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MMg, Hfl 17. Sm» 1929

DK ^Oberhessische Zeitung" rr- ftfeelnt sechsmal wöchentlich. Se Mspreis monatlich 2.10 GM.auS. schließ!. Zustellungsgebühr, durch hkPost2-3S EM.Für etwa infolge Streiks, Maschinendefekt« oder elementarer Lretgnisie ausfallende Anomien, wird kein Ersah ge­leistet. Verlag v. Dr. §. Hitzeroth. Druck der Unib.-Buchdruckerei b. Ioh. Aug. Koch, Markt 21/28, Fernsprecher: Rr. 54. u. Nr. 55. Postscheckkonto: Amt Frankfurt a. M. Rr. 5015. — Sprechzeit bet Redaktion von 10—11 und

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Anzeiger für sdns frLhere knrheMche) Oberhessen

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Zn einer kurzen Ansprache dankte hier­auf der Ratspräsident der spanischen Re­gierung für die gewährte Gastfreundschaft und erklärte die 55. Ratstagung für ge­schlossen.

Stresema«« m Audienz beim König von Spanien.

Madrid, 15.Juni.(TA.) DerReichs- auhenminister und Frau Stresemann sind in Begleitung des deutschen Botschafters in Madrid Sonnabend vormittag von dem König in Privataudienz empfangen worden.

Die deutsche Abordnung reist am heuti­gen Sonnabend Abend von Madrid ab. Dr. Stresemann wird voraussichtlich mit Pressechef Z e ch l i n einige Stunden in Barcelona die Weltausstellung besichtigen. Staatssekretär von Schubert wird am Sonntag die Ibero-amerikanische Aus­stellung in Sevilla besuchen.

Madrid, 15. Zum. Gegen 13.30 Ahr trat der Rat zu seiner Schlußsitzung zusam­men, in der Adatschi den aufgrund der heutigen bis zur letzten Stunde fortgesetz­ten Bemühungen um eine Einigung ent­standenen Bericht verlas. Zn dem Le- richt wird festgestellt, daß die beiden Re­gierungen sich" dahin geeinigt haben, in kürzester Frist direkte Verhandlungen zur Regelung der Angelegenheit unter dem Vorsitz von Adatschi aufzunehmen. Dieser ist berechtigt, den Effektivvorsitz bei den Verhandlungen einer ihm geeignet erschei­nenden Persönlichkeit zu übertragen. Es wird die bestimmte Hoffnung ausge­sprochen. daß die Verhandlungen mit oer größten Beschleunigung geführt werden. Die beiden Regierungen sollen den Rats­präsidenten rechtzeitig über den Ausgang der Verhandlungen und die ergriffenen Maßnahmen unterrichten, damit er in der nächsten Ratstagung im September dar­über berichten kann.

Der Bericht verwerft aus einer Rote der polnischen Regierung vom 5. Zuni 1929 die Erklärung, daß die polnische Regierung in den Fällen, in denen nachgewiesen wor­den sei, daß die betroffenen Personen An­spruch auf die polnische Staatsangehörig­keit hatten, die Aufhebung der Li­quidation der Güte» anzuordnen habe und daß, wenn sich bei der schwe­benden Nachprüfung der Staatsangehörig­keitsverhältnisse einiger der Liquidation unterworfener Personen ergeben sollte, daß sie Anspruch auf die polnische Staatsange­hörigkeit besitzen, die polnische Regierung ihnen gegenüber analoge Maßnahmen treffen würde. Die Aufhebung der Li­quidation würde nach Mitteilung des pol- uischen Dertteters an den Berichterstatter grundsätzlich die Rückgabe der liquidierten Güter an ihre früheren Eigentümer bedeu­ten. Zn den Fällen, in denen die Rück­gabe auf prakttsche Schwierigkeiten ftößt, soll sie durch die Zahlung einer angemesse­nen Entschädigung ersetzt werden. Die deutsche Regierung behält sich Appell an das Haager Schiedsgericht vor.

Reichsminister $>r. Stresemann dankte dem Ratspräsideitten für seine Be­mühungen als Berichterstatter um das^ Zu­standekommen dieser Verständigung, die zu der Hoffnung berechttge, daß in dieser Frage eine Lösung gesunden werde. Hier­auf ging Dr. Sttesemann auf die gestrigen Erklärungen des polnischen Außenministers Zaleski ein, der den Oppelner Zwi­schenfall in die Debatte über die polnische Liquidationspolik hineingezogen hatte. Er stellte fest, daß dieser Zwischenfall mit der aus der Tagesordnung stehenden Frage n i ch t s z u tun habe und bedauerte, daß der polnische Vertteter diese Angelegenheit nicht nur vor den Rat, sondern auchinFormvvn Interviews vor das Forum eines gastgebenden Landes gebracht habe. Die Angelegenheit fei dem Völkerbund unter­breitet und werde im September vom Rat verhandelt werden. Er habe gegen den von allen Staaten anerkannten Grundsatz, in ein schwebendes Verfahren eingegriffen, indem er seine eigene "Auffassung vorttug. Das nötige ihn zu einer Entgegnung. Dr. etrefemann verwies auf die energischen Maßnahmen, die die zuständige preußische Regierung sofort gegen die Schuldigen er­griffen habe und stellte zusammenfassend fest, daß ein Staat, der selbstverständlich nicht für das Verhaften jedes einzelnen seiner Angehörigen verantwottlich sei, nicht mehr tun könne. Gegen die Loyalität der deutschen Regierung könne nicht der ge­ringste Vorwurf erhoben werden. Wenn von einer Trübung und Störung der Be­ziehungen zwischen den b^fden benach- barten Völkern gesprochen werde, so fei

