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-<Ac ^Oberhefsische Settung" et- fieint sechsmal wöchentlich. B» zagspreis monatlich 2.10 GM. «ms- schließ!. Znstellnngsgebühr, lmoch diePost2.35 EMLür etwa infolge Streik«, Maschmendefekte oder elementarer Lrcigntffe ausfallende Nummern toftb kein Ersatz ge­leistet. Berlag b. Dr. §. Hitzeroth. Druck der Univ.-Buchdruckeiei b. Job. Aug. Koch, Markt 21/23, Fernsprecher: Rr. 54. u. Nr. 55. Postscheckkonto: Amt Frankfurt a. M. Rr. 5015. Sprechzeit der Redaktion 6<w 1011 und

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Zeitung

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Mungsort Marburg.

1 Goldmark V«,,Dollar.

Anzeiger für (das frühere kurhessische) Oberhessen A«zsiger der amtlichen Bekanntmachungen für Stadt «nd Kreis Marburg.

Die ftÄKAsßifche BesfchSWpvKgstaM

SaS Echo brr ongllschm Thronrede - RmdonnN Mer WilkM

geteilte Meinung über Ne Meinlnndrümmmg

Die englische Thronrede Ist inzwischen in Paris bekannt geworden. Man hat aus ihrern Inhalt und schließlich auch aus den Erklä­rungen Macdonalds entnehmen müssen, daß England die Räumung des Rheinlaudes nach der endgültigen Erledigung der Aepcrra- tiotrsfrage als eine Selbstverständ­lichkeit bewertet. Diese offizielle eng­lisch« Kundgebung dürfte die politischen Kreise der Seine-Stadt davon unterrichtet haben, daß die französischen Vertreter aus der kom­menden politischen Konferenz bei der Formu­lierung der Voraussetzungen .unter denen Frankreich sich zur Räumung verstehen wird, einen schweren Stand haben werden. Don französischer Seite ist zwar nach der Eini­gung im Experten-Ausschuß die Forderung der Einsetzung eines sogenannten .Festftel- lungs- und SchlichtungLausschusies" als Kauf­preis für die Räunrung offiziell nicht mehr unterstrichen worden. Aus der französischen Presse und auch aus der Stimmung der Kam­mermehrheit dürfte aber hervorgehen, daß dies« Forderung auch heute noch nicht fallen gelassen trwrden ist, und daß. die französische Regierung kaum darauf verzichten wird, sie im Verlauf der politischen Konferenz von neuem zu stellen. In seiner letzten Reichs- tagsrede hat sich Dr. Stresemann auch über dies« Frage sehr eindeutig ausgelassen. Er ließ erkennen, daß Deutschland sich unter älmständen mit der Einsetzung eines solchen Ausschusses bis zu dem im Versailler Ver­trag festgesetzten endgültigen Räumungster­min, also bis zum Jahre 1935, einverstanden erklären könnte. Völlig unannehmbar aber sei eine Forderung, die die Kontrollinstanz an eine unbefristete Zeit binden möchte.

Wird schon die RLumuugsfrage auf der politischen Konferenz auf 'Be­treiben Frankreichs sehr umstritten sein, so gilt dies noch in einem erhöhteren Maße für eine deutsche Forderung auf eine vorzeitige Rückgabe des Saargebiets. Wenn hier Frankreich überhaupt geneigt sein sollte, sich in eine Diskussion über diese deutsche Forde­rung einzulassen, so nur dann, wenn die 'Be­teiligten sich damit zufrieden geben, dieser Angelegenheit den Charakter eines H a n - delsgeschäfts zu geben. Das heißt, Frankreich würde in einem solchen Falle eine Rechnung präsentieren, die nicht gerade be­scheiden ausfallen dürfte. Man wird in Frankreich zu dem tatsächlichen Wert der atmektierten Saargruben noch die Summe des Ausfalles hinzurechnen, der durch eine vor­zeitige Rückgabe entstehen würde. Man würde allo in Frankreich für die Liquidierung der Saarftage neue Zahlungsleistungen Deutschlands beanspruchen, und zwar Zahlungen, von denen der Poungblan selbstverständlich nicht berührt wird. Die deut­schen Vertreter könnten nun sagen, daß nach dem Sinn und dem Wortlaut der Boung- planes die ganzen sich aus dem Versailler Vertrag ergebenden Zählungen auf eine For­mel gebracht sind, mit der auch der Rück­kauf der Saargruben seine Erledigung gefun­den habe. Das wäre die deutsche Auslegung, der natürlich die französische Auslegung wi­dersprechen würde. Das Saarproblem sieht all» zurzeit noch hoffnungsloser aus als die Räum ungsfrage.

