Einzelbild herunterladen
 

Sdtt 4

»ttWWJdtMt Marburg a. L. Mittwoch, den IS. Imri 1929

Marburger Stablzeilmg gunftog!

Don Herbert Böhme.

Nun hängt em Lachen m den Winden, Springt aus den Bergen, schüttelt Linden, Streut Blüten über Mesen her.

Der lange Tag wiegt sich in Träumen, Ber seinem Klange Bäche schäumen Und stürzen jauchzend nach dem Meer.

Dom Morgen bis zur Abendröte Singt eine silberhelle Flöte Sn meinem Herzen jubelschwer...

* Der Gießener romanische Lehr­stuhl. Wie verlautet, wird Prof. Dr. Gurt Glaser in Marburg den Ruf auf den Lehrstuhl der romanischen Philologie an der Universität Gießen als Nachfolger des Geh. Hofrats Dietrich Behrens zum 1. Oktober 1929 Folge leisten. Zum Ordinarius für alt« testamentliche Wissenschaft an der llniversttät Basel ist als Nachfolger des verstorbenen Profeffors B. Duhm der ordentliche Professor D. Dr. Walter Baumgartner von der llniversttät Gießen ernannt worden. Prof. Baumgartner, gebürtig aus Winterthur (Schweiz),hat erst vor einigen Tagen einen Ruf an die llniversttät Marburg als Nachfol­ger von Prof. G. Hölscher erhalten. Der Ge­lehrte gehörte bereits früher dem Lehrkörper der Marburger theologischen Fakultät an.

* Marburger Fe st spiele. Don heute ab wird in dieser Woche wieder täg­lich gespielt und zwar heute Mittwoch und Donnerstag, 17 Uhr,Wilhelm Teil". Freitag abend 20.30 Uhr findet die Erst- aufführung vonWas Ihr wollt" statt., am Sonnabend nachmittag 17 Uhr gelangt wiederTeil" zur Aufführung.

* Sonderzüge kommen nach Mar­burg. Am kommenden Sonntag wird bei schönem Wetter zu den Festspielen ein Son- derzug aus Erfurt, Gotha und Eisenach er­wartet, ferner aus Richtung Hersfeld ein Sonderzug mit etwa 500 Personen.

* Eine Schlägerei entstand' gestern nachmittag in der Kasseler Straße. Einer der Beteiligten erhielt so schwere Kopfverletzungen, daß er ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen mußte.

* Ans der Zielfahrt nach Baden-Baden. Heute vormittag 7.40 Uhr passierten zwei Adler-Favo- ritwagen Marburg, die sich auf einer Zielfahrt nach Baden-Baden befinden. Die Strecke beträgt ca. 3400 Kilometer und führt von Jockmork Polarkreis über Hülsingborg, Kopenhagen, Warnemünde, Üelzen, Kassel, Franffurt. Die beiden Wagen, die eine Durchschnittsgeschwindig­keit von 65 Kilometer fahren, tankten hier in Marburg im Automobilhaus Nahler und wurden von Herrn Nahler bis Gießen begleitet.

Noch kein Termin für die preußischen Kommunalw ah len. Wie wir erfahren, beruhen alle bisherigen Nach­richten über einen besttmmten Termin der Preußischen Kommunatwahlen nur auf Ver­mutung. Das Preußische Staatsministerium hat bislang überhaupt noch keinen Beschluß über die Terminfestsetzung des Wahltages gefaßt. Es muß erst Klarheit geschaffen sein über die kommunale Neugliederung des rheinisch-westfälischen Industriegebietes. Man hofft, daß der Eemeindeausschuß des Preußi­schen Landtages bis zum 22. Juni mit dem Gesetzentwurf über die kommunale Neugliede­rung fertig werden wird, sodaß sich der Land­tag noch vor den Sommerferien eventuell mit

dem Entwurf befassen kann. Wahrschein­licher ist es jedoch, daß die Beratungen dar­über erst nach den Sommerferien ausgenom­men werden. Ein Termin wird in absehbarer Zeit für die Kommunalwahlen seitens des Preußischen Staatsministettums weder fest­gesetzt noch bekannt gegeben werden.

