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Die ^L»«rh«sfische Zrwmg" «- scheint sechsmal wSchenLich. 8e zagspreis mosatlichr.10 OQR.crK. schließl. ZnstellnngSgebLhr, durch dt-Pvst2.35 «M.Für etwa tafolgt Streik«, Maschinendefrkte »d«r elementarer Ereignisse aoSsalleude Nummern tottb kein Ersatz geleistet. Verlag b. Dr. §. Hitzeroch. Druck der Unid.-Buchdrückeret 6. Zoh. Aug. Koch, Markt 21ZK, Fernsprecher: Nr. 54. u. Rr. 55. Postscheckkonto: Start Fraukfmtt a. M. Nr. 5015. — Sprechzeit der Redaktion do« 10—ü mrd
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Anzeiger für (das frühere knrhesfische) Oberheffen
ÄbechMsche Zeitung
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.England »ich die Seulichen nicht hindern, die Lamfease Mmverken-
Es steht nun wohl endgültig fest, daß die Regierungskonferenz am 6. August beginnen kann, wenngleich man trotz des wochenlangen Hin und Her immer noch zu keiner Einigung über den Tagungsort gekommen ist. Aller Vermutungen über die Konferenzdauer bewegen sich in einem Zeitraum von mindestens drei bis vier Wochen, da gleichzeitig auch die Zeitdauer für die Arbeiten der Ausschüsse zu berücksichtigen ist.
Ursprünglich hatte man angenommen, das; die politische Konferenz schon Mitte Juli beginnen werde, um so den einzelnen Parkamenten rasch Gelegenheit zur Beschlußfassung über den Youngplan noch vor dem 1. September zu geben, an welchem Tage bekenntlich die Abkommen über die endgültige Reparationszahlung ratifiziert sein sollten. Aus diesem Grunde war auch daran gedacht worden, den Reichstag etwa auf den 26. August zu einer Spätsommertagung einzuberufen, damit er neben der wichtigen Reform der Arbeitslosenversicherung die Ratifizierung des Young-Planes beraten konnte.
Die nun eingetretene Verschiebung des Zeitpunktes für die Einberufung der politischen Konferenz macht jetzt eine Umdisponierung notwendig. Wir haben auch allen Grund, sorgfältig den Gang der Arbeiten sowohl der Ausschüsse wie der Konferenz selbst zu prüfen und zu verfolgen, keine übereilten Beschlüsfe zu fassen, weil über das Schicksal von zwei Generationen Deutschlands $u entscheiden ist. Unsere Vertragspartner machen uns, wenn wir die Prejsestimmen des Auslandes über die Konferenz und deren Arbeitsgebiete beachten, eine Entscheidung ohnehin immer schwerer. Allerlei rätselhafte Deutungsversuche nehmen wir wahr. Daneben zeigt sich die alte Verschleppungstaktik Frankreichs, das in der Innenpolitik schwerste Kämpfe zu bestehen hat wegen der Ratifizierung des amerikanischen Schuldenav- kommens. Man spricht davon, daß das Organisationskomitee für die Reparationsbank erst gleichzeitig mit der Regierungskonferenz zusammentreten soll, daß es ferner noch nicht feststehe, ob tatsächlich die beiden Unterausschüsse des zweiten Organisationskomitees Mitte Juli in Berlin zusammentreten. Das Reparations- komitec btt '> Gläubiger-Delegierten noch nicht ernannt, angeblich wegen der Weigerung der englischen Regierung, den Youngplan schon jetzt anzunehmen.
Das deutsch-belgische Markabkommen wird vorläufig von oer englischen Presse kommentarlos verzeichnet. Der diplomatische Berichterstatter des „Daily Telegraph" knüpft an den Ausspruch der Genugtuung über die Regelung dieser Frage den Hinweis, das; nicht unbeachtet bleiben sollte, daß die neuen deutschen Verpflichtungen, ebenso wie der französische Anspruch von 25 Millionen Pfund im Youngplan ungeschützt seien. Dadurch werde ote verhältnismäßig ungünstige Stellung Großbritanniens im Youngplan .m Noch unterstrichen.
Der Berichterstatter setzt im übrigen seinen Feldzug gegen den Youngplan fort und weift darauf hin, daß
Annahme in der gegenwärtigen Form Großbritanniens zwingen würde, sich mit weniger zufrieden zu geben, als es unter den Bestimmungen der Balfournote erhallen würde. Es könne kein Zweifel benetzen, daß der britische Anspruch, datz Frankreich im Falle der Bezahlung der 1,6 Milliarden Mark an die Vereinigten Staaten am 1. August eine gleiche Summe nn Großbritannien abzuführen habe,
durch die Balfournote eine volle rechtliche Begründung finde.
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Dsntschnationale Entschließung gegen die Pariser Abmachungen.
