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Sbechessische Seite

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Anzeiger Mr (das frühere karhessische) Oberhessen

Nr. >18 «4. Fahrs. Marburg n. Lahn

Der Anzeigenpreis beträgt für den 10 gespalt. Zeilenmillimeter 0.08 GM„ kleine Baranzetgen 0.06 GM., amtlich« und aus­wärtig« Anzeigen 0.10 GM. B«i schwierigem Sah sowie bei Platz« Vorschrift 50°(o Aufschlag. — Sammeianzeigen 100 °/o Auf­schlag. Reklamen der Mtlllm.! 0,40 SM. Jeder Rabatt güt als Barrabatt. Ziel 5 Tage. Belege werden berechnet, ebenso Auskunft durch die Geschäftsstelle mtb Zusendung der Angebot«. Er­füllungsort Marburg.

1 Goldmark — V«^Dollar. •

Anzeiger der amtlichen Bekanntmachungen snr Stadt nnd Kreis Marburg.

Dr. Wsglrr als EachverstSa-iser zmückgetreten

Ein AuichiiugArriuch der AWiertra - Berschleierle Erhöhung der AmmitStr» - $6,6 Milliarde» in K jähriger rribnlWnng Sonörrmmiiltötm für Belgien

Wie der Pariser Vertreter der Tele- gtaphen-Union von unterrichteter Seite erfährt, ist Generaldirektor Bögler als deutscher Sachverständiger z« r ü ck g e - trete«. Es ist mit Bestimmtheit anzu­nehmen, daß Geheimrat Kastl, der bis­her als Ersatzmann für Dr. Bögler nach Paris entsandt war, seine Stelle einneh­men wird, da in diesem vorgerückten Sta­dium der Verhandlungen die Neichsregie- rung keinen Außenseiter mit diesem schwie­rigen Amte betrauen kann.

; Dem Vernehmen nach hat Direktor Bög­ler seinen Entschluß zum Rücktritt be­reits am Freitag der Reichs­regierung übermittelt.

Alle entgegenstehends» Berichte dürften damit überholt sein.

, Die Meldung vom Rücktritt Dr. Bög­lers wurde uns in den Mittagsstunden von offiziöser Seite bestätigt.

Mach dem „Acht-Ahr-Wendblatt" hat Dr. Bögler bereits vor mehreren Tagen der Reichsregierung mitgeteill, dah er eine Ausdehnung deutscher Zahlungsverpflich­tungen über 37 Jahre hinaus als untrag­bar für die deutsche Wirtschaft ansehe, und eine Verpflichtung, lvie sie durch die Acbernahme der interalliierten Zahlungs­verpflichtungen an Amerika seitens Deutschlands nach dem 37. Reparations­jahre entstehe, niemals unte rschrei- ben könne und werde.

Wie die „Germania" von zuverlässiger Seite erfahren konnte, weilt Dr. Vogler seit gestern abend zwecks Besprechungen mit Mitgliedern der Regierung in Berlin. Hierbei soll die Frage seines Ausscheidens aus der Delegation geklärt werden. Rach Informationen des Blattes ist jedoch an« zunehmen, daß Dr. Vögler auf seinem Rücktritt bestehen wird.

Der Kern des Gegenvorschlags

Das im Folgenden eingehender skizzierte Zahlungssystem, das die Grundlage des neuen Gegenvorschlags der Alliierten zu dem von Deutschland angenommenen Young'schen Zahlungsplan darstellt, ent­hält, von den komplizierteren Ver­schiebungsmodalitäten abgesehen, nach unserer Aufsassung folgenden Kern:

Der von den Alliierten mit so viel Mühe ausgeklügelte Verteilungsschlüssel ist einzig und allein zu Lasten Deutschlands ausge­arbeitet worden, wobei man es so dar- z u st e l l e n versucht, als ob btt Young-Zahlen keine Erhöhung er­fahren sollen.

Die vom Young-Plan vorgesehene« 37 deutschen Jahresraten sollen a«k

nur 36 Jahre verteilt werden. Im erstenJahrdagegen würden die Daweszahlungen fort­gesetzt werden.

Die hierdurch erzielte Mehrzahlung einer vollen Dawesrate würde zur Begleichung der bisher noch unbefrie­digten ElSubigermächte England, Italien und Belgien verwendet werden. Es braucht feilte Wort darüber verloren zu werden, daß ein derartiger Vorschlag für Deutsch­land unannehmbar ist.

