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ekBxntortt ckrrtgntssr lmestUevde flhmowot wird Mn Ersah ge­leistet. Derlagd. Dr-S-HsterMh. Druck bet Untb.-Bnchdrnckerel V. S* Ang- Koch. Mar» L1/2S, Aernsprecher: Sir. 54. x. Sir. 56. Postscheckkonto: «tat Frankfurt a. M. Nr. 5016. — Sprechzeit der RedaSton von W—11 und

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Anzeiger für (bas frühere krrrhessischs) OLerheffen

SbechMfche = Zeitung—

Rk.M H.MQ.

Der «kqeigenpeet» beträgt für den Ivgespalt. SeflemmUimetet Qe08 G4L, Heine Baemqolgen 006 GAL, amtlich« «ab aus­wärtig« Anzeigen OtO GM. Bei schwierigem Sah sowie bei Platz- dorschrist 501, «nfschiag. — Sammetanzetgen 100*1, Step schlag. Reklamen bet MM«. 0,40 GM. Jeder Stöbert gilt al« Barrabatt. Ziel 5 Tage. Beleg« werden berechnet, chens» AnSknnst durch bk Geschästsflell« und Zusendung der Angebot«. Sr- sAllnngsort Marburg.

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Anzeiger der amttichen Bekanntmachnngen fSr Stadt und Kreis Mnrdnrs.

Keutersou »rrkSnött DeuMlsnöS Recht aus Räumung

SsMlle ErklSwag des rnslWm AustmniniilM «äunumg W oB möglich - Ar ragliftbra Rrmöver eingtW

London, 5. Juli. Im Verlauf der außenpolitischen Aussprache im Unterhaus beschäftigte sich auch Chamberlain mit der Frage der Rheinlandräumung. Er führte h. a. aus, durch die Zurück­ziehung der englischen Truppen werde nichts gewonnen, solange sich nicht Frank­reich und Belgien zu dem gleichen Schritt entschlössen.

Staatssekretär des Auswär, tige« Henderson erwiderte dem konservativen Redner: „Zch glaube, wir alle find von dem Wunsche erfüllt, die Räumung durchgeführt zu sehen; ich glaube, es ist wichtig, dah sie dnrchgeführt wird. Soweit ich es bis jetzt zu übersehen vermochte, ist von der deutschen Republik die Gesamtheit der ihr durch die Alliierten auferlegten Be­dingungen zur Durchführung ge­bracht worden, uud da das der Fall ist, so sollte die Räumung so beschleunigt wie möglich durchgeführt werden. Ich habe sehr gründlich «achprüse« müsse«, was zwischen den verschiedenen ehemals alliierten Mächten und den verschiedene« interesfierte« Parteien vorzegangea ist. Zch habe n. a. die Besprechungen nach­prüfe« müfieu, die zwischen Sir Austen Chamberlain als dem Vertreter Großbritanniens und den anderen Mäch­te« in Lugano stattgefunden haben. Ich habe die Besprechungen über dieses Thema in Genf nachprüfen müssen — sehr wich­tige Besprechungen — und die sehr scharf «mrissene« Schlußfolge- rungen, zu denen ma« dabei gekom­men ist. Ich bin zn dem Schluß gekommen, dah wir i« diesem Augenblick, wo es von allergröhter Wichtigkeit ist, es unmihver- stäadlich klarlegen sollten, dah wir von dem Wunsch erfüllt sind, dah die Räumung im denkbar frühesten Augen­blick eintreten sollte. Ich habe von Chamberlain die Ueberzenguug, dah es v^cht im Interesse des europäischen Frie­dens ist, wen« das etwa gradweise oder m Etappe« geschieht. Ich denke, wir sollte« versuche«, sowohl die französische wie die belgische Regier««« dazu zu veranlaffe«, dah sie diesen Schritt mit uns zusammen tun. Ich nröchte folgendes ausdrücken: Zch glaube kaum, dah Deutschland selbst den Wunsch hat, eine Räumung zu er­leben, die ich als brockenweise R a u m « n g bezeichne« mühte. Zch glaube, dah man i« Deutschland ent­täuscht sei« würde, wenn die Räumnng aufgeschoben würde und, wie ich glaube, würde man in Deutschland genau so uir- angenehm berührt sei», wenn die Ränmnng den Charakter einer brocken­weise« Räumung tragen würde. An Ha«d des gesamte« Mein«ngsa«sta»sches, der in de« drei oder vier Wochen stattgef«ndc« hat, glaube ich kein« Beranlasiung z« ha­ben, annehmen z« müssen, dah der völligen Räumung von seite« der französische« oder der belgischen Regierung irgendwelche un­überwindliche Schwierigkeiten io de« Weg gelegt werde«.

