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DK „Obcrhrfstsch« Srittmfl* * Meint sechsmal wScheEch. Br ftgtyftis monatlich 2.10 DW.a«o> fchlleßl. ZusiellmigSgebLchr. durch dlePoflr.35 TM.Für etwa infolge Streiks, Waschinendefrv, »der elementarer TrrtgriiAe c*<MLte6t Nummern wird kein Ersatz g* leiflet. Verlag d. Dr. §. Httzerath. Druck der Unid.-Bnchdrxkerei fc-

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Anzeiger für (das frühere knrhsssifchef Obsrhssfen

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Anzeiger der amtliche« Vekanntmachnngen für Stadt und Kreis Marburg.

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VermchSsnös KrißSk am BsrsW-Man

Das flrtefl to führend«! Müwm to Wirtschaft: Schlimmer als brr Dawrs-DlM

Düsseldorf, 8. 3ult Die Cpitzen- organisation der rheinisch-westfÄischen Wirt­schaft, der Verein zur Wahrung der gemein­samen wirtschaftlichen Interessen im Rhein­land und in Westfalen, hatte zu einer außer- ordentlichen Mitgliederversammlung nach Düsseldorf eingeladen, um sich über die Er­gebnisse der Pariser Reparationskonferenz zu unterrichten und zu dieser Stellung zu neh­men. Zu der Tagung fanden sich etwa 1200 Teilnehmer ein.

Die führenden Männer der Wirtschaft waren fast ausnahmslos versammelt.

Die Tagung erhielt ihre besondere Prägung durch die Anwesenheit der deutschen Sachver­ständigen auf der Pariser Reparationskon­ferenz ,Dr. V ö g t e r, Geheimrat Kastl und Dr. Melchior. Am Schlug der Ver­sammlung wurde folgende Entschließung an­genommen:

„Set Poungplan stellt eine politisch« und keine wirtschaftliche Lösung der Re­parationsfrage dar. Die im Langnam- vcrein zusammengeschlossenen rheinisch­westfälischen Wirtschaftskreise lehnen da­her die Verantwortung für die Mög­lichkeit der ErfSllung de» Planes ob.*

3n der Eröffnungsansprache brachte der Generaldirektor der Gutehoffnungs-Hütte Oberhausen,

Paul Neusch,

den Mitgliedern der deutschen Delegation an der Reparationskonferenz für ihre hinge­bungsvolle Arbeit in Paris aufrichtigen und herzlichen Dank zum Ausdruck, lieber den Doungplan machte er u. a. nachstehende Be­merkungen: Daß die Höhe der vorgesehe­nen Annuitäten für die deutsche Wirtschaft untragbar ist, haben sämtliche Sachverstän­digen zum Ausdruck gebracht. Kein ver­ständiger Mensch glaubt daran, daß diese Annuitäten aus einem Ausfuhrüberschuß auf­gebracht werden können. Die Folge wird sein, daß, wenn der Doungplan in Kraft treten sollte,

ein erschreckender Ausverkauf der deutschen Wirtschaft einsetzen wirb

Don diesem Ausverkauf, der bereits begon­nen hat, wird insbesondere die deutsche In­dustrie betroffen werden. Ausländer werden einen erheblichen Teil der deutschen Industrie beherrschen. Bei konsequenter Durchführung des Aoungplanes würde das deutsche Volk bald aufhören, eine Nation zu sein. Deutsch­land würde zu einem geographischen Begriff herabsinken. Wir müssen den festen Willen haben, uns als Volk zu behaupten und uns wieder hochzuarbeiten trotz der Schwere der Zeit und der ungeheuerlichen Lasten, die uns von unseren ehemaligen Feinden aufgebürdet worden sind. Ich glaube nicht an die Mög­lichkeit der Durchführung des Voungplanes.

Geheimrat Professor Dr. Weber, München

behandelte das Ergebnis der Pariser Kon­ferenz in einem Vortrag, in dem er u. a. ausführte:

In der kapitalistischen Weltwirtschaft nnt ihrer komplizierten Arbeitsteilung und ihrem auf gegenseitiges Nehmen und Geben einge­richteten Austausch ist kein Platz für ein­seitige Tributleistungen, vollends nicht in dem Umfange, wie sie Deutschland zugemutet wer­den. Die Finanzminister der ehemaligen Fcindstaaien sehnen zwar die Reparationen herbei: die Handelsminister aber müssen sich die erdenklichste Mühe geben, um den Mil- lionensegen von der Wirtschaft, die von der Gratiskonkurrenz nichts wissen will, abzu- wehren.

Es gibt keine vernichtendere Kritik der Reparationen als die Versicherung des Pounz-Ansschnsies, daß man sich bemüht habe, ein Finanzinstitut je schaffen, um mittels unserer Tribute »Unternehmungen zu finanzieren, insbesondere in unent»wMten Län­dern. die man wahrscheinlich saust mit

den vorhandenen FinanzrnSglichkeiten nicht in Angriff nehmen würde*.