Die vom W. T. B. bestätigte Havas-Meldung

Wie die Agentur H a v a s mitteilt, sind der von Sir Josiah S t a m p ausgearbei­tete für die Regierungen bestimmte Be­

richt und das Memorandum der Eläubiger- delegationen

gestern mittag Reichsbankpräfident

Dr. Schacht übergebe«

worden. Auf der Grundlage dieses Me­morandums, das sowohl die alliierten Vor­behalte enthält, wie auch die Formeln, die diese Dr. Schacht zwecks Abfasiung seiner Reserven vorschlagen, so heißt es in der Havasmeldung weiter, erklären sich die ElSubigermächte bereit, anzunehmen:

1. Die Durchschnittsannuität von 2 050 Millionen Mark, wie sie Young für die Reparationen und für die Schul­den während der 37 Jahre vorgeschlagen habe.

2. Die Bezahlung der Kriegs­schulden während der letzten 22 Jahre.

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Sie BmAr Prrste z« tet Meufcofe« Erfind»»-'

Das Stichwort, das die meisten ftan- zöfischen Blätter heute früh befolgen, lau­tet: „Dr. Schacht hat das Wort, wir find an der Grenze der Zuge­ständnisse angelangt." Sachlich bringt die Morgenpresse nichts Neues über das hinaus, was die Agentur Hadas ver­breitet hat.

Worum es bei den ganzen Verhand­lungen gegangen ist, darauf geben rücS>aIt« los nur das „Echo de Paris" und in etwas versteckter Form der „Petit Pa­ri s i e n“ Antwort.

„Echo de Paris" erklärt: Offiziell geben sich die Gläubiger wohl mit den 37 Annuitäten von je 2050 Millionen zu­frieden,

aber verschiedene Methoden erhöhen ihren Durchschnitt auf etwa 2130 Millionen.

Erstens: Werden die Belgier außer einer Annuität als Entschädigung für die 6 Milliarden Mark, die die deutschen Be­satzungbehörden in Belgien in Umlauf gesetzt haben, 10 Zahre lang 2 5 Mil« lionen erhalten. Zweitens: Werden die im Dawesplan vorgesehenen laufenden Annuitäten von 21/? Milliarden von Deutschland bis zum 31. Dezember d. Z. gezahlt werden, während die von den Sachverständigen festgesetzten neuen Annuitäten bereits vom L April d. Z. anfälligsein sollen. Es würbe also

9 Monate lang eine lleberschnei- dung der beide« Annuitäten stattfinden.

Die Gläubiger würden sich in diese neuen Annuitäten in dem von ihnen vereinbarten

Verhältnis teilen und drei Viertel der Dawes-Annuität, also 1875 Millionen Mark, könnten dazu benutzt werden, die durch den amerikanisch-deutschen Entwurf entstandene Lücke auszufüllen.

„Petit Parisien" schreibt: Die Frage, w a n n der neue Plan in Kraft tre­ten soll, ist von höchsterWich tigkeit. Rur dadurch, dah man die Iahreszahlung des Dawesplanes einige Monate länger laufen läßt, ist es den alliierten Sachver­ständigen gelungen, zum Teil die Summe wieder zu erhalten, die sie auf Grund des Voung-Memorandums verlieren fönten. Dank dieses geistreichen Systems, das auf einen französischen Sachverständigen zu- rückzufuhren ist, kann auch ungefähr eine Milliarde der ersten Annuität zur Pau­schalsumme hinzugefügt werden.

Die Blätter sind sich jedoch Hat darüber, daß man mit dem heftigen Widerstand der deutschen Delegation zu rechnen haben werde.

„M atin" faßt dieses tn folgende Worte: Seien wir nicht pessimistisch, aber die kommenden Tage versprechen uns Zwischenfälle und Aeberrasch- ungen. Leon Blum schreibt im „Po- pulaire", die neue Regelung der Re­parationen müßte notwendiger Weise durch eine Neuregelung der französischen Schul­den bei Amerika gekrönt werden.

Aehnlich äußert sich das Gewerkschafts­blatt „Le Peuple", und auch die radi­kale „Cre Nouvelle" rückt die Frage einer Neuregelung der amerikanischen Schulden in den Vordergrund ihrer De« ttachtungen und meint, niemals sei die Stunde für eine ftanzöfisch-amerik-anische Verhandlung günstiger gewesen.

