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chinesischen Regierung aufzuerlegen. Sämtliche diplomatische und konsulr- rischen Vertreter der Sowjet-Union zurückzuziehen.

Sämtliche von der Sowjet-Regierung an der Ostchinabahn ernannten Per­sonen abzuberusen.

Jeglichen Eisenbahnverkehr zwischen China und der Sowjet-Union einzn- stellen.

Die diplomatischen und kon­sularischen Vertreter Chinas aufzufordern, die Sowjet­union unverzüglich zu ver-

fk. Moskau. 18. Juli. Die Ant­wort der russischen Regierung auf die chinesische» Rote erllärt, die Sowjet-Union halte die Ant­wort der chinesischen Negie­rung ihrem Inhalt nach als unbefriedigend und ihrem Ton nach als heuchlerisch. Die Sowjet- Negierung stellt fest, daß bereits alle Mit­tel zur Regelung der von den chinesischen Behörden hervorgcrufenen und durch die Rote vom 16. Juli verschärften Streit­frage wegen der Ostchinabahn jede Ver­ständigung erschöpft seien. Deshalb iehe sich die russische Regierung gezwungen, folgende Maßnahmen zu treffen und die gesamte Verantwortung für die Folgen

Rarburg a. Mu

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Berlin, 17. Juli. Nach einer Lon­doner Meldung desBerliner Tageblat­tes" wird es als nicht unwahrscheinlich bezeichnet, dah England, um den Zusam­mentritt der diplomatischen Konserenz nicht weiter hinauszuziehen» einen neuen Verhandlungsort vorschlagen werde. Da­für würde.bann in erster Linie Ostende oder auch B o u l og n e in Frage kommen, da von beiden Orten London in wenigen Stunden erreicht werden könne.

sk. Paris, 18. Juni. DasJournal" will berichten können, dah in gewissen englischen Kreisen zu verstehen gegeben werde, die inter­nationale Konferenz zur Liquidierung des Krieges auf einige Wochen, event. sogar bis zum Monat Oktober zu verschieben. Man rege an, dah die englischen Staatsmänner und Briand gelegentlich der Völkerbunds- tagung im September sich zunächst aussvrcchen sollten. Gewisse englische Organe deuteten an, dah England und Frankreich sich schliehlich auf Brüssel (?) als Konferenzort geeinigt batten.

Berlin, 17. Juli. Einer Blatte r- meldung aus Paris zufolge hat der deutsche Botschafter von H o e s ch, der gestern aus Baden-Baden zurückgekehrt

legenbeiten, die die Beziehungen zwischen der Sowjet-Union und China und die Ostchina- bahn betreffen, zwischen China und dem Bcstks- kommissariat auf dem Wege der Gerechtigkeit und der Gesetze entschieden werden können. (!)

Wird Zlumn ringreifen?

Peking, 17. Juli. Der hiesige java­nische Gesandte ist vom javanischen Auhenministerium nach Tokio beordert worden, um Bericht über die Lage in der Mandschurei zu erstatten. Die javanische Militärmission in Mukden ist zur chinesischen Ostbabn beordert worden, um die Lage auf der Bahn eingehend zu prüfen. Das javanische Auhenministerium erklärte, dah ein russischer Versuch zur gewalt­samen Besitzergreifung der chinesischen Ostbabn zu bedauerlichen Verwicklungen führen könnt«, weil Javan dann sein« V e - sitzansprüche auf di« Bahn geltend machen würde.

Einstellung des Eisenbahmaerkehes China- Europa.

fk. Tokio, 18. Juli. Nach einer amt­lichen Meldung konnte der Expreßzug aus Eharbin keinen Anschluß an den russisch?» Zug in der Manfchtti erreichen. Aus die­

sem Umstand wird geschlossen, daß der Verkehr nach Europa eingestellt ist. Die chinesischen Behörden beschlagnahmten das Verkehrsbüro der chinesischen Ostbahn in Mukden und setzten den russischen Direktor ab. Der Verkauf von transsibirischen Eisenbahnbilletts ist vom Tokioer Reise­büro eingestellt worden.

Zerstörung des britischen Konsulats in Mnan.

London, 17. Juli. Nach einer in Pe­king eingegangenen Meldung ist bei Strahen- kämpfen zwischen Aufständischen und Regierungstruppen in Bunan das britische Konsulat zerstört worden und nie­dergebrannt. Der Konsul wurde ver­wundet.

Wie aus Moskau gemeldet wird, fand in Wladiwostok eine Kundgebung gegen den chinesischen Generalkonsul statt, an der sich etwa 2000 Personen beteiligten. Das Kon­sulat wurde von einer dreifachen Kette von Müizbeamten bewacht. Einer der Kundge­ber kletterte auf einen Balkon des Konsulats und hielt von dort aus eine Ansprache an die Menge. Der Generalkonsul legte gegen die passive Haituug bfri Miliz Verwahrung em.