* Verkehrsverbesserung. Der Autopart' auf dem hiesigen Bahnhofsplatz hat in den letzten Tagen eine Bereicherung dadurch erfahren, daß noch mehrere Mit­teltaxen (erkenntlich an der doppelten Borde) in den Verkehr eingestellt worden find. Die Benutzung solcher Fahrzeuge stellt sich wesentlich billiger als die der Eroßtaxen (3 Borden).

Geheimrat Hugenberg spricht in Marburg. Am Freitag, dem 21. Ium, 8 Uhr abends, spricht im Rahmen des Staatsbürgerlichen Amtes der Allge­meinen Marburger Studentenschaft Geheim, tat Hugenburg, erster Vorsitzender der Deutschnationalen Volkspattei, über das Thema10 Jahre Vergangenheit 58 Jahre Zukunft." In der Be­gleitung des Herrn Geheimrat Hugenberg befindet sich der Reichstagsabgeordnete Dr. Spahn. Lautsprecher werden dafür sor­gen, daß die Rede an allen Plätzen ver­standen wird.

* Wochenmarktpreise. Butter 150 bis 170, Käsematte 2025, Kochkäse 5070, Kartoffeln, alte 6, neue 2025 Blattgemüse 2530, Wirsing 3035, Spinat 2530, Zwie­beln 2025, Grüne Bohnen 70, Tomaten 90 bis 110, Rhabarber 1520, Aepfel 40Sq, Stachelbeeren 30, Hähnchen 100130, Hühner 70110, Spargel 70110, Kirschen 50 bis 60, Erbsen (Schoten) 4050 Pfg. das Pfd, Eier 1112, Große Handkäse 20, Handtaschen 7, Blumenkohl 50120 Grüner Salat 10 bis 20, Oberkohlrabi 1520, Salatgurken 50 bis 70, Rettich 2025, Kncchlauch 510, Lauch 1030, Tauben 6080 Pfg. das Dick., Karotten 2025, Radieschen 15 Pfg. das Bündel.

e Zum Tanzabend Sonja Re- v i d s. Die .»Deutsche Tageszei- tung" (1927) berichtet über Tanzspiele der bekanntesten Gymnastikschulen auf einer Ost­seeinsel:Die stärksten Eindrücke im allge­meinen hinterließen Kursarbeit und Vorfüh­rungen der Wigmann-Klassen unter Führung einer tanzbegabten jungen Russin, Sonja Re» vid, die sich auch durch musiklose Tänze aus» zeichnete und mit einem eigenen Tanzabend viel Beifall fand." Dr. K. Müller in derSaarbrücker Zeitung" (1927): Ein Wissen um den Tanz, um die Bahn, die sie selber zu durchlaufen hat, die Aus­schließlichkeit, mit der sie sich dem Tanz er­geben, die Hingabe an ihre Meisterin gibt Sonja Revid eine Haltung, die nur aus großer Persönlichkeit spricht. Man versteht darum, daß sie als Weib und Fremde (sw ist Russin von Geburt) den Einzeltanz, trotz ihrer Meisterin, für ihr Ziel hält. Hier kann sie ihre ganze Einsamkeit und Hingebung ent­fesseln. Die Schülerschaft zu Mary Wig- mann hat in ihr alles Große geweckt, sodaß keine Gefahr besteht, daß die sttenge Haf­tung an die Person eine Enge werde. Zwar ist Ihr Tanz grüblettsch, tiefsinnig, aber stößt immer durch bis in die oberste Fieber. Ihr Tanz ist oft groß, denn er ist bar jeder Rein­sten Phrase."Dred euer Anzei­ger" (1928):Sonja Revid, eine Russin, trat in der Komödie auf. Sie erschien, wie angeseigt, als Tänzerin, entpuppte sich aber auch als Verfasserin und Rezitatorin von Dichtungen. Als solche hatte sie nicht allein den Erfolg der Ueberraschung, sondern auch den einer eigenartigen künstlerischen Persön­lichkeit. Der weiche Klangrausch ihrer Sprache und die Wärme und Beseelung ihrer Worte erzielten tiefe Eindrücke. Als Tänzerin verriet Sonja Revid gute Schu­lung, die wohl zum größten Teil m Deutsch­

land erworben sein dürste. Die Bewegungs­studie zu Skrjabins Musik war eine achtung­gebietende Leistung. Hier wie auch m bat übrigen Tanzbildern erschien ihr Tempera­ment von kräftigem Willen gezügelt."

