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tum für die neue Konferenz werde der Id. Juli genannt. Die englische Regierung werde aber mit Nachdruck auf die Einberufung der Konferenz nach London bestehen, da der Ministerpräsident Macdonald es für unmog- lich halte, für mehrere Tage bezw. für Wochen von London fern zu bleiben. Auch der Auhen- minister Henderson sei außer Stande, längere Zeit von London abwesend zu sein. Der deutsche Außenminister würde keine Em. Wendungen gegen London erheben. Was die sachliche Stellung der englischen Regierung zu dem Aoungplan angehe, so sei an der for- mellen Ratifizierung nicht zu zweifeln.

werden wahrscheinlich einen Antrag ein- brinaen, wonach der Reichstag den ®e- fchlutz der Reichsregierung zur Kenntnis

Ei« «oberes Eingehen auf die Rena- rationsfrage soll nach Möglichkeit ver­mieden werden.

Auch die Regierungsparteien, die dann das Wort nehmen, wollen sich in dieser

St. 144 64.30tro Marburg a. Lahn

Der Auzeigenprei« beträgt für den 10 gespalt. Z-il-nmillimeter 0.08 GM^ kleine Baranzeigen 0,06 GM., amtlich« und «ui* bärtige Anzeigen 0.10 GM. Bei schwierigem Satz sowie bei Platz« dorschrift 50°l« Aufschlag. — Sammelanzeigen 100 °le Auf- schlag. Reklamen der Milli«. 0,40 GM. Jeder Rabatt gilt al«. Barrabatt. Ziel 5 Tage. Beleg« werden berechnet, ebenso Auskunft durch die Geschäftsstelle und Zusendung der Angebot«. Gr- füllungsvrt Marburg.

1 Goldmark — '/«^Dollar.

Das alles ist die Melodie, die wir bisher immer gehört haben. ES wird fortgewur- stell, und obwohl man weih, daß man letzten Endes die Henne schlachtet, die die Eier legen soll, nimmt man aus unserer Wirtschaft soviel nur irgend greifbar er­scheint. Die .Kölnische Zeitung übte kürzlich scharfe Kritik an unserer Finanz- Politik; das Blatt sagt dabei: Diese Selbstverständlichkeit, mit der die ausschliehliche Verwendung der rund 500 Millionen Mark betragenden Erleichterung im laufenden Haus­haltsjahr zu Kassen- und Haas- Haltsentlastungszwecken behan­delt wird, läht den Verdacht aus­kommen, daß es nicht nur der Druck unsrer Gläubiger, son­dern daneben au choie Ertrink er- Politik unsrer Reichsfinanzbu- rokratie war, die unsre Sach- verständigen zum Vachgeben brachte. Sollte es aber denn gar nicht möglich fein, das Hebel der Kassenebbe dort anzufassen, wo die letzte Entwicklung veranlaßt worden ist: durch die. Kredit­hergabe an die Reichsanstall für Ar­beitslosenversicherung? Es muh einmal offen ausgesprochen werden: Zur gleichen Zeit, wo unfre Sachver- ständigen in Paris um jede Mil­lion in hartem Kampf rangen, stopfte unsre Reichsregierung Kredite in ein Unternehmen hinein, dessen Re f orm bedürf- tiqkeit geradezu zum Himmel schreit. Die Kredite gelten als ein­gefroren, fozialistische Kreise sprechen un- verhüllt den Gedanken aus, vatz die Gelder in ä fonds perdu gezahlte Zuschüsse um- gewandelt werden sollen, die befürwortete Beitragserhöhung foll auf keinen Fall der Rückzahlung dienen, fondern lediglich die Reichsanstalt und das System instand fet- zen, ohne einschneidende Reformen weiter­wursteln zu können, ja man hofft gar noch auf weitere Kreditzufchüsse aus den Re- parationserleichterungen. Es gibt kei­nen festen Begriff de re in gefro­renen Kredite. Die Frage der Mlck- zahlung eines beträchtlichen Teils der Kre­dite durch die Deichsanstalt hat . einfach nicht in daS Gebiet der Unmöglichkeiten

