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scheint sechsmal tvSchentttch- Be zageprris mon atlich 2.10 GM. »uS- schließl. ZnstellungSgebLhr. durch dl«Pvst2.35 EM.Für etwa infolge Streif Maschinendefekte oder elementarer Ereignisse ausfallend« Rtmtnrn« wird kein Ersatz ge­leistet. Verlag b. Dr. §. -itzeroth. -ruck der Unib.-Buchdrurkerei b. Ioh. «ng. SM, Markt 21/23, Fernsprecher: Rr. 54. u. Rr. 55* Postscheckkonto: Amt Frankfurt a. M. Nr. 5015. — Sprech,eit der Redaktion von 10—11 und

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Anzeiger für (das frühere knrheffifche) Oberheffe»

Anzeiger der amtliche« VeLanntmachrrrrgen fSr Stadt mrd Kreis Marburg.

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London, 23. Juli. Staatssekretär Stim so« hat nach Washingtoner Mel- dnnge« erklärt, er sei durch den japani­schen Botschafter verständigt worden, da'g die japanische Regierung im russisch- chinesischen Konflikt einen Bermittlungs- schritt eingeleitet habe, wie er in Nanking durch die amerikanische und in Moskau durch die fransSfische Regierung unternom­men worden ist.

Die gesamte japanische Presie begrüßt die ablehnende Haltung Rußlands gegen­über den Bermittlungsvorschlägen Frank­reichs zur Beüegung des Streitfalles im Fernen Osten. Die japanische Presse, die in nahen Beziehungen zu ihrer Regierung steht, erklärte, daß der Streit allein die Völker des Fernen Ostens angehe, und daß bes Eingreifen irgendeiner anderen Großmacht nicht den Interessen des Welt­friedens diene. Die Beilegung des Streit­falles könne nur gewährleistet werden durch eia Eingreifen Japans oder durch die Anregung eines der beiden beteiligten Länder. Die japanische Regierung erklärt, daß das Eingreifen Frankreichs und Amerikas die politische Lage noch mehr zu­gespitzt habe, da sich dadurch die Beziehun­gen zwischen Rußland und China noch weiter verschlechtert haben.

Paris, 23. Juli. Die Agentur Jnds Pacifique veröffentlicht mehrere vom 18. bis 21. Juli datierte, in der Uebermitt- lnng verzögerte Meldungen ans Charbin, Peking und Tokio über Verletzungen der mandschurischen Grenze durch russische Truppe«.

Nach einer Meldung aus Charbi« vom 18. Juli sollen die Sowjettruppen die neu­trale Zone überschritten haben und 30 Kilometer auf chinesisches Gebiet vor­gedrungen sein, so daß sie anderhalb Kilo­meter vor Pogranitschnaja ständen. Rach einer Meldung aus Peking vom 20. Juli, soll der Angriff auf Mandschuli um 3 Uhr morgens begonnen und anscheinend keinen Widerstand gefunden haben.

Aus Tokio meldet die gleiche Agen­tur, daß die russischen Truppen am Frei­tag 2 Uhr nachmittags in die Mandschurei eingerückt seien. Die chinesischen Behörden in Charbin hätten am Sonnabend 10 Uhr erklärt, daß alle' über 16 Jahre alten Russen als Krigesgesangene betrachtet würden. Die ausländischen Konsulsn hätten einstimmig beschlossen, die Unter­stützung Japans zum Schutze dr Fremden zu erbitten. Nach einer gleichfalls aus Tokio datierten Meldung vom 21. Juli soll die Sowjetarmee die Offensive in der Gegend von Tenau ergriffen haben, wäh­rend die Chinesen die Tunnels an der Grenze zerstörten. Die Lage in Pogra­nitschnaja und Mandschuli sei gespannt.