'DerSchwarzmeiersche Kinde t- chor am 8. und 9. Juli in Mar­burg. Der rühmlichst bekannte Schwarz, meierfche Kinderchor wird auf seiner dies­jährigen Sommerfahtt auch unserer Stadt einen Besuch abstatten und an zwei Aben­den im großen Stadtsaal viersttmnrtge Volkslieder Dortragen. Der Ehor kann auf eine mehr als 25jährige Tätigkeit zurück­blicken und hat mit großem Erfolg im In- und Ausland gesungen. Es liegen geradezu glänzende Besprechungen vor; überall wurde diese Smggemeinde bon Den Zuhörern gefeiert Der Chor trifft Mon- tag, den 8. Juli, mittags gegen 12 Ahr hier ein und wird vor dem Rathaus einige Begrühungschöre singen. GS sei schon jetzt auf die Veranstaltung hingewiesen.

Edt.

'Schutz der gefährdeten Raub- vogelarten. Wie der Amtliche Preu­ßische Pressedienst mitte ist, haben der Preußische Minister für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung und der Landwittschafts- minister auf Grund des Feld- und Forst­pol izeigesetzeS für den Umfang des preußi- scheu Staatsgebietes eine Anordnung ge­troffen. auf Grund deren es ver­boten ist, Belohnungen für den Abschuß oder Fang von Raub­vögeln auszusetzen, au-Szuzahlen oder in Empfang zu nehmen. Die Regierungsprä­sidenten sind ermächtigt worden, für den Bereich ihres Bezirks in besonderen Fällen Ausnahmen von den Verboten zuzu­lassen. Diese Ausnahmen sollen in der Regel nicht für mehr als ein Jahr, unbe­schadet der für Raubvögel bestehenden Schutzzeiten, gelten und können von der Erfüllung bestimmter Voraussetzungen, auch bei Bekanntgabe der Ausschreibungen abhängig gemacht werden.

* Eh e m. 136er. Das efjem. 4. Lochr. Inf.-Reg. 136 weiht am 4. August d. I. sein Ehrendenkmal für die im Weltkriege gefallenen Kameraden in Göttingen em. Das Regiment, das vor dem Kriege in Dieuze und Straßburg gestanden hat ge­hörte während des Krieges zu einer flie­genden Mvision und hat fast auf allen Kriegs)chauplätzen mit größter Auszeich­nung gefochten. Da sein Ersatz sich fast über ganz Deutschland erstreckt, so war es sehr schwiettg, die einzelnen Glieder wieder zu sammeln und die Mittel für ein Ehren­mal aufzubringen. Es wird darum jeder ehemalige 136er oder am Regiment Inter­esse habender aufgeforbert, zur Denkmals­weihe zu kommen oder ein Scherf lein zum Denkmalsfonds zu stiften. Näheres durch Major a. D. Conradi, Göttingen, (Bürger® straße 29. Zahlungen au fPostscheckkonto Conradi, 2dnt Hannover 61 241.

Deutsche Turrrerschast

Bezirksturnen in Goßfelden.

Die Anmeldungen zu dem Bezittsturnen in Goßfelden haben eine noch nie dagewesene Höhe erreicht. Nahezu 500 Anmeldungen liegen bereits vor und zwar erst von der Hälft« der Vereine, die dem Bezirk angehören. Es wird aus diesem Grund noch einmal darauf hin­gewiesen, daß die Anmeldungen sofort än den Vezirksturnwart Heberlein gesandt werden, bannt eine reibungslose Abwickelung ber Kampfe möglich ist. ®.

Sie önsc mm WWm Teil

(Wilhelm Tell in der Geschichte).