Berhaftung des nationalsozialistischen Abgeordneten Straffer, der deswegen vielfache Preffebeleidigungspro- -effe hat, weil er eine ganze Reihe nationa­listischer Kopfblätter als verantwortlicher Re­dakteur zeichnet. Der Ausfchußanttag wurde schließlich angenommen, aber vorher gab es hitzige Auseinandersetzungen, Ordnungs­rufe, Ausweisungen, Sturm und Krach. Nach­dem ein nationalsozialistischer Antrag auf Zu- rückveriveisung des Falles Straffer an den Ausschuß gegen Nationalsozialisten und Deutschnationale abgelehnt worden war, rich­tete der nationalsozialistische Abg. Frick ge­gen andere Parteien heftige Angriffe, die ihm Ordnungsrufe einttugen. Zu Sturmszenen kam es, als er die Beleidigungen wiederholte, die den Gegenstand des Strafverfahrens gegen den Abg. Straffer bilden. Als der Sozias demokrat Lipinski antwortete und Dr. Frick ihn wiederholt durch Zwischenrufe unter­brach, verfügte Präsident Löbe

die Ausweisung Dr. Fricks aus dem Saale. Zu einem Handgemenge zwischen So­zialdemokraten und Nationalsozialisten drohte es zu kommen, als bann der Abg. Straffer die Sozialdemokraten Baterlandsverräter und Zuhälter nannte. Strasser wurde wegen deser Bemerkung aus dem Saale ge- wiesen. Gegen die Genehmigung seiner Strafverfolgung stimmten mit den National­sozialisten die Deutschnationalen und d,e Kommunisten.

Das Haus vertagte sich dann auf Sonn­abend 12 Uhr zur außenpolitischen Aussprache

Aollermäßiaunasabkommen mit bet Schweiz »em Ausschuß abgelehnt.

Berlin, 21. Juni. Der Handelspoll- tische Ausschuß des Reichstages nahm am Freitag zunächst die internationalen Gen­fer Vereinbarungen über die Aufhebung der Ausfuhrverbote von Hauten unv

Das RevuMWutzMtz wird verlängert

Lärmszenen im 9Wtag

swtzenpolitische Lage Bericht -gattete, be. riialich des Young-Planes eine wichtige Vorentscheidung getroffen. Durch einen einstimmig gefaßten Kabinettsbeschluß ist festgestellt worden, daß

die Reichsregierung bereit ist, bin Sachverstiinbigenplan als Grund­lage für die demnächst stattfindende Konferenz der an der Reparations-

MngDlan und deutsche Eteuerwirtschaft

Heber dem Kampf um 'die Frage, ob der Owen-Boung-Plan angenommen werden soll oder nicht — einem Kampf, der im letzten Grunde doch mehr inner politisch, um nicht zu sagen aus Parteigegensätzen zu erklären ist —, «darf eines nicht vergessen werden: Die ganze Frage der Tribute ein­mal auf den Boden der finanzpo­litisch e n W irklich ke it zu führen so- toeit es die Zahlung angeht.

Solange wir nicht wußten, um welche Summen es sich handeln würde, solange schwebte auch unsere Finanzpolitik im Un­klaren, und damit hatte sie auch für Oie Möglichkeit, unbegrenzte Ausgaben zu machen, eine gewisse Psychologische Basis. Lebt man doch niemals teuerer, als wenn man kein Geld hat. wohl aber noch irgend­woher gepumpt bekommt.

Die große Gefahr ist heute, daß der Fis­kus das, war er einmal hat, nicht fahren läßt, zu deutsch, die etwa einzusparenoen 500 Millionen werden an Steuern weiter erhoben, werden in dem Etat verbuttert und verpulvert und unsere Defizit- und Ausgabenwirtschaft geht ruhig weiter. Das nennt man dann Erleichterung der Kasse und des Haushalts. Schon hört man aus Kreisen, die dem Finanzministerium nahe­stehen, daß die Verkehrs st euer bleiben soll, die Zndustriebe- lastung bleiben soll us.f., denn wir haben ja Kassenfehlbeträge ufw Reue Steuern wolle niemand beschließen, Ab­striche an den Ausgaben wolle auch keiner machen, also sind die ^Erleichterungen des Youngplans nicht »verfügbar".

nimmt.