Die Mitglieer dieses Hauses können ver- fUyerr |tub ooy Der getarnte nwrtutjuje Einfluß, de« wir insbesondere bei der be- vorstehesdea Konferenz über den Bericht der Reparationssachverständige« in die Wagschale werfen können, in die Wag­schale geworse« habe« wird, am einen schleunigen und einhelligen Entschlnh zu« guuste» der Räumnng zustande z« bringen.

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Wir «me Frankfurt (Main) gemeldet wird, ist de« englischen Hauptquartier von der englischen R«gi<u>«g iu Zoudou der

direkte Befehl übermittelt worden, die Truppenübungen in der Eifel «,d in der Gegend vo« Sim­mern sofort einzustelleu.

Sei» AMMMs kr Smlrfkage!

fh. Berlin, 6. Juli. Unter dieser Ueber- schrift befaßt sich die „Deutsche Allgemeine Zei­tung" mit der Forderung des „Petit Parisien" die Saarfrage aus dem Programm der politischen Reparationskom­mission auszuschalten und sagt u.a.: Das Versailler Diktat Hot das heutige Saar- regim in erster Linie geschaffen, um Frank­reich einen Ersatz für die nordfranzösischen Kohlengruben zu verschaffen. Das Saarge­biet ist sozusagen eine „Reparations-Provinz". Wenn nur der wesentliche Grundgedanke des Doungplanes verwirklicht werden soll, daß Deutschland von allen politischen und Sonder­kontrollen zu befreien ist, so muß auch diese „Reparations-Provinz" aufhören zu existieren. Das Blatt bezeichnet es für eine Verhöhnung des Soargebietes, wenn behauptet wird, daß das Inreresse der Be­völkerung eine weitere Aufrechterhaltung des gegenwärtigen Regime erfordere.

Paris, 5. Juli. Zn der heutigen Kam­me rfitzung beantragte Ministerpräsident Poiucarö, daß die Interpellation des Un- abhängigen Linken Goy über die Niederlage, die sich die französische Regierung mit ihrer Forderung nach einer Verschiebung des Fäl­ligkeitsternri ns für die amerkaufche Handels- schuld in Washington geholt habe, auf unbe­stimmte Zeit vertagt werde. Goy behaup­tete, die Regierung allein sei schuld an dieser Schlappe, denn der MrmsterprüsDent habe den amerikanischen Geisteszustand gekannt uud gewußt, daß der amerikanische Kongreß in den Ferien sei. Er hätte darum gegen den Kammerbefchlutz, der ihn mit einem Schritt in Washington beauftragte, die Vertrauens­frage stellen oder aber selbst als Unterhändler nach den Vereinigten Staaten reisen solle«. < Allgemeines Gelächters

Poinearö stellte die Vertrauensfrage, worauf dos Haus durch Hcmdaufheben und mit starker Mehrheit die Vertagung be­schloß. Geradezu belustigend wurde die gefürchtete Interpellation des Abgeordne­ten Dormaun behandelt. Diese Interpel­lation richtete sich gegen den Innenminister Tardieu, der in einem von der Presse ver­öffentlichten Kommunique die von Dormann auß' te.llte Behauptung dementiert hatte, daß demHcarser Pokzeiprüstkten Ehiappe bei d«