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Paris, 3. Ivll. Die englische Thron­rede, die hier mit größter Spannung er­wartet wurde, weil man daraus Klarheit über die englische Einstellung zu den wich­tigsten Gegenwartsproblemen und über die künftige Gestaltung der englisch-französi­schen Beziehungen zu gewinnen hoffte, hat einigermaßen enttäuscht. Man zeigt sich vor allem erstaunt über die Mäßigung, die die Arbeiterregierung dadurch bewie­sen habe, daß sie ein Programm aufstrllte, das durchaus nichts spezifisch Sozialisti­sches an sich habe. Die allgemeine Auf­merksamkeit konzentriert sich natürlich vor allem auf die Erklärungen Macdonalds in der Schulden- und RäumungSfrage. Die Auslegung dieser Stelle ist je nach der politischen Färbung der Blätter arund- derschieden.

Echo de Paris" undFigaro" sehen darin eine Warnung an die fran­zösische Regierung, die, falls sie noch zu Listen, Kniffen und Manörern ihre Zu­flucht nehme, die englische Regierung in der Seite der Berliner Regierung finden werde.Wir bilden uns noch ein, so schreibt Pertinax,daß wir die Räumung von der vorherigen Mobilisierung des un­geschützten Teils der deutschen Schuld und von der Einsetzung einer Aeberwachungs- kommisfion für die entmilttarisierte Rhein­landzone abhängig machen können. Strese­mann wird in dem einen wie in dem ande­ren Punkt Widerstand leisten, und er wird Macdonald und Snowoen hinter sich haben."

Die Linkspresse dagegen ist der Ansicht, daß für Frankreich nicht der geringste An­laß bestehe, sich über die englische Außen­

politik Sorgen zu machen. DieBol onkö" stellt fest, daß die englische These mtt der internattonalen Aktion des Quai d'Orsay und Briands übereinstimmt. Die Befürch­tungen, die Arbeiterregierung könne die Abberufung der englischen 'Besatzungs­truppen ohne Rücksicht auf die Haltung der übrigen Besatzungsmächte ankündigen, hät­ten sich nicht erfüllt. '

DerTemps" bezeichnet die Thron­rede als das typische Regierungsprogranun eines Kabinetts ohne klar festgelegte Po- littsche Haltung. Weil die englhche Regie­rung nicht über eine eigene Mehrheit ver­füge, fei sie nicht in der Lage, eine Partei­politik zu betreiben. DerTemps" zeigte sich sehr befriedigt darüber, daß fite Be­fürchtungen, die man hinsichtlich der Räu­mung des Rheinlandes fjegte, sich nicht er­füllt haben. Wenn eine Entscheidung ge-

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San Franzisco, 3. Znli. Nach einem Funkspruch ans San Franzisco ist in Mill Valley in der Nähe der Stadt ein Brand ausgebrochen, der sich mit unge­wöhnlicher Schnelligkeit ausbreitete. 9 0 Häuser sind den Flammen be­reits zum Opfer gefallen. Das Feuer dehnt sich immer weiter aus, und man befürchtet, daß der Ort, der ein Sitz der amerikanisch en Finanz- aristskrutie ist, völlig vernich­tet werden wird. 41 Personen wer­den vermißt. Neben zahlreichen Feuerwehren und Truppen beteiligen sich auch die Besatzungen amerikanischer Kriegsschiffe an der Bekämpfung des Riesenbrandes.

