Einzelbild herunterladen
 

bechMsche

ZMmd

MardVNr

DwesaWiM

Sir.lA 64.3o6r£ Marburg n. Loba

sonnaoenv, braisumMg

MH«

^Vberhessische Zeitung" er­scheint sechsmal wöchentlich. Be zugSpreiS monatlich 2.10 EM.auS- schließl. ZuslellungSgcbühr. durch ylePost2.35 EM.Für etwa infolge Streiks, Maschinendefekte oder ^ementarcr Ereignisie ausfallende Ammnern wird kein Ersah ge­leistet. Verlag b. Dr. §. Hiheroth. Druck der Univ.-Buchdruckerei b. Zoh. Aug. Koch, Markt 21/23, Fernsprecher: Nr. 54. «. Nr. 55. Postscheckkonto: Amt Frankfurt a. M. Nr. 5015. Sprechzeit «t Redaktion von 1011 und

*hl-l Uhr.

Der Anzeigenpreis beträgt für den 10 gespalt. Zeilenmillimeter 0.08 ®'JR, kleine Baranzeigen 0.06 ®9R-, amtliche und aus­wärtige Anzeigen 0.10 GM. Bei schwierigem Sah sowie bei Platz» Vorschrift 50/» Aufschlag. Sammelanzeigen 103/» "Auf­schlag. Reklamen der Millim. 0,43 GM. Zeder Rabatt gilt atS Darrabatl. Ziel 5 Tage. Belege werden berechnet.ebenso Auskunft durch die Geschäftsstelle und Zusendung der Angebote. Er­füllungsort Marburg.

1 Goldmark '/^»Dollar.

Arrzsiger für (das frühere kurhesstschs) OSsrhsffsn

AnZeiger der amtlichen Bekanntmachungen für Stadt und Kreis Marburg

Äteg der MMa über Sie MWM

Schrsieeige Siisatisn m EW߫K

Sie Mrrolrn WM mit M Sitz« bas Zünglein an der

Wage - Mitten Mncboniild-AoO @totge?

ft London, 1. Juni. Bisher sind 599 Ergebnisse von insgesamt 615 Wahl­kreisen bekannt. Es erhielten Mandate:

Arbeiterpartei 289, (Gewinne 129, Ver­lust 4)

Konservative 252, (Gewinne 3, Ver­lust 138)

Liberale 54, (Gewinne 29, Verlust 19) Unabhängige 7, (Gewinne 3, Verlust 2) Um 9 Uhr stellten sich die für die Par- teieu abgegebenen Stimmen wie folgt dar:

Konservative 8 501 579

Arbeiterpartei 8 306 477

Liberale 5 220 577

des liberalen V e r s u ch e s, eine stärkere Vertretung im Unterhaus zu er­zielen. Die Prophezeiung einessen­sationellen Wiederauflebens der liberalen Stärke und Vitalität" und derWatt der Begeisterung für die liberale Sache", die Lloyd George mit großem Aufwand der Welt verkündete, haben sich als eine vollkommene Täuschung er­wiesen.

Französische Presiestimmen.

Die französische Rechtspresse gibt aus­nahmslos ihrem Bedauern darüber Aus­druck, daß der Ausfall der englischen Wahlen die Rückkehr eines Kabinetts Mac

Donald wahrscheinlich mache. Man läßt sich hierbei weniger von den innen- als von außenpolitischen Gesichtspunkten lei­ten, befürchtet aber weniger eine starke Abschwächung der französisch - englischen Beziehungen als vielmehr eine Rückwir­kung des Sieges der Arbeiterpartei auf die Beziehungen zu Polen und der Kleinen Entente.

DerP e t i t P a r i s i e n" häl t den Rücktritt Baldwins für sicher. Der be­herrschende Zug sei nicht die Niederlage der Konservativen sondern die Ohn­macht der Liberalen, ihre parla- mentarrsche Kraft zu erhöhen.

Unabhängige 220 369

Kommunisten 50 614

Wie aus diesen Ziffern hervorzeht, ha­be« die Konservativen ihre Nieder­lage erlitten, obwohl sie beinahe 200000 Stimmen mehr erhalten haben, als die Arbeiterpartei.

i Der englische Wahlkampf ist im wesent­lichen beendet. Mit den nun vorliegenden Ergebnissen ist ein feststehendes Bild ge­schaffen, was durch die späteren Ergebnisse nicht mehr entscheidend beeinflußt werden kann. Die wichtigsten Ergebnisse der Parlamentswahlen sind folgende:

1 Die konservative Partei hat eine ganz ; vernichtende Niederlage erlitten.

2. Die gegenwärtige Negierung ist geschla­gen und wird, was immer die späteren Verhandlungen bringen werden, in dieser Zusammensetzung nicht wieder- kehren.

3. Die Arbeiterpartei hat einen Sieg er­rungen, der die Erwartungen auch der stärksten Optimisten zum Teil selbst im eigenen Lager überrascht hat.

4. Die liberale Wiedergeburt ist nicht an­nähernd in dem erwarteten Ausmaße eingetreten.

Trotzdem von den bisher gewählten lln- abbängigen mindestens einer mit der Ar­beiterpartei zusammengehen dürfte, ist es der Arbeiterpartei nicht mehr möglich, eine absolute Mehrheit im Unterhaus zu er­langen. Selbst wenn sie die sämtlichen der noch ausstehenden Mandate gewinnen sollte, würde sie es nur auf 305 Mandare bringen und um eines hinter der absoluten Mehrheit zurückbleiben.

Es wird als sicher angesehen, daß

Die Führer der fiegtei.ten Arbeiterpartei.