Saarbrücken, 14. Juli, Der Landesverband Saargebiet der Deutschnatio- nalen Volkspartei hat nachstehende Entschließung gefaßt: Der erweiterte Vorstand des Landesverbandes Saargebiet der Deutschnationalen Volkspartei sieht in der Unterzeichnung des Pariser Sachverstän- digen-Gutachtens, das eine Versklavung des deutschen Volkes auf Jahrzehnte vorsieht, die größte Gefahr und bittet ine Partei, alle Mittel anzuwenden, damit
die Pariser Abmachungen nicht rechtskräftig werden. Die vorbehaltlose Räumung der besetzten Gebiete und die damit unbedingt notwendige Rückgliederung des Saargebiets kann und soll nach den verschiedentlich erwähnten Erklärungen der Partei neue und schwerere Lasten für das Gesamtvolk nicht zur Folge haben. Die im Versailler Vertrag verankerten Rechteansprüche bedingen schon heute Freigabe der besetzten Erbiete. Die Frage der Leistungsfähigkeit muß die Grundlage für die Verhandlungen bilden. Keine Unterschrift unter unerfüllbare Vertragspflichten! Wir fordern den schärfsten Kampf gegen dir Festlegung des Pariser Versklavungsgutachtens.
BorWSge zur Wchsrsßsrm
Berlin, 15. Juli. Der Borst and und Arbeitsausschuß des Bundes zur Erneuerung des Deiches trat am Montag zu einer Sitzung zusammen, von der der ausgegebene Bericht u. a. besagt:
»Der Bund zur Erneuerung des Deiches entnimmt den kürzlich ergangenen Beschlüssen des Unterausschusses der Länderkonferenz und ihrer Bewertung in der Oefsentlichkeit mit Befriedigung, daß über Inhalt und Ziel der Deichsreform sich in wachsendem Maste eine Aebereinstimmung auf den gleichen H a u p t l in i e n herausbildet, wie sie in der Arbeit des Bundes entwickelt Word«: sind.
Die Bot Wendigkeit einer Reichsreform im weitesten Wortsinne ist durch die Gestaltung der Lage in Deutschland nur immer deutlicher geworden. Immer neue Zweige der deutschen Wirtschaft geraten in Bedrängnis. Soll Deutschland wieder Herr seiner Geschicke werden, soll es wieder eine sichere Grundlage für die deutsche Kultur schaffe«, dann mutz es versuchen, die ungewöhnliche Lage mit allen Mitteln der privaten und öffentlichen Wirtschaft zu meistern. Ohne Bindungen, die wir unS selbst auferlegen, wird das nicht möglich sein. • Stärkere verfaftungsmätzige Kontrolle in de r Ausgabenwirtschaft des Reiches, besser gesicherte Stabilität der Reichsregierung, aber auch Einschränkung in den Ausgaben jeder Einzelwirtschaft find heute Forderungen, die der Bund im Rahmen seines Arbeitsziels, öec Erneuerung des Reiches, stellen muh.
Bvrstand und Arbeitsausschuß des Bundes haben demzufolge in ihrer heutigen Sitzung folgende Beschlüsse gefccht:
1. Sn einer besonderen Veröffentlichung soll zur Darstellung gebracht werden, wie sehr die versch-iede-.en Meinungen über Inhalt und Ziel der Reichsreform sich bereits angenähert haben.
2. Da Ne Mnanzwirtschast der letzten 2ahve besonders deutlich gezeigt hat, daß auch der Reichstag als oberstes auf dem Bolkswillen beruhendes Organ einer verfassungsmäßigen Bindung nicht entraten kamr, so soll in Ergänzung der bisherigen Arbeiten des Bundes ein Vorschlag über Erweiterung der Rechte des Aeichsrates bei der Feststellung des Haushaltsplanes und bei allen Ausgabebewilligungen während des laufenden Jahres ausgearbeitet werden.
Eine solche Bindung findet sich in allen alten Republiken der Welt und könnte fich auch an Dorschriften anlehnen, die in Der preußischen Derfassung vorhanden sind. Sie würde politisch um so stärker zu begründen sein, wenn gleichzeitig der Ausbau des Aeichsrates unter Heranziehung berussständi- ger Kräfte erfolgt.
3. In einer dritten Berö^fentlichung wird bargelegt werden, inwiefern die in der Handhabung durch den Reichstag herausgebildete Praxis dahin geführt hat, baß die in der geltenden Derfassung vorgesehenen Rechte des — wie der Reichstag vom Dolk gewählten — Reichsprö sid enteil nicht hin- reichend zur Wirkung gekommen Fntv.
Ar SaerfriM im englMa riilleehMs
London, 15. Juli. 3n Beantwortung einer Frage, ob Frankreich Einwendungen dagegen erhoben habe, daß die Frage der Zurückgabe des Saarbeckens an B e u t s ch I a n d bei der bevorstehenden Mächtekonferenz behandelt werde, erklärte der Staatssekretär des Auswärtigen, H e n d e r - f nn, die deutsche Negierung habe mitge- teüt, daß sie diese Frage aufzuwerfen beabsichtige. Er möchte aber das Hans daran erinnern, daß sie mit den beiden Hauptproblemen,, zu deren Beratung die Konferenz emberufen werde, nämlich mit der Frage der R e p a r a ti o n e n und der Räumung des R h e l n l a n d e s,, durchaus gar nichts zu tun habe. Henderson sagte weiter, es würde nicht korrekt sein zu erklären, daß die Regierung über die Frage, ob die französische Regierung ihre Einwilligung zur Beratung der Saarfrage gegen werde, aus Paris kerne Informationen erhalten hätte, aber er könne lediglich sagen, daß sie nicht zu den Gegenständen gehöre, die auf jeben Fall erledigt werden müßten.