Wie verlautet, wird die außenpolitische Rede Stresemanns aus dem Parlament heraus den Rundfunkhörern übermittelt werden.

Die politische Konferenz

Der diplomatische Korrespondent des .Daily Telegraph" berichtet m Bestäti­gung früherer Meldungen, daß auf Grund des Londoner Kabinettfrates am Freitag Kem | Zweifel mehr bestehen Kann, daß die Regie-

Fellen, sowie Knochen an.

Sodann beschäftigte sich der Ausschuß mit einem Zusatzabkommen zu dem deutsch- schweizerischen Handelsvertrag tn dem neben der Aushebung der Endungen für die deutschen Schuheinfuhrzolle starke dem- sche Zollermäßigungen für elektrotechnische Erzeugniffe. Schweizer Uhren, Schrauben usw. eine Rolle spielen Iu der Abstim­mung stimmten nur die sechs Vertreter des Zentrums, der Deutschen Volkspartei und der Demokraten für das Zusatzabkommen. Neun Abgeordnete der Deutschnationalen, der Wirtschaftspartei und der Kommu­nisten stimmten dagegen, wahrend die Sozialdemokraten mit der Bäuerischen Volkspartei sich der Stimme enthielten. Damit war das deutsch-schweizerische Zu­satzabkommen abgelehnt.

Berlin, 81. Juni. Im Reichstag wurde heute die Etotsberatung unterbrochen, um eine ganze Reihe kleinerer Vorlagen erledi­gen zu können. Zunächst wurde nach kurzer Debatte das Gesetz über den Verkehr mit unedlen Metallen solange ver­längert, bis die wesentlichsten Bestimmun­gen dieses Gesetzes in die Reichsgewerbeord­nung ober in das Strafgesetzbuch hineingear­beitet werden können.

Eine längere Aussprache ries die Vorlage hervor, mit der

das Republikschutzgesetz

um drei Jahre verlängert werden soll. Von den Deutschnationalen, den Nationalsozia­listen den Christlich-Nationalen, den Deutsch- Hannoveranern und den Kommunisten wurde die Vorlage bekämpft und die Aufhebung des Revublikschutzgesetzes gefordert. Abg. Dr Everling lDntl.l erklärte, es handle sich um ein Softem Metternich in plumper Neu­auflage. Das Gesetz habe der Republik ein Denunziantentum und eine Vergiftung der politischen Atmosphäre hervorgebracht.

Unter der Regierung Braun seien mehr Beleidigungsklagen anhängig gemacht worden, als in der ganzen Regierungs­zeit des letzten Kaisers.

Der Vertreter der Wirtschaftspartei erklärte sich grundsätzlich gegen das Republikschutzge­setz, beantragte aber als Kompromiß­lösung die

Verlängerung des Republikschutzgefetzes nur bis zum 31. Dezember 1930.

Zur Verlängerung des Gesetzes bedars es der für Verfassungsänderungen erforderlichen qualifizierten Mehrheit. Dieser Umstand ver­anlaßte wohl die Regierungsparteien, dem Kompromißantrag der Wirtschaftspartei zuzu­stimmen. In dieser geänderten Faffung wurde die Vorlage in zweiter Lesung mit 256 gegen 124 Stimmen angenommen Wenn bet der Schlußabstimmung in der später erfolgen­den dritten Beratung das gleiche Stimmenver­hältnis erzielt wird, so wäre die Annahme mit qualifizierter Mehrheit gesichert.

Ter Reichstag stimmte dann der Verlän­gerung der Pachtschutzordnung bis z u m 31 M ä r z 1930 zu. Die Novelle, zu den Gesetzen über den gewerblichen Rechtsschutz und der Gesetzentwurf über Bereinigung der Grundbücher wurden dem Rechtsausschuß Überwiesen.

