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fefcetnt sechsmal wSchrntllch. Ve zagSP«iS monaUichr.lv Oxxtf. schließ!. ZsfkllnngSgebLhr, durch ddePostLLS GM^ür etwa infolge Streik«, Maschinen defekte »der elementarer Ereignisse ausfallende Nummer» wird kein 6xfoe geleistet. Verlag d. Dr. §. Hitzervtß. Druck der Unkb.-Bnchdrnckerri d. Joh. Ang. Koch. Markt 21/23, Fern ft>recher: Nr. 54. n. Nr. 55. Postscheckkonto: Amt Stanffwrt a. M. Nr. 5015. — Sprechzeit der Redaktion von $0—ii tmb 1^» «»r.
ÄberhMsche Zeitung
Anzeiger Mr (bas frühere krrrhesstsche) Oberhessen
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Marburg a. Ma
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Semrinimmr Schritt der Rüchle btnbiichttgl - Dir ruNiichr Armee moti'W - Die ersten zuwmnenWr
tu. Rewyork, 19. Juli. Staatssekretär Stimsoa teilt mit, datz die Regierang der Bereinigte« Staate« die Berbia- dn«g mit den Botschaftern Englands, Frankreichs «ad Japans aufgenommen habe, «m einen gemeinsamen Schritt der Mächte zur Berhindernng eines russisch-chinesischen Krieges herbeiM führe«. Sttmson erklärte, Rügland und China hätten den Kelloggpakt unterzeichnet. Die Ansprüche beider Boller seien solcher Ratur, datz jte einem Schiedsgericht zur Lösung unterbreitet werden könnte«.
Nachdem die Regienmg der Vereinigten Staaten von Amerika sich zu einem Vermittlungsschritt im russisch-chinesischen Konflikt entschlossen hat, beabsichtigt Staatssekretär S t i m s o n, die Vermittlung so einzuleften, daß Frankreich den ersten diplomatischen Schritt bei der Sowjetregierung unternimmt, da Amerika mit ihr keine diplomatischen Beziehungen unterhält. Dakegen rohrt» Amerika den Vermittlungschritt bei der Nanking-Regierung elbst unternehmen. Infolge dieser Rege- kung unternehmen also die beiden Schöpfer des, Kel-loggpattes Frankreich und die Vereinigten Staaten, den Friedensschritt. Vorausgesetzt, das; China und Rußland sich mit dem Vermittlungsschtttt einverstanden er- Mren, sollen an der eigentlichen Lösung des Konfliktes alle diejenigen Staaten teilneh- nren, die an Oftasien interessiett sind und zu den Hauptmächten des Kelloggpattes gehören.
ft. Nero york, 20. Iuli. Die Washingtoner Regierungskreisen äußern ihre Befriedigung darüber, daß die Wortführer der Sowjet-Anion sich bereit erklätt hätten, den Kelloggpakt als Grundlage für weitere Verhandlungen anzunehmen. Auch der chinesische Gesandte in Washington hat in einer Unterredung mit dem Staatssekretär Stirn« son eine zusagende Antwott erteilt: Obwohl der Kelloggpakt noch nicht in Kraft getreten sei, beabsichtigt China nicht, in der gegenwärttg russisch-chinesischen Sttettigkeit Gewalt zu gebrauchen. Eine amtliche Antwott der chmesischen Regierung auf den ihr telegraphisch übermittelten amerikanischen Vermittlungsvorschlag liegt allerdings noch nicht vor. Trotzdem erklätte Staatssekretär Stimson bereits dem Präsidenten Hoover, daß die Nankingregierung den Verpflichtungen des Kellogg. Paktes nachkommen werde. Der Staatssekretär berief auch den italienischen Botschafter zu sich, da die italienische Regie- S den Wunsch geäußett hatte, in Anbe- ihrer Interessen in Ostasien mit dem diplomattschen Schtttt Amettkas oettraut gemacht zu werden.
