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Anzeiger für (das frnhsre knrhessische) OSerhsffe«

Nr.M 64.MT8. Mmburs a.Ma

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Anzeiger der amtlichen Vetanntmachnngen Mr Stadt nnd Kreis Marburg.

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Dr. Eckener, der am Sonntag nach Friedrichshafen zurückkehrt ist, ge­währte dem Sonderberichterstatter der Telegraphen-llnion eine längere Unter­redung, während der er sich ausführlich über die letzte Fahrt des Luftschiffes ver­breitete.

Dr. Eckener erklärte zunächst, daß er nach Friedrichshafen zurückgekehrt sei, um mit Dr. Maybach Rücksprache zu neh­men und zu beschließen, was geschehen solle. Ein klares Bild könne man sich im Augenblick nicht machen,

da zunächst einmal die Frage geklärt werden müßte, worauf die Motor­pannen zurückzuführen seien. Dazu sei die gesauste Untersuchung der ge- brocheneu Teile notwendig.

Er halte es jedoch schon jetzt nach Lage der Dinge für ausgeschlossen, daß Sa­botage vorliege, denn es sei unmöglich ge­wesen, daß jemand an die Kurbelwellen der Motore habe herankommen können. Auch die Veränderungen, die anläßlich der Mittelmeerfahrt an den Motoren getrof­fen worden seien, hätten nichts mir den jetzt in Erscheinung getretenen Störungen zu tun. Ermüdung halte er in Anbe­tracht der Güte des Materials ebenfalls für unmöglich, da dis Motoren durch­schnittlich 2000 Stunden arbeiten könnten, sie aber in Wirklichkeit erst 600 gearbeitet hätten. Es handele sich vielmehr um ein ganz neues Moment, das einer eingehen­den Prüfung bedürfe.

Auf alle Fälle aber könne an eine Ucberquerrmg des Ozeans nicht ge­dacht werden, bis die Ursache der Schäden einwandfrei feftstände.

Hinfahrt Rück fahr t

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V Friedrichshafen Be/fort

Die Sturnrfahrt

Zum Fahrtverlauf selbst erklärte «fr. Eckener, daß er den Weg über Gibraltar genommen habe, weil nach den Wetternachrichten mit einem schnellen Borwärtskommcn gerechnet werden konnte. Schon kurz über Barcelona hätte ein Eteuerbordmotor abgestellt werden müssen, da ein Kurbelwelle gebrochen war. Nach eingehender Beratung mit Graf Soden, der ein ausgezeichneter Techniker sei, so­wie mit den Luftschifführern Lehmann und Flemming sei man zu der lleberzeu- gung gekommen, daß der Bruch der Kur- belwelle keinerlei Schlüsse auf die übrigen Motoren zulasse, umso weniger, als alle Motoren auf der letzten Amerikafahrt ganz vorzüglich und ohne jedwede Unter­brechung gearbeitet hätten. Er habe sich daher zur Weiterfahrt entschlossen. Kurz

hinter den Balearen-Inseln und Kap Nao sei dann ein zweiter Motor, wieder ein Steuerbordmotor, infolge Bruches eines Schwunggewichtes der Kurbslwelle ausge­fallen. Jetzt habe er sofort kehrt gemacht und sei in schneller Fahrt gegen %11 Uhr abens schon wieder über Barcelona ge­wesen. Von hier ab aber sei das Vor- wärtskommen immer langsamer gewor­den. Der starke Mistral in der Bucht von Lyon habe das Schiff einfach nicht mehr vom Fleck kommen lasten. Die Böen hät­ten etwa 90—95 Stundenkolimeter be­tragen und die Kraft der Motoren ge­rade dazu ausgereicht, diese Geschwindig­keit „auszukämpfen". Von Barcelona bis

an die Küste habe er volle 9 Stunden ge­braucht, während auf dem Hinflug dis Strecke in zweieinhalb Stunden bewältigt wurde. Gegen 11 Uhr morgens wurde N i m e s überflogen. Hier habe er, ob­wohl die Motoren mit äußerster Kraft liefen, etwa eine halbe Stunde lang nicht vom Fleck kommen können, bis der Wind nachgelassen habe. Gegen 3 Uhr nach­mittags habe man sich Valence ge­nähert und gehofft, hier bessere Bedin­gungen vorzufinden. Während dieser gan­zen Zeit sei das Luftschiff langsam, aber ruhig und stetig fortgekommen. Von einem Stampfen und Schlingern könne keine Rede sein.

Der „Graf Zeppelin" und sein heldenhafter Führer Kapitän Lehmamr.

Ein tapferer Passagier

Nach einer Meldung der Associted Preß aus Cuers-Pierrefeu erklärte Frau Pierce in einer Nachricht an bte Associated Preß: Ich war nicht im gering­sten in Angst. Alles erschien so normal und ruhig, selbst inmitten der starken Winde. Es scheint, daß die Leute auf dem Erdboden mehr erschrocken waren als wir an Bord des Zeppelin. Selbstverständlich setze ich den Amerikaflug fort, falls Dr. Eckener den Weiterflug in wenigen Tagen für möglich hält. Commander Clark er­klärte, das Erlebnis sei ein schlagender Beweis für den Wert von Leichter-als- Luft-Flugschiffen. Das einzige, was den Wert des Luftschiffes weiter erwiese, wäre der Einbau der aus Friedrichshafen kom­menden neuen Motore und die Fortsetzung des Amerikafluges von hier aus.

Wie die Passagiere des „Graf Zeppelin" die Umkehr erfuhren.