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Massenverhaftunzen

von Sowjet-Angestellten in China.

fk. Charbin, 24. Juli. Hebet 1300 Sowjet-Angestellte der chinesischen Ost­bahn sind unter der Anschuldigung, ihre Landsleute gegen die chinesischen Behörden -«uiaereizt zu haben, verhaftet worden. 42

andere, darunter 8 Frauen, die in Pogra- nischnaja und anderen Orten verhaftet wurden, find ins Gefängnis von Charbin eingeliefert worden.

fk. Omaha (Nebraska), 24. Juli. Nach einer hiesigen katholischen Missionsgesell- schaft eingetroffenen Depesche ist ein Missionar der Gesellschaft namens Leonhard im Staate der Provinz Ksiangsi am 14. Juli von chinesischen Räuber er­mordet worden.

Japan sperrt die südmandschurische Bahn für chinesische Truppentransporte.

London, 23. Juli. Wie Reuter in zuständiger Stelle in Tokio erfahren haben will, hat der Befehlshaber der japanischen Besatzungstruppen in der Mandschurei die südmandschurische Eisenbahngesellschaft an­gewiesen, den Transport chinesi­sch erTruppen und Munition abzuleh­nen und keine bewaffneten chinesischen

Truppen ohne Genehmigung der örtlichen japanischen Kommandanten durch ote Cisenbahnzone passieren zu lassen.

Beschlagnahme eines chinesische« Handes- schiffes.

fk. London, 24. Juli. Einer Exchange-Meldung aus Washington zufolge hat der amerikanische Generalkonsulat in Charbin dem Staatsdepartement mitge­teilt, daß sich unter den Pasiagieren des chinesischen Handelsschiffes „Sian“ das von den Russen auf dem Amur mit Be­schlag belegt worden sei, drei Amerikaner befinden.

Antichinefische Demonstration in Brüssel.

fk. Paris, 24. Juli. Der Brüsieler sozialistische Zeitungsdienft berichtet, daß gestern abend etwa 150 Kommunisten vor der chinesischen- Gesandtschaft in Brüssel unter dem Ruf: „Hoch die Sowjets" de­monstrierten und Steine gegen die Fen­sterscheiben des Gebäudes warfen. Die Polizei hat 15 Personen verhaftet.

Amerika feiert Mt .Bremen" MttMS lMllchrr EM« - Die Mrnmi" will dis MM weitet verbeisern

Newyork, 23. Zuli. Bei bet Ankunft in bet Quarantänestation würbe bie .Sternen“ von dem städtischen Schleppdampfer „Macon“ begrübt, auf dem sich bas städtische Empfangs- komitee unter Führung des Polizeibirektors Erover A. Whalen befand. Der „Macon“ be­gleitete bann bie „Sternen" ans Dock, während die zahlreichen im Hafen liegenden Fahrzeuge, Fähren und Schleppet bie „Steinen“ mit lautem Sirenengeheul begrüßten. Die durchschnittliche Stundengeschwindigkeit auf der ganzen Reise betrug 27,83 Knoten.

Die „Sternen“ erreichte den Lloyd-Piet in Brooklyn gegen 18 Uhr. Das Einbocken er­folgte aufs glatteste. Riesige Menschenmengen umsäumten bie Uferstraden von Brooklyn und State« Jslanb. Zahlreiche Schleppbampfet mit Photographen unb Pressevertretern sowie eine Anzahl Flugzeuge waren bet „Bremen“ weit übet bie Qurantäne-Station entgegen« gefahren.

Leitartikel, Meldungen und Berichte über den deutschen Schnelldampfer „Bremen" be­herrschen weiterhin den Inhalt sämtlicher ame­rikanischer Zeitungen. Die meisten Tages­zeitungen überschlagen sich geradezu mit Lob­preisungen über diese Großtat deutscher Tech­nik. Die Ankunft der „Bremen" in Amerika ist zweifellos eines der größten deut­schen Ereignisse im neuen Erdteil, das nur durch die Oseanflüge des „Graf Zeppelin" und den kühnen Ostwestflug von Hüneseld und Köhl teilweise überboten wird, wenn es ihnen nicht gleichzusetzen ist. Die gesamte Presie unterstreicht, das

niemals ein OzeanfHtff einen derartigen Empfang in Amerika erhalten habe.