Der Riesenbrand war nach beinahe 24- stündiger Dauer noch immer nicht völlig niedergekämpft, sondern droht zu dieser Zeit noch, sich auf die Wohnhäuser in der weiteren Umgebung des entlegenen Stadt­teils auszubreiten. Durch Funkenslug sind in dem bewaldeten Cascade-Banyon, Tortemadera-Hügellette neue Brände entstanden. Das Feuer brach gestern nachmittag auf dem Mount-Tamalpais aus, verbrettete sich schnell über den Ab­hang durch den Blythsd ls-Tanyon und bedrohte zeitweise das 313 Meilen ent­fernte Milloalley.

Die Bekämpfung des Brandes war durch Wassermangel erheblich behindert.

Infolgedessen wurden die Banken und Ge­schäftshäuser geräumt und Geld utti) Waren in Sicherheit gebracht. Unter den zahlreichen Freiwilligen, die sich an der Löscharbeit beteiligen, sah man Mil­lionäre, Kleinrentner und Hausangestellte Seite an Seite.

Nach den letzten Schätzungen beträgt der Brandschaden weit über eine Million Dollar. Etwa 200 Wohn­häuser wurden zerstört oder beschädigt, darunter mehrere mit wertvollen Biblio­theken und kostbaren Sammlungen mm Kunstgegenständen und Teppichen. Asch die Villa des früheren Generalkonsuls Kurt Ziegler ist beschädigt worden.

Vulkanausbruch auf den Neuen Hebriden.

Suwa (Fidschi-Inseln), 3. Juli. Der große Vulkan auf der Insel Ambryn (Neue Hebri­den), ist wieder m Tätigkeit getreten. 300 bis 400 Eingeborene haben die Insel verlassen und auf einer benachbarten Insel Zuflucht gesucht. Bei dem letzten großen Vulkanausbruch im Jahve 1914 war die Hälfte der Insel z«stört worden. Zwei Missionsniederlassungen wur­den zerstört. Menschen sind dabei nicht ums Leben gekommen. Man befürchtet, daß auch die zwischen den Missionsniederlassungen ge­legene Station der katholischen Kirche dem Erdbeben zum Opfer gefallen tft

troffen werde, dann nur 'm dollen Einver­nehmen mit den übrigen beteiligten Mächten.

London, 3. Jtlli. Der diplomatische Korrespondent desDaily Telegraph", sagt: In auswärtigen diplomatischen Krei­sen ist es nicht unbeachtet geblieben, daß die Frage der Rheinlaudräumung in der Thronrede mit der Reparationsregelung in Zusammenhang gebracht wurde, daß aber gleichzeittg der sogenannteBer- söhmings- und Feststellungsausschuß" un­erwähnt blieb.

«Daily Expreß" sagt: In eigem Puntte ist die Thronrede zögernd und un­befriedigend. Bon der Räumung oes Rheinlandes wird gesprochen, als sei sie irgendwie mit dem Aeparationsproblem verquickt. Dies ist eine der Erbschaften der Aera Chamberlain, die die Ration abge­

lehnt hat. Die Nation verlangt einstimmig, daß unsere Trup­pen nach Hause befördert wer­den, gleichviel ob der Poung-Plan An­nahme findet oder nicht. Wir hoffen sehr, daß der Premierminister in dieser Frage ebenso denkt wie die Nation; es wäre aber besser gewesen, wenn er es auch gesagt hätte.

Loiri> on, 3. Juli. Im Unterhaus kam es heute zum ersten Konflikt zwischen der neuen Regierung und der Opposition, da sowohl Baldwin wie Lloyd George einen von Macdo­nald eingebrachten Antrag bekämpften, der darauf hinauslief, daß bis Weihnachten die Zeit des Parlaments ausschließlich für die Vorlagen der Regierang Vorbehalten bleibt unter Beiseitestellung aller von Mitgliedern des Hauses eingebrachten Vorlagen. Der An-

(Fortsetzung sieh« Seite 2.)