3. Außerdem würde den Belgiern hinsichtlich der während der deutschen Be­setzung ausgegebenen Markbanknoten E e - nugtuung gewährt werden.

4. Schließlich würden unabhängig von der Kapitalbeschaffung zur Errichtung der Bank für internationale Zahlungen die­jenigen Staaten, denen dieses Institut Dienste leisten soll, namentlich Deutschland, Einzahlungen machen und zwar als Beitrag für deren Funktionieren.

Man sehe, so heißt es in der Havas­meldung weiter, daß das von den Alliier­ten vorgeschlagene System hinsichtlich des bestimmten Wertes das gleiche sei, wie das

in dem Memorandum Young's enthaltene, da es zwar innerhalb des Rahmens einer Durchschnittsannuität von 2 050 Millionen Mark bleibe, aber

genau die Schulden decke nnd eine« beständigen Restbetrag für die Repa­rationen erübrige.

Das Dokument der Gläubiger sehe jedoch vor, daß die Annuitäten nicht in einer regelmäßigen Folge von jährlich 25 Mil­lionen Mark ansteigen, wie in dem Youngschen System vorgesehen, sondern daß praktisch gesehen die eine Annuität über, die andere unter der Typannuität liegen würde. Die rückständigen Schulden wür­

den dabei nicht in beständiger Weise stei­gen. Run müsse aber der Teil der Annuk« tat, der den zu mobilisierenden Restbetrag darstelle, ein beständiger sein, damit auf' diese Weise die Mobilisierung erleichtert werde. Deshalb, also um einen Ausgleich herzuftellen, sehe das Memorandum der Gläubiger vor, daß im ersten Jahre (für das die Schulden bereits bezahlt seien) und für das dritte Jahr sowie für die 17 letzten Jahre bte Annuitäten niebriget sein würben als bie Durchschnitts, annuität von 2050.

Die Annuitäten würben jedoch höher sein in ben anbeten Jahren.

Außerbem sehe bas alliierte Dokument vor?, baß bet Plan Youngs

vom 1. April 1929 bis zum 31. März 1966 Geltung habe und zwar hinsicht­lich bet Reparationen und bet Schulben, während hinsichtlich bet Schulben allein Deutschland erst nach diesem letztgenannten Zeitpunkte

Zahlungen zu leiste« habe« würbe.

Der Geldwert

Die Agevtut Havas veröffentlicht eins ergä«ze«be Inhaltsangabe über bas hente überreichte alliierte Memorandum. Es ergibt sich daraus noch» daß die Gesamt­heit der von Deutschland unter Zugrunde- legung einer alliierterseits geforderten

Zahlnngsperiode von 59 Jahre« geforderten Annuitäten bei einem Ein­satz von 5%,% auf rund 37 Milliarden Mark belauft. Die Summe zerfällt in zwei Teile:

1. Die Forderung während der erste« 37 3al)re beläuft sich auf 32900 Milli­onen Mark, die Durchschnittsannuität be­trägt 1988 Millionen Mark. Die in diesem Abschnitt genannte Gesamtsumme von 32 900 Millionen Mark zerfällt in zwei Teile, nämlich 20 600 Millionen Mark für die Kriegsschnlde« der Alliierten und 12 300Millionen Mark für die Repara­tionen im eigentlichen Sinne.

Der mobilisierbare Teil soll, in Ka­pitalwett ansgedrückt, 11 Milliarden^ betragen,

während et im Memorandum Owen Youngs mit 15 Milliarden Mark eingesetzt war.

2. Für die Periode der letzten 22 Jahre soll die deutsche Schuld auf 2 900 Millionen Mark Eegenwartswert festge­setzt werden, zuzüglich 1100 Millionen Mark für den Zinsendienst des Dawes­planes. Die Annuität dieses Teiles soll mit 1700 Millionen Mark ein«, setzen und in den letzten drei Jahren auf 900 Millionen Mark zurückgehen.

Das Schicksal der deatsche» Vorbehalte

Äeber.den Stand her Frage der deut­schen Vorbehalte läßt sich folgendes sagen:

Nach der Antwort der Gläubigerdele­gationen dürste als angenommen gelten:

Die Sicherheitsklausel mit einet leichten redaktionellen Aenderung, die so­genannte politischeKlaufe l, die be­sagt, daß die in Aussicht genommene Rege­lung der Reparationsfrage nicht nur nach rein wirtschaftlichen, sondern auch nach Po,