Aus dem Herzen Europas in einem hochent­wickelten Wirtschaftsgebiete, das unter einer Kapitalnot leidet, wie sie bis dahin die mo­derne kapitalistische Wirtschaft noch nicht kannte .werden für Reparationen Kapitalien herausgezerft, um sie irgendwie an der Pe­ripherie der wirtschaftlichen Kultur für ve- mg dringende Zwecke anzulegen. Allgemein ist ferner die Erkenntnis vorgedrungen, datz letz­ten Endes die breiten Massen der Bevölkerung die Last der Tribute zahlen müsien. Suchen sich die Arbeiter durch künstliche Hochhaltung der Löhne zu wehren,

dann werden sie dafür Minderung des Kapi­tals und damtt vergrößerte Arbeits­losigkeit in Kauf nehmen müssen. Die davon ausgehend« soziale Beunruhigung muß der Ausbreitung des bolschewistischen Giftes Vorschub leisten. Auch aus dem Grunde bedeuten die Reparationen eine ernste Ge­fahr für Europa.

Zur Transferfrage übergehend, efr klärte Dr. Weber: „Es versteht sich ja von selbst, daß in den Zeiten, wo es uns be­sonders schlecht geht, der Zinsfuß also eine außergewöhnliche Höh« erreicht, die kurzfristi­gen Auslandsdarlehen gegen gute Sicherhei­ten reichlich genug angeboten und in erhöh­tem Maße angenommen werden müssen. 3e

Elm Lektisn M Dr. Becker

Eine Abordnung der Universität Kiel überreichte dem Preußischen Minister für Wissenschaft, Kunst und Bolksbildung, Dr. Becker, folgende Erklärung:

Herr Staatsminifter! Die Universität Kiel hatte für den 28. Juni anläßlich der zehnjährigen Wiederkehr des Tages der Unterzeichnung des Vertrages von Ver­sailles eine Gedenkstunde angesetzt. In­halt der Stunde sollte ein Vortrag eines Vertreters der neueren Geschichte über „Die Versailler Bedingungen und ihre Begründung" sein

Am 27. Juni wurden in Ausführung eines Erlasses des Preußischen Staats­ministeriums alle an den preußischen Hoch­schulen beabchtigten Kundgebungen uns für Kiel auch die Gedenkstunde im ge­schlossenen Kreise verboten. Zugleich wurde dem Dozenten die Teilnahme an einer außerhalb der Universität veran­stalteten öffentlichen studentischen Kund­gebung disziplinarisch untersagt- Rektor und Senat der Ehristian-Alb- rechts-Univerfität müssen gegen diese Ver­bote Verwahrung einlegen und den Standpuntt einnehmen, daß

1. Die Verbote mit den Aufgaben der deutschen Universitäten und ihrer Stellung hn öffentlichen Leben der Ration nicht vereinbar sind;

2. das Verbot der Gedenkstunde nicht ge­setzmäßig ergangen ist, well die hierfür allein mögliche Grundlage, die dem Mini­sterium gegenüber der Universität zn- stehende Auffichtsbefugnis, in dem ver­fassungsmäßig anerkannten und geschützten Grundrecht der Freiheit, der Wissenschaft und ihrer Lehre ihre Grenze findet;

3. Das Verbot der Teilnahme an einer öffentlichen Veranstaltung mit dem jedem Deutschen, auch dem Staatsbeamten, ver- fasiungsmähig gewährleisteten Grundrecht der freien polittschen Meinungsäußerung unvereinbar ist.

Die Ehristian-Albrechts-llnioerfität er­blickt in dem Minister für Wisienschaft, Kunst und Volksbildung diejenige In­stanz, die vor allen anderen berufen ist, die durch Verfassung, Gesetze und Tradi­tion geschützte Freiheit der Wisienschaft und ihrer Lehre, das der Universität im staatlichen Leben zukommende kulturelle Eigendasein und die staatsbürgerlichen Rechte der Universitätslehrer zu wahren. Sie weiß sich mit Ihnen, Herr Minister, einig ht der Ueberzeugung,

daß die Berfasiung unverbrüchliche Norm ist, gleichermaßen für die Uni­versität und ihre Lehrer wie für das Staatsministerinm und seine Organe.

Im Vertrauen auf diese Gemeinsamkett der Ueberzeugung und in Erwägung, datz die Verfassungsmäßigkeit der gegen die Universität gerichteten Maßnahmen von dieser angefochten wird, erwarten Rektor und Senat, daß Sie, Herr Minister, flch für eine Nachprüfung der Rechtsgrund­lage der Verbote durch unabhängige Rechtsgelehrte im Staatsministerium ein­setzen und dafür eintreten, daß seitens des Staatsminifteriums für die Zukunft die dem Ergebnis dieser Prüfung gemäßen Folgerungen gezogen werden.

Kiel, 3. Juli 1929.

