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Ungeschicks

grösste« nämlich

datz der Fraktionsführer der deutschen Regierungspartei.

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Startete a. Late

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1 --- '/«^DoSar.

den A. Mi MS

ReichsbanKpräsitent Dr. Schacht behan­delte auf der Hauptversammlung des deut- sä>en Industrie- und Handelstages die' Port, ser Sachoerständigen-Konferenz in einer um­fangreichen und eindrucksvollen Rede, in der er in den einleitenden Sätzen das Ergeb­nis der Konferenz als

Mlet ftee Arbeit!

Die deutschen Kriegsschuldforscher.

>3n diesen Iunitagen gehen die paniert des deutschen Volkes zurück zu lener Stunde des Jahres 1919, in der der A^ailler Vertrag unterzeichnet wurde, «ssen erdrückende Fesseln Deutschland für Generaticmen fast jeder Bewegungsfreiheit berauben. And diese Gedanken sollten ihren lebendigen Ausdruck finden in den am 28. •Juni aller Orten stattfinöenten Kund­gebungen, deren moralische Berechtigung sich auf die geschichtlich erlviesene Tatsache gründet, daß der im Versailler Vertrag verankerte und seine Grundlage bildende Schuldspruch nichts anderes ist, als eine große Zwecklüge.

der Sozialdemokraten, sich a» dreier Kritik beteiligt habe. Dies habe die Arbeit in Paris schwer beeinträchtigt.

Dr. Schacht streifte dann die weitere Ent­wickelung der Konferenz zu dem Vermitte- I lungsvorschlag Owen Aoungs, der ein« Durchschnittsannuität von 1988,8 Millio- I neu vorsah. Für die deutschen Sachverständi- I gen sei damit der Augenblick gekommen ge» I niesen, zu entscheiden, ob es besser sei, die Kon- I streng ergebnislos auseinandergehen zu las- I stn oder auf den Boden des Aoungschen Ver­mittelungsvorschlages zu treten. Solange das I den deutschen Sachverständigen gegebene Man- I dat, führte der Redner hierzu aus, in Kraft I blieb, welches die deutsche Leistungsfähigkeit I und die Nichtgefährdung der Lebenshaltung der deutschen Bevölkerung als Richtlinien ent. hielt, konnte die Entscheidung für die deut- schen Sachverständigen nicht zweifelhaft sein. Ziffern, die die eigene Sachver- ständigenschätzung so wesentlich । über st legen, ohne daß gleichzeitig für eizie Steigerung der deutschen Leistungsfähigkeit Sorge getragen wurde, mußten von den deutschen Sachverständigen abge­lehnt werden.

Als dann jedoch die Reichsreqierimg den deutschen Sachverständigen fatei- stellte, von den bisherigen Richtlinien abzngehe«, wurden dir deutsche» Ver­treter damit vor die lleüerleguug ge­stellt, ob sie unter diestn veränderte» Verhältnissen die Verhandlungen wei- terführen solle».

Wenn die deutsche Delegation sich nach ein­gehender Prüfung für weiteres Verhandeln entschlossen habe, weil sie in dem Young­schen Vermittelungsvorschlag gegenüber der Fortdauer des bis­herigen Zustandes eine« Fort- I schritt erblickte, so habe sie das nicht tun I können, indem sie von einer Woche zur ande- I ren ihre eigene Schätzung umstieß, sondern in- I dem sie in den Plan diejenigen Sicher««- I gen einzubauen suchte, die Deutschland im «zalle des Versagens vor dem Vorwurf der Moyaiität und vor einer wirtschaftliche« Ka­tastrophe schützten. I

rechten Zumutungen könnten uns in MMrcher Frage Erleichterung verschafft«.

Jedoch fehle es au einet solchen ge­schlossenen Willensbetätigung zur Zeit i« deutschen Bolte vollständig.

