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Mittwoch, den A. Sott 19»

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Anzeiger für (bas frühere kurhessische) Oberhessen

Nr. 57 M.toteg.

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Anzeiger der amtliche« Bekanntmachnngen s8r Stabt «mb Kreis Marburg.

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Die Minister wieter in Berlin

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Berlin, 30. Iull. Nachdem Reichs-- finanzminister Dr. Hilferding nach einem Besuch beim Reichskanzler m Hei­delberg am heutigen Dienstag nach Berlin zurückgekehrt ist. werden Reichsaußen­minister Dr. Stresemann und die übri­gen Minister, die bisher in den Ferien weilten, am Mittwoch Klrückerwartet. Es dürfte dann sehr bald eine Kabinettsitzung stattfinden, die sich mit der Vorbereitung der Konferenz im Haag zu befassen haben wird.

Ött Berliner politischen Kreisen rechnet man jetzt damit, daß tee politische Kon­ferenz am 6. August im Haag beginnen wird. Allerdings werde die endgültige Entscheidung in der Mittwochsitzung der Pariser Kammer fallen. Wie die Tele- rhen-Anion erführt, werden von Seiten Presseabtestung der Reichsregierung Direktor Zechlin, $Nr. Heide und Dr. Wingen der deutsche« Abordnung ange- hS-ren.

Der führt den Dorfitz?

London, 30. Juli. In Durchführung der letzten Vorbereitungen für die Haager Konferenz hat die englische Regierung den Gesandten im Haag beauftragt, km. hollän­dischen Auhemmmsterium die notwendigen Schritte zu unternehmen, sm der briti­schen Aborkmmng Anterkmrstsmöglichßeiten zu sichern. Alle diese Vorbereitungen säst) für den 6. August getroffen, da nach der schnellen Lösung der französischen Kabinettskrise in amtlichen Kreisen kein Grund für eine Verzögerung gesehen wird. In anderen Kreisen wird dagegen in Aebereinstrmnulng mit Hinweisen aus Brüssel und zmn Test auch ans Paris ein kurzer Aufsch«b für wahrscheinlich gehalten.

Die britische Abordnung wird sehr um­fangreich sein. Die Teilnahme Mac­donalds kommt auch für den Eröff- nungstag nicht in Frage, da Macdonald dringend einer kurzen Erholung bedarf uno sich außerdem aus seine geplanten Besuche in Genf im Oktober und in Washington im November dorzubereiten hat. In dec Zwi­schenzeit werden überdies die Besprech­ungen über die Flottenabrüstung, den Aus­gleich mit Aegypten und mit Sowjetruß- land sehr wesentlich in seinen Hünden lie­gen. Nur für den Fall einer Konft,eaz- krise ist ein kurzer Besuch Macdonalds im Haag in Aussicht genommen.

DK Frage des Präsidiums der Konferenz wird wahrscheinlich einig: Schwierigkeiten bereiten. Der belgische Mi­nisterpräsident ist nach Behinderung des deutschen Reichskanzlers und MacdonaloS der rangälteste Ministerpräsident, doch wird er voraussichtlich B r i a n d für den Vorsitz Matz machen. Die Zweitei­lung der Konferenz in eine finan­zielle und eine politische Abtestung ist sicher, dagegen ist die Frage nicht geklärt, ob die Staaten der kleinen En- Entente und Pottugal an den Verhand­lungen beider Teile oder nur an den fi­nanziellen Besprechungen 'e lnehmen wer­den. Ebenso ist vorläufig noch nicht erst- schieden, ob Polen und die Tschecho­slowakei direkt an beiten Verhand­lungsabschnitten beteiligt werten. Beide Länder sind streng gesehen keine Tribut­gläubiger. Meter alle diese Fragen wird gegenwärtig noch zwischen den verschiete- nen Außenministerien verhcmtelt, ebenso über die Zusicherung amerikanischer Be­obachter.

Die srtmzöfischen Delegierten.

fl. Paris, 31. Juli. Di« französische Delegation fiir die Haager Konferenz wird fastMotin" ans folgenden Per­sonen bestehen:

Ministerpräsident B r i a n d, Finanz­minister C h 6 r o n, dem Vertreter im Außenministerium Berthelot, dem Gouverneur der Bank von Frankreich Moreau, dem Kabinettsschef Briands, Leger, dem Nechtssachverständigen des Außenministeriums Fromageot, sowie mehrere Sachverständige der Bank von Frankreich.

Ministerpräsident Dricmd und die übri­gen Mitglieder ter Delegation werten, wie terIntransigeant" wissen will. Montag 11 Ahr Paris verlassen und um 18 Mhr im Haag erntresfen.

