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Anzeiger Mr (das MSHere knrheMsche) Oberheffe«

Anzeiger der amtliche« Bekanntmachrrrrgen für Stadt und Swfe Marburg

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Der Arqeizenprrt« beträgt f6t den 10 gespatt. 9eitennri8imNet 0.08 GM^ klein« Varnn^igen 0.06 ®5Rn amtlich« und aus­wärtig« Anzeigen 0.10 GM. Bei schwierigem Satz sowie bei Platz- Vorschrift 50»k Aufschlag. Sammeian zeigen 100 °l« Anf- schlag. Reklamen der MAm. 0,40 GM. Jeder Rabatt gilt al- Barrabatt. Ziel 5 Taz«. Beleg« werd«» de«chnet,ebenso Auskunft durch bk Geschäftsstelle und Zusendung der Angebot«. Er­füllungsort Marburg.

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Statt um die RattMnms der SKuldenubkemmms - eueümX MbeMe mm AiMMkrn

Paris, 4. Juli. In den Abendstun­den hält man in den parlamentarischen Kreisen eine Regierungskrise mehr und mehr für wahrscheinlich. Man spricht in den Wandelgänge» der Kammer bereits davon, datz «ach dem Sturz des Kabinetts Poincar^ ein bedeutend stärker nach links orientiertes Konzentrations-Kabinett ge­bildet werde, dem zahlreiche radikale Mi­nister augehSren würden. Bon den jetzi­gen Ministern würden vor allem Bonne- fous und Tardie« ausscheiden. Das Kon­zentrations-Kabinett hätte die Aufgabe, Vie noch schwebenden Nachkriegsprobleme einer endgültigeu Liquidierung entgegen- zuführen. Eine Bestätigung dieser Ge­rüchte glaubt man in den Erklärungen sehen $o dürfen, die Herriot heute abend in de« Wandelgängen abgab. Die Radikalen, so sagte Herriot, seien äußerst unzufrieden mit der ausweichenden Ant­wort» die Briand den Mitgliedern der Außenpolitische« Kommission auf ihre auf die Rheinlandräumuug be­zügliche« Fragen erteilt habe. Sie hätten von Briand in dieser Frage eine entgegenkommendere Haltung er­wartet. Frankreich könne seinen gute« Willen beweisen, wenn es das Rheinland räume, ohne die Erledigung der mit dem Inkrafttreten des Slsung-Plans zusam­menhängenden Formalitäten abzuwarten. Dafür gebe es einen Präzedenzfall. Denn als Herriot von der Londoner Konferenz zurückgekehrt fei, habe er die Zurück­ziehung der französischen Truppen ans dem Ruhrgebiet ««geordnet, noch bevor der Dawes-Plan durchgeführt worden fei.

Die RotifiFierung der Schuldenabkommen be­schäftigt nach wie vor die Regierung und die Parteien. Im heutigen Ministerrat sand erneut ein Meinungsaustausch über die dann! zusam­menhängenden Fragen statt. Die beiden stärk­sten Kammerfraktionen berieten gleichfalls über ihre Haltung in der bevorstehenden Ratiftzie- rungsdebcckte. Die Sozialisten faßten einen rein negativen Beschluß, indem sie ein­stimmig entschieden, daß die Gruppe gegen die Ratifizierungsoorlage in der von der Regie­rung eingebrachten Form stimmen werde. Nach der Sitzung machte sich in den Wandelgängen der Kammer ein starker Pessimismus geltend. Man sieht in dem Kommissionsbeschluß trotz dem ablÄfnenden Standpunkt der Regierung, die Vorbehalte in den Text des Räkifizierungs- gefetzes hineinzuvehmen, einen Beweis für das Wiedsrerftarken des Linksbartells, dem es im Grunde garnicht darauf ankomme, die Ratifi- zierungsfraye zu entscheiden, sondern die Re­gierung über Formfragen zu Fall zu bringen. Rom rechnet auch weiterhin mit erbitterten Vorstößen der Sozialisten und der Radikalen gegen dos Robinett und erklärt, die Ratifizie­rung sei bereits keine außenpofittsche Frage mehr, sondern auf innenpolitisches Gebiet ver­schoben worden. Zu einer Kraftprobe dürfte es bereits in der morgigen Sitzung der Kam­mer kommen. Der Abgeordnete Dor mann von der Radikalen Linken hat nämlich eine Interpellation über die Maßnahmen der Regie­rung bei der unlömsst veranstalteten Kund­gebung der ehemaligen Kriegsteilnehmer gegen die Ratifizierung der Schuldenabkommen ein­gebracht.