Die alten SchWe am Amur
Schanghai, 19. Zuli. Rach von privater Seite stammenden Nachrichten solle« russische Truppe« bei Blagoweft- schenft de« Versuch gemacht haben den hier die Grenze bildenden A m u r zu über- schreften. Die chinesischen Truppen etÖff= «eten das Feuer und zwange« die Russe«, sich zurückzuziehe«.
Wie Reuter aus Osaka meldet, solle« die russischen Truppe« die vf- fevsive ergriffen und die Grenzstädte Pogranitschaya und Mandschul, eingenommen habe«.
An der russisch-chinesischen Grenze ist die Amurbrücke, die die Stadt Sachaljang mit Blagoweschtschensk verband, von Chinesen gesprengt worden.
Nach einem Telegramm aus Manila si«d dort Tepeschen aus Nanking eing-- itoffen, wonach der Gouverneur der Mandschurei die Nankinger Regierung
telegraphisch nm Instruktionen gebeten habe rät Hinblick auf die Tatsache, dass Sowjettruppe« seit dem Morgen anscheinend bestimmte Bewegung begannen, durch die Manschnli in große Gefahr gebracht werde.
Sanas berichtet ans Peking: Die russische Grenze ist in sämttichen Richtung 'n gesperrt. Man meldet tleberfälle bei Suffengho.
Die russische Flotte ausgelaufen.
Peking, 19. Juli. Zn amtlichen Kreise« verlautet, dah die Gefahr eines Kriegsausbruches i« den letzten 48 Stunden angenommen habe. Die russische Flotte in Pladiwostock hat den Hafen ver- laste«. Mehrere Zerstörer «ad Kanonen
boote manöverierten vor der chinesische Küste. Die Lage wird jetzt als Suherst ge= spannt betrachtet.
Steine Mobilmachung?
Kowno, 19. IM. Wie ans Moskau berichtet wird, fand am Freitag unter dem Vorsitz des Kriegsminifters eme Sondersitzung des Kriegs- und Revolutionsrates statt, an der der Chef des Eeneralftabes, der Leiter des Versorgungsamtes und der Chef teilnahmen. Besprochen wurden die Schutzmaßnahmen an der chinesisck>-russischen Grenze für den Fall eines Uebeffalles seitens weißgardisttscher Emigranten oder chinesischer Truppen. Das Ergebnis der Besprechung wurde geheim gehalten.
Wie von amtlicher russischer Seite über den Abbruch des Urlaubs Budjonnys mitgeteilt wird, entsprechen diese Gerüchte nicht den Tatsachen. Auch die Nach- ttchten über eine Mobilmachung der
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ft. London, 20. IM. Reuter meldet aus Paris über die gesttige Unterredung zwischen Briand und Loed Tyrrell. Es heißt, daß die brittsche Regierung einer Stadt auf dem Konttnent für eine Zusammenkunft zustimme, jedoch unter der Bedingung, daß sie nicht so weit von London entfernt sei wie Luzern oder Lausanne. Frankreich schlägt immer noch eine Stadt in der Schweiz vor, sei aber zu einer Einigung mit der britischen Regierung gelangt. Es werde in Paris angenommen, daß Briand und Tyrrell einen Vorschlag angenommen haben, der den anderen interessierten Mächten unterbrettet werden soll. Sollte dieser Vorschlag angenommen werden, so würde es möglich sein, den Z«- sammenkunftsott am Anfang nächster Woche bekannt zu geben. Vorläufig rohrt» der Name der gewählten Stadt geheim gehalten.
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Paris, 19. Itür. ,2Eattn“ erklätt: In gewissen französischen Kreisen ist man erstaunt, dah das Foreign Office die letzte Note des Quai d'Orsay über die Wahl des Tagungsortes der ReparattonS- konferenz noch nicht beanttoortet hat. Tatsächlich hat der englische Botschafter in Paris Tyrell von seiner Regierung bereits die erforderlichen Anweisungen erhalten und wartet offenbar nur das Ende oer Kammerdebatte über die Ratifizierung der Schuldenabkommen Frankreichs ab, um mit Poincarc über alle schwebenden Fragen
Roten Armee entsprächen nicht der Wahrheit.