dies nicht auf den bedauerlichen Zwischen­fall selbst,'sondern auf seine

systematische fortdauernde Ausnutzung zu Propagandazwecke« bis in die Ma­drider Ratstagung hinein

zurückzuführen. Solche Vorgänge wie in Oppeln seien nicht zu verhindern. Sie würden aber sehr viel weniger Wirkung ausüben, wenn man es unterließe, sie zum Gegenstand polittscher Agitation zu machen.

Der polnische Außenminister Zaleski sttmmte dem Bericht ebensalls zu und gab dabei in einer kurzen gemäßigten Er­klärung die Versicherung ab, daß er bereit sei, int Geiste der Versöhnlichkeit mit dem deutschen Ratsmitglied alle zwischen den beiden Ländern bestehenden Streitfragen zu erörtern, um durch eine gegenseitige Verständigung die Beziehungen zu regeln und die Schwierigkeiten zu beheben.

S t u h m, 16. Zuni. Der bekannte Weltrekord-Flieger «n Segelflug Ferdi­nand Schultz stürzte mit seinem Beglei­ter K a i s e r über Stuhn tödlich ab. Rach der Einweihung eines Kriegerdenkmals umkreiste Schultz mit seinem Segelsport- flugzcug „Marienburg" das Denkmal in beträchtlicher Höhe. Plötzlich lösten sich die Tragflächen des Flugzeuges und der Flug­zeugrumpf stürzte vor weheren tausend Zuschauer in die Tiefe. Die eine Tragfläche stürzte ins Wasser, die andere fiel über den Häusern der Stadt herunter und konnte bisher noch nicht gefunden werden. Die Insassen des Flugzeuges waren sofort tot, und gräßlich verstümmelt. Unter den Klängen der vor dem Denkmal spielenden Reichswehrkapelle wurden die Toten in die Leichenhalle überführt.

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Tödlicher Absturz der Fallschirmpilotin Ellq Tutzmar.

Thur, 16. Ium. Die bekannte Fall- schirmpilottn Elly Tutzmar aus Mün­chen ist heute hier bei einem Absprung aus einem Flugzeug mit dem Fallschirm

Rmöomilö übernimmt tag Wert

London, 16. Juni. Zn den „Sundah Times" veröffentlicht Premierminister Macdonald einen Aufsatz über die Minderheitenpolitik, in dem es u. a. heißt:

„Wenn nicht eine Lösung des Minder­heitenproblems im Geist gegenseitiger Ach­tung und gegenseitiger Zugeständnisse er­folgt, so wird es

ernste Schwierigkeiten in Enropa geben. Die siegreichen Staaten haben kei­nen Versuch unternommen, die Balkanstaa- - ten entsprechend ihren Rassen abzugrenzen, da Präsident Wilson den Grundsatz oes SelbstbesttmmungsrechteS nur auf die besiegten Staaten anwandte. Sv ist z. B. Mazedonien in einem Zustand der Gärung geblieben. Auch Fälle-wie die des Elsaß und des Saar­gebietes dürfen bei einer Betrachtung des Minderheitenproblems nicht unberück- stchtigt bleiben. Für em demokratisches

in den Rhein gestürzt. Fräulein Tutzmar war der Einladung zur Teilnahme an dem heute hier von der Aero-Eesellschaft ver­anstalteten Flugtag gefolgt. Der erste Ab­sprung, den sie vornahm, glückte. Sie wurde allerdings von dem starken Wind weit abgttieben, so daß sie erst 1000 Meter vom Flugplatz entfernt auf einer Wiese zur Erde kam. Ihr zweiter Absprung, den sie mehrere Stunden später ausführte, hatte einen unglücklichen Ausgang. Der Wind trieb Fräulein Tutzmar gegen Westen ab und in den Rhein, von dessen Fluten sie fortgerissen wurde. Die Leiche konnte bis jetzt nicht geborgen werden.

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Flugzeugabsturz in Dessau.

Dessau, 16. Juni. Bei einem Schulungsfluge stürzte Sonntag mittag das Flugzeug D 1645, ein Hochdecker, mit zwei Personen am Rande des Junkerflug­platzes ab. Es geriet beim Tiefergehen mit dem Fahrgestell in die Telefonleitung der den Flugplatz abgrenzenden Chaussee, überschlug sich mehrfach und wurde zer­trümmert. Der Pilot W i e I e r kam mtt geringen Verletzungen davon, während der Passagier, der 15 jährige Schlosserlehr­ling Hans Peters mit schweren Ver­letzungen ins Krankenhaus gebracht wer­den mutzte.