Die Tell-Festspiele auf der Schloßbühire bei unserem stolzen Marburger Schlosse sind als ein vaterländisches, als ein nationales Werk erster Ordnung zu begrüßen und verdienen im vollem Umfang die Teilnahme wie die be­wundernde Anerkennung, die man ihnen aus weitesten Kreisen entgegenbringt. Straff zu- sammengefaßt, künstlerisch vollendet, durch die stimmungsvolle Umgebung geweiht, wirkt das Schauspiel Schillers mit überwältigender Kraft. Gerade in unseren Tagen, wo so man­cher Kleinmut, so manche Gleichgültigkeit, so manche Abstumpfung in nationaler Hinsicht leider hervortritt, ist es ganz besonders wich­tig, daß der hochgemute Vaterlandssinn, bei denWilhelm Tell" beherrscht, seine reich­haltige, niemals versagende Wiftung, auch auf die Jugend, ausübe. Begeisterung ist die Grundlage des Gutem Das gilt hier!

Nun wird gesagt:Die Begebenheiten, die uns Schiller hier in klassisch-vollendeter Form vorführt, gehören ia gar nicht der Geschichte an, sondern sind Sage n. Wie steht es da­mit? So wird vielfach gefragt.

Darauf ist zu antworten, daß die Geschichte, wie jie Schiller uns in so meisterhafter Weise vorführt, an Ott und Stelle in der Schweiz uxn den Vierwaldstätter See herum so volks­tümlich und so eingewurzelt ist, daß sie als vollkommen zutreffend und vollbegründet er- int. In BLrglen wird die Stelle des Hau- Wilhelm Tells noch gezeigt. Eine Kavelle

gibt die Lage an und weist darauf hin, daß der Nationalheld zu Bürgten geboren und 1354 gestorben ist er soll bet der Rettung eines Kindes aus dem tosenden Schühebach eitrunlen sei. Noch zwei andere Tellskavellen gibt es: die eine da, wo Tell im Seesturm das Boot des Landvosts an den Felsen steuette ttnfc sich durch einen kühnen Sprung ans Ufer

rettete die anbere in derSohlen Gasse" zwischen Arth und Küßnacht, wo Tell den Landvogt erschoß. Auch die Rütliwiese ist vor­handen und gilt als Nationalbeiligtum. Denk­mäler Tells gibt es mehrere. Das bedeutendste und beste zu Altbott, wo Tell den Avfelschuß abgab. Ein Daum bezeichnet dott die Stelle, wo er den Meisterschuß tat, und hundert Schritt davon ein anderer Baum, wo sein Knabe unter einer Linde stand. Stauffacher, Walter Fürst, Freiherr von Attmghausen Eeßler von Brun­neck sind geschichtlich beglaubigte Persönlich­keiten. Dagegen ist eine Familie ,Tell" (Tüll" oderTello") in Uri urkundlich nicht zu ermitteln. Sie ist Sage.

Es gibt eine außerordentlich umfangreiche, vielfeittse, gründliche Forschunssltteratut über die sogenannte Tellsage, sowohl in der Schweiz wie anderwärts. Grundlegend find die wettvollen Arbeiten des Schweizer Ge­schichtsschreibers Kovv (1793 bis 1866), der die Unhaltbarkeit der Sage nachweist. Die geht im Wesentlichen auf Aegidius Tfchrck>i zurück (1505 bis 1572). Dieser Erzähler hn Rahmen ber Schweizer Bolkssagen hat, gestützt auf bk Sagen des 15. Jahrhunderts, durch geschickte Vettnüviung von Urkunden, mündlichen lieber« lieferungen und namentlich von freier dichteri­scher Erfindung dieSchweizevchronik' ge- schaffen, wie sie, halb Geschichte, halb Roman, in Bezug auf die Entstehung der Eidgenosien- schaft um die sagenhafte Persönlichreft Teils herum entstanden, berrfäjenb geblieben und Gemeingut geworden ist. Der Geschichtsschreiber Johannes von Müller (geb. 1752 $u Schaff­hausen (Schweiz), gest. 1809 zu Kassel), also ein unmittelbarer Zeitgenosse Schillers, über­nahm die Tellsage von Tschudi in sein Haupt- wettSchweizergeschichte", allerdings unter dem Vorbehalt ber Kritik an der geschichtlichen Zuverlässigkeit. Schiller schöpfte aus Tschubi und Müller zugleich, um, als gestaltenber Dich­ter selbstverständlich vollkommen frei, das wunderbare Wett zu formen, das mir heute in