Die englische Auffassung über den Joung-Plan.

London, 4. Juli. lieber die Gründe, roarum die englische Regierung sich in der -Thronrede über den Aoung-Bericht einer ge­wissen Zurückhaltung befleißigt hat, glaubt der diplomatische Korrespondent desDaily ^elegraph" folgende Erklärung gefunden Zu haben: (Engfanb sei bereit, die neuen finanziellen Opfer des Joung-Ve- ^ichts nur dann anf sich zu nehmen, wenn diese Opfer tatsächlich die Gewähr für eine dauernde Befrie­digung Europas b-ieten. Eine lediglich

mitgeteilt werden.

Die Frage des Tagungsortes.

Paris, 4. Juli. Harms veröffentlicht fol­gende Mitteilung: Wie in unterrichteten Krei­sen verlautet, erwartet man demnächst in Paris die Antwort der englischen Regie­rung auf die Rote vom 38. Juni, in der die französische Regierung Vorschläge über den Ort und den Zeitpunkt der kommenden Kon­ferenz der Regierungen zur Ingangsetzung des Joungplones gemacht hatte.

Negierungskonferenz auch die weniger interessierten Staaten, wie z.B. Rumänien, die Tschechoslowakei, Süd slawien und Griechenland zuge­lassen werden sollen. In einigen Kreisen ver­trete man den Standpunkt, daß es sich beim Aoung-Plan genau wie seinerzeit beim Dawes- Plan auch um Interessen dieser Staaten han­dele, so daß sie wie seinerzeit im Jahre 1924 in London zuzulassen seien. Natürlich würden diese Länder bei den Beratungen der politischen Fragen lRheinlandräumung usto.) nicht ver­treten sein.

vorhergehende und gekünstelte Beilegung der I polifischen Probleme würde die in dem Aoung- Bericht geforderten Opfer nicht rechtfertigen. Diese Auffassung solle allen interessierten Mäch­ten auf dem üblichen Weg klar und deutlich

Die Teilnahme an der Regierungskonferonz.

P e ti t P a r i si e n" will berichten können, daß augenblicklich ein Meinungsaustausch zwi­schen den Alliierten darüber stattfinde, ob zur

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Nürnberg, 4. Juli. Heute nach­mittag ging zwischen OberSlsbach und Alt­dorf ei« suchtbares Hagelwetter nie­der. Die riesigen bis hühnererergrotzea Hagelschloßen fielen so dicht, datz die un­terwegs befindlichen Landleute vielfach verletzt Wurden. In Minnricht wurde ein Bauer durch den Blitz, ein anderer durch den Hagel erschlagen. In Dein- schwang wurde vom Blitz eine Frau er­schlage«. Eine ganze Herde Schafe liegt tot auf dem Felde. Zn den Ort­schaften find die Häuser vielfach abgedeckt worden, und das Wasser ist durch die Decken in die Zimmer gedrungen. Der Schaden ist ungeheuer grotz, da die Ernte weit und breit vernichtet ist. Die Hagelschlotzen liegen auf den Straßen et«« 38 Zentimeter hoch. Dicke Bäume, die vom Unwetter eutww^elt wurden, sperren den Verkehr.

In Entringen und in Hohenentringen richtete ein Wirbel st urm grotzen Schaden cm. Der Sturm setzte so plötzlich ein, datz die Landarbeiter auf dem Felde davon überrascht würben. Tausende von Dachplatten wurden auf die Str atze geschleudert, manche Häuser find völlig abgedeckt. Eine neue Scheune wurde wie ein Kartenhaus über den Haufen ge­worfen. Heber 100 Obftbäurne, Nutz­bäume, Kastanienbänme wurden völlig vernichtet. Ein Dienstmädchen wurde vom Sturm 20 bis 30 Meter durch die Luft getragen.