Regierungsshstem sollte es keine Anter- schiebe im Genuß der bürgerlichen Rechte geben. Sprachliche und religiöse Unter» schiede sollten bei Gesetzgebung, Verwal­tung und Unterricht geachtet werden. Wo Minderheiten zu staatlichen Einheiten zu- sammengefchkossen werden können, sollten Selbstverwaltung gewähtt werden. Miß­brauch dieser Vorrechte kann nur durch Geduld und durch zweckmäßige Anterwei- snng entmutigt werden.

Die Friedensverträge haben Italien eine große deutsche und slawische Bevölkerung gegeben, die Italien durch jede mögliche Att der Anterdrückung zu italianisieren sucht. Angesichts der Amstände, unter, denen diese Gebiete ihren Staaten zu- geteilt wurden und angesichts der Tatsache, daß die« infolge eines Sieges geschah, für den wir alle gezahlt und gelitten haben, sollten Minderheiten wie diese Zuttitt zum Völkerbund als einer letzten DersohnungS-

(Fortsetzung sieh« Seite L)

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Paris, 16. Juni. Zur Ueberleitung vom Dawes- zum Yormgplan wird ein Ausschuh gebildet werde». Man rechnet mit seinem Zusammentritt frühestens in der zweiten Julihälfte. Der Organi­sationsausschuß für die Internationale Bank dürfte etwa gegen den 25. Juli zu­sammentreten. Die Wahl des Bankfitzes unterliegt der Entscheidungen der Re­gierungen. Frankkreich und Belgien wür­den Brüssel oorziehen, die Deutschen for­dern Amsterdam, die Engländer London, während die Amerikaner sich für Basel aussprechen. Die technische Konferenz wird etwa 14 Tage dauer». Rach Aufstellung eines vollständigen Entwurfes kömtte dann die Deplomatenkonferenz beginnen. Die Regierungsführer werden sich, wie u. a. auch der halbamtliche „Excelfior" an­nimmt, wahrscheinlich für Baden-Baden nach dem 15. August zur Bildung und end­gültigen Annahme des Youngplanes ver­sammeln und sein Inkrafttreten, ferner den Banksitz und verschiedene andere Fra­gen, wie die Befugnisie der technische« Ausschüsse festsetzen. Wenn im ttaufe der zweiten Auqusthiflfte die Einigung erfolgt, wird die Bank für Internationale Zah­lungen am ersten September ihre Arbei­ten aufnehmen können. Die zur Völker­bundstagung anwesenden Auhenminister «erden dann die der Nheinlandräumung geltende» Fragen zu löse» haben.

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Die SeuWüntiriMlen m rritatfwsk

Wie die deutschnationale Presis meldet, hat der Vorstand der Deutschnationalen Volkspartei im Einvernehmen mit der ge­samten Reichstagsfrattio« am Samstag einstimmig beschlosien, den Weg für ein Volksbegehren gegen den Pariser Plan freizumache«.

Berlin, 15. Juni. Der deutsch­nationale Parteivorstand «ahm nach Ausführungen von Hngenberg und Qua atz eine längere Entschlietzung an, in der die Ablehnung des Pariser Sachverständigenplans «. a. damit begrün­det wird, datz wir schon fetzt Tributleistun­gen und Einfuhr fremder Lebensmittel aus geborgtem Geld bezahlten und datz die Wetterführung der Schuldenpolitik eine Gefährdung der Währung und völlige Preisgabe unserer wirtschaftlichen und politischen Zukunft bedeute. Auch würde die völlige Zerstörung des deutschen Kre­dites und Ansehens im Auslande sowie die zunehmende Verwirrung unseres innerdeutschen Lebens die Folge der An­nahme sein.

Weiter wurde gegen die Stimme des Reichstagsabgeordneten Hartwig ein An­trag angenommen, wonach es die Pflicht des Parteivorstandes und seines Vorsitzen­den ist, entscheidend die Richtlinien der Varteipolitik, insbesondere die Frage der Regierungsbetsiligung, zu bestimmen.

MGensmlWode MÄ smbmlfen

Berlin, 15. Juni. Die preußische Seneral- sonode ist nunmehr endgültig ans den 22. Juni z« einer außerordentlichen Tagung nach Berlin einberufen worden, am zu der durch die Unterzeichnung des Konkordates neu ge- schaflenen Lage Stellung zu nehmen. Diese Einberufung erfolgt in Uebereinstimmung mit dem Beschlug des Kirchensenates, da dem preußischen Staatsrat einseitig der Vertrag mit der Kurie zngeleitet worden ist, während die Staatsresierung über die Vorlage eines evangelischen Staatsvertrages noch keinerlei Fühlung mit den evangelischen Kirchen auf, genommen hat.