Der „Newyork Herald", der noch am Montag den Versuch unternahm, da; Lob ein wenig einzuschränken, behauptet heute, der Bau der „Bremen" sei DeutMands erste An­strengung, um sein Vorkriegsansehen in der Weltbandelsschiffahrt wieder herzuftellen und Deutschland habe jetzt einen wesentlichen Zeitvorsprung vor den nächsten Rivalen. Die „Newyork Times" schreibt, man lebe heute in Tagen, in denen Deutschland sich fast täglich in den Vereinigten Staaten bemerkbar mache. Der Triumph der „Bremen" sei ohne seines­gleichen. Der Erfolg der deutschen Ozeanriesen sei doppelt zu begrüben, da das Schilf von einem Volk gebaut sei, das erst vor 11 Jahren in dem gröbien Krieg aller weiten einer Welt von Feinden unterlegen sei. Sämtliche Zei­tungen heben insbesondere die Ankündigungen des Kapiräus Z i e g e n b e i n hervor, wonach das Schiff noch mehr zu leisten imstande ist. Don überall laufen Glückwunschtelegramme an Bord der „Bremen" ein.

Der Kapitän der augenblicklich im Rew- yorker Hasen liegenden „M a u r e t a n i a" telegraphierte der „Bremen" folgendermaben: „Kapitän, Offiziere und Gesellschaft S. S. „Mauretania" beglückwünschen Sie herzlichst zu Ihrem Fahrtrekord und wünschen Ihnen jeden Erfolg." Fernerhin haben die Direk­tionen der Cunardlinie und des Norddeutschen Aoyd Glückwunschtelegramme gewechselt. Nach Ankunft der „Bremen" in Newyork erhielt sie von den Amerikanern den Beinamen „Neue deutsche Königin der Meere“. Als Glanzleistung wird die Geschwindigkeit am letzten Reisetag angesehen, als das Schiff 713 Seemeilen in 24 Stunden zurücklegte, was einer Stundengeschwindigkeit von 29,7 See­meilen gleichkommt.

Kapitän Ziegenbein erklärte, er habe die „Bremen" nicht überanstrengen wollen. Es sei aber möglich,

«och mehr aas de« Maschine« heraus­zuholen,

und er hoffe daher, einen noch besseren Rekord ausstellen und 30 Knoten erreichen zu können. Die „Bremen" schlug auf ihrer lieber fahrt den sog. Mittelkurs ein, der 49 Meilen länger ist, als die von der „Mauretania" bei ihrer Re­kordfahrt benutzte nördliche Route. Die Pas­sagiere der „Bremen" weisen in ihren Schil­derungen auf das Fehlen jeden Vibrierens im vorderen Teil der „Bremen" hin. Nur auf dem Hinterschiff habe sich das übliche Vibrie­ren eines groben Ozeandampfers bemerklich gemacht. Man hofft, dab auch dieses Vibrieren zu beseitigen sein wird. Ferner sollen die Schornsteine des Mamvfers um etwa 1,20 m er­höbt werden, da der Rauch zuweilen das Deck bestrichen bat

Glückwünsche.

Der Norddeutsche Lloyd hat an den Reichspräsidenten folgendes Telegramm ge­richtet: „Eurer Exzellenz habe ich die Ehre zu melden, daß nach hier vorliegenden Kabelnach­richten Eurer Exzellenz Patenschiff Lloyd- schnelldampfer „Bremen" auf der ersten Reise die Strecke Cherbourg—Ambroseseuerschiff in 4 Tagen 18 Stunden zurückgelegt und sich auch sonst in jeder Beziehung bewährt hat. gez. Slimming."

Der Reichspräsident hat hierauf wie folgt geantwortet: „Dem Norddeutschen Lloyd spreche ich zu dem schonen Erfolg, den fein neuer Schnelldampfer „Bremen" errungen bat, meine herzlichsten Glückwünsche aus. In un­serem schweren Kampf um die Wiedererlan­gung der Gleichberechtigung im Weltwrrt- schaits- und Seeverkehr ist die Leistung, die Sie durch die Schaffung dieses Schiffes erzielt haben, ein besonderer Schritt vorwärts, gez. Hindenburg, Reivsprästdent."