Oben: Snowden, Mosley, f>enaei|on, unten: Thoma», Ponsonby, S'ynes.

Baldwin beschließen wird, am 25. Zuni vor das neue Parlament zu treten «eb den Liberalen die Verantwor­tung zu überlassen, ihn durch ihre Ab­stimmung zu stürze«.

Die liberaleDaily Chronicle" tröstet sich damit, daß die Liberale Partei im Unterhaus das Zünglein an der Wage sein wird. Das Blatt ist der Ansicht, daß die Arbeiterpartei darauf Anspruch har, das Wort zu führen. Niemand brauche anzunehmen, daß, weil das neue Haus keiner Partei eine Mehrheit gibt, dessen Tage gezählt seien.

Daily Expreß" weist auf die ge­waltige Verantwortung hin, die die Ar­beiterpartei auf sich nehme. Das Blatt fordert, daß alle Parteien die Nation über die Partei stellen.

iTime s" stellt zwei Tatsachen fest: den sehr zweifelhaften Triumpf der Arbei- terpartei in gewissen Teilen des Landes und bea vollkommenen Feh 116 l aa

M Erdbeben in Argentinien

London, 31. Mai. Nach weiteren in Buenos Aires eingegangenen Berichten ist die Zahl der Toten im Erdbebengebiet von Mendoza auf 40 gestiegen. Die Ret­tungskolonnen suchen die Trümmer nach wei­teren Toten ab. Die Not der lleberlebenden ist ungeheuer groh, da es an Unterbnngungs- möglichkeiten völlig fehlt und die Temveratur auserordentlich niedrig ist Die Zahl der Verletzten wird mit 100 angegeben. Die Rettungskolonnen sind an vielen Stellen in ihrer Arbeit durch die aufgerisienen Straßen und andere Hindernisse stark behindert. Erd­erschütterungen geringerer Kraft werben noch immer verspürt. Die Verbindungen mit Chile und Buenos Aires sind nur mit sehr großen Verzögerungen möglich. Auch in den Pro­vinzen Buenos Aires und La Pamva wurden Erdstöße verspürt, die aber keinen Schaben an­richteten.

Das Befinden des englische« Königs.

London, 31. Mai. Wie im offiziellen Bulletin Mer das Befinden..des Königs

mitgeteilt wird, hat sich unterhalb der alten Operationswunde an der rechten Seite ein neuer Abszeß gebildet, der punk­tiert worden ist. Das allgemeine Befin­den des Königs ist nach wie vor gut. Ob­wohl er im Bette bleiben muß, ist er in der Lage, die laufenden Staatsgeschäfte zu erledigen.

Wels und Crispien wiedevgewiihlt.

^Magdeburg, 31. Mai. Zu Beginn der heutigen Sitzung des sozialdemokrati­schen Parteitages gab der Vorsitzende Wels das Resultat der Borstandswahlen bekannt.

Der Parteioorstand wurde in seiner bisherigen Zusammensetzung wiederge­wählt. Von insgesamt 386 Stimmen er­hielten die beiden jetzigen Vorsitzenden Wels und Crispien 306 bezw. 273 Stim­men. Der Posten des dritten Vorsitzen­den wurde für Beichskan^ler Müller frei- jieJtolten.

Das Ende des Zwei<Barleien< Systems

Die englischen Wahlen haben, fo ruhig und interesselos auch der Wahlkampf selbst geführt wurde, mit einem Ergebnis ge­endigt, das vielen Politikern ganz uner­wartet kommt. Wenn es auch von vorn­herein feststand, daß Baldwin mit seinen Konservativen bei diesen Wahlen eine entschieden stärkere Gegenwehr finden würde als bei der letzten Stimmentschei«

IW

Rarnjry Macüonatd

düng, so glaubte man doch, daß oie Ver­luste der Konservativen sich in einem Aah- men halten würden, der die Vegierungs- fähigkeit Baldwins und seiner Leute nicht erheblich abfchwächen würde. Das Wahl­ergebnis zeigt ein ganz anderes Bild. Di« Konservativen haben überall im Land« Verluste erlitten, die zum Teil katastrophal für die Partei find und oie Hoffnungen der konservativen Politiker auf eine Beibehal­tung des polittschen Kurses der letzten Jahre jäh zerstören.

Wie hat nun das Ausland diesen po­litischen Umschwung in England zu be­werten? Soll man den Erfolg der Links­parteien als eine Anerkennung der be­kannten Programmziele der Labour-Patth durch weite Schichten des englischen Vol­kes bezeichnen? Oder soll man annehmen, daß das englische Volk der Regierung Baldwin jetzt die Quittung für die Fehl­schläge auf dem Gebiete der Außenpolitik überreicht hat?

Im letzten Jahr konnte man sich aus dem Echo der englischen Presse ziemlich konkret ein Bild von der Stimmung im Volke machen, die einesteils durch die starke Bindung der Außenpolitik des Lan­des an Frankreich, andererseits durch oie bekannten Zwistigkeiten mit den Vereinig­ten Staaten von Amerika allgemein aus- gelöst wurde. Man erinnere sich noch an das Echo, das die Veröffentlichung über den Plan der englisch-französis 'en Flotten» einigung im englischen Volk fano, an die Kritik, die fast überall an der Bereit­willigkeit der Baldwin-Regierung fran­zösischen Forderungen gegenüber geübt wurde, an die ziemlich allgemein aufge­stellt« Forderung, endlich wieder zu einer selbständigen und bind: ngSlosen Politik rein groschritannischer Prägung zurückzu­kehren. Daß der jahrelange Hader der konservativen Regierung mit den Sowjets und den hierdurch hervorgerufenen Ex- xportschwierigkeijen nach.Rußland gleich-