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Et» E«s tot SeWMarMkÄen EkvressWMMk - -euM WchelMM lieber eine gestern nachmittag abzehal- tene Vollsitzung der Reparationskonferenz,
die drei Viertelstunden gedauert hat, ist der folgende Bericht ausgegeben worden: *3” der Vollsitzung des Sachverständigen- ausschusies ist heute nachmittag eine Ueber- einstimmung über alle wesentlichen Punkte erzielt worden. Der Ausschuß wird sich nunmehr dem beschleunigten Abschluß des Berichtes zuwenden, in der Erwartung, daß dieser Bericht vor Ende dieser Woche zur Unterzeichnung fertig ist." Wie verlautet, wird die weitere Vorbereitung des Berichts in dem Nedaktionsausfchuß erfolgen, befielt Vorsitzender der erste englische Delegierte, Sie Josiah Stamp, ist.
lieber die am Dienstag vormittag unter beit alliierten Sachverständigen in der belgischen Markfrage erfolgte Einigung glaubt der „Ternps" folgende haltamtliche Darstellung geben zu können. Die alliierten Sachverständigen haben anerkannt, daß die deutsch-belgischen Verhandlungen, die nunmehr eingeleitet wurden, notwendigerweise eine gewisse Zeit in Anspruch nehmen werden und datz andererseits die Unterzeichnung und Veröffentlichung des Schlutzberichtes, der dem Vorsitzenden zu übersenden ist, nicht weiter hingezogen werden kann.
Infolgedessen wurde beschlossen, spätestens am Freitag die gemeinsame Unterschrift des Berichtes unter folgenden Bedingungen vorzunehmen, die im Laufe des Vormittags vom Vorsitzenden Owen Young Dr. Schacht überreicht worden sind nud die, wie der „Temps" annimmt, kaum noch Schwierigkeiten Hervorrufen werden:
1-Die belgische Sachverständigsn-Gruppe erhält die Zusicherung, datz die Besprechung mit Deutschland über die Entschädigung für die Besatzungsmark unverzüglich beginnen werden, d. h. sobald Ministerialdirektor Ritter in der Lage sein wird, Berlin zu verlassen. Die Verhandlungen werden wahrscheinlich in Brüssel stattfinden.
2. Die Frage einer Eebietsände- rung darf während der Besprechung nicht angeschnitten werden.
3. Vegien wird dieselbe Garantie erhalten, wie ihm eine vorhergehende Unterschrift ein Abkommen in der Markfrage gewährt hat, d. h. Belgien soll bezüglich der von ihm geforderten finanziellen Genugtuung insofern Sicherheit erhalten, als der Dawesplan über den 1. September hinaus in Kraft bleiben wird, wenn eine deutsch-belgische Einigung bis zu diesem Termin nicht erzielt ist.
SvvvWon «erbeten
Berlin, 4. Juni. Im Auswärtigen Ausschuß des Reichstages gab neichsfinanzminister Dr. Hilferding einen leberblick über die historische Entwicklung der Arbeiten des Pariser Sachver- tändigenausschusses. Reichskanzler Müler ergänzte diese Ausführungen in poli- nicher Hinsicht und gab von einer Mit- teilung Kenntnis, in der sämtliche deutsche Sachverständige der Pariser Konferenz das, dringende Ersuchen aussprachen, daß inner- politische Auseinandersetzungen bis nach Beendigung der Konferenz vertagt werden müßten. Die Sachverständigen würden lediglich ihrem Gewissen und ihrem freien Ermessen folgen und die Verantwortung für
ihre Entscheidungen ohne Rücksicht auf äußere Einflüsse übernehmen.
Die deutsche Regierung bleibe bezüglich der Annahme ober Ablehnung der Pariser Abmachung völlig frei.
Daher bat der Reichskanzler, zur Zeit von einer materiellen Erörterung abzu- fehen. Abg. Scholz (D. Vpt.) beantragte pon einer materiellen Diskussion abzu- sehen. Der Ausschuß beschloß int Sinne des Antrages.
Bach einer Geschäftsordnungsdebatte, in der die Regierungsparteien a b gelehnt hatten, die deutsch nationale R e p a r a t i o u s i n t e r p e l l a- tion zum Gegenstand der Debatte zu machen und Befchlüffe über
Zur Pariser Vereinbarung sagt „Times" in einem Leitartikel: Wie umständlich auch der Weg war, das Ziel ist erreicht, und das ist letzten Endes das Einzige, worauf es ankommt. Gegenwärtig läßt sich
noch nicht voranssehen, wie das Abkommen sich im einzelnen bewähren wird.