Ms letzter Punkt stand auf der Tagesord­nung der Bericht des Geschüftsordnungsaus- fchuffes über die Anträge auf Straf Ver­folgung von Abgeordneten, .vay- rend der Ausschuß in zwölf Fällen die Ge- nebmigung verweigerte, beantragte er die Zulassung der Vorführung und

nehmen.

Bon nicht weniger großer Bedeuttmgist der zweite Saß in dem amtlichen Kommu­nique, wo erklärt wird, daß

in notwendigem Zusammen» ha«g hiermit die Eefamtkigui» dation der noch fchwebenden Fra­gen ans dem Weltkrieg herbeizu- fLhre« ist.

Das bedeutet praktisch, daß die deutsche Regierung den Poungplan nur anntmmt, wenn auf der schon erwähnten Staats» Mnnerkonferenz gleichzeitig eine polttW Sesamtreqelung aller schwebenden Fragen erfolgt. Wenn auch das amtliche Kommu­nique sich über die fragen, bte hier ge­meint find, nicht im einzelnen auslatzt so | steht es doch außer federn 3^1, daß hier in erster Linie die Frage der Rhein­landräumung gemeint ist.. Die Reichsre- oierung ist fich in Uebereinfttmmung mit der gesamten öffentlichen Meinung Deutschlands wohl bewußt, daß die Räu­mung v o r b e h a 11 l o s zu erfolgen hat Eewiffe Aeußerungen der französischen Preffe legen die Vermutung naqe, daß Frankreich versuchen wird, Vorbehalte zu machen. In dem Pariser .Journal z. B. wird ausgeführt, die Räumung des Nheinlandes könne nach dem Genfer Ab­kommen erst dann erfolgen wenn die Re­gelung der Reparattonsschulden gesichert und die Kontrolle der entmili­tarisierten Zone organisiert fei. Demgegebenüber ist darauf hiuiuwei- sen, daß in dem erwähnten Genfer Abkom­men. wie der Wortlaut ergibt, keine Rede davon ist, daß die dort erwähnten Punkte sReparationsregelung, Kontrollkommiston, Rheinlandräumungj in einem gegenseiti­gen Abhängigkeitsverhaltnis stehen. Die Franzosen haben immer be­hauptet, daß die Besatzung ein Pfand für die Revarationsverpflichtungen darstellte. Diese These ist zwar schon längst, minde­stens seit der Unterzeichnung der Dawe^ gesetze hinfällig geworden: aber fetzt, nach der Annahme des Young-Planes hat sie erst recht ihren Sinn verloren. Die Räumung des Rheinlandes mutz un­verzüglich erfolgen, und zwar auch ohne die höchst überflüssige Kontrolle.

Die hentiqe Aussprache

Reichsaußenminister, Dr. Strese- m a n n hatte am Freitag abend eine Be­sprechung mit den Führern der R-.gie- runasvarteien. in der die Dispositionen für' die am Sonnabend beginnende Aus­sprache zum Etat des auswärtigen Amtes feftgelegt wurden. Danach wird Reichs- finanzminister Dr. Hilferding das Wort nehmen zum Kriegslastenetat Hiernach ist beabsichtigt, zunächst die Vertreter der Opposition zum Wort kommen zu lasten Fm Anschluß daran wird Reichsaugen­minister Dr. Stresemann erwidern und gleichzeitig die notwendigen Ausfüh­rungen zu feinem Etat machen.

Sonnabend, ttn W. SMi MS

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Ereignisse ausfallend« «„«««« wird kein Ersatz go- Verlag v. Dr. §. Hiheroth. »nick der Unid.-Buchdruckerei v. LT Aua- Stock. Markt 21/23, Lsprecher-Nr.54.u.Rr.bb. «ostschcckkonto: Amt Frankfurt £ 5x. Rr. 5015. — Sprechzeit mc Redaktion von 10—11 und

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Anzeiger für (das frühere kurhessischej Oberheffen

Anzeiger der amtliche« Bekanntmachung«« für Stadt ««d Kreis Marburg