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Anzeiger für (bas frühere knrhesstsche) Oberheffen

RttZSiger her amtlichen Bekanntmachungen für Stadt und Kreis Marburg

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bell 30. Ä! 1929

Der Anzeigenpreis beträgt für den 10 gespalt. Zeilenmillimeter 0.08 SM^ kleine Baranzeigen 0.06 GM., amtliche und aus­wärtige Anzeigen 0.10 SM. Bei schwierigem Satz sowie bei Platz- borschrift 50°/, Aufschlag. Sammelanzeigen 100 °/, Auf­schlag. Reklamen der Milli«. 0,40 GM. Jeder Rabatt gilt als Barrabatt. Ziel 5 Tage. Belege werden berechnet, ebenso Auskunft durch die Geschäftsstelle und Zusendung der Angebote. Er­füllungsort Marburg.

1 Voldmark '/^»Dollar.

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Was DerriWa»- bezahle« «r«ß.

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- ein tetenfW Komvwmiß auf Selten IMchlmte

Die deutsche Abordnung gab am Mitt­woch abend folgende Mitteilung aus:

»Die Sachverständigen der Eläubiger- «ächte und die deutschen Sachverständige» haben sich schon seit einiger Zeit bereit er­klärt, die Annuitätsziffer von 2050 Millionen Reichsmark, wie fc vom Vorsitzenden vorgcschlagen ist, an- z« nehm en, obwohl bezüglich einiger Auslegungsfragen noch Meinungsverschie­denheiten bestanden. Diese Meinungsver- Wedenheiten sind jetzt geklärt, und es ist eine Auslegung, die sowohl für die Gläubiger wie für Deutsch­land annehmbar ist, gefunden wor­den, vo r b e h a l t l i ch a l l e r d: n g s der Einigung über die ungeklär­ten deutschen Bedingungen, deren Entscheidung offen steht."

3* Konferenzkreisen der Alliierten wurde um 19 Uhr bereits die Nachricht verbreitet, die Gläubigerdelegationen hät­ten ihre Berechnungen abgeschlossen und sich über eine Neuverteilung der Annuitäten aufgrund des Be­ginns der Zahlungen «ach dem Young-Plan vom 1. September 1929 ab geeinigt. Man erklärt ferner, auch hinsichtlich des Verteilungsplanes sei «an za einer Verständigung gelangt.

Die Beträge, die nicht verbraucht wer­den sollte», werden Deutschland zu- rückvergütet. Alles andere wird, von den Regierungen bestimmt.

Die getroffene Lösung hat die politische Lage und politische Zweckmäßigkeit sehr stark berücksichtigt. Das wird tifbem Gut­achten der Sachverständigen unzweideutig zum Ausdruck kommen.

Der Satz:Die Beträge, die nicht ver­braucht werden sollten, werden Deutsch­land zurückvergütet", nehmen sich in einer Erklärung von deutscher Seite recht wun­derlich aus. Hält man den deutschen Michel denn wirklich für so dumm?'

Die Kandidaten für die heute statt- fmbenben Wahlen richteten gestern ihren letz­ten Appell an die Wähler. Premierminister Baldwin machte einen Abstecher nach Lancashire und erllärte in einer Rede in Preston, er habe niemals um die Gunst der Massen geworben, aber sich während der letzten vier oder fünf Jahre Mühe gegeben, etwas zu erreichen, und er sei entschlossen, diese Bemühungen fortzusetzen. Was immer auch das Ergebnis der Wahlen sein werde, er werde sich nicht beklagen, und es heiteren

Bei der Beurteilung muß man sich was übrigens von der deutschen Delega­tion unterstrichen wird darüber klar sein, daß der neue Zahlungsplan kei­nen Erfolg für Deutschland darstellt. Es handelt sich nicht um eine wirt­schaftliche Lösung, wie sie ursprüng­lich erstrebt wurde, sondern um eine von politischen Zweckmäßigkeitsgründen diktierte Notlösung. Es wird uys wenig helfen, daß diese Tatsache, wie von der Delegation gefordert wird, in dem Schluß­berichtunzweideutig" zum Ausdruck kommen soll. Es bleibt abzuwarten, wel­ches positive Zugeständnis der Alliierten die Deutschen zu dem neuen Umfall ver­anlaßt haben könnte, der sich sowohl auf

Mutes hinnehmen. Lloyd George ver­brachte den letzten Tag in seinem Wahlbezirk Cornavon und gab in seiner Rede noch­mals der Ueberzeugung Ausdruck, daß die konservative Regierung ausgespielt habe und es der liberalen Partei gelingen werde, das Arbeistslosenproblem zu lösen. Auch der Führer der Arbeiterpartei, Ramsay Macdonald hatte seinen Wahlkreis Seaham ausgesucht und erklärte: Wir wollen zehn Millionen Stimmen und keine Minori- tätsreaiernng baben!