. Associated Preß veröffentlicht einen Be­richt des Zeppelin-Passagiers v. K r y h a aus Cuers-Pierrefeu, in dem dramatisch geschildert wird, wie die Passagiere des „Graf Zeppelin" von der Umkehr des Luftschiffes Kenntnis erhielten. Dr. Eckener erschien Donnerstag nachmittag im Salon, wo die Passagiere bei der Musik eines Grammophons fröhlich tanz­ten, und jagte mit ernster Miene: „Ich habe eine schlechte Nachricht; wir müssen nach Friedrichshafen zurückkehren. Wir haben Motorschwierigkeiten, aber es liegt keine Gefahr vor. Dr. Eckener bat die Passagiere ruhig zu bleiben, man werde wohlbehalten zurückkehren. Die Ankündi­gung kam wie ein Blitz aus heiterem Himmel, und das Tanzen hörte sofort auf.

Dr. Eckeners Dank

Dr. Eckener hat folgendes Danktele­gramm an den französischen Lüftfahrt­minister Laurent-Eynac gesandt:

„Ich möchte nicht verfehlen, Herr Mi­nister, meinen aufrichtigen und herzlichen Dank abzustatten für die vielfache Ünter- stützung und Förderung, die Sie uns für die programmäßige. Durchführung der Fahrt des „Graf Zeppelin" geliehen und für das Interesse, mit den Sie diese Fahrt in den einzelnen Phasen begleitet haben. Ganz besonders aber bin ich Ihnen zu Dank verpflichtet für die tatkräftige und unverzügliche Hilfe, die Sie uns, als eine Notlandung des Luftschiffes infolge des plötzlichen Ausfalles von zwei Motoren notwendig wurde, dadurch geleistet haben, daß Sie uns glatt Platz und Halle von Cuers zur Verfügung stellten. Wenn das Luftschiff intakt und wohl geborgen uns erhalten geblieben ist, haben wir Ihnen das zu danken. (gez.) Eckener."

Dr. Eckener hat außerdem dem Kriegs­minister telegraphisch seinen Dank für die Hilfeleistung der Truppen ausgesprochen und ferner ein Danktelegramm an den Marineminister gesandt, in dem er beson­ders die Geschicklichkeit anerkannte, mit der die Landungsmannschaft die Bergung und Einhaltung des Luftschiffes durchführte.

Massenbesnch in Cuers

Die Zahl der Personen, die während der beiden Pfingstfeierioge den Zeppelin besichtigt haben, soll wehr als 5 0 0 0 0 betragen haben.

(Fortsetzung siehe Seite

। Sie DfuMsSMiS M N.S.A. in Kiel

Kiek, im Mai 19251.

Leuchtende Pfrngstsonne schien auf die deut» sche Jugend aus allen Teilen des Reiches sowie aus dem Grenz- und Ausland, die sich am Wiker Flandern-Platz wimpelüber» weht gelagert hatte. Aus 20 000 Kehlen stieg der Weihegesang „Großer Gott, wir loben dich" gen Himmel. Stadtpfarrer Müller aus Hermannstadt in Siebenbür­gen behandelte in packenden Worten die Dibeiverkündung „Selig sind die Sanft­mütigen; denn sie werden das Erdreich be­sitzen" und „Selig sind, die um der Ge­rechtigkeit willen verfolgt werden". Nach Vorträgen des Kieler Sängerbundes unter Leitung von Studienrat Stolz betrat ein Pater aus der Bukowina die Rednertribüne. Er würdigte das geschichtliche Sonderschicksak des deutschen Volkes, das wunderbare Jn- einanderklingen germanischer und christlicher Weltanschauungen, den Leidensweg deutscher Volksgenossen in fremden Landen, der nach göttlicher Bestimmung ein Weg zur Auf­erstehung sein und zum Siege der deutschen Weltmission führen werde. Nach neuem Chorgesang schloß die erhebende Feierstunde mit dem gemeinsamen Bekenntnis: „Ich hab' mich ergeben". In fast endlosem Zug mar­schierten dann die Wimpelgruppen an dem DDA-Vorsitzenden vorbei, der ihnen mit Worten des Gedenkens an die Kieler Ta­gung die Fahnenbänder an die Stangen heftete. Eine Auffahrt der Wassersoortver» bände schloß sicy an. Am Strandweg ent­lang zogen dann die Massen der deutschen Jugend mit Musik und Liedern in die fest­lich geschmückte Stadt zurück.

In der Hauptversammlung überbrachte Ministerialrat Tiedje vom Reichsmini­sterium des Innern die Grüße und Wünsche der Reichsregierung und der preußischen Staatsregierung. Er kennzeichnete zunächst den deutsch-dänischen Kulturkampf an der Nordgrenze des Deutschen Reiches und streifte dann die Arbeit des Vereins. Seit 1919 habe der Verein für das Deutschtum hn Ausland die hohen Ziele seiner Arbeit er» faßt, und unter den Reichsfarben der deut­schen Republik sei der blaue Wimpel des Vereins hineingetragen in die Jugend, die es zu erwecken gelte für das Volkstum. Diese Arbeit sei nicht Sache der Behörden, son­dern die Arbeit von Vereinen, im besonde­ren des V. D. A. Zu dieser Arbeit wünsche die Reichsregierung und die preußische Staatsregierung vollen Erfolg.

Der Vorsitzende, Erzellenz von dem Bussche-Haddenhausen dankte dem Redner und bat, seinen Dank der Reichsre­gierung und der preußischen Staatsregierung, besonders aber dem preußischen Jnnenmini- stenum und dem preußischen Kultusministerium zu übermitteln, mit dem Wunsche einer wei- teren Unterstützung des Deutschtums außer­halb der Grenzen.

Der evangelische, Bischof Mordhorst- Kiel überbrachte die herzlichsten Grüße des deutsch-evangelischen Kirchenbundes, und ein höherer auslandsdeutscher katholischer Pfarrer begrüßte die Tagung mit den