NonnMas, den li.guli 1929
®k ^Oberh-ssisch« Z-it-mg" et- scheint sechsmal wöchentlich. St ,ng«pr«is monatlich 2.10 02R.au*. schließ!. Zustellung-gebühr, durch dkPost2.35 GM.Für etwa Infolge Streik«, Maschinen defekte »der elementarer Ereigniffe «x-fallend« Nummern wird kein Ersatz ge» leistet. Verlag d. Dr. §. Hitzeroth. Druck der Unib.-Buchdruckerei v. Ioh. Aug. Koch, Markt 21/33, Fernsprecher: Nr. 54. u. Rr. 55. Postscheckkonto: «mt Frankfurt o. M. Rr. 5015. — Sprechet der Redaktion von 10—*1 und
4 u-r.
GbeehMsche — J tituno ■=•
St. 160 64.36610. Äartwrg o. Mo
Der Aujeig-nprei- beträgt für den lOgespalt. Zeilenmillimeter 0.08 ©9K-, kleine Varcinz-igen 0.06 SM„ amtliche und auswärtig« Anzeigen 0.10 TM. Sei schwierigem Satz sowie bei Platz- Vorschrift SOI, Aufschlag. — Sammela«zeigen 100 °l» Aufschlag. Reklamen der Milli«. 0,40 SM. Jeder Rabatt gilt a!« Darrabatt. Ziel 5 Tage. Stiegt werden berechnet, ebenso AuSkrmft durch i* SeschLftsstell« und Zusendung der Angebot«. Erfüllungsort Marburg.
1 Soldmark — V^DoSnr
Anzeiger für (das frühere kvrhsMchsj Obevheffe«
Anzeiger her aMLNche« Vekarrntwachrrngen für Stadt und Kreis Marburg.
We Amsemsm-MM» « R«Ä2§sLiet
Sa- SM in Mit» Lime teraMiktet - MfMnWMkM Mehrte« nicht emM
Vie yoliMe ZriSuikökAmr
At enMK-ftamWchtn MhnnblunMN lsmn des raguagtertes
Reg ierungspar lese« gegen 1 69 6ft nt * men der übrigen Parteien angenommen. ®8 ist also nnt einfache Meh rheit ec* reicht. Ohne Aussprache stimmte das Haus dann auch dem Einführungsgesetz in dritter Lesung zu, das in >rr Schluhabstimmuug mit den Stimmen Der Regierungsparteien Annahme sand.
Das Haus nahm dann noch mehrere Anträge des Beamtenausschuffes an, die u. a. das Staatsministerium ersuchen, zu prüfen, ob der Erholungsurlaub für die Beamten der unteren Besoldungsgruppen günstiger geregelt werden kann. Ferner soll dafür gesorgt werden, daß bei der Polizei ein Uebermaß an Dienstzeit verhindert räch für alle im Staatsdienst tätigen Beamten, Angestellten und Arbeiter möglichst ein« Arbeitszeit von 48 Stunden In bet Woche nicht überschritten wird.
Am Donnerstag, wo die letzchc Sitzung vor den Ferien stattfinden wird, sollen hauptsächlich die Mißtrauensvoten wegen der Kundgebungen gm 28. Juni zur namentlichen Abstimmung gestellt werden.
Berlin. 10. Juli. Der preußische Landtag verabschiedete am Mittwoch zuerst debatte- los das neue Polizeikostengesetz, das den Lastenausgleich für die Orte mit staatlicher und kommunaler Polizei ab 1. 4. 1930 in der bekannten Weise neu regelt. Dis zum Inkrafttreten der Vorlage wurde der gegenwärtige Zustand verlängert. Annahme fand noch eine Ausschußentschließung, die baldigst auch die gesetzliche Regelung des Wohl- fah rt s la stenau sg lei chs verlangt.
Dann begann nochmals der Kampf um die
große rheinisch - westfälische Umgemein- dungsvorlage.