Aber es ist genug über seine Hauptzüge bekannt, um den Beweis führen zu können, daß die Sachverständigen ihre schwierige Aufgabe erfolgreich gelöst haben.
„M o r n i n g P o st" sagt in einem Leitartikel: Die Sachverständigenkonferenz hat so lange gearbeitet und ist durch so viel Krisen gegangen, datz die ganze Welt bei der Nachricht von der glatten Beendigung ihrer Ausgaben aufatmet. Der deutsche Delegierte ist sicher unglücklich darüber, datz er sich bereit erklärt hat, soviel zu bezahlen, und die Gläubiger sind zweifellos unglücklich, weil sie nicht mehr erhalten können. Aber letzten Endes ist es befriedigend, datz feste und regelmäßige Zahlungen gesichert sind. Was die Vereinigten Staaten Betrifft, so können sie es sich leisten, zufrieden zu sein, da die Gläubiger Deutschlands ihre Schuldner sind.
Der Außenpolitiker des „Matin" veröffentlicht bereits heute eine Art Epilog zu den Arbeiten des Sachverständigenausschusses. Er schreibt, die Sachverständigen hätten unter ungeheuren Schwierigkeiten ihre Pflicht getan.
Jetzt müßten die Regierungen mtb Parlamente auch ihre Pflicht tun.
Sie würden daran denken müssen, daß das, was geschehen sei, unter zwei Gesichtspunkten betrachtet werden müsse.
Wenn man auf die Vergangenheit zu- ruckblicke, dann handele es sich um die direkte Fortsetzung der geschichtlichen Unterredung von Th-iry.
Damals hätten sich Briand und 61 r e f e mann über die Gesamtleistung verständigt und eine Teilmobilisierung des Dawes-Planes ins Auge gefaßt. Zwei Jahre seien notwendig gewesen, damit der Markt und die öffentliche Meinung in Amerika sich zu einer Operation herbeilietzen.
Aber dank dieser Frist habe dis Operation großes Ausmaß angenom- uren, denn man mobilisiert jetzt die gesamten eigentlichen
das Ergebnis der Pariser Expertenkonferenz zu fassen,
verließen die deutschnationalen Aus- schußmitglieder geschlossen bett Saal, was sie in einer Fraktionserklärung noch bestätigten.
Der Reichstag wird, wie das Nachrichtenbüro des VDZ. weiter hört, nicht erst im September, sondern voraus- ichtlich schon am 15. August zusammentreten, weil bis zum 1. September die gesetzliche Regelung vorgenommen werden soll, die sich aus dem Ergebnis der _ eifer Reparationskonferenz ergibt, 'm Zusammenhang damit soll auch das Arbeitslosenversicherungsproblem geregelt werden.
Neparationsschulbe«, ab
züglich bet Kompensationszahlungen für bis interalliierten Schulben.
Wenn man in die Zukunft blickt, kann man sagen, daß man, vorbehaltlich der Zustimmung der Regierungen und Parlamente, den ersten Akt der Genfer Entschließung der Regierungen vom September durchgeführt hat. Das Reparationsproblem habe seine endgültige Lösung erfahren. Verhandlungen über die Rheinlandräumung könnten und müßten jetzt in vollem guten Glauben zwischen den interessierten Länden eingeleitet werden.
Danktelegramm Hoovers »ud Stimsous
, au Owen D. Young.
fk. Washington, 5. Juni. Präsident Hoover und Staatssekretär Stirn- s o n haben an Owen D. Young und seinen amerikanischen Kollegen bei den Sachverständigenberatungen in Paris ein Telegramm gerichtet, in dem sie die herzlichsten Glückwünsche zur Erzielung einer Lösung des Reparationsproblems aussprechen, die zur Stabilisierung der Weltwirtschaft und zur Wie- derherstellung des Vertrauens (?) zwischen den Völkern in gewaltigem Matze beigetragen haben.
Eintreffen der deutschen Delegation in Madrid.