Ehrfurcht auf uns mitten lasten. Schiller vollendete denTell" 1804, ein Jahr vor seinem Tode. Er ist sein letztes fettiges Drama geworden. Wenn man bebentt, daß Schiller die Schweiz nie gesehen hat, und die ungeheuere Wucht der Handlung in ihrer gan­zen sittlichen Größe betrachtet, so kommt man zmn Schlüsse, daß derTell" der nationalen Schwungkraft in Gedanken und Geschehen Schillers meisterlichstes Werk ist. In ber Tat übertraf die Wirkung des ,,Tcll", namentlich unter dem Eindruck ber Erhebungszett des ge­drückten Deutschlands gegen bas fremde Joch 1813, alle anderen dramatischen Dichtungen Schillers. Er hat seine Frische bis auf die beutioe Stunde ungeschmälert erhalten und wird nicht verblasten, solange noch ein Ge­fühl für Erhabenheit und sittliche Größe, für Vaterland und Mannesmut lebt.

Hterm kann die längst erwiesene Tatsache nichts ändern, daß sich die Gründung der Eib- senostenschaft und die Brechung des öster­reichischen Jahres ganz anders vollzogen hat, als es das Drama Schillers darstellt. In Wirk­lichkeit bat Kaiser Heinrich VII. von Luxem­burg die drei Uriantone Uri, Schwyz Unter­walden 1309 für reichsftei erklärt. Als nun Leopold von Oesterreich sie unterwarfen und sich die große Alvensttaße über den St. Gotthard sichern wollte, erneuerten die Waldstädten ihren 1291 geschlossenen Bund aufewige Zei­ten" und schlugen das Ritterheer vernichtend bei Morgarten (15. 11. 1315), worauf sie zu Brünn denEwigen Bund" erneuerten. Um diese Tatsache ist dieTellsage" gewoben wor­den, glaubhaft e.usgeschmiickt und menschlich verständlich. Sie ist auf diese WeiseGe­schichte" geworden.. Lasten wir sie als solche bestehen!

Darum, liebe Marburger und alle anderen, nehmt di- köstliche Gelegenheit wahr, besucht in : unsere Tellstiele und lastet ihren tK-Tf-n v ,.:b?r auf Euch wirken! B K.

______________________________«k 141

Filmschau

Capital. Seit gestern wird im Eapjj, ein recht unterhaltsames Doppelprograwl geboten. ,Mas kostet Liebe" ist k ' Geschichte eines jungen Mannes, der pH lich von einem reichen Erbonkel aboptiej wird und dafür alle seine alten Freui^ nicht mehr kennen soll. Er hält aber st ' an der Liebe zu einer Tänzerin, die ( schließlich dann auch heiraten darf. $ Handlung spielt in Paris. Die Rollen firt s durchweg gut besetzt, alles in allem ej Film von Qualität. Der zweite Fji, ,^Der Jüngling aus der Ko» f e k t i o n" ist eine recht amüsante An«d legenheü, über die man wirklich lach» kann. s,

Tagesanzeiger.

Mittwoch, den 19. Juni.

Vergnügungsanzeiger.

Schloß-Eafe, Marburg: Ab 16 Ahr: Tai» Dee, 20 Uhr: Großes Mililärkonze, unter Leitung des Musikmeisters Grv^ anschließend Promenaden-Tänzchen.

Marburger Festspiele 1929: 17 Uhr Schloßparktheater:Wilhelm Tell".

Eafe Markees, Reitgasse: Ab 16 und z Ahr: Konzert.

Cafe Detter, Reitgasse: 20 Ahr: Künstler Konzert.