Bamberg, 4. 3#ti. Bei dem in der vergangenen Rächt niedergegangenen Ge­witter schlug der Blitz im nahen Viereth in eine Scheune und zün­dete. Das Feuer griff sofort auf zwei weitere Scheunen über, die erst im ver­gangenen Jahre erbaut worden find, und äscherte auch diese völlig ein. Die Gefahr

einer weiteren Ausbreitung des Feuers war sehr grotz, da eine ganze AtMhl von Scheunen zusammengebaut find.

Unwetter über Dresden.

Dresden, 4. Juli. Ein autzerordent- lich heftiges Gewitter, das sich hier nach­mittags entlud, hat beträchtlichen Scha­den angerichtet. Die Feuerwehr wurde in fast dreihundert Fällen alarmiert, da zahlreiche Keller bis zu zwei Meter hoch vollgelaufen waren. Einzelne Stra­ßen glichen vorübergehend einem See. Mächttge Kastanienbäume wurden ent­wurzelt und auf die Oberleitung der Straßenbahn geworfen, die dadurch an vielen Stellen zerstört wurde.

Schwerer Sturm über Wie«.

Wien, 4. Juli. Nach einem sehr hei­ßen Tage brach kurz nach 20 Uhr über Wien ein orkanartiger Sturm los. Die Feuerwehr mutzte in 120 Fällen ausrücken, auch die Rettungsgesellschaft mutzte vielfach eingreifen. Insgesamt wurden zehn Personen verletzt, darunter erlitten zwei schwere Rippen- bttiche. Eine Frau wurde augenscheinlich mtt einem Schädelbruch ins Spital ge­bracht. Sie war von einem umstürzenden Baum begraben worden. Besonders gro- tzer Schaben wurde in den Garienan- lagen angerichtet. Zahlreiche Bäume wurden entwurzelt. Auf der Ringstratze war der Verkehr stteckenweise unterbro­chen, da abgerissene schwere Aeste den Weg versperrten. Von zahlreichen Häu­sern wurden die Dächer abgehoben und die Schornsteine umgestürzt. Viele Häu­ser mutzten abgestützt werden, da Ein­sturzgefahr besteht. Nach dem Orkan, der ungefähr eine halbe Stunde dauerte, trat eine merkliche Abkühlung ein.

MrWsMsrki Äcitfettat

Berlin, 4. Infi. Zu dem Ergebnis der Ausschußabstimmungen über das Konkordat ettrlärt der Führer der Fraktion der Witt- fchastspartei, Abg. Ladendorfs im .Lokal­anzeiger", die Meldung eines Blattes, wonach der Wirtschaftspartei das Handelsmini­sterium angeboten worden fei, sei glat­ter Schwindel. Mit ihm habe niemand darüber gesprochen, auch nicht andeutungs­weise. Vor allen Dingen würde die Wirt­schaftspartei in diesem Stadium der Dinge überhaupt dieser Frage nicht nähertreten, um nicht in den Verdacht zu kommen, gegen ge­

heime Zugeständnisse ihre Entscheidung zugun­sten des Konkordats getroffen zu haben. So­lange er die Fraktionsführung habe, werde er sich nie für einen Dfimstersitz kaufen lassem Die Wirtschaftspartei nehme das Konkordat nur unter der Bedingung an, daß ausrei­chende Garantien für den Abschluß eines gleich- werfigen Vertrages mit der evangelischen Kirche gegeben werden. Ohne besttmmte Be­dingungen zugunsten der evangelischen Kirche würde die Wirtschaftspartei bei der entschei­denden Abstimmung in der Vollversammlung für das Konkordat nicht zu haben sein.