Briands Bedingungen für die Rheinlandränmung.

Paris, 30. Juli. Ministerpräsident Briand hat einer Blättermeldung aus Paris zufolge einem Vertreter desExcel- sior" erklärt, er beabsichtige keineswegs, die Regierungskonferenz zu verzögern. Wenn mcht unvorhergesehene Ereignisse eintreten, werte die französische Delega­

tion Ende dieser Woche nach dem Haag fahren. Das Blatt umrahmt noch einmal den französischen Standpunkt auf der Haa­ger Konferenz und wendet sich gegen die deutsche These, die Annahme des Poirng- planes von ter RheiÄanteämmmg ab­hängig zu machen.

Erst wen« der Hmmgplan in fahren Grundzügen von de« Deutsche« ange­nommen «nd die internationale Zah­lungsbank eingerichtet sei, könne die Räumungsfrage zweckmäßig auf der Konferenz erörtert werden.

Logischerweife müsse die Räumung von ter Mobilisierung eines bedeutenden Testes ter Schulden und don £>er Organisation eines wirksamen Meberwachsngssystems in ter entmilitarisierten Rheintandzone ab­hängig gemacht werten. Die Saar« frage, die nur mit dem Versailler Ver­trag in Verbindung stehe, habe auf dem Konferenzprogramm nichsts zu suche«. \ ;

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Dir «Mährt des «Grat Zeppelin"

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Friedrichshafen, 30. Juli. Nach dem erfolgreichen Abschluß der Probefahr­ten des LuftschiffesGraf Zeppelin" ist man zur Zeit auf der Friedrichshafener Werft eifrig beschäftigt, das Luftschiff für die in wenigen Tagen vorgesehene Fahrt nach Amerika auszurüsten. Da die Maschinenanlage während der am Samstag und Sonntag durchgeführten Fahrten nach neuerlichen Erklärungen ter Werftleitung den an sie gestellten Anfor­derungen durchaus genügt hat, trug man sich in Luftschiffbau gestern sogar mit ter Absicht, die neue Ozeanfahrt unter llm- ständeu bereits in der acht zum Mittwoch anzutreten. Da aber, wie schon kurz berich­tet, noch nicht alle Fahrgäste in Friedrichs' Hafen eingetroffen sind, wurde in einer Besprechung Dr. Eckeners mit seinen Offi­zieren beschloßen, die Fahrt erst zum ur­sprünglich vorgesehenen Zeitpunkt, also in der Nacht zum Donnerstag, zu beginnen. Für die an die Ozeanüber­querung sich anschließende Weltreise sind nunmehr alle Passagierplätze ebenso wie für die Amerikafahrt belegt.

Heute nachmittag wird mit der Unter­bringung des nach Amerika bestimmten Frachtguts im Laderaum desGraf Zep­pelin" begonnen werden können. Zu ter bei der im Mai abgebrochenen Amerika­fahrt mitgeführten und bisher in Friedrichshafen lagernden Luftfracht, wo­runter sich b ekanntlich ein Bechstem-Flü- gel, ein Rubens-Gemälde und das Eorilla- WeibchenSusi" befanden, sind in ter

Zwischenzeit neben einer großen Zahl an­derer Gegenstände noch zur Beförderung ««gemeldet worden ein Schimpanse von der Tierhandlung Ruhe-Hannover, von ter auch ter junge Corilla herrührt, des­gleichen nicht weniger als 600 Ka­narienvögel von derselben Firma. Ein Berliner Bildhauer läßt eine Büste des verstorbesen Ozeanfliegers v. Hüne- feld auf tem Luftwege nach Lakehurst be­fördern.

Die gefamte Fracht hat ei« Gewicht vo« etwa 2000 Kilogramm.

Auch zu den für die letzte Amerikafahrt eingetroffenen u«d immer noch beim Friedrichshafener Postamt aufgestapelten Luftpostkarten und Briefen im Gesamtge­wicht von annähernd 350 Kilogramm wer­den noch einige Säcke neu hinzukommen.

Für die Weltfahrt desGraf Zeppelin" wird mit folgenden Daten gerechnet:

Ab Friedrichshafen L August, an Lake­hurst 4. August. Ab Lakehurst 7. August, an Friedrichshafen 10. August. Ab Friedrichshafen 14. August, an Tokio (über Sibirien) 18. August. In Tokio ist ein Aufenthalt von drei Tagen vorgesehen, der sich aber wegen ter dort geplanten größeren Veranstaltungen bis zu fünf Ta­gen verlängern kann. Ab Tokio 22. August, an San Diego (bei Los Angeles über Stillen Ozean, Honolulu) 26. August. Ab San Diego 27. August, an Lakehurst 29. August. Die Rückkehr nach Friedrichs­hafen erfolgt in den ersten September­tagen.