Die Aicheumongolei an der Seite Sowjet« rußlands.
$eiin3, 19. Juli. Die Regierung der Außen-Mongole: hat nach Meldungen aus Urga dem sowjetrussischen Gesandten erklärt, daß sie gemäß dem Militärbündnis mit Rußland dieSowjetunionunter- stützen werde. Die mongolische Regierung erklätte weiter, daß sie schaffe Maßnahmen zum Schutze der mongolischen Grenze gegen jegliche Einfälle von chinesischer Seite getroffen habe.
Die Außen-Mongolei hat bekanntlich im Iahre 1926 mit der Sowjetregierung ein Militärbündnis abgeschlossen, nach dem das mongolische Heer von russischen Offizieren befehligt wird. Außerdem hat die Sow-
und besonders über die Wahl dss Tagungsortes zu konferieren.
Sie Sadler ÄmimnWWMM
Paris, 19. Juli. Die Unter* fuchung gegen die „5)umaniteu und die kommunistische Patteileitung nimmt ihren Fortgang. Von weiteren Haussuchungen und Verhaftungen wurde vorerst Abstand genommen, da zueffk die beschlagnahmten Schriftstücke — es handelt sich um mehrere Tausend — einer Prüfung unterzogen werden sollen, was etwa eine Woche in Anspruch nehmen düffte.
Die Polizei hatte schon lange Kenntnis davon, dah bei der „Sjumanite“ Berichte über die Arbeiten in den Arsenalen und der Rü sttmgs industtie sowie über den Dau von Kriegsschiffen zusammenliefen. Sinter den beschlagnahmten Urkunden fand man auch den letzten Mobilmachungsplan aus dem Kriegsministerium. Der Antersuchungsttchter effuchte das Kriegsministerium, Generalstabs offi- ziere zu nennen, denen die beschlagnahmten militärischen Arkunden unterbreitet werden sollen. Inzwischen werden Rachforschungen nach allen Persönlichkeiten angestellt, die vor dem verhafteten Redakteur der „Ha- manite-, Gassi ot, das „3tilitärbürau des kommunistischen Blattes leiteten. Man rechnet damit, daß die Anteffuchong auch auf die Patteizenttale ausgedehnt werden wird. Diese hatte eine „kolvnia le Abteil« ng“ eingerichtet, die keinen anderen Zweck gehabt haben soll, als in den verschiedenen französischen Kolonien Aufstände zu entfachen.
jetregierung nach diesem Vertrag das Recht, die Mongolei im Falle eines militärischen Einmarsches von chinesischer Seite durch ihre gruppen zu schützen. Das Militärbündnis zwischen Rußland und der Mongolei wird noch in diesem Jahre verlängert werden.
Optimismus in Washington.
ff. London, 20. Juli. „Times" melden aus Washington: Auf die soeben er® flogte Sema t che der Vereinigten Staaten in dem russisch-chinesischen Konflikt werde hier große Hoffnung gesetzt. Falls es gelingen sollte, dem Ausbruch von Streitigkeiten vorzubeugen, so wird, wie man glaubt, die am 24. Juli stattflndende Feier des Inkrafttretens des Kellogg Paktes eine Bedeutung er» halten, die sie wohl sonst nicht erhallen hätte.
Deutschland — Wim
Me Internationale Handelskammer in Amsterdam hat kürzlich als oberste Instanz gewissermaßen der Weltwirtschaft versucht, China in die Debatte mit einzubeziehmr. Aus diesem Grunde waren die Vertreter der Weltwittschast <pt den chinesischen Problemen interessiett, aber nur ein vom wirtschaftlichen Standpunkte aus und nicht wegen des neuen Konfliktes mit Rußland.
China steht schon feit Hahren kn einen! zähen Ringen um die staatliche und nationale Widergebutt, hat schwerste Kämpfe schon zu überstehen gehabt, ohne datz diese Pvcbleme zu lösen gewesen wären. Aber auch in witt- schaftlicher Hinsicht hat sich gezeigt, datz die meisten Shgaten nur insofern ein Interesse an der Bedeutung Chinas haben, als es für sie einen bedeutenden und zukunftssicheren Ab- sahmartt darstellt, während China selbst einen eigenen wirtschaftlichen Ausichwung erstrebt.