I unlängst veranstalteten Kundgebung der Kriegsteilnehmer gegen die Ratifizierung der Schuldenabkommen Ohrfeige« verabfolgt worden seien. Dormann verlangte oon lau die« Aufklärung über den Sinn dieses De­mentis und gab gleichzeitig seinem Bedauern darüber Ausdruck, daß seine Interpellation von anderer Seite auf das politische Ge­biet verschoben worden sei. Innenminister Tardie« gab unter allgemeiner Heiterkeit eine kurze Erklärung ab, daß er niemals be­absichtigt habe, Dovmarm der Lüge zu be- schuldigen oder ihn zu beleidigen. Es habe sich lediglich um eine Meinungsverschiedenheit gehandelt. — Dormann erklärte sich mit die- ser Entschädigung des Innenministers befrie- digt und zog seine Interpellation unter lau­tem Gelächter des Hauses und ironischen Zu­ruf« von «Ule« Seiten zurück.

Rach dieser grotesken Erledigung der bei­den Interpellationen ist selbstverständlich die politische Lage nicht klarer und auch die Re- gierungskrise nicht beseitigt worden. Der sachliche Konflikt in der Frage der Schulden vatifizierung und der damit zu verknüpfenden Vorbehalte besteht zwischen der Regierung und den Kammerkommissionen unvermindert fort. Die Krisengefahr ist lediglich bis Diens­tag ver tagt.

Dis Anwetterkataftrophe in Süd und Sstöentfchlanö

Schwere Schüben mit zahlreiche SobtMftt — Sü Ernte bmch SageWag vernichtet

Panik ans einem Köaigtiee-Samvier

Münche«, 5. Zuli. Das schwere Ua- wetter, verbunden mit Sturm, Hagel und Blitzschlägen, das am Donnerstag über Oberbayer«, Riederbayer«, die Oberpfalz, die fränkischen Gegenden «nd den schwäbischen Kreis «iedergiug, läßt sich erst jetzt, nach­dem die telephonische« Störangen behöbe« find, im volle« Umfaage erkenne«. A« den Straße«, de« Wälder«, de« Felder« «nd de« Gebäaden w»rde« i« zahlreiche« Orte« große Schäden angerichtet, die i« die H«^>ertta«sende gehe«. Verheerende Folgen hatte das Unwetter für de« C h i e m g a «. Dort w«rden mehrere Gebirgsdörfer schwer mitgenommen. Viel­fach brache« auch Brände ans. Auch da» Bad Reicheahall und Umgebung wurden durch das Umvetter schwer heim- gesucht. Ei« verheerender Wirbelsturm raste über das Berchtesgadener Land «nd richtete anch dort allenthalben große« Schade« a«. Am schwerste« tobte der Sturm a«f dem Königssee «nd zwar z« einer Zett, wo fast sämtliche Boote der Königsseer Schiffahrt unterwegs waren.

Das Motorschiff „Hochkaiser-, auf dem sich etwa 100 Passagiere befanden, wurde vom Sturm erfaßt «nd abgetrieben. Das ganze Oberdeck des Schiffes wurde glatt abrasiert. Auf dem Schiff entstand eine Panik. Die Passagiere legten sich glatt auf das Deck «jeder «nd schrien um Hilfe. Dank der Umsicht der Schiffslettung konnte ei« größeres Un­glück vermiede« werben. Z« schwere Be­drängnis kauten vor alle« die kleine« Ru­derboote, doch gelaug es den «eisten, sich noch in Sicherheit zu bringen. Der Ber­liner Kaufmann Fritz Labuhn, der sich mit seiner Fra« iu entern Kahn befand, versank in den Wellen. Auch anderwärts fantwa Personen durch Blitzschläge «nd durch Ertrinken de« Tod. Bei Stra«bi«g wurde ein Mann mit Pferd und Wagen in die Donau geschleudert «nd ist ertrun- ke«. Die beiden Bauernsöhne Wi»d- iMHfrMt-. die einer Fra» Helf« wollten,

die mit ihrem Kinde mit einem herab­gerissenen Draht der eleMrischen Strom- leitung in Verbindung gekommen war, wurden durch de» Strom getötet.