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Die Vorbereitungen ter Kommu­nisten zu tem Roten Tag am 1. August werten, so schreibt dieBerliner Bör- seazei tung" u. <l, in ter ganzen Wett mit größter Energie und Rücksichtslosigkeit Betrieben. Der Unterschied zwischen Deutschland und den anderen Objetten der kommunistischen Betätigung besteht darin, daß anderÄvv der Staat schon jetzt mit allen seinen Machtmitteln dafür sorgt, d ih die Kommunisten nicht in der Lage sein werden, ungehintett einen Prvpaganda- irnb Mtivnstag gegen die Staatsordnung z« begehen, während in Deutsch- la«d, besonders in Berlin, man die Kräfte de« Umsturzes sich ruhig entwickeln faßt. Am 1. Mai dieses Jahres liehen die soziaktemokratischen Machthaber mit ter notwendigen Schärfe die Schutzpolizei ge­gen die Demonstranten und Aufrührer Vor­gehen. Dieses Vorgehen haben ihnen die Berliner Linkstem okraten, die Linkssvzia- listen und die Kommunisten (also immer gleiche Politische Vereine) sehr übel ge­nommen. Es ist auch möglich, daß darauf­hin ein Paar Sozialdemokraten zu den Kornmunisten übergegangen sind. Also ist es für den gesinnungsstarken sozialdemo­kratischen Führer eine Selbstverständlich­keit, daß er das nächste Mal »mehr Ver­ständnis für die Volks Psyche" zeigt, d. h. die Ruhestörer sich austoben lässt. So will es zwar nicht die Staatsordnung, aber die Partei. Es ist selbstverständlich, dah die »Rote Fahne" die Vorbereitungen zum L Ang-nft mit dem nötigen Wortschwall befragt Gestern veröffentlichte sie einen Aufruf des Westearopä ischen Bureaus der |H dem die kommunistischen Ar­beiterinnen aufgefortett werten, am 1. August die Betriebe zu verlasse« und für die Weltrevolutivn, die Diktatur des Proletariats und den Friesen (siche China) zu demonstrieren. In tem unter sowjettussischer Initiative entstandenen Auftus wird die Regierung Macdonald und ter deutschen Regierung dorgeworfen, beite seienWegbereiter und Organisa­toren des imperialistischen Aeberfalls auf die Sowjet-Amon". Wir sind ja von kommunistis ch-rnss is cher Seite schon aller­hand gewohnt Aber diese bodenlose An­verschämtheit übersteigt doch alle Daum­gipfel! Anter schweren eigenen Opfern nicht selten unter Einbuße seines Ansehens bei den Westmächten, hat Deutschland sein sreundnachbarliches Verhältnis zu Rußland aufrechterhalten. Kein sowjetrussischer Po» lttiker wird bestreiten, dah das neue Ruß­land außen- und innenpolitisch dem Deut­schen Reich manches zu verdanken hat. Jeder politische Sowjettusse weih, daß Deutschland weder imstande sein, noch bei der ganzen Westtonstellation ein Interesse daran haben könnte,einen imperialisti­schen Aeberfall auf die Sowjetorgamsation zu organisieren". Eine frechere Lüge als die in jenem Aufruf des westeuropäischen Büros ter Komintern hat es selten ge­geben. Wir behaupten nach wie vor, daß die Komintern in Moskau nicht eine Pri­vatgesellschaft. sondern eine in engster Be­ziehung zur Moskauer Regierung stehende Organisation ist. Amso stärker müssen wir unserer Empörung über den unglaublichen Anwurf der Komintern gegen Deutschland Ausdruck geben»

Zum Verschwinde« des Land- ger ichtsdirektors Bombe in Berlin schreibt dieDeutsche Zeitung", Berlin:Es kann wohl keinem <stoeifÄ mehr unterliegen, daß Larll>gerichtsdirettvr Bombe seinem Leben freiwillig ein Ziel gesetzt hat Es ist angebracht, sich gewisse Zusammenhänge zu vergegenwärtigen, die ihn zu diesem Entschluß getreten haben können. Am 1. und 2. Februar 1926 wurde vor tem Schwurgericht des Lano» gerichts III 'm Berlin unter tem Vorsitz des Landgerichtsdirektors Bombe ter erste Feme-Mord" an tem Schützen Pan- nier verhandelt. Der Prozeß endete mit vier Todesurteilen, ein Angeklagter tourte zu drei Jahren Zuchthaus, ein an-