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Anzeiger für (das frühere kurheffischsj OLerheffen

Anzeiger der amtlichen Drkanntmachnnge« Mr Stadt «nd Kreis Marburg. .

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-pedii schreiben des Evangelischen ^.Ächenrt 's an das preußische Staate» ^aisterium, vorn, jener na Auftrag des sKirchenfenats unter Bezugnahme anf den Beschluß der Generalsynode die unverzüg­

liche Wiederaufnahme der abge­brochenen Verhandlungen mit der Evan­gelischen Kirche forderte, hat der Kultusminister im Eiuveruehme» mit dem Ministerpräsidenten mitgeteiti, das prenßische Staatsministerinm fei bereit, alsbald nach der Verabschiedung des dem Landtag zugeleiteten Vertrages des Frei­staates Preuße« mit dem Heiligen Stuhl

radezu zur Pflicht macht. Dou den groben Problemen der Knlturkamvfzett ist das Schulauffichtsuroblem durch bk Reichsver­fassung eindeutig geregelt, wäbreiw , die Schulfrage selber erst gerade durch die Reichs- Verfassung in ein akutes Stadium getreten ist. Die schweren Kämpfe um das Reichsvolks- schulgefetz haben keine Lösung, gebracht. Wrr waren im Gegenteil nicht weit von der Ent­fesselung eines neuen Kulturkampfes enb- ferrrt Aber gerade weil wir keinen solchen Stampf wollen, war es unbedingt nötig, die vorliegende Ausführung der von der Reichs­verfassung gestellten ProAeme auf rein kirchenrechtliche Fragen zu beschranken und jede Bezugnahme auf die Schule grundsätzlich aussuschlkben. Die Ordensfrage ist durch dk

Reichsverfassung geregelt, dk Frage bet Vor­bildung und Achte lllung der Geistlichen fin­det hn vorliegenden Vertrag eine Äeoehma, die allen Teilen gerecht wird.

Es versteht sich von selbst, bah die mit bet netten Regelung hn Widerfprttch stehen­den Bestimmungen der Ktütttrkmttvfse» setzsebung mit der Annahme dieses Ver­trages in Fortfall kommen.

So ist der vorliegende Vertrag bedeuttmgs- ooli m dem, was er regelt, und nt dem, was er nicht regelt. Der Wan eines Reichs- rahmenkonlordats, in das sich dk Länderkonkordate empasien kormten, wurde zurückgesteM. Dk Kompetenz der Länder

in weitere Verhandlungen mit dem Kirchensenat «nd dem Evangelische« Ober­kirchenrat einzutreten. Hierzu schreibt der Evangelische Pressedienst u.a.: Das Schreiben des Kultusministers be­deutet eine erneute Ablehnung der mm der Generalsynode geforderten Gleichzeitigkeit der Regelung zur evangelische« Kirche i« Fa« der Anaahme des Konkordats.

Sm Landtag

Berlin, 1. Juli. Der preußische Land­tag bat sich beute hauptsächlich mit der ersten Lesung des Konkordats ru beschäftigen nach­dem der Staatsrat mit Mehrheitsbeschluß gegen die Vorlage Einwendungen nicht er­hoben hat. Publikums- und Pressetribünen sind außerordentlich stark besetzt. Vor Eintritt in die Tagesordnung bringt Abg. Bock Dntl.) zugleich für die Wirtschaftsvartei einen An­trag ein, der bk Regierung ersucht, sofort mit der evangelischen Kirche Verhandlungen auf- zunehmen. Sein Wunsch, diesen Antrag auf die Tagesordnung zu setzen, scheitert am Widerspruch der Sozialdemokraten. (Lärm bei den Deutschnationalen und Rufe: Ihr seid nur für die Synagogen.)