Set ter Eischen Konferenz

Wochenlang gingen die diplomattschen Auseinandersetzungen zwischen England und Frankreich über den Ort und den Zeitpuntt der Konferenz hin und her, ohne datz ein Ergebnis gezeitigt wurde. Frankreich wollte nicht nach London. Eng­land Blieb aber hartnäckig, wurde auch von den meisten anderen Staaten unter­stützt. Schlietzlich blieb Frankreich nichts anders übttg, als nachzugeben und sich mit London als Konferenzort abzufinden.

Frankreich befindet sich ohnehin in keiner angenehmen Situation. Wenn wir etwas davon hätten, könnten wir uns ja darüber freuen. Bekanntlich wollte es von Amerika einen Aufschub in der am 1. August fälligen Ratifizierung des Mellon-Berenger-Abkom- mens. Es war just um die Zeit des 28. Juni, als Amerika der französischen Re­gierung eine glatte Ohrfeige versetzte. Jeder Aufschub wird abgelehnt, Frank­reich hat zu rattfiziere« oder die 1600 Millionen zu bezahlen.

Mit einem Male war es Frankreich nicht so sehr um die baldige Abhaltung der polittschen Konferenz zu tun. Doch auch diese französischen Ünterminierungs- versuche schlugen fehl, sodatz jetzt wahr­scheinlich am 5. August die politischen Be­gleitfragen zum Youngplan zu beraten. Alles, was dabei über die Rheinland­räumung imd das Saargebiet von den deutschen Vertretern zu sagen ist, ist schon längst unzweideutig und klar festge- legt. Da gibt es kein Rütteln und kein Umbiegen. Bon der Erledigung der poli­ttschen Fragen im deutschen Sinne hängt die Annahme des Zahlungsplanes einzig und allein ab. Jetzt haben die fremden Machte das Wort.

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Es gibt jo noch viele Fragen, die auch auf der polittschen Konferenz zur Drache gebracht werden mutzten. Leider haben wir aber nicht die Macht, das zu verlan- gen. Aber sagen dürfen wir, was wtr damit meinen. Es handett sich in erster Linie um die Kolonialfrage. In Genf sitzen die Mandatsmächte zusammen, halten wieder grotze Reden über dtte Gleichberechttgung der Bewohner der Mandatsgebiete in wirtschaftlicher und polttischer Hinsicht über die Rechtszuftände. Aber hinter den Kulissen ist deutlich fühl­bar das Bestreben einzelner Mandats­mächte, langsam dem schon längst verfolg­ten Ziel näher zu kommen, die ehemaligen deutschen Kolonialgebiete zu annektteren, also einen dauernden Rechtsanspruch dar­auf festzulegen, üntf oagegen setzen wir uns zur Wehr. Man hat uns in dem Zwangsdiktat die Kolonien geraubt, ohne rechtliche VegründuW. Man hat in den Völkerbundssatzungen auch uns das Recht zugestanden, wieder einmal Kolonialge- biete verwalten zu dürfen. Das Recht nehmen wir jetzt für uns in Anspruch, nachdem wir seit Jahren auf die TrfüSung dieser Versprechungen warten.

Straßburg, 4. Juli. Am DonnerÄng mittag begann vor dem Schwurgericht Seine in Paris der Prozeß gegen den Asässer George Benoit, der am 22. September 1928 auf den ehemaligen Eeneralstaatsan- walt von Elsaß-Lothringen, Fachot, einen Revolveranschlag verübte. Bekannt­lich ist Fachot verhältnismäßig schnell von seinen Verletzungen genesen. Man wird sich noch erinnern können, zu welcher ungeheuer­lichen Hetze gegen die elsässische Heimatbewe­gung diese unselige Tat eines Halbirren die gesamte französische Presse aufgepeitscht hat. Die Anklage lautet jetzt auf Mordoer- s u ch. Verteidigt wird Benoit, der eigen­artigerweise für feine Tat als voll verant­wortlich erklärt worden ist, von den bei­den bekannten Pariser Rechtsanwälten Ber- thon und Fourrier, die sowohl im Kalmarer, als auch setzt im Roos-Prozeß Vetteidiger der elsässischen Autonomisten waren.