ÄberhMsche Zeitung

nach Mukden auffordert, um die Vertei­digungsarbeiten an der Grenze persönlich zu leiten.

Von der Nankinger Regierung witd amtlich mitgeteilt, China sei jetzt ent­schlossen, die chinesische Osteisenbahn in eigene Verwaltung zu übernehmen und etwaige von Rußland eingeleiteten mili­tärischen Maßnahmen Widerstand entgegen zu setzen. Die Eisenbahnverbin­dung zwischen der Mandschurei und Sibirien ist nach Meldungen aus China gestern nachmittag 2 Uhr unterbrochen worden.

Die chinesische Note an Rutzland.

fk. Moskau, 18. Juli. Die Telegraphen- Agentur der Sowjet-Union teilt mit: Die im Volkskommissariat für auswärtige Angelegen­heiten überreichte Antwortnote der chinesischen Regierung auf die be­fristete Note der Sowjet-Regierung vom 14. Juli erklärt, die Durchsuchung des Sowjet- Konsulats in Cbarbin und Maßnahmen gegen die Ostchinabahn seien vorgenommen worden

ist, am Nachmittag einen Besuch am Quai d'Orsay gemacht.

MeMeretWast ameriianW Mlprosmmm

Newyork, 17. Juli. Unterstaats­sekretär Hurley vom Kriegsdepartement erklärte in einer Rede auf dem Truppen­übungsplatz bei Fort Myer, daß Amerika gerüstet sein müsse, bis der Krieg für alle Zeiten ver- fehmt sei. Er sagte:Wir müssen stets vorbereitet sein, die nationalen Grundsätze als ideale Einrichtungen zu schützen und zu verteidigen, da wir ihnen unseren bei­spiellosen geistigen "und materiellen Auf­schwung verdanken." Es sei ungerecht, wenn in Zeiten nationaler Not die ganze Verantwortung auf die jungen Leute ab- gcwälzt würde, die die bewaffneten Kriifte bilden. Es gebe keine gute militärische Operation ohne sorgsam abgewogene und wirksame industrielle Bereit­schaft. Sämtliche Bürger müßten so­wohl die Verantwortung als auch die Bürde des Krieges tragen. Die Kriegs­bereitschaft werde nicht von der Regierung anfgezwungen, sondern sei ein V o l k s - Programm.

Die Wlitachmung RuAaM

Don Dr. Karl Brennert.

Die jüngsten Meldungen aus Moskau besagen, daß die zwischen der Räteregie­rung und Trotzki gepflogenen Derhcvll)- lungen zu einem vorläufigen Abschluß ge­langt sind. Dem Verbannten soll die Rückkehr in die Heimat huldvoll gestattet, ihm sogar ein größeres Kommando innerhalb der Roten Armee angeboten worden sein, und eS kann Wohl mit einiger Bestimmtheit angenommen werden, daß der Ehrgeiz Trotzkis sich diesem verlocken­den Angebot nicht verschließen wird. Daß endlich dieser Posten Trotzki nur als will­kommenes Sprungbrett zur Erreichung sei­ner machtpolitischen Ziele dienen dürste, ist wohl den Sowjets nicht ganz unbekannt, doch erscheint dieses Aebel ihnen angesichts des Kräftezuwachses der oppositionellen Bewegung noch als das geringste. Trotzki als Herr und Meister der nicht unbedingt loyalen Roten Armee ist den Moskauer Machthabern gewiß keine angenehme Vor­stellung, aber Trotzki als verbannter Mär­tyrer seiner allrussischen Aeberzeugung und als Haupt einer gegenrevolutionären Ver­schwörungszentrale int Auslande bildet die ständige Gefährdung des bestehenven Re­gimes. Ein Wolf im Schafspelz eines Rotgardisten wirkt eben fn den Augen Stalins und Rykows ungefährlicher als ein Tiger im undurchsichtigen Dschungel geheimer ausländischer Wühlarbeit. 2koch immer ist der Name Trotzki ein Programm und ein Fanal, das zündet. Man hat ttoh alles Dvrgefallenen den Eindruck, als habe Trotzki an der Spitze der Roten Armee noch eine Mission zu erfüllen, und harrt in Rußland der Dinge, die oa kom­men sollen. . .