Madrid, .4. Juni. Staatssekretär von Schubert ist heute abend mit dem fahrplanmäßigen Pariser Schnellzuge pünktlich 8 Uhr 35 in Madrid angekom- men. Mit ihm eingetroffen sind Ministerialdirektor Gaus, Gesandter Frey- t a g, Geheimrat Freiherr von Weizsäcker und einige andere der deutschen Delegation zugeteilte Beamte. Das spanische Ratsmitglied, Botschafter Quino- nes de Leon, hatte sich mit verschiedenen leitenden Beamten des spanischen Außenamtes zur Begrüßung am Bahnhof eingefunden. Der deutsche Botschafter, Graf W e l c z e ck, war der deutschen Delegation bis Toledo entgegengefahren.
Schnee i« J««i i« Amerika.
Newyork, 4. Juni. Der gestrige Tag war der kälteste I u n i t a g, der seit Bestehen des Wetterbüros verzeichnet worden ist. In der Umgebung Bostons, wo noch vor drei Tagen mehrere Personen an H i tz s ch l a g starben, ist gestern Schnee gefallen. Verschiedene Land- distrikte melden Frost.
Was Nil? MalhonM?
Maedonald Hal einer Mitarbeiterin des „Petit P a r i s i e n" ein Interview gewährt, das Ausblicke auf die Künftige englische Politik unter der Regierung der Arbeiterpartei gibt. Maedonald betonte, daß die Arbeiterpartei
eine praktische Akrüstungs- und Friedenspolitik
nachdrücklich verfolgen werde. Hinsichtlich des Zusammenarbeitens der Nationen erklärte Maedonald: Es handelt sich nicht um Ententen oder um Bündnisse. Die Arbeiterpartei will eine ganz neue Aera europäischer Zusammenarbeit einleiten. Es soll keine Rivalitäten, keine Geheimdiplomatie mehr geben, keine Verträge zugunsten eines Landes oder gegen ein Land. Das alles muß verschwinden.
Das ist es, was man im Verhältnis bet Völker zueinander braucht: Lust.
Licht und guten Willen.
Auf die Frage: „Glauben Sie, daß die Vereinbarung, die in Paris bevorsteht, die Frage der Reparationen und der interalliierten Schulden endgültig regeln wird?", antwortete Maedonald: „Man darf nicht zwei cerschiedene Probleme verwechseln. Die Reparationen und die Schulden sind nicht dasselbe." Bei der Prüfung der letzten Frage würden die Vereinigten Staaten viel zu sagen haben
Die Diskussion müsse auf neuer Grundlage wieder ausgenommen werden.
In der Frage der Schulden, wie in ber Frage der Abrüstung beabsichtige die Arbeiterpartei, sich unverzüglich mit H o o - v e r in Verbindung zu setzen und in enger Fühlungnahme mit diesem zusam- menguarbeiten.
Ganz im Gegensatz zu diesem Interview erklärte Maedonald am Montag dem Londoner Korrespondenten des „Vorwärts":
„Es ist immer an der Zeit, etwas zu tun und die Dinge vorwärts zu treiben. Wenn wir morgen an die Macht kommen, werden wir am nächsten Tage mit der Sondierung der Situation und der Ausstreckung von Fühlern beginnen.”
Maedonald wandte sich aber gegen den Versuch, chn aus bestimmte Aktionen und Formeln sestiegen zu wollen.
„Die richtige Methode ist, mit Gesprächen mit Staatsmännern und Diplomaten zu beginnen und diese internationale Aussprache ständig in Fluß und Bewegung zu halten, um zu verhindern, daß eine Stagnation wie die gegenwärtige em- tritt.“
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Wann fomrnt wirksame Mr ?
Die landwirtschaftlichen Organisationen an Reichsernährungsminister Dr. Dietrich.
Die Führer der landwirtschaftlichen Spitzenorganisationen haben gestern an Ben Reichsernährungsminister Dr. Dietrich ein Schreiben gerichtet, in dem es heißt:
Am 20. März haben wir der Reichsregierung Vorschläge für eine Aeberwin»- dung der gegenwärtigen Agrarkrise unterbreitet. Seitdem sind über zwei Monate verflossen, ohne daß die Reichsregierung etwas über das Ergebnis der uns in Aussicht gestellten Prüfung unserer Vorschläge hat verlauten lassen. Inzwischen habe sich die Lage außerordentlich verschärft. Das Schreiben schließt mit der dringenden Bitte an den Minister, durch eine entschlossene Initiative noch v o r der neuen Ernte, die in unmittelbare Rähe gerückte Gefahr
Katallrovbe abzuwenden.
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