Stadtteller: Ab 20 Ahr: Künstlerkonzen Capitol, Biegensttahe: Ab 20.15 Uh, Was kostet Liebe?" undDer Iünglst aus der Konfeftion".

Lichtspiele, Bahnhofstraße: 20.15 Ahr Die berühmte Frau".

Versammlunzen, Vorträge nsw.

Hersfelder Klosterschüler: 20 Ahr im Sy tel Freidhos Zusammenkunft.

Volkshochschule: Dr. Freudenstein:W staatenbildenden Tieren"; Schlußvortta mit Filmvorführung im großen Hörsai des Zoologischen Instituts.

Donnerstag, den 2 0. Juni.

Marburger Festspiele 1929: 17 Ahr in Schloßparktheater:Wilhelm Tell".

Letzte MrMmtsmMungerl

r. Frankfurt, 19. Juni. Zur heutige, - - Börse lagen Anregungen nicht vor. Da! I Geschäft ist sehr flau, da die Spekulation ab wartend ist. Die Kurse liegen auf dem Ni veau der gestrigen Abendbörse. Farbw industrie 255, Siemens 399,50.

r. Frankfurt, 19. Juni. Am Pro- >-n- duttenmartt ist die Grundsttmmung insvig, der erhöhten Auslandsforderungen freun» lich. Das Geschäft ist aber sehr kiest L da die Spekulation Zurückhaltung bewahrt

r. Berlin, 19. Juni. Die Forderung« für Auslandsweizen sind erhöht. Das An­gebot an Brotgetreide, das vom Inland sehr knapp an geboten wird, sind die Preise erhöh!. Am Lieserungsmattt ist Weizen 111/2 Wat und Roggen 1/2 Mark höher gesprochen.

.MHngn mrä dem Lefeekrch

Wo bleibt der Sprengwagen?

Die Anwohner ber Lothrinserstraße bit­ten ben Magistrat dafür Sorge zu tragen, bei ber Sprengwagen auch bie Lothringer- k straße befährt. Den Staub kann man tat­sächlich nach Zentimetern messen und es ist ein unerträglicher Zustand, wenn bann bei biefen Straßenverhältnissen Aut« fahren.

Auch am oberen Rotenberg ist die Staubplage unerträglich. 2tugen< blicklich herrscht dott infolge Bautätigkeit reger Fährverkehr, ber die Staubmassen auf* wirbelt. In der engen Schlucht halten sich die Staubwolken, verbunden mit den Benzin' dämpfen der Autos minutenlang, ehe sie sich verziehen, sodaß eine Pasage der Schlucht gesundheitliche Schädigungen mit sich bringt

Die Friedhofskapttle.

So oft man die Friebhofskapelle betritt, muß man leider feststellen, daß sie sich schor seit Jahren in einem ganz unwürdigen Z» stand befindet. Es mutz Pfticht der Be> sitzerin ist es die Kirche oder die Stadt - sein, endlich dem Innern der Kapelle ein neues Gewand zu geben. Am 17. d. Mts. hatte die Kapelle viele Leidtragende aufz* nehmen, zumeist Frauen, von denen eis großer Teil gezwungen war, während ber Amtshandlung des Geistlichen zu stehiA weil die wenigen, vorhandenen Stühle nicht ausreichten. Auch das ist zu rügen. Mrt geringen Mitteln könnte hier Abhilfe ge* schaffen werden dadurch, daß an den £än$* wänden in ihrer ganzen Ausdehnung et* fache Bänke Aufstellung fänden. Wemi mos das Einsehen bekommt, daß es der Zweck bet Kapelle erheischt, sie in einen würdigen Z* stand zu bringen und genügend Sitzgelege* heil zu schaffen, dann sollte man gleich mit dafür Sorge tragen, daß sie für den Wintü heizbar gemacht wird. Der eine vo* handene Ofen kamt einen fühlbaren Tempe« raturunterschied zwischen Innen und Außer nicht erzeugen. Tivis.

Gottesdienst.

Mittwoch, 19. 3uiri * Reformierte Gemeinde. Heute afieu® 8.30 Ahr: Abendandacht, Pfarrer S*> Ritter.