Die Militarisierung Rußland» schreitet inzwischen rüstig vor­wärts. Ein vortrefflicher Kenner sowjet­russischer Verhältnisse, der Amerikaner Dreiser, schrieb vor einiger Zeit tnt Anschluß an eine seiner Studienreisen, die ihn guer durch Rußland führten: «Nie­mand weiß, wie groß zurzeit die russische Armee tatsächlich ist, denn alle offiziellen Angaben über sie entsprechen nicht der Wirllichkeit. Mit gutem Gewissen kann ich jedenfalls behaupten, dah ich nirgends so viele Soldaten, Kasernen und Depots auf engem Raum zu sehen bekam wie gerade in Sowjetrußland." Mögen die diplo- mattschen Vertreter der Sowjetunion im Ausland noch so ost und diel den Frie­denswillen ihrer Regierung durch Wort und Schrift bekunden, mag ein Litwinow im Verlauf künftiger Abrüstungskonferen­zen donnernde Tiraden wider die Schein­heiligkeit der kapitalistischen Staaten Euro­pas und Amerikas vom Stapel lassen, mag die Presse der Sowjets dem mißttauisch gewordenen Ausland einzureden versuchen, die Rote Armee sei nach dem mißglückten Feldzug gegen Polen schrittweise demobili­siert und, im Grunde genommen, seitdem nicht wieder systematisch aufgerüstet wor­den, so reden heute die Tatsachen eine ganz andere Sprache. Rußland militarisiert sich zusehends. Man denke an Rykows Be­richt über die polnisch-russischen Bezie­hungen, den er im Mai dieses Jahres vor dem Ratskvngreh erstattete und der in oer unverhüllten Drohung gipfelte, dah zwar die Sowjetunion in guten Beziehungen zu Polen leben wolle, daß sich die Rote Armee aber tüchtig schlagen würde, wenn es zu einem Kriege mit Polen kommen sollte. Das Pilsudski nahe stehende Blatt Glos Prawdi" glossierte diese Heraus­forderung Rykows seinerzeit sehr scharf und schrieb in diesem Zusammenhang über diekriegerische Stimmung eines nicht un­erheblichen Teils oer russischen Bevölte-

Anzeiger Mr (bas frühere knrhesfischej Oherhefse«

Anzeiger der amtlichen Vekarrtttmachrrngen für Stadt rrrrd Kreis Marbrrrg.

Gleichzeitig erklärt die Sowjet-Union, « sie sich sämtliche aus dem Pekinger Und Mukdenervertrag von 1924 hervor­gehenden Rechte Vorbehalte.

Die militärischen Vorbereitungen.

fk. T o k i -, 18. Juli. Nach einem Tele­gramm aus Chardin treffen die chinesi­schen Behörden eiligst große mili­tärische Vorder ei tungen. Truv- penzüge sind nach der Grenze abgegangen. Das Charbiner Arsenal arbei­tet fieberhaft an der Herstel­lung von Munition.

fk. Loudon, 18. Juli. In Peking wird von chinesischer Seite ein Bericht veröffentlicht, wonach Sowjet-Russen Ver­suche machten, den Amurfluß in der nörd­lichen Mandschurei zu überqueren. Die Russen seien zurückgejchlage« worden.

Von japanischer Seite in Peking ver­lautet, daß die russischen Truppen mit großen Mengen von Flug­zeugen und sämtlichen Kriegs­material ausgerüstet wurden.

Die militärischen Vorberei­tungen entlang der mandschurischen Grenze halten an. Auf russischer Seite wurden 40 000 Mann in dem Gebiet zwischen Blagowjeschtschensk und Man- schuli zusammengezogen. Verschiedene Abteilungen dieser Truppen sind mit luten Uniformen ausgerüstet. Die Trup- renbewegung in der Mandschurei umfaft en vor allem Kavallerie. Zahlenmäßig ind die an der Grenze zusammengezoge- Nen chinesischen Truppen weit stärker, je­doch ist ihre Ausrüstung nicht angehend so gut als die der russischen Truppen. Tschanghsueliang, der mandschurische Heer­führer befindet sich noch immer in einem Seebad in der Nähe von Tiensin. Er hat ein Telegramm des Präsidenten Tschiang- keifchek erhalten, das ch« zur RmSehr

zwecks Beseitigung event. plötzlich ans» brechender Störungen der Ruhe und Ordnung" in Anbetracht der von den chinesischen Behör­den festgestellten Propaganda. Weiter erklärt die Note, der Leiter der Ostchinabahn und andere Angestellte dieses Unternehmens hätten gesetzwidrige Handlungen begangen. Sie weist weiter darauf bin, daß die Sowjet-Union chinesische Staatsbürger verhaftet hätten und dah diese schlecht behandelt wurden. Die Ver­folgung chinesischer Bürger, Händler und Ge­sellschaften gehen fort, deren notwendiger Schutz versichert worden sei. Die Note spricht sodann die Hoffnung aus, dah die Sowjet-Re­gierung ihre zur «Zeit begangenen ungerechten Handlungen initiier gut machen wird. In Be­zug auf die gegenwärtig« Angelegenheit ist es aber, so heiht es weiter, notwendig, dah die Sowjet-Regierung die Souveränität Chinas und seine Gesetze achte und nicht Vorschläge macht, die bestehenden Mahnahmen zu igno­rieren. Die Note bringt zur Kenntnis, dah dem nach Moskau zurückkehrenden Botschafter Befehl erteilt worden sei, in Charbin die An­gelegenheit der Ostchinabahn zu untersuchen und erklärt zum Schluh, dah sämtliche Ange-