten Herrn ’ Reichskanzlers und sprach im Namen sämt- kchr»- anwesenden Reichsminister die zu- «rechtliche Hoffnung aus, daß der Herr Reichskanzler sich von seiner schweren Er­krankung völlig erholen möge und in nicht SU ferner Zeil die Le tung der Reichs- Seschäste wieder persönlich in die Hand Nehmen könne. Bis dahin werden, wie »blich, bte DienstgeschSfte für den Reichs- «nzler durch den chjenstättesten Reichs- Minister Dr. Srresemoun, geführt wer- °en. Für die Dauer der Abwesenheit oes «eichSministerS Dr. Stresemann von Ber- «i als Führer der deutschen Delegation im Eg und in Dens wird die Leitung oer Schäfte der Reichsregieaioa in Berlin fa

I den Händen des nächstdienställesten I ReichSministers, des Reichswehrministers Eroener^ liegen.

Auf der Tagesordnung der heutigen Ka­binettssitzung stand die Regierungs­konferenz im Haag, deren gesamter Aufgabenkreis eingehend erörtert tour«, tvobei die völlige Einmütigkeit des Kabinetts über alle im Haag zu be­handelnden Fragen zum Ausdruck kam.

Die deutsche Delegation.

Berlin, 2. Aug. Aus der Konferenz werden der Reichsminister des Aus­wärtigen, Dr. S t r e s e m a n n, der Reichs­wirtschaftSminister Dr. Curtius, der Reichsminister für die besetzten Gebiete Dr. Wirth und der Reichsminister der Fi­nanzen Dr. Hilfe rding die deutsche Regierung als bevollmächtigte Delegierte vertreten. Der Delegation gehören außer­dem an der Staatssekretär les Auswärti­gen Amtes, Dr. von Schubert, der Staatssekretär in der Reichskanzlei. Dr. Pünder, die deutschen Mitglieder des Pariser Sachverständigen-Äusschusses, Reichsbankpräfident Dr. Schacht, Dr. Melchior und Geheimrat K a st l. soweit es seine berufliche Inanspruchnahme zu- lüßt.

Die Delegation wird Berlin vvraus- sir^lich am Sonntagabend verlassen.

Der pSnktfiche Beginn noch immer zweifelhaft.

Haag, 2. Aug. Wie von zuständiger Stelle verlautet, steht immernochnicht

Friedrichshafen. 2. Aug. „Gras Zeppelin- hat mit guter Fahrt am 3 Uhr morgens Gibraltar passiert und befindet sich jetzt über dem Ozean. Nach einem bei der Hamburg-Amerikalinie von Bord des „Graf Zeppelin" eingegangenen Radio- tslegramm befand sich das Luftschiff heute früh 8.25 Uhr mitteleuropäischer Zeit 300 Seemeilen westlich Gibraltar. Das Wetter sei gut, es würden 100 Kilometer Fahrt in der Stunde gemacht.

Wie Hasas aus Casablanca meldet, ist die dortige Funkstation um 12 Uhr 35 Mi­auten mit dem Luftschiff „Graf Zeppelin" in Verbindung getreten. Das Luftschiff teilte mit, daß es sich jetzt 600 Meilen westlich von Gibraltar befinde und daß an Bord alles gut gehe.

fl. Rewqor», 3. Ang. Rach einer Meldung der „Asiociadet Preß" hat das Luftschiff „Graf Zeppelin" mitge- tellt, daß es über San Maria (Azoren) eine» Poftbeutel adgeworfen hat.

st. Washington, 3. Aug. „Graf Zeppelin" teilte der Funkftatia» 6 des «ariueamte» durch direk­ten Funkspruch mit, daß die Po- sitian des Luftschiffes um 7.15 Uhr Washingtoner Zeit 186,9 Kilometer süd­lich Pico (Azoren) war. „Graf Zeppelin" flog um dies« Zeit in südwestlicher Rich­tung mit 8M Kilometer Stunden«- KDCnltlMfllCTL

Der Jtoei Zeppelin" von ewm dentfchen Schifi gesichtet.