Abermals hatte sich auf den überfüllten Tribünen ein Auditorium von hauptsächlich kommunalpolitischen Interessenten aus Rheinland-Westfalen eingefunden, an dessen Adresse hauptsächlich wohl die Bemerkung des Abg. Pohl (Deutsche Fraktion) gerichtet war, daß er sich freue, daß man nun endlich zum letztenmal über dieses Gesetz verhandele, da allein die wochenlange Anwesenheit von interessierten Gemeindebeamten in Berlin die Rhein-Ruhr-Gemeinden hunderttausende von Mark gekostet habe. Der Kommunist So- botka behauptete, die von den betroffenen Gemeinden sehr zahlreich ausgearbeiteten Denkschriften und sonsttgen Begründungen ihrer 'Wünsche zur Umgemeindung hätten Millionen Mostet und trotzdem ihren Zweck verfehlt, weil sie zu 90 Prozent nicht einmal gelesen worden seien. Rach einer weiteren, sich in ähnlichen Gedanken bewegenden Aus- sprache erfolgten die
Abstimmungen.
Dabei wurden im wesentlichen die Beschlüsse der zweiten Lesung ohne Aussprache bestätigt. Gegen die Rechtsparteien wurde der
Zusammenschluß von Duisburg und Hamborn,
der bekanntlich in Hamborn zu Protestkundgebungen und Halbmastflaggen geführt hatte, nach den Beschlüssen der zweiten Lesung betätigt. Bei der in zweiter Lesung umstrittenen Reuregelung der Stadtgemeinde Essen wurde ein Zentrumsantrag angenommen, wonach die Stadtgemeind« Steele nach Essen eingegliedert wird, ohne die vorher beabsichtigten Grenzberichtigungen gegenüber Wattenscheid vorzunehmen. Im Äebrigen wurden die Beschlüsse der zweiten Lesung mit 204 Stimmen der Regierungsparteien gegen 175 Stimmen bestätigt. Auch der
Zusammenschluß von Barmen und Elberfeld
wurde gegen die Streichungsanträge der Rechtsparteien mit 188 Sttmmen gegen 167 Stimmen bei einer Stimmenthaltung bestät.gt. Die Eingliederung Lenneps in Remscheid wurde mit 174 Stimmen der Regierungsparteien und Kommunisten gegen^!70 Stimmen der Rechtsparteien nach der Fassung der Vorlage bestätigt, Unverändert genehmigt wurden die Bestimmungen über die Stadtgemeinde Recklinghausen, desgleichen diejenigen über die Stadtgemernden Bochum, Witten, Hagen urck) Iserlohn. Annahme fanden auch die Bestimmungen über die
Bildung »wischengemeindlicher Arbetts- , gemeinschaften.
Die Bestimmungen über Oberhausen, Mülheim, und Düsseldorf werden im wesentlichen nach den Beschlüssen zweiter Lesung angenommen. Bestätigt wurden auch die Bestimmungen für den Siedelungsverband Duhrkohlenbezirk und die Schlußvorschritten.
Bor der Schlußabstimmung gab Abg. Dr. von Kries (Dntl.) eine Erklärung ab. tn der es heißt, das Gesetz verfolge eine einseitige Gr oßstadtpolitik, durch die der Auflösung Preußens die Wege geebnet würden. Die Vorschriften über die Kompetenz-Kompetenz der Kreise bedeuteten die Aufhebung wahrer Selbstverwaltung und fänden den schärfsten Wider- Spruch seiner Freunde, die aus allen diesen Gründen heraus die llrngemeindungs- dorlage einstimmig ablehnten. Seine Fraktion fei im übrigen der Ansicht, daß das Gesetz einen
«Otzfas'bmgSWnderndkN Chaeatter
trage. Abg. v. Ehnern (DDP.) erklärte, auch seine Freunde müßten das Gesetz ab- lehnen, da es nicht dem Wohle des Dolles biene. Die Selbstverwaltung werde aufs schwerste beeinträchtigt. Formell stehe man am Ende der Verhandlungen, ohne jedoch das Bewußtsein zu haben, daß in sachllcher Hinsicht eine gerechte Lösung gefunden wurde. Abg. Dr. Rhode (WP.) betonte, daß auch seine Fraktion dem Gesetz nicht zustimmen könne. Er beantragte namentliche Schlußabstimmung, um festzustellen, ob eine verfassungsändernde Mehrheit vorhanden sei Der
Staatsgerichtshof
werde dann zu entscheiden haben, ob das Unrecht aufrecht erhalten werden solle oder nicht. Auch Abg. Pohl (Deutsche Fraktion) lehnte das Gesetz ab, das den Bestimmungen der Reichsveksassung über den Schutz der Selbstverwaltung zuwiderlaufe. Schließlich lehnte auch Abg. Sobotka (Komm.) die Vorlage ab, da sie keine befriedigende Lösung bringe. Die Regierungsparteien stimmten dagegen dem Gesetz zu.