Nürnberg, 5. Juli. Das Städtchen Altdorf und Umgebung wurde, wie be­reits berichtet, von einer schwere« Syagel» kataftrvphe heimgefucht. Um 14.15 Mr verfinsterte sich der HimmÄ, und aus den aus dem Westen heranziehenden Wolken rauschten ungefähr sieben Minuten lang Schloßen i» der Gröhe von Tauben- und Hühnereiern nieder. In Altkwrf floß das Wasser, große Eis- und Schuttmafsen mit sich führend, meterhoch durch die Straßen. Die auf dem Felde arbeitenden Personen hatten durch die großen Eisstücke blutende Wunden davon getragen. Die Pferde waren durch den Hagelschlag über und über mit Bäulen übersät und rasten mit Gerät «nd Wagen iu ihrem Schmerz da­von. Etwa vierzig Personen suchten ärzt­liche Hilfe auf. Der Gebäudeschaden ist sehr groß. Die Felder und Gürten bieten einen trostlosen Anblick.

Auch über die Ggend von Sulzkxrch und Rosenberg (Oberpfalz) ging ein schweres Gewitter mit katastrophalem Hagelschkag nieder. Hühnereigrvhe Hagel­körner, tote man sie seit Menschengedenstm nicht betrachtet hatte, zerschlugen Dächer und Fensterscheiben. Auf den Straßen von Sulzbach und Rosenberg liegen die Dach- ziegeln in großen Haufen. Manche Häuser warben völlig abgedeckt. Die Getreide­ernte wie auch die Hackfruchternte sind volytärcküg vernichtet. Ebenso kst die ge» ff

vajTCtiuv vcrioren.

■Heber der S chwabachor Gegend (gp» nau südlich Nürnberg) gingen gestern fünf schwere Gewitter nacheinander, die jeweils 10 Minuten furchtbarsten Hagelschkag brachten, nieder. In den umliegerSen Ge­meinden wurde die Ernte zu drei Mettel vernichtet, namentllch sind die Hopfen- und Tabakfelder zerschlagen. Allein in Schwa­bach hoben die betroffene» Ortschaften un­

gefähr TOOOOO Dachziegel M« «stch M» die zerschlagenen angefordert.

Aehrüiche Schäden werden aus dem De- zrrksamt Dinkelsbühl gemeldet, wo an manchen Stellen der Hagel bis zu 20 Zen timeter hoch ausStraßen und Feldern lag, so daß z. B. die Gegend von Wildburgstetten im Wörnitztal ge­radezu einer Wintettank^chaft glich.

Das Anwetter am Donnerstag hat auch die unterwegs befindlichen Eisenbahnzüge stark mttgenommen. Viele Fensterscheiben wurden eingeschlagen, darunter an einem Berlin—Münchener Zug allein etwa 75. Zn München ein getroffene Meldungen sprechen von insgesamt 3 5 verletzten Reisenden.

Die Unwetterverwüstungen ht Sachstr».

Dresden, 5.Juki. Die schweren Umvet­ter, die am Donnerstag abend auftraten, habe« auch in Sachsen Schaden angerichtet. Dies- den wurde hart mitgenommen Auf der Reu- städter Sette verwandelten sich die Sttaßen und Plcche infckge des wolkenbruchar- bi gen Regens in Seen. Die Feuerwehr mußte vielfach eingreifen, um Erdgeschoße und Keller von dem eingedrungenen Wasier zu be­freien. Die Sturmoerwüstrmgen erstreckten sich bis Radeberg unb Arnsdorf.

Auch Riederfchlefien heimgesucht.

R e u s a l z (Oder), 5. Juli. Ein furchst bares Anwetter vernichtete gestern abend gegen 5.45 Ahr in der Gegend von Reusalz die gesamte Ernte. Die Katastrophe be­gann mit einem ungeheuren Wir- belsturm, der Bäume knickte und ent- wurzelte und schweren Schaden an Den elektrischen Lichtleitungen anrichtete. ES folgte ein Hagelschlag, bei dem zehn Mi­nuten lang Hagelstücke in Gröhe von einerWalnußbiSzueinem Häh­ne r e i die Gegend verwüsteten. Die Fel­der und Gärten sind vollkommen verschla­gen. Die Ernte der Landwitte in dem Dorfe Kusser ist vollständig vernichtet. Hier steht auf einem breiten Stt eDfs« kein einziger Hakm