Wedgwood (Arbeiterpartei) stellte darauf die Frage, ob diese Antwort so zu verstehen sei, daß die britische Regierring sich endgültig den französischen Standpunkt zu eigen gemacht
habe, daß die Behandlung der Saarfrage bet der Konferenz abzulehnen sei.
Henderson erwiderte, daß dieseSchtuß- fmgerung nicht gerechtfertigt sei. Er selber habe etwas derartiges nicht vorgeschlagen und die britische Regierung würde die deutsche nicht hindern, diese Frage aufzuwerfen. Was die Haltung der britischen Konferenz- tetlnehmer betreffe, so müsse die Konferenz selber abgewartet werden.
Sodann stellte Wedgwood die Frage, ob Henderson von der deutschen Regierung dre offizielle Mitteilung erhalten habe, daß sie es lieber sehen würde, wenn die britischen Besatzungstruppen im Rheinland bleiben würden, bis eine ^eichzeitige Räumung durch die Truppen der drei Mächte mögllch wäre.
Henderson erwiderte, er habe eine solche Mitteilung nicht erhalten.
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Die deutsche Delegation fit Genf.
Berlin, 15. Juli. Der deutsche« Delegation f«r die Völkerbundsversammlnng in Genf werden angehören die Abgeordneten Dr. Breitscheid,. Frhr. ». Rheinhaben, Prälat Kaas oder, falls er durch Krankheit verhindert sein sollte, an seiner Stelle Brüning, Graf Bernstorfs, Koch-Weser mrd Professor Hoetzsch.
Stofefl« Sans Delbrück t
Berlin, 15. Juli. Gestern verschied der bekannte Historiker Geh. Reg.-Rat Professor Dr. Haas Delbrück im 81. Lebensjahre. Prof. Delbrück war fett längerer Zeit an Grippe erkrankt.
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Professor Hans Delbrück wurde am 11. November 1848 in Bergen auf Rügen geboren. Er studierte E>eschichte in Heidelberg, Greifswald und Bonn und nahm als Reserveoffizier am Feldzug 1870/71 teil. Im Jahre 1873 promovierte er zum Doktor der Philosophie und widmete sich dann insbesondere dem Studium der Kriegsgeschichte. In Barlin habilitierte er sich im Jahre 1881, wurde 1885 außerordentlicher Professor und 1896 als Rachfolger des großen Historikers T re i t s ch k e rv- denllicher Professor für die Geschichte.
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Mkt dem Geheimen Regierungsrat Professor Dr. Hans Delbrück ist nicht mtr em großer Historiker der deutschen Gegenwart atti dem Leben geschieden, sondern auch eine Persönlichkett von ausgesprochen po- littschem Gepräge. Hans Delbrück hat sich nie damit begnügt, die Vorgänge der Vergangenheit zu erforschen und wisseitschast- lich darzustellen. Sein Temperament hat ihn immer auf die Beeinflussung der Gegenwatt und Zukunft, auf das politische Witten, hingedrängt. Sein umfassertdes in der Tradition der großen deutschen historischen Schule liegendes Wissen, sein innerer Drang nach Erkenntnis unbeirrt von vorgefaßten Meinungen und Polittschen Anschauungen haben ihm eine oft leidenschaftlich umkämpfte aber immer geachtete Sonderstellung im geisttg-Polittschen Leben gegeben. Seine hervorragendste wissenschaftliche Leistung ist die „Geschichte der Kriegskunst im Rahmen der politischen Geschichte". Es ist dies eine Weltgeschichte von der Entwicklung und Gestaltung der Kriegskunst aus gesehen. Besonders bekannt geworden ist durch die Arbett des Generaloberst dem Schliessen die Analyse der Schlacht bei Cannae mit der Idee der doppelten strategischen Umfassung, wie sie bei Tannenberg in die Tat umgesetzt worden ist. In seiner Lehrtätigkeit ist Delbrück der Nachfolger im Ordinariat Heinreich von Treitschkes an der Bettiner Universität gewesen. Seine Tätigkeü als Herausgeber der „Preußischen Jahrbücher" fühtte ihn in das Gebiet der polittschen Publizisttk. Zur Dismarckzest war er auch einmal Mitglied des Preußischen Abgeordnetenhauses und Mitglied des Reichstages. Er gehötte damals der fteikonservatiden Partei an. Sein ausgesprochener Anab- hängigkeitsdrang hat ihn aber bis in die