Deutschland allein kann für sich ht Anspruch nehmen, datz es gegenüber China nicht die Sonderrechte für sich in Anspruch nimmt, wie die Westmächte. Aus diesem Grunde ist es uns auch gelungen, in der ganzen Zeit der inneren Wirren Chinas durch unseren Handelsverkehr mit ihm aufrechtzuerhalten. 3n den Iahren 1927/28 stieg unsere Einfuhr aus China um 65 Millionen Mark, nämlich von 265 auf 330. In der gleichen Zeit erfuhr der Er Port deutscher Waren nach China eine Steigerung um 39 Millionen, nämlich hon 121 auf 170 Millionen. 3n der Hauptsache beziehen foir aus China Roh- stosse, nämlich Oelsrüchte und Oellaaten. Ganz unbedeutende Mengen von Lebensmitteln, wie Dee und Eier, die wir ebenfalls von China beziehen, wären noch zu pennen. Dagegen stieg beträchtlich die Einfuhr von Federn, Borsten, Fellen, Häuten und Därmen.
China selbst bezieht aus Deutschland in erster Linie Fertigwaren und zwar Farben, Firnisse und Lacke, ferner chemllche und pharmazeutische Erzeugnisse. Wir düffen hierbei an die letzte Ostasienre's? von Geheimrat Dufsbera von der lk. G. Farbenindustrie erinnern. Aber auch deutsche Eisenwaren find ein begehrter Artikel in China. Besonders Wettzeuge, Röhren. Walzen und landwittfchaftllche Geräte. Schließlich düffen wir die Einfuhr von Garnen und Geweben nicht vergessen.
Wenn wir uns überlegen, welch ungeheures Reich China darstellt, und wie gewaltig noch der Absatzmarkt für deutsche Fabrikate gehoben werden kann, dann ist es M verstehen, wenn nicht mir Regierung, sondern auch unsere Wirtschaft selbst 7ste größten An- strenanngen macht, um unsere Einfuhr nach Möglichkeit von Fahr zu Iahr zu steigern, damit wir mit der Seit zum mindesten einen Ausgleich gegenüber der Einfuhr chinesischer Waren nach Deutschland erzielen.
Eine besondere Anettttrnung der bisher von Deutschland gelasteten Friedensarbeit ist auch in diesem russisch-chinesischen Konflikt erfreulicherweise festzustellen. Sowohl China als auch Rutzland haben die deutsche Regierung gebeten, während des Fehlens der diplomatischen Beziehungen Kvi- fchen Rutzland und China den Schutz der Chinesen und der Russen in China zu über» nehmen. Km von vornherein jeden Zweiftl auszuschalten, muß aber festgestellt werden, datz eS sich hier nächt um eine Vermittlung in dem Konflikt Rußland - China handelt. Die Reichsregierung wird sich streng neutral verhalten, wie es das Interesse Deutschlands vottchreibt. Rach ihrer Auftalluna handelt es sich hier um Aufgaben des Völkerbünde s und der Mächte, die den Kellv gg-P akt unter ze i chnet haben.
Es muh darauf hingewiesen werden, daß sämtliche Meldungen vom Kriegsschauplatz mit äußerster Vorsicht aufzunehmen sind.
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Neutralität Englands rät russisch-chinesischen Konflikt.
London, 19. Juli. Der diplomatische Korrespondent de§ „Daily Telegraph- 'berichtet zum russisch-chinesischen" Konflikt: Auflliche Kreise sehen die Lage keineswegs für Wittlich ernst an und sind der Meinung, es würde außerordentlich töricht von Rußland sein, China in dem Augenblick anFw- grerfen, in dem Moskau bestrebt sei, eine Versöhnung mit Großbritannien herbe i- zusühren. Die halbamtliche Haltung Groß- britannieuä in dem Konflikt fei streng neutral.