st. Hamburg, 3 Aug. Das Motor­schiff der Hamburg-Amerika-Linie, St. Louis, meldet durch Funkspruch, daß es das Luftschiff „Graf Zeppelin" gestern Abend 10 Ahr amerikanischer Zett. vaiüerte. Dos Luftschiff besaut» sich gu

mit Sicherheit fest, ob die Haager Konferenz am 6. August beginnen wird. Die organisatorischen Vorbereitungen, so­weit sie von den holländischen Behörden, die hierbei sehr selbständig vorzugehen ge­nötigt sind, getroffen werden können, sind jedoch soweit gefördert, daß die Eröffnung der Konferenz am kommenden Dienstag möglich ist. Cs wird angenommen, daß die Delegierten der cm der Konferenz teil­nehmenden sechs Hauptmächte sich am Vormittag des 6. August oder viesteicht am Montagnachmittag zu einer vorläufi­gen Besprechung zusammenfinden werden, an der sowohl über den genauen Zeitpuntt der Eröffnung wie auch über die Ernen­nung eines gemeinsamen Generalsekretärs, der dann die weitere organisatorische -Durchführung der Koüfereuz von den hol­ländischen Behörden zu übernehmen haben wird, ein Beschluß gefaßt werden wird.

Der amerikanische Vertreter.

Washington. 2. Aug. Das Staats^ departement teilt mit, daß die Regierung zur Teilnahme an der Haager Konserenz eingojaden worden sei und den ersten Sek­retär der Pariser Botschaft, Edwin Wilson, als inoffiziellen " Beobachter dorthin entsenden weroe.

Abreise der ttalienischen Delegation.

ff. Rom, 3. Aug. Finanzminister MoSconi und der Anterstaatssekretär d«S Aeuhern Grandi sind gestern abend zur ReparationSkonserenz nach dem Haag ab gereist.

dieser Zeit über Santa Maria (Azoren). Das Wetter war gut, die See klar.

fk. Newyork, 3. Aug. „AssociadetCha­tham Massachusetts" konnte heute Nacht über eine Stunde lang sich mit dem „Graf Zeppelin" v e r st ä n d i g e n. Er gab eine große Anzahl von Privaten- und Pressenachrich­ten. Die augenblickliche Position des Luft­schiffes wurde nicht angegeben.

»Graf Zeppelin" auf hoher See.

st. Newyork. 3. Aug. Rach einge- gaageneu Nachrichten befindet sich das Luftschiff „Gras Zeppelin" in voller Fahrt aus hoher See. Eine Stans- ortmelbnng war bis zur Stunde nicht zu erhalten. Doch ist man mit dem Luftschiff in ständiger Verbindung, das sich nach der Wetterlage erkundigt. An Bord ist alles wohl und die Fahrt geht flott von statte». Man erwartet das Luftschiff morgen früh über dem amerikanischen Kontinent.

Ameeilauische Funkstationen m fieber­hafter Tätigkeit.

Newyork, 2. Aug. Die Rundfunk­stationen erwarten heute durch besondere auf Fire Island, Sandyhook und anderen Orten ausgestellte Empfangsapparate direkte Funksprüche vom Zeppelin z« erhalten. Die Marinefunkstationen hoffen bereits heute früh auf die Her­stellung einer Verbindung. Zn Lakekhurst wurde aus dem Flugfeld ein T o n v e r - starker aufgestellt, der die .Passagiere während der Landungsmanöver unterhal­te« uvd den Offizieren des „Graf Zeppe-.

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Optimismus In der gloltrnfrage

London, 2. Aug. Die englisch-amerikani­schen Flottenverhanblungen finden in dieser Woche bereits drei Aussprachen zwischen Macdonald und Botschafter DaweS stattfanden, wird als Beweis dafür angesehen, daß in den Derhandlimgen bereits toef ent* lft che Fortschritte zu verzeichnen feien. Der diplomatische Mitarbeiter des »Daily Telegraph" gibt einen zusannnenfasfenden Be­richt über die bisherigen Fortschrftte und steM darin fest:

Das Ausmaß der Flottenabrüstung «ft» sich nach dem bisherigen Verlauf der Be, ' furrchnngen auf alle Arten von Kries» schiffen «strecken.