Rektor unb Senat der Christian-Albrechts- Httröerfität in Kiel.

gez. Kossel.

schrimmer es Deutschland geht, umso mehr kann demnach trans-- feriert werden.

Der jetzige Zustand der Dinge fährt dahin, daß Deutschland zwar seine Währung aufrecht erhalten wirb, aber durch rasch fort schreitenden Ka- pital-chwund dem wirtschaftlichen Un­tergang entgegen getrieben wirb.

Der Transferschutz des Tawesplanes hat in­folge seiner praftischen Handhabung, woran wir leider durch unseren nicht rechtzestigen Protest mit schuld sind, jeden Sinn und Zweck verloren. Der Voungplan bietet uns das Recht, für den 660 Millionen überstei­genden Betrag ein zweijähriges Moratorium für die Transferierung und unter Umständen auch ein Aufbringungsschutz zu verlangen. Wichtiger ist, daß der Aoungrckan einige Pfänder und Kontrollen beseitigt. Damit wird uns zugleich das Richt gegeben, M ver­langen.

endlich der letzte ausländische Soldat und das letzte ausländische Kontrollmitgfied Deutschland und ins- besondeee den rheinischen Boden m» läßt.

Set der weiteren Aussprache erklärte

Generaldirektor Dr. Bögler

u. a., er beabsichtige nicht, sich cm dieser Stelle gegenüber den Anwürfen der Presie anläßlich seines Rücktritts aus der Sachoer­ständigendelegation $u rechtfertigen. Der Redner ging dann näher auf den Sachver- ständigenbencht ent. Die schwere Frage sei dte Annahme oder Ablehnung des Iorms- pianes. Auch er sei der Ansicht, daß in Pans nicht mehr hätte erreicht werden können, als geschehen ist. Das Ergebnis fei der deutschen Delegation zu dan­ken, zu der er sich in diesem Falle nicht 3äbteu könne, da er eine höhere Summe als 1640 Millionen näht hätte mmöhmen rönnen.

Wegen WechselMKung vor SEI

Der frühere Finanzminister Klotz muß sich vor den Pattser Gerichten wezen schweren Wechselbetruges verantworten. Seine Verfehlungen wurden anläßlich des Schwindels der „Gazette du Franc" be­kannt, und Klotz ging für mehrere Mo­nate in eine Nervenheilanstalt. Klotz ist durch seinen hemmungslosen Chauvinis­mus bekannt. Von ihm stammt der Satz: „Der Boche wird zahlen.

Es scheine ihm über das Beranttvor- tungsvermögen eines einzelnen hin­auszugehen, das Vaterland für 60

Jahre zu belasten.

Er sei der Meinung, daß das Zurückgchen auf 'den Dawespian zwar eine Krisis gebracht hätte, aber er glaube, daß auch diese Krye überwunden worden wäre. Dr. Vögler stellte dem Dawesplan den Poungplan gegenüber und kam zu dem Schluß, daß

der yonngplan eine immer wachsende

Verschuldung nach sich ziehen müsie. ;

Er hoffe, daß die Befürworter der Annahme des Planes nicht wieder in den Fehler ver­fallen würden, Schieier über die wahren Ver­hältnisse zu decken. Er gebe sich nicht der Hofinung hin, daß bald eine Lösung gefun­den werden könne, die eine Betastung für viele Jahre ausschließe.

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E«>t»«Mer» will MN Mich

Bonn, 7. Juli. Die Vereinigten Landsmannschaften Eupen — Mal - m edy — Monschau traten in Bonn zu einer Tagung zusammen. Es wurde folgende Entschließung gefaßt und an das Auswärtige Amt, das Reichsministerium für die besetzten Gebiete gesandt:

JDie Jahresversammlung der Vereinig­ten Landsmanschaften Eupen — Malmedy — Monschau richtet an die Reichsregie­rung die dringende Bitte, bei den kom­menden Verhandlungen mit Belgien dafür Sorge tragen zu wollen, baß bei den bel­gischen Wahlen vom 26. Mai klar und unverfälscht zum Ausdruck gekommene Wille der abgetrennten Gebiete, wieder mit dem deutschen Vaterlande vereint zu werden, gehört und mtt allen Mitteln z ur Geltung gebracht werde."

Zu der Tagung waren ans Reu-Bel­gien über 200 Gäste erschienen. Weitere Deutsche aus Reu-Belgien hatten sich an­gemeldet, mußten aber wegen Schwierig­keiten mit der belgischen Behörde im letz­ten Augenblick ab sagen.

Der Elsässer Benoit freigesprochen.

Paris, 8. Juli. Der Elsäsier Georges Benoit, der im Dezember 1928 auf den Eene alstaatsanwalt im Kolmarer Pro­zeß, Fachot, mehrere Revolverschüsie ab­gegeben hatte, und sich deswegen vor dem Pariser Schwurgericht verantworten mußte, ist honte freigesprochen wor­den.