Nach Erledigung kleinerer Vorlagen folgt dann die erste Lesung des Konkordats. Auf der Regkrungsbank hat unter Führung des Ministerpräsidenten das ganze Kabinett Platz genommen. Zunächst gab

Kultusminister Dr. Becker

einen historischen lleberblick. In dem Wer- wiegend protestantischen Preußen sei die Lage sehr schwierig gewtten. Es bestand die Ge­fahr, das alle kirchenpolitischen Mahnahmen der preuhischen Regierung nicht nur die Staatshoheit gegenüber der Kirche wahrten, sondern zum mindesten der Verdacht möglich war, das in der Wahrung der Staatsbelange gegenüber der katholischen Kirche zugleich die Auswirkung des Protestantismus gegenüber dem Katholizismus sich geltend mache. Eine grundsätzliche Aendetung trat erst mit der Schaffung einer grundsätzlich neutralen Siaatsregierung durch die Weimarer Ver­fassung. Aber genau so, wie dk Ideen von vor 1803 im katholischen Volksteil noch durch das ganze 19. Jahrhundert hindurch lebendig blieben, so leben auch heute noch in weiten Kreisen unseres evangelischen Volksteils An­schauungen fort, die vom Staat einen Schutz gegen die Ideenwelt des Katholizismus $n fordern scheinen. Bei der Kritik eines Ber- trages des Staates mit der katholischen Kirche gehen diese Kreise von Vorau^etzuw- gen aus, die mit der grundsätzlichen Neu­tralität des Staates einfach nicht zu vereinen sind. Charakteristisch für diese Auffassung sind z. B. die Aeuherungen des Evangelischen Bundes, von denen sich die sehr viel objektiver gehaltenen Verlautbarungen der offiziellen Organe der evangelischen Landeskirche wohl­tuend unterscheiden. Was hier vom extremen Protestantismus gefast wird, gilt auch von aufklärerischen resv. atheistischen Kreisen, denen die Bekämpfung der Kirche schlechthin eine Aufgabe des Staates ist, während die Weimarer Verfassung den

religiös-neutralen Staat,

die Aufrechterhaltung des konfessionellen Friedens und die Fürsorge für die ihm als Körperschaft des öffentlichen Rechtes einge­bauten Religionsgesellschaftcn jeder Art »e-

Die Wsßsss Gs-schr

Bef dem Festessen am Schlüsse der Ta­gung des französischen Industrieverbandes hielt der Abgeordnete Fougtzre eine Aufsehe« erregende Rede, in der er über Amerika «. a. sagte. Amerika seieine edlerer Gefühle unfähige Nation, dH die Welt durch ihr wirtschaftliches Aeber- gewicht zu erdrücken drohe".

Amerika bedeute eine «»eit größere

Gefahr als die, gege« die Frankreich vor 15 Jahre« habe kämpfe« müssen.

Wenn wir, so fuhr der Redner fort, um unsere Freiheit zurückzuerobern, Amerika die Milliarden zurückgeben müssen, die es für sein Bestehen für notwendig zu er­achten scheint, so werden wir sie ihm geben, obwohl Amerika % der Goldes der ganzen Welt besitzt. Vielleicht werden wir gezwungen sein, «ns an unsere Geg­ner von gestern zu wenden, um mit ihnen ein Wirtschaftsbündnis $n schließen, um Europa zu retten.

Dk englischen Räumungswünsche haben natürgemätz bei der französischen Rechten große Rervosttät heroorgerufen. DasEcho de Paris" stellt dk Frage, ob es wahr fei, dah in der englischen Thronrede am Dienstag dk domnächstige Ääimmng »bet SKjemlanbe

durch dk britischen Truppen angebündigt werde. Frankreich wisse feit langem, datz Eng­land der Besetzung ein Ende bereiten wolle und zugunsten Deutschlands den Artikel 431 des DerstrAer Vertrages anzuführen wünsche. Das* Matt macht Macdonald den Vorwurf, datz er offenbar schon vor dem Ende der mter- n<rt Kroaten Konferenz die Räumung ankündi­gen wolle.