Der Oefterreicher Roderich Gooß faßt Sinn und Ziel der Kriegsschuloforschuna für uns Deutsche in das hübsche Wort­spiel zusammen: „Q3tm der Weltüchrunq zur Weltachtung s" Den Charakter der ,Ver- sEer Kriegsschuldchese" als politische Zwecklüge zeichnet der durch feine zahl- vmchen Veröffentlichungen zur KriegS- fchutdfrage bekannte gegenwärtige deutsche Gesandte in Riga, Dr. Friedrich Stiebe mtt folgenden Worten:

„Oiiu Politiker, bk damit einen

durchsichtigen politischen Hveck verfolg.

msd beschäftigte sich Kritisch mit der äugen- blicktichen öffentlichen Finanzwirtschaft. Wir sind, erklärte Dr. Schacht, im besten Zuge, das Gefühl dafür völlig zu verlieren, daß eine ^m^mirtfchast vom Range der deutschen sich mcht mit einem Anleihezinsfuß von 8i/4 Pro- jent belasten darf, wie ihn das Deutsche Reich ba ferner neuesten, wenig erfreulichen auslän­dischen Kredittransaktion zahlen mußte.

Hier erhob Dr. Schacht erneut feine schon ans früheren Ausführungen bekannte Forde­rung stärkster Ueberwachung und $ ro1'eJ.un9 der Ausgaben aller ^lientliche« Körperschaften vom Gierung gegenüber dem Popu- larrsatsdedürfnis des Parlaments nicht über

tS»rtst»m>g stehe Seile 2J

htt, nunmehr die deutschen Sachverständigen wegen ihres angeblichen taktischen zu tadeln, und

Angehört und wirkungslos verhallte 1919 E feierliche Protest der deutschen Fnetenstelegation gegen das über uns ausgesprochene »Schuldig!« und bei der Versailles herrschenden Hiß. Atmosphäre hätte, wie der Amerikaner 6",^eT fl!T3[id> schrieb, „fein noch |o großer/»erg von Argumenten" dieses Ar- I ^Erschüttern können. Heute, zehn Jahre I »Versailler Kriegsschuld-

t&ef« . diese Zusammenfassung alter ae- gen Deutschtend offiziell erhobene» An- ^schuldigungcn, von oer Ge- schichtSforfchung des Zn. und Auslandes ö<r historischen Wahrheit nicht ^ufgegeben worden. Diese Erkenntnis findet ihre I faktische Auswirkung in der von Tag 3 immer weitere Kreise des Aus- erfassenden Kriegsschuldfragenbe- I ^Sung, deren Devise lautet: Die „Vor- N fGBm

Dr- Schacht zitierte hier Beispiele aus der deutschen Parteipolemik als Beleg dafür, in welcher schändlichen Berblendüng und inneren Zerrissenheit unser ■B o I h lebt. Dr. Schacht betonte dann, daß eme wirtschaftliche Erholung ohne ausländi­sches finanzielles Vertrauen in Deutschland nicht zu erwarten sei. Ein Scheitern der «-achverständigenkonferenz, für das man selbst­verständlich Deutschland die SchuD zugescho­ben hafte, hafte zum mindesten eine finanzielle Vertrauenskrise und damit eine deutsche Wirtschaftskrise herbeigeführt. Es scheint mir, erklärte Dr. Schacht, das Veranftvortungs- vermögen eines einzelnen Menschen zu über, steigen, wenn er bewußt über Millionen seiner Mitmenschen eine solche Krisis herbeizuführen sich für berechtigt halten sollte. Wesentlich er­leichtert worden fei der Entschluß der beut, fdjen Sachverständigen, den Vermiftlungsvor- schlag anzunehmen, durch den Umstand, daß er von der amerikanischen Gruppe ausging, ^e.fitzy dach Amerika vielleicht mehr als jede andere Station wirtschaftliches Berantwor. nmgsgefühl in höchstem Matze.

Dr. Schacht wandte sich hier in ein­dringlichen Worten gegen das Geschrei über den amerikanische» Shylock und sackte die amerikanische Politik in der Kriegsschuldenfrage psychologisch z« begründen.