Hierauf wurde das Gesetz in namentlicher Schlußabstimmung mit 210 Stimmen der
„Time s« meldet: Das Kabinett konnte in seiner gestrigen Sitzung zu keiner endgültigen Entscheidung über den Tagungs- ort der bevorstehenden Reparationskonfe- renz gelangen, da die französische Regierung den Vorschlag, London als Ort der Zusammenkunft zu wählen, noch nicht angenommen hat. Die anderen interessierten Mächte sind bereit, nach London zu kommen, aber die französische Negierung beharrt noch immer ihrer Auffassung, daß die Zusammenkunft in Luzern oder einer anderen schweizerischen Stadt statt- finden soll. Man ist sich noch nicht klar, darüber, ob die endgültige Entscheidung bis Morgen fallen wird, aber das Kabinett hofft noch immer, daß die französische Regierung die Berechtigung der britischen Auffassung anerkennen wird, daß die Minister, die etft seit einigen Wochen im Amte sind, nicht aufgefottiert werden sollten, London wegen der Konferenz zu ver- lasien.
eaetaa» in ter Sfiomiwiw nickt gtbmHen
Im llnterhause stellte der Abgeordnete Wedgwood die Anfrage, ob die Regieru"g der französischen Regierung gegenüber irgendwie gebunden oder verpflichtet sei, ohne Einwilligung Frankreichs oder ohne die gleichzeitige Räumung seitens der französischen Tnqipen das Rheinland nicht zu räumen.
Der Staatssekretär für auswärtige Angelegenheiten Henderson beantwortete die Frage mit „R e i n" und führte dazu aus: „Die britische Regierung hat völlig freie Hand, die englischen Truppen aus dem Rheinland zu jedem Zeitpunkt, in dem es ihr richtig erscheint zurückzuziehen".
Wedgwood fragte darauf an: „Können wir, wenn- das der Fall ist, in die Lage gebracht werden, daß wir hinsichtlich des Poung-Berichts oder in anderer Beziehung Konzessionen machen müssen, auf diese Art Frankreichs Zustimmung zu der von dem englischen Botk so sehr gewünfcy-
ten Räumung des Rheinlands durch tue britischen Truppen zu erkaufen?"
Henderson antwortete: „Det Herr Abgeordnete darf nicht annehmen, daß wir das Bestreben haben, ein Tauschgeschäft in der von ihm beschriebenen Art vorzunÄz- men".
Dee Kanzler geht zur Reparations* konferenz.
Der Gesundheitszustand des Reichskanzlers Müller war vor feiner Reise nach Mergentheim so ungünstig, daß mit seiner Teilnahme an der politischen Reparationskonferenz damals nicht gerechnet werden konnte, besonders, da man annahm, daß die Konferenz schon Mitte Juli begingen werde. Jetzt darf es als feststehend Men, daß die Regierungskonferenz, gleichgülttg ob sie in London oder in der Schweiz tagen soll, auf den 5. oder 6. August einberufen werden wird. Da sich das Befinden des Reichskanzlers inzwischen bereits erheblich gebessert hat, dürfte laut „Bosiischer Zeitung" die ursprüngliche Disposition geändert werden. Reichskanzler Müller-Franken wird die Führung der deutschen Regierungsdelegatton übernehmen, da auch alle anderen Mächte durch die Regierungschefs vertreten sein werden.