\ Sos mm sSchsiftA Mimst

Dresden, 2. Full. Ministerpräsident Dr. Bänger hat am Dienstag nachmittag sein Kabinett gebildet, das wie bereits an» gekündigt als Kabinett von Fachleuten an- gesprochen werden muß, besten Bildung auf parteipolitische Schwierigkeiten zurückzufüh­ren ist, die insbesondere von den kleinen Par­teien der bisherigen Koalition gemacht mar- ben, und die eine andere Lösung vorerst nicht gestatteten. In dem neuen Kabinett sind neben Dr. Bänger, der außer der Minister- präsDentschaft da» DolksbiLmngsmimisterium übernimmt bezw. beibehätt, von der alten Re­gierung der dentschnationale Wirffchastsmini- ster Dr. ftreg o. Nidda und der Finanz- mmister Weber kWirkschaftsparteif oerire» ten. Neu in das Kabinett treten ein afe Jirstizminister LLerlandesgerichtspräsident Dr. Mannsfeld und afe Minister des Innern der Landeshauptmann von Bautzen Dr. Rich­ter, die beide keiner Partei angehören. Dr. Richter gift als einer der fWgsten Vermal- tungsbeamten Sachfens. Das Arbeite- und Wo hl fahr tsrmnitftenum bleibt bis auf weiteres unbesetzt.

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Der RllWn-PrvzH

Berlin, 3. Statt Gleich nach Eröffnung der Mittwochsitzung im Orloff-Prvzeß bean­tragten die Rechtsanwälte Dr. Walter Jaffe und Dr. Herbert Fuchs den frü­heren russischen Generalmajor v. Lampe dar­über zu vernehmen, daß Siewert ihn und andere Emigranten mit gefälschten Schrift­stücken als französische Spione bei dem jetzt aufgelösten Reichskommissariat für die öffent­liche Ordnung angezeigt habe. Siewert habe auch den Diplomatenkurier der Sowjet-Re­publik überreden wollen, mit Brillanten und vielen Millionen zu flüchten, die Werte in seine Wohnung zu bringen und sie mit ihm zu teilen. Don dem amerikanischen Jour­nalisten Knickerbocker behauptete Rechts­anwalt Dr. Jaffe, dieser habe erklärt, er könne Material für und gegen Bvmh brau­chen, denn er könne für jede der beiden Par­teien in Amerika schreiben. Als Derbrn- dungsmann der ®. P. A. habe Knickerbocker absichtlich die Fälschungen herbeigesührt, um dann den Gegnern des Bolschewismus 6te Sache in die Schuhe zu schieben. Die zu­ständige Behörde würde das Gericht in Rew- york sein, das Anklage gegen Knickerbocker erheben müßte. Rechtsanwalt Fuchs er­klärte, das Strafverfahren in Rewpork sei bereits im Gange. Senator Heflin habe Anzeige gegen Hearst erstatt^, west dieser mit gefälschten Schriftstücken den Skandal ge» gen -öomt) tn ogene gelegt ycroe.

Es folgte

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t>. Lampe, der bekundete, daß Siewert ihm WA falsche anttbolfchewiMche Schriftstücke zum Kauf angeboten habe. Auf Grund von Ar- ttkeln des Landtagsabgeordneten Henkel, in denen er, Lampe und andere Emigranten als Gntentespione hingestellt wurden, habe er beim Reichsgericht Anzeige gegen sich selbst erstattet. Das Verfahren sei vom Reichsgericht mit der Bemerkung eingestellt worden, daß die Schriftstücke, auf die Hen­kel fußte, falsch seien. 3n dem Beschluß stehe, daß die Nachrichten über seine Tätigkeit von Siewert an das Reichskommiffariat geliefert worden seien Än Orloff seien ihm in sei­ner Sache gegen Henkel zahlreiche photogra­phierte Schriftstücke beschafft twrden Ob Pawlonowski überhaupt Offizier gewesen fei, wüßte er nicht. Er sei eines Tages zu ihm aefomtnen und habe getagt, er bereue für den Bolschewismus gearbeitet zu haben Zum Beweis fttr feine Ehrlichkeit habe Pawio- nowski Material versprochen das er aber nicht erhalten habe.

Verlängerung des Steuermilderungs- gesetzes.

ff. Berlin, 4. Znli. Zm Reichsfinanz-, minifterinm ist lautVosi. Ztg." eine Vor­lage über die Verlängerung des Steuer­milderungsgesetze« ausgearbeitet morden. Das Gesetz sieht u. a. steuerliche Erleichte­rungen auf wirtschaftlich gebotene« Be- triebszusammcnschlüsien vor.