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'M—1 Uhr-

N°^>em Dr. Schacht bann nachdrücklich unterstrichen hafte, der Umstand, daß die deut- schen Sachverständigen sich dem Urteil der übrigen Konferenzmitglieder über die wirt­schaftliche Tragbarkeit der Youngannuitäten nicht gäbe cmschlietzen können, enckinde nie­manden mm der Verpflichtung, i« ehrlichster Dene um die Erfüllung der Zahlungen ans dem Aoungplan bemüht zu sein, und, nach, dem er noch einmal energisch zurückge- ro t e f c n hatte, daß die Forderung nach eige­ne« uberseischen Rohstoffquellen für Deutsch- tonb etn imperialistifches Ziel darstelle, wandte er sich zur

BesrSndnng dafür, awm* die beute

Sachverständigen trotz ihrer Be- benten btt Annah»« des yo»vg-

**x*s e»pf»hlen haben.

darauf hinzuweifen, daß grund- satzltch em« Verständigungspolitik

k ®.e6neru die einzige Mög. i •*.7"E t biete, in geduldiger, friedlicher Ar- ! bett aus der verhängnisvollen Lage heraus zu kcmtmen, tn die uns der verlorene Krieg ge­bracht hat. Eine gewaltsame Befreiungspoli-

möglich. Dabei brauche man durchaus nicht etwa an Waffengewalt zu den- I ^ne passive Abwehr oder eine ge- I schiosft« Diüensbetätigwng gegenüber lmge. ]

Ebenso erklärte Dr. Schacht, daß wir durch­aus keinen Anlaß hätten, in die setzt oft ge« ^rte Klage miteinzustimmen, daß ganz Euro­pa schließlich zu einer amerikanischen Kolonie roeröe. Nichts liege dem amerikanischen Volk ferner, als den Europäern die Verantwortung für die Führung ihrer eigenen Wirtschaft ab­zunehmen.

Ziffernmäßige Vergleiche darüber anzustel- len, welche Vorteile der Aoungplan gegenüber dem bestehenden Dawesplan biete, lehnte der Steterer ausdrücklich ab. Richt auf die etwai- gen materiellen Vorteile dieses oder jenes Plaires komme es an, entscheidend fei, ob uns ter Aoungplan dem wirtschaftlichen und politi­schen Frieden näher bringe oder nicht. Eines allerdings müsse hervorgehoben werten, daß uns der Aoungplan von den aus. laudif chen Kontrollen befreit. Dies «fordere aber auch, daß Deutschland sich' ter Welt gegenüber bemüht zeigt, alle An­strengungen zu machen, um fein Haus m Ordnung z« halten unb bie Durchführung des Wanes von sich aus z« fördern. In diesem Zusammenhang

warste Dr. Schacht davor, die vor- Sber«ehr«be finanzielle Erleichterung, bie der Houagpla» gegenüber dem Dawerpla» während der ersten Jahr« beisst, in falscher Weise $* ver­

wenden.

gcr einsichtigen (!) Kreisen ter beteiligten Völ­ker durch den Mund unpolitischer im Wirt­schaftsleben Ansehen genießender Männer ver- V ständlich zu machen, baß übertrieben politisch- »demagogische Erwartungen keine Aussicht auf I Erfüllung haben.

I Die deutschen Sachverständigen hatten mit den gegebenen politischen Ber- hältnisien, mit den bestehenden Ver­trägen nnd Abgaben zu rechnen, unb die Umgrenzung des Auftrags machte es völlig »»möglich, Fragen der gro­be« Politik aufzurollen. wie etwa die

Kriegsschuldlüge.

Dagegen, so fuhr ter Redner fort, haben wir «vit möglichster Endringlichkeit und Vollstün- digkeit die wirtschaftlichen Grundlagen und Möglichkeiten Deutschlands auseinanderge­fetzt und versucht, die übrigen Sachverständi­gen dazu zu bringen, eine Abschätzung der jährlichen Reparationsleistungen nach ' wirt­schaftlichen Gesichtspunkten vorzunehmen. Die­ses Bemühen konsftatierte mit dem Verlangen i ter Gläubigeregierungen, unter allen Umstün- ten bestimmte Mindestzahlungen von Deutsch- lcmd zu erhalten, deren Höhe im wesentlichen von vornherein sestgelegt war, nicht nur für Frankreich die berühmte Nettoindemnität, I fanöern für alle alliierten Mächte, diejenigen I Summen zu erhalten, die diese per Saldo an Amerika schuldeten. I

Alle Vorstellungen der deutschen Sach- I verfliindigeir, datz Deutschland mit den alliierten Schulden nicht das geringste | $* tun habe, prallten an der politi- | scheu Willkür der andere« Seite ab.