Eine Abschaffung der Grvhkampffchkffe kommt nicht in Frage. Rach einer vorläufigen Enri- gung wird die ganze Frage den Regierungen in Paris und Tofio unterbreitet. Sobald die Berhandfimgen weit genug gediehen sind, wirb dann eine Konferenz der polittschen oder diplomattschen Vertreter der fünf Flöt- ten-Mächte statfflnden, der eine Kcmferrry der Flvttensachverständlgen in London folgen soll. Das Ergebnis dieser Konferenz wird dem vorbereitenden Abrüstungsausschuß des Völkerbundes unterbreitet werden, um im Rahmen eines allgemeinen AbrüstungsplanrS Aufnahme zu finden

Washington, 2. Aug. 3tt seiner Er­klärung zur Frage der FlottenparitSt sagt Senator B o r a h, England habe 59 moderne Kreuzer, während Amerika 18 gebaut oder noch im Dau habe. Wenn England dem Bei­spiel Amerikas nach de" Washinatoner Kon­ferenz folge und einige Schiffe versenke und so die Parität mit der amerikanischen Marine erreicht werde, werde nicht nur der Steuer­zahler verschont, sondern auch dec Kriegs an- svorn vermindert werden Denn ungeheure Rüstungen seien stets ein Kriegsantrieb. Pari­tät oder Richtparität, erklärt Borah, das ist die Frage. Aber wenn wir bis zur Parität -«achbauen müssen, werden die Last«» des Steuerzahlers ungeheuer gesteigert und der Kriegsantrieb erhöht werden

Berlin, 2. Auq. Bei der Aussprache zwischen der amerikanischen Regierung und den Washingtoner Marinefachleuten über die Flottenabrüstungsfrage tritt, wie aus Rew- »ork gemeldet wird, immer deutlicher 6ec Wunsch Mage, auch Deutschland in Ne kommenden Verhandlungen über die Beeofr rüstung einzubeziehen.

Nm «n Mißverständnis?

D« Abbruch der englisch-russischen Verband, luugcu.

London, 2. Aug. Zum Abbruch der Verhandlungen zwischen Henderson und Dowgalewfli wird in englischen voffttschen Kreisen erklärt, daß es sich nicht um einen ausgesprochenen Abbruch der Beratungen han­delt. Die gegenwärtige Lage sei lediglich auf ein Mißverständnis über den Zweck des Zu­sammentreffens zwischen dem englischen Außenminister und dem russischen Vertreter zurückzuführen. Der nächste Schritt in der ytoge der Fortführung der Verhandlungen wird allgemein von Rußland ernxirtet Nach einer MeGung aus Moskau wird das Präsi­dium des zentralen Vollzugsausschusses der yc'netunion bereits am nächsten Mittwoch zy einer Sitzung zusammentreten. 6s dürfte aßet Wahrscheinlichkeit nach der Beschluß ge- fagi werden, vor weiteren Schritten die neu«, Verhandlungen für die Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen zwischen Auillemd und England dem zentralen Dollznasansjchuß m einer Vollsitzung zu unterbreiten.

Berichtigung.

Herr Dr. Fricdensdurg, RegierungsVM. dent m Kasiel, sendet uns auf Grund des g U des Pressegesetzes folgend« Berichtigung-

„Es lst nicht richtig, daß ich für di« Dikta- tur bin und daß ich ine Einführung bei Dik­tatur für einen späteren Zeitpunkt ins Äu^r fast«. Nichtig ist vielmehr, wie ein Lesen des angegriffenen Artikels hätte ergeben können, daß ich die Diktatur unter allen Umstand«! und für alle Staatsbürger oerroerte ttteb be­kämpfe."

Wir bemerken dazu, daß nrh die Gruadtag« tnticter Darstellung, wie berichtet, der Set. Huer Börsenzeitung entnommen batten. Der Originalarlikel der Dosfischen Zeitung lag ' uns nicht vor, da wir die Vosfische Zeittu« nicht lesen. Auch die angeführten Stellen sin­der Berliner Börsenzeitung entnommen. Di« Deritner Börsenzeitung wird sich voranssicht- ttch noch dazu, äub-r« mÄl»«.