Sie SrgmifMteaWKM
Wie einige Pariser Morgenblätter berichten, hat Ministerialdirektor Dr. R u p- p e l der Reparationskonferenz bereits die Namen der deutschen Delegation bekannt gegeben, die an den im Anhang 5 des Houngplanes vorgesehenen Organisation^ ausschüsien teilnehmen sollen. Die Repa- rattonskonferenz ihrerseits habe aber die notwendigen Ernennungen noch nicht vollziehen können, da die britische Regierung bis jetzt ihre Vertreter an der Reparationskonferenz noch nicht mitgeteilt habe. Das System dieser Instruktion wird von dem nattonalistischen „Echo de Patts" das sich in letzter Zeit wieder besonders englandfeindlich gezeigt hat, wie folgt gedeutet : Die englische Regierung ist nicht geneigt, den Poungplan in seiner gegenwärtigen Form anzunehmen. Sie will zunächst einmal abwarten, ob er auf der bevorstehenden internationalen Konferenz abgeändert werden kann.
Sin zramost Direktor ter Weltbank
I ■/<
WM W
Pierre Quesnay, der Direktor der Banque de Frame, em Nachkomme des großen französischen Nationalökonomen Francois Quesnay, gilt als d« aussichtsreichste Kandidat für den Posten des »Präsidenten der Bank für internationale Zahlungen (Reparationsbank). Der Sitz der Reparationsbank soll vielleicht nach Amsterdam vettegt werden. *
Perttnax berichtet im „Daily Telegraph" aus Paris, gestern feien Gerüchte im Umlauf gewefen, daß Bttand beabsichtige, auf der nächsten Völkerbundsversammlung in Genf die Frage einer Wirtschaftsföderation aller Rationen Europas aufzuwerfen und diesen Plan bei der kommenden Reparationskonferenz zu erläutern. Briands Idee ist noch ziemlich unbestimmt aber er hat einen Plan vorbereitet, dessen wichtigster Teil das System der. Zollschranken auf dem europäischen Konti- nent behandelt.
• ---*--—
Stk KEckvttM tn Rumänien
Bukarest, 10. Juli. Die Agentur Orient Radio teilt mit: Der Nachricht, daß Ministerpräsident Maniu zurückge- treten sei, können wir das allernach- drücklichste Dementi entgegenstellen. Die Regierung Maniu setzt ihre Arbeit ohne Einstand und im vollen Einvernehmen mit dem Regentschaftsrat und dem Volke fort. Für ihren Rücktritt liegt keinerlei Grund vor.
Die rumänische Presse hebt hervor, datz gerade durch die Zurückhaltung der TelegrammeausländischerK or- respondenten die Bedeutung des eigentlich durchaus bedeutungslosen Derschwörungsversuchs außerordentlich vergrößert touroe. Adeverul schreibt, der Putschversuch kann als endgültig erledigt und die Armee von politischen Einflüssen frei angesehen werden. An kompetenter Stelle wird hervorgehoben, daß keinerlei Beweise dafür vorliegen, daß Prinz Carol an dem Komplott beteiligt war oder von ihm Kenntnis hatte. Die Regierung tritt den Gerüchten über Demissionsabsichten energisch entgegen.
Dit bulgarischen Attentäter gefaßt.
Sofia, 10. Juli. Die Ermittelungen der Polizei wegen des Lleberfalls auf ein Regierungsauto auf der Straße K r i t- f ch i m—P l v w d i w (Philippopel) führten zur Festnahme der S ch u l d i ge u. Fünf Personen wurden als Urheber des verwegenen Lieberfalles verhaftet und haben ein Geständnis abgelegt. Es gelang der Polizei auch, die Waffen aufzufinden, die bei dem Anschlag benutzt worden waren. Die Uwtec* suchmrg towb fortgesetzt.