Nachdem das Memorandum ter alliierten «lämerständigen für bie ersten 37 Jahre eine Durchschnittsannuität von 2,2 Milliarden ge= ®rbert hatte, fei es nicht verwunderlich ge- eefen, baß die Schätzung ter deutschen Sach­verständigen mit einer Annuität von öurchfchnj11lich 1650 Millionen bie ^"egenfeite nicht zufrieden stellte, baß sie zu dem billigen Mittel griff, die ”°n ter deutschen Delegation vorgebrachte» ^rtschastlichen Anregungen, die eine Steige« wig der deutschen Leistungsfähigkeit ermög- ^chen sollten, als politische Forderungen hin- stellen. Die französische Preffe habe Anreg- ^Ken i« diesem Sinne nett beispielloser Soli» ^tität aufgegriffen. Dr. Schacht ergriff hier * Gelegenheit, um in entschiedenen Worte« L7 t i h daran zu üben, daß in diesem Augen- ** dieselben deutschen Zeitungen (bie ^mokratis chen unb sozialdem 0 - ^tischen Blätter), die die angeb- ten Veemflussungsversuche gewisser beut« i ler Wirtschaft?!-reise auf die Sachverstän- i

&ie^e Handlung herbeizuführcn, galt I Einen ntuhseligen und dvlnenreick-en ftS>f^e9fJUTÄre9en- 2n unerS Ucher, von ter Öffentlichkeit wenig o». Wurbtgter Arbeit haben die oeutfchen I Hex ven Beweis für tee

"D^rsailler Kriegsschuld» ,®iefen deutschen Kriegs- ?r!^ern die in ter Kriegsschuld- ^inbcto^9u"9 führende deutsche Zeit- Monatshefte" (Die herausgegeben von der I 6-!Ur Erforschung ter Kriegs-

in lf^em 2uniheft ein literari-

I Aussprüche und Bilder

I in Kriegsschuldfrage herdorgetre- tenen Historiker bringen dem Les« die fSnenf Perfönlichkeiten und die w

I auf tem Gebiet ter Kriegsschuld» I frage geleistete Arbeit nahe.

, der Leipziger Professor Erich 6teSt2Ur9 ^Mellt, daß die leitend^ Deutschlands den Krieg ^^L:^nscht, noch gewollt" haben Mw "schuld Deutschlands darin sieht, „daß es den enteren zu reich und zu mach» die t^r“’ f° bestätigt er damit

bon weiten Kreisen oes d«rtschen Volkes gleich bei Ausbruch des

9efaettn

§01X0 Delbrück nennt Deutschland im Gnme der Versailler Kriez^chuldchese — i>Eständig unschuldig" und ^tto Franke schreibt:

Wachheit ^jgt der Welt, daß die wirklich Schuldigen in ganz anderen La-> . gern za suchen sind, als die Mantelnote glMben machen will. Ehe dieses Schuld- koww nicht bereinigt ist, kamt em Friede in Europa nicht gedeihen."

Dr. WM zur GeWchtr öks AounMams

Ar terkMgoiSvM Wickmz bet «M btt AM«M - Solgetunocn anb Meningen

fiir Deutschland nicht erfreulich bezeichnete. SZBenn bie deutschen Sachverstän- bigen dennoch den Aoungplan unterschrieben hätten, so biirfe bie deutsche Oeffentlichkeft oon ihnen hierüber Rechenschaft fordern.

Man werte das Ergebnis der Pariser Kon- s ferenz nur richtig würdigen können, wenn man es i« den Gang des großen politischen Geschehens einreihe. Habe es sich doch nicht um eine von aller Erden schwere befreite Zusam­menkunft souveräner Geister gehandelt, die «ach hohen Gesichtspunkten eine magna Charta für das künftige Wohl ter Menschheit auszu­arbeiten hatten. Vielmehr war die Konferenz aus dem Versuch verantwortungsvoller Staatsmänner entftonben, bie Schwierig- heiten einer rein politischen Ab­machung z u erleichtern unb den roeni«

ÄbechMsche

Anzeiger für (bas frühere krrhessifche) Oberheffe«

Anzeiger der mntlich«« Brrmmtmachr-ng«« Mr Stadt nnd Kreis Marburg