Ser Stet# um den Kenstrenrort

Während man noch gestern bezüglich des terminmäßigen Zusammentritts der großen Staatenkonserenz am 5. oder 6. August zu einem gewissen OptimuSmus berechtigt war. hat man heute aus Grund der aus Paris und London vorliegenden Meldungen in Berliner Politischen Kreisen den Eindruck, daß die Lage verworrener denn je ist. Die führende Londoner Presse, insbesondere der die Regierungsauffassung häufig wiedergebende „Dailh Tele­graph" schlägt einen ausgesprochen pes­simistischen Ton an, und der „Daily Tele­graph" wagt sogar zu bezweifeln, daß die neue Reparationsregelung am 1. September in Kraft trete« kann. Die Schwierigkeiten haben ihren alleinigen Grund in der Weigerung Frank­reichs, das von den anderen Konferenz- tellnehmern gewünschte London als Kvw- serenzort zu akzeptieren, nachdem Frank­reich vorher schon die deutsche Einladung, di« Konferen zin Baden-Baden statt- finden zu lassen, abgelehnt hatte. Die englische Regierung hat einen Beweis ihrer Großzügigkeit und ihres guten Willens ge­geben, indem sie sich schließlich den Wün­schen Frankreichs gefügt und auf London verzichtet hat. Als aber dann Macdonald den Wunsch aussprach den Konferenzort so auszuwählen, daß er für die engllschen Vertreter schnell erreichbar sei, da war die ftanzösische und belgische Diplomatie sehr schnell mit dem Vorschlag, die Kon­ferenz nach Brüssel einzuberufen, zur Stelle. Demgegenüber haben in dem diplo­matischen Meinungsaustausch der letzten Tage unsere Vertreter in Paris und Lon­don mit Recht darauf hingewiesen, daß es denn doch nicht angeht, bei der Auswahl des Ortes die Wünsche Deutschlands voll­kommen auszuschalten. Deutschland hat sich von Anfang an an der Frage des Konferenzortes desinteressiert erklärt und lediglich $um Ausdruck gebracht, daß sei­nen nicht ganz ohne Eindruck geblieben zu meisten entspreche. Daß man nun aber ausgerechnet Brüssel von französischer Seite in Vorschlag gebracht hat, ist — gelinde gesagt — eine Geschmacklosigkeit. Die Einwendungen, die von deutscher Seite gegen Brüssel erhoben worden sind, schei­nen nicht gan zohne Eindruck geblieben zu sein. Denn die vorliegenden Londoner Presseäußerungen deuten darauf hin, daß Brüssel als Konferenzort zunächst wieder in den Hintergrund getreten ist.

Von maßgebender deutscher Stelle wird erneut versichert, daß für Deutschland nur ein neutraler Ort in Frage kommt. Was die Meldungen über die V e r s ch i e - bung der Konferenz angeht, so fft man in Berlin der Auffassung, daß kein Anlaß dazu vorliegt und daß unbedingt an dem Termin des 6. August festgehalten werden muß. Die neuerdings aufgetauch- ten Versuche, die Konferenz zu teilen, werden von Deutschland ebenfalls abge- lehnt. Schließlich sei noch erwähnt, daß die letzten Erklärungen Hendersons im Unterhause in Berliner maßgebenden Kreisen keineswegs einen günstigen Ein­druck hervorgerufen haben. Man kennt zwar den Wortlaut dieser Erklärung noch nicht, befürchtet jedoch in Berlin, daß sich eine englische Annäherung an den fran­zösischen Standpunkt in der Kontroll­frage anbahnt.

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Rr KrmkW des MWkMM

Berlin, 23. Juli. Aus dem heute vormittag veröffentlichten Krankheitsbericht der Aerzte ergibt sich, wie man hier den Eindruck hat, daß jedenfalls keine Wen­dung zum Schlimmen ein getreten ist.

Eine Reihe von Missionschefs und an­dere hochgestellte politische Persönlichkeiten haben in der Reichskanzlei Vorgesprächen ober* auf telephonischem Wege Auskunft über das Befinden des Reichskanzlers ein- geholt.