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ft London, 1. Juni. Bisher sind 599 Ergebnisse von insgesamt 615 Wahlkreisen bekannt. Es erhielten Mandate:
Arbeiterpartei 289, (Gewinne 129, Verlust 4)
Konservative 252, (Gewinne 3, Verlust 138)
Liberale 54, (Gewinne 29, Verlust 19) Unabhängige 7, (Gewinne 3, Verlust 2) Um 9 Uhr stellten sich die für die Par- teieu abgegebenen Stimmen wie folgt dar:
Konservative 8 501 579
Arbeiterpartei 8 306 477
Liberale 5 220 577
des liberalen V e r s u ch e s, eine stärkere Vertretung im Unterhaus zu erzielen. Die Prophezeiung eines „sensationellen Wiederauflebens der liberalen Stärke und Vitalität" und der „Watt der Begeisterung für die liberale Sache", die Lloyd George mit großem Aufwand der Welt verkündete, haben sich als eine vollkommene Täuschung erwiesen.
Französische Presiestimmen.
Die französische Rechtspresse gibt ausnahmslos ihrem Bedauern darüber Ausdruck, daß der Ausfall der englischen Wahlen die Rückkehr eines Kabinetts Mac
Donald wahrscheinlich mache. Man läßt sich hierbei weniger von den innen- als von außenpolitischen Gesichtspunkten leiten, befürchtet aber weniger eine starke Abschwächung der französisch - englischen Beziehungen als vielmehr eine Rückwirkung des Sieges der Arbeiterpartei auf die Beziehungen zu Polen und der Kleinen Entente.
Der „P e t i t P a r i s i e n" häl t den Rücktritt Baldwins für sicher. Der beherrschende Zug sei nicht die Niederlage der Konservativen sondern die Ohnmacht der Liberalen, ihre parla- mentarrsche Kraft zu erhöhen.
Unabhängige 220 369
Kommunisten 50 614
Wie aus diesen Ziffern hervorzeht, habe« die Konservativen ihre Niederlage erlitten, obwohl sie beinahe 200000 Stimmen mehr erhalten haben, als die Arbeiterpartei.
i Der englische Wahlkampf ist im wesentlichen beendet. Mit den nun vorliegenden Ergebnissen ist ein feststehendes Bild geschaffen, was durch die späteren Ergebnisse nicht mehr entscheidend beeinflußt werden kann. Die wichtigsten Ergebnisse der Parlamentswahlen sind folgende:
1 Die konservative Partei hat eine ganz ; vernichtende Niederlage erlitten.
2. Die gegenwärtige Negierung ist geschlagen und wird, was immer die späteren Verhandlungen bringen werden, in dieser Zusammensetzung nicht wieder- kehren.
3. Die Arbeiterpartei hat einen Sieg errungen, der die Erwartungen auch der stärksten Optimisten zum Teil selbst im eigenen Lager überrascht hat.
4. Die liberale Wiedergeburt ist nicht annähernd in dem erwarteten Ausmaße eingetreten.
Trotzdem von den bisher gewählten lln- abbängigen mindestens einer mit der Arbeiterpartei zusammengehen dürfte, ist es der Arbeiterpartei nicht mehr möglich, eine absolute Mehrheit im Unterhaus zu erlangen. Selbst wenn sie die sämtlichen der noch ausstehenden Mandate gewinnen sollte, würde sie es nur auf 305 Mandare bringen und um eines hinter der absoluten Mehrheit zurückbleiben.
Es wird als sicher angesehen, daß
Die Führer der fiegtei.ten Arbeiterpartei.
Oben: Snowden, Mosley, f>enaei|on, unten: Thoma», Ponsonby, S'ynes.
Baldwin beschließen wird, am 25. Zuni vor das neue Parlament zu treten «eb den Liberalen die Verantwortung zu überlassen, ihn durch ihre Abstimmung zu stürze«.
Die liberale „Daily Chronicle" tröstet sich damit, daß die Liberale Partei im Unterhaus das Zünglein an der Wage sein wird. Das Blatt ist der Ansicht, daß die Arbeiterpartei darauf Anspruch har, das Wort zu führen. Niemand brauche anzunehmen, daß, weil das neue Haus keiner Partei eine Mehrheit gibt, dessen Tage gezählt seien.
„Daily Expreß" weist auf die gewaltige Verantwortung hin, die die Arbeiterpartei auf sich nehme. Das Blatt fordert, daß alle Parteien die Nation über die Partei stellen.
i „Time s" stellt zwei Tatsachen fest: den sehr zweifelhaften Triumpf der Arbei- terpartei in gewissen Teilen des Landes und bea vollkommenen Feh 116 l aa
M Erdbeben in Argentinien
London, 31. Mai. Nach weiteren in Buenos Aires eingegangenen Berichten ist die Zahl der Toten im Erdbebengebiet von Mendoza auf 40 gestiegen. Die Rettungskolonnen suchen die Trümmer nach weiteren Toten ab. Die Not der lleberlebenden ist ungeheuer groh, da es an Unterbnngungs- möglichkeiten völlig fehlt und die Temveratur auserordentlich niedrig ist Die Zahl der Verletzten wird mit 100 angegeben. Die Rettungskolonnen sind an vielen Stellen in ihrer Arbeit durch die aufgerisienen Straßen und andere Hindernisse stark behindert. Erderschütterungen geringerer Kraft werben noch immer verspürt. Die Verbindungen mit Chile und Buenos Aires sind nur mit sehr großen Verzögerungen möglich. Auch in den Provinzen Buenos Aires und La Pamva wurden Erdstöße verspürt, die aber keinen Schaben anrichteten.
Das Befinden des englische« Königs.
London, 31. Mai. Wie im offiziellen Bulletin Mer das Befinden..des Königs
mitgeteilt wird, hat sich unterhalb der alten Operationswunde an der rechten Seite ein neuer Abszeß gebildet, der punktiert worden ist. Das allgemeine Befinden des Königs ist nach wie vor gut. Obwohl er im Bette bleiben muß, ist er in der Lage, die laufenden Staatsgeschäfte zu erledigen.
Wels und Crispien wiedevgewiihlt.
^Magdeburg, 31. Mai. Zu Beginn der heutigen Sitzung des sozialdemokratischen Parteitages gab der Vorsitzende Wels das Resultat der Borstandswahlen bekannt.
Der Parteioorstand wurde in seiner bisherigen Zusammensetzung wiedergewählt. Von insgesamt 386 Stimmen erhielten die beiden jetzigen Vorsitzenden Wels und Crispien 306 bezw. 273 Stimmen. Der Posten des dritten Vorsitzenden wurde für Beichskan^ler Müller frei- jieJtolten.
Das Ende des Zwei<Barleien< Systems
Die englischen Wahlen haben, fo ruhig und interesselos auch der Wahlkampf selbst geführt wurde, mit einem Ergebnis geendigt, das vielen Politikern ganz unerwartet kommt. Wenn es auch von vornherein feststand, daß Baldwin mit seinen Konservativen bei diesen Wahlen eine entschieden stärkere Gegenwehr finden würde als bei der letzten Stimmentschei«
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Rarnjry Macüonatd
düng, so glaubte man doch, daß oie Verluste der Konservativen sich in einem Aah- men halten würden, der die Vegierungs- fähigkeit Baldwins und seiner Leute nicht erheblich abfchwächen würde. Das Wahlergebnis zeigt ein ganz anderes Bild. Di« Konservativen haben überall im Land« Verluste erlitten, die zum Teil katastrophal für die Partei find und oie Hoffnungen der konservativen Politiker auf eine Beibehaltung des polittschen Kurses der letzten Jahre jäh zerstören.
Wie hat nun das Ausland diesen politischen Umschwung in England zu bewerten? Soll man den Erfolg der Linksparteien als eine Anerkennung der bekannten Programmziele der Labour-Patth durch weite Schichten des englischen Volkes bezeichnen? Oder soll man annehmen, daß das englische Volk der Regierung Baldwin jetzt die Quittung für die Fehlschläge auf dem Gebiete der Außenpolitik überreicht hat?
Im letzten Jahr konnte man sich aus dem Echo der englischen Presse ziemlich konkret ein Bild von der Stimmung im Volke machen, die einesteils durch die starke Bindung der Außenpolitik des Landes an Frankreich, andererseits durch oie bekannten Zwistigkeiten mit den Vereinigten Staaten von Amerika allgemein aus- gelöst wurde. Man erinnere sich noch an das Echo, das die Veröffentlichung über den Plan der englisch-französis 'en Flotten» einigung im englischen Volk fano, an die Kritik, die fast überall an der Bereitwilligkeit der Baldwin-Regierung französischen Forderungen gegenüber geübt wurde, an die ziemlich allgemein aufgestellt« Forderung, endlich wieder zu einer selbständigen und bind: ngSlosen Politik rein groschritannischer Prägung zurückzukehren. Daß der jahrelange Hader der konservativen Regierung mit den Sowjets und den hierdurch hervorgerufenen Ex- xportschwierigkeijen nach.Rußland gleich-