In Berlin finden die englischen Mitteilun­gen insbesondere über bk Räumungsvorbe- teihmgen große Beachtung. Den amtkchen Stellen ist bisher keine Mitteilung über bk Absichten des Londoner Kabinetts zugegangen. Infolgedessen enthält man sich auch an zu­ständiger Stelle feder Aeutzerung. Man Der. weist darauf, datz vertragsgemäß dk zweite Zone am 10. Januar 1930 geräumt sein mutz, so datz es an sich nicht unwahrscheinlich ist, datz bereits im Bälde die Räumungsoorberei- tungen beginnen. An eine en -bloe-Räunmng durch die englischen Truppen vermag man nach den aus dem Rheinland vorliegenden Mttei- lungen bis jetzt nicht zu glauben. Immerhin wird mit Genugtuung in Berliner politischen Kreisen die Nachricht ausgenommen, datz Eng­land auf die üblichen Sommermanöver an­scheinend verzichten will, dk gerade angesichts der bevorstehenden EntsckMmng über dk Ge- famträumimg zmnindesten als grobe Takt­losigkeit hätten erscheinen müssen.

zum Abschkch eigener Konkordate kamt auf­grund der Reichsverfassung nicht bestickten werden. Der vorliegende Entwurf unter­scheidet sich wesentlich von dem bayerischen Konkordat. Gegenüber der vtelfach aufge- tauchten Krittl erftä-rte der Minister nach­drücklich, datz

dk Schule weder wn Dertragstrrt, noch hn SchlutzprotokoN, noch ht irgend wa­

chen Nebenabreden vorkommt.

Der weitere Vorwurf der Romanisieruns und Entdeutschung der Ausbildung der ka­tholischen Geistlichen übersehe, datz die be­treffenden Vorschriften des Vertrages nnr eine Konsequenz der Reichsverfassung bar­st eltten, da nach der Derfasiung dk Kirchen diele Angslegenheiten selbständig regel«. Wir haben ein Interesse daran, datz mög­lichst viele Mitglieder des Klerus bte rö­mischen Verhältnisse genau kennen fernen, um bei der übernationalen römischen Kirche dk deutschen Belange gut wahren zu können. Gerade die sog. Römlinge haben dem Staat und dem deutschen Katholizismus die grötzten Dienste geleistet/' Run hat bk Deuerat- synode in berechtigter Weise und in wür­digster Form

dk Ansprüche des evangelischen Botts- teiks

angemeldet. Die Staatsregierung steht auch auf dem Standpunkt, grundsätzlich beide Kirchen paritätisch zu behandeln, das bedeu­tet aber keine Ausreichung in Einzelhecken.

Dfe evangÄische Küche hat seit fünf Jahren ein Voraus gehabt, wobei anerkannt werden muh, datz mit Genehmigung des vorliegenden Vertrages dfe Situation sich zu Angun- sten des evangelischen Vokkstei­le s verschieben würde. Dfe Staatsregre- rwg hat bereits den evangelischen Kirchen ein Schreiben zugehen lassen, wonach

mnnittekbar nach Abschluß des parkte. gend« Vertrages dk Derhandknnge« mit bet evangelsichen Kirche beginnen foltert, um dfe Parität herzustellen.

Abg. De. v. Wmterfeldt (Dststf erSärt, seine Fraktion habe stets tbreJBe« reitwMgkett ausgesprochen, an dem Vertrage mitzuarbeiten, fcllls gleich; eit r g für die evangÄische Kirche ähnliche Vertrage ge­holfen werden. Der vorliegende Vertrag gibt in manchen Teilen zu Bedenken Anlaß, da die Auswirttuwen der einzelnen Bestim­mungen geeignet sind, das friedliche Neben­einanderbestehen der beiden christlichen Kon­fessionen zu gefährden. haben mcht das Vertrauen zu einer Staatsregierung, an beten Spitze ein Sozialdemokrat sicht. Wer­teste Kreise haben die

Besorgnis, daß über dfe berechtigten Forderungen der epangesische« BevMe- rung hinweggesangen wird «nd die m Aussicht gestellte« Verhandlungen bewn

(Fortsetzung sich« Seite 2J

Ser Weltkrieg mit die »kabemlsche Sugend »er Rachkriegszrü

S° 3*1aal der Neuen Aula der AM- versttät Tübingen sprach vor kurzem auf Einladung des Tübinger Hochschnl- ringes Generalleutnant a. D. Dr. h. c. von Moser über das Thema ,/£>« Welt­krieg und die akademische Jugend der Nachkriegszeit^. Er ging davon aus, datz er die Meinung, die akademische Jugend von heute wolle vom Weltkrieg nichts hören, bestimmt ablehne, es ab« wohl für mög- lich halte, daß sie nichts Sicheres und Festes vom Weltkriege wisse, gern ab« etwas solches erfahren möchte. In die­sem Dedankengauge warf bei Redner vier Fragen anf: 1. Welches sind die gro­ßen strategischen Ereignisse des Weltkrie­ges? 2. Welches die großen politischen Znsammenhänge? 3. Warum haben wir Deutsche trotz alter Heldentaten nnser« Truppen den Krieg so katastrophal v«- loren, datz wir uns dem versklavenden Versailler Friedensdiktat beugen mutzten? «nd 4. Was mntz die akademische Jugend der Nachkriegszeit von den Erfahrungen und Lehren des Welttrieges wissen, um für das Aeutzerste bei Zukunft, einen deutschen Abwehikrieg um Sein ober Nichtsein geistig gewappnet z« sein?

Die beiden eisten Fragen beantwortete General von Mos« durch eine knappe Darstellung der Kriegsverhandlmrgen der deutschen Heerführer in den 4y Kttegs- jahren und des Einflusses, den die vier deutschen Reichskanzt« auf den strategisch- politischen Gang des Weltkrieges tatsäch­lich ansgeöbt haben und den sie hätten ausüben Butten und sollen ein lehr­reiches aber trauriges Wetekriegskapftal für «ns Deutsche.

Dfe Antwort auf die dritte Frage lau­tete: Wir haben den Krieg nicht allein ans den heute fast schon landhäusig ge­wordenen Einzelgründen verloren: lleberzahl der Gegner, verlorene Marne­schlacht, Hölle von Sterimn, Versagen unse­rer Bundesgenossen, Dolchstoß in den Rücken des feeres", obgleich an jedem dieser Gründe etoae Wahres ist, als wefenüicher Faktor kommt hinzu, datz un­sere diplomatische Kriegsvor­bereitung kläglich und nns«e militärische so ungenügend war, datz uns im August 1914 eine halbe MiRon tatsächlich vorhanden gewesener aber nicht ausgebildeter bezw. nicht ein­gestellter Wehrpflichtiger für den großen Anfangfieg fehlte. 2. Die mangelnde po- litische Schulung nufer et führenden Gene­rale und noch mehr die mangelnde stra­tegische Schulung nnfeter Staatsmänner, aber auch unser« Parlamentatter, Presse- führ« 'm»d unser« gebildeten Volks­schichten. And 3. das sich daraus ergebende Anvermögen d« deutschen Reichsleitung, die großen deuflchen militärischen Er­folge «nd Siege nutzbar, d. h. zu po­litische« Siege« «nd Erfolgen zu machen.

Aus alledem folgt als Antwort auf die 4. Frage: Die akademische Jugend der Nachkriegszeit mutz wissen, datz der Krie des 20. Jahrhunderts ein Volkskrieg i°' an dem jeder Deutsche mit allen seine, Kräften, den körp«lichen und geistig? teilnehtne« mutz; letzteres kann er aber nur dann, werm er sich und das ist die besondere Pflicht der Gebildeten, insbe­sondere der Akademiker

durch eigenes ernstes Studium des Krieges und insbesondere des Welt­krieges nicht ner politisch, sondern auch strategisch Urteilsfähig »acht.

Rur dadurch kann die akademische Jugend von heute, wenn an sie dereinst iwi reife­ren Mannesalter der Ruf des Vaterlan­des zum Handel ergehen mutz und « wird ergehen müssen der Zuschauer-, Kassandra- und Thersites-Rolle entgehen, die während des Welttrieges zu ihre«