Heute Wühlen ln Enslan- Was Ne Börje preptezeit

Die Annuitäten

Von deutscher Seite wird u. a. erklärt: Der Dawes, Plan bleibt weiter l»Kraft bis zum 1.Septemberd.Z. xSon da ab tritt der Poung-Plan in feiner neuen Form an seine Stelle. Die­ser Plan sieht für die ersten 10 Jahre An­nuitäten vor, die vom 1. September 1929 bis zum 31. März 1930 (einhalbes Jahr) / 742,8 Millionen, vom 1. April 1930 bis 31. März 1931 1707,9 Milli­onen, für das Jahr 1932 16 8 5 Milli- onen betragen und von Jahr zu Jahr steigend 1939/40 2042,8 Milli­onen erreichen.

X'3n diesen Zahlen ist der Zinsen­dienst für die Dawes-Anleihe nicht enthalten.

die Zahlen st eigen sodann noch 'weiter langsam an und

bleiben auf der ungefähren Höhe von 2,2 bis 2,3 Milliarde», sodaß sich ohne den Zinfendienst für die Dawes-Annuitäten eine Durchschnitts- Annuität von 2 Milliarden (1988,8 Millionen) ergibt.

Soaie das Inkrafttreten des neuen Young-Planes nicht bereits am 1. Sep- kmber d. I. möglich fein, so wird der neue Plan de facto später in Kraft treten wüsien. Dadurch wird jedoch nichts an den brutschen Zahlungen geändert. Mit der Annahme der Zahlen ist selbstverständlich Noch nicht entschieden, ob man zu einem «»stimmigen Bericht kommen wird. Es besteht aber allerseits die Hoffnung, daß nran in den nächsten Tagen zu einer Eini­gung auch über die noch schwebenden Fra­gen gelangen kann.

Die llebergangsperiode dient dazu, die Bedürfnisse, die sich aus der lleberlastung bes einen Systems in das andere ergeben, lu decken, lieber diese llebergangsperiode erfolgt eine besondere Abrechnung.

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Etwas über 200 Wahlergebnisse werden bereits im Laufe der Nacht bekannt gegeben werden, und man nimmt an, daß die Er­gebnisse, die einen Schluß auf die Zu­sammensetzung der neuen Regierung zulassen, am Freitag früh begannt sein werden.

An der Börse, wo schon seit Monaten Voraussagen für die Wahlen ausgegeden

das Fortbestehen des Dawes-Planes wie auf die Zugeständnisse in der Staffelung erstreckt.

Vorzeitige Rheinlandränmung als Bedingung?

Zm Zusammenhang mit der am Mitt­woch erzielten Einigung der Sachverstänoi- gen über die Ziffernfrage wirst Oie in Paris erscheinende amerikanische Presse

die Frage der Rheinlandräumung

auf. »RewYork Herald" erklärt, Oer Tatsache werde große Bedeutung beige­messen. daß in dem Abkommen, das am Mittwoch von den Sachverständigen an­genommen wurde,

keine Zahlungen für die Rheinland­besetzung nach dem 1.1.1930 vorgesehen feien. Das bedeute die baldige Räumung des Rheinlandes bis zu diesem Termin.

Die Klausel für die laufenden Ausgaben für die Aheinlandbesatzung stelle fest, daß

werden, wurde als voraussichtliches Ergeb­nis der Wahlen notiert: Konservative 269, Arbeiterpartei 246, Liberale 98, Unab­hängige 7 Sitze. Bei den letzten Wahlen hatten die Konservativen 413, die Arbeiter­partei 150 und die Liberalen 40 Sitze er­rungen.

die Hauptzahlungen für diesen Posten am 1. September 1929 aushören sollten, daß aber Deutschland bis zum 1. Januar 1930 die Aufgabe habe, für alle Truppen zu zahlen, die bis zu diesem Tage noch nicht aus dem Rheinland abttansportiert wer­den konnten. Es sei, wie das Blatt erklärt,

ein stillschweigendes Abkommen dahin getroffen, daß wenn die Sachver­ständigen zu einer endgültigen Einigung kämen und diefe in Kraft gefetzt werde, die Alliierten sofort Schritte unternehmen würden, ihre Truppen aus dem besetzten Gebiet zurückzuziehen. Das Rheinland werde also fünf Jahre vor dem im Ber­failler Beitrag vorgesehenen Termin völ­lig geräumt sein.

DieChicago Tribüne" meint, die deutschen Sachverständigen hätten auf Grund der nunmehr erzielten Einigung große Hoffnung auf die Räumung des Rheinlandes bis zum 1. September.

_l Fortsetzung siehe Seile 2J

Meißen und otc Semckmtek

Die sächsische Negierung hat amaistich der Meißener Jahrtausend-Feier das nachstehende Telegramm an den Reichs­präsidenten gerichtet:

Vor 1000 Jahren wurde die Burg und Mark Meißen errichtet und damst der Grundstein zu dem heutigen Sachsen gelegt. Die sächsische Regierung benutzt diese Gelegenheit, um Ihnen, Herr Reichspräsident, den Ausdruck ihrer Ver­ehrung . zu übermitteln. Unvergessen wird Ihnen im deutschen Volke bleiben, daß Sie sich auch nach dem Zusammenbruch unserem Vaterland zur Verfügung gestellt, das deutsche Heer in die Heimat zurückgeführt und durch Ihr Beispiel selbstloser Pflichterfüllung wesentliche Grundlagen für den Aufbau unseres neuen Staatslebens geschaffen haben.

Seit über vier Jahren stehen Sie über allem Parteihader erhob en an der Spitze des Reiches. Zu Ihren Händen, Herr Reichspräsident, erneuert die sächsische Regie­rung m diesen bedeutungsvollen Tagen ihr Gelöbnis unwandelbarer Treue zum Reich.

Die sächsische Staatsregierung, gez. Heidt Ministerpräsident."

Die roten Väter dieser Stadt Meißen haben es bekanntlich abgelehnt, dem Reichs­präsidenten v. Hindenburg das Ehren­bürgerrecht zu verleihen.

Leider finden diese merkwürdigen Politiker im sächsischen Lande recht oft, ja meistens Unterstützung jener linksdemokrati- scheu Kreise, die sich häufiger noch wilder gebärden als selbst die Zeigner- Sozialisten in Sachsen. So auch bei die- dem törichten Schildbürger-Streich in Meißen. Vor Pfingsten fehlten die beiden demokratischen Stadtverordne­ten in der entscheidenden Sitzung, in der eine Mehrheit für die Verleihung des Ehren­bürgerrechtes vorhanden gewesen wäre. Da­durch gelang es der Sozialdemokratie, die Sitzung zu sprengen.

Den Demokraten namentlich, die wegen ihrer heißen Bruderliebe für die Radikal­sozialisten bei den letzten Landtagswahlen schwere Einbuße erlitten haben, dürfte dieser Vorgang neue schwere Schädigungen ihres ohnehin schon ramponierten Ansehens bringen.

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Komtesse Momos

Gestern nachmittag ging im Berliner Polizeipräsidium ein Bries des Rittmeisters von Wedel, des durch Selbstmord geendeten Verlobten der wegen des Iuwelendiebstahls bei der Gräfin Hermersberg verhafteten Komtesse Monroy ein. Der Brief trug den Post­stempel des 28. Mai, vormittags 67 Uhr und war an den Kriminalkommi('''r Beyer gerichtet. Er lautete:

Sehr verehrter Herr Kommissar! Mein Versprechen, morgen zu erschei­nen, halte ich nicht. Bitte geben Sie schonungsvoll meinen anliegen- Brief der Komtesse Monroy. Haben Sie Dank für Ihr schonungsvolles Ver­halten und ihre Trostesworte. Ihr er­gebener von Wedel, preußischer Ritt­meister a. D."

Aus der Abstempelung geht hervor, daß der Rittmeister den Brief zur Post ge­geben hat, ehe er in den Grünewald hin- aussuhr, um seinem Leben ein Ende zu machen. Das Schreiben an die Kvmt sse wurde von der Polizei der Mutter der Verhafteten eingehändigt. Bisher ist der Komtesse noch keine Mittei­lung von dem Tod ihres Verlobten gemacht worden. Es ist festgestellt wor­den, daß die Preise, die von den verschie­denen Händlern für die gestohlenen Ju­welen gezahlt wurden, ihrem wirklichen Werte in keiner Weise entsprachen. Im ganzen erhielten die Verkäufer nur 7000 Mark, während die Juwelen tatsächlich den vielfachen Wert dieser Summe be­saßen.

Die Iuwelendiebstahlsaffäre der Kom­tesse Helga von Monroy ist durch die letz­ten Ermittlungen der Kriminalpolizei in ein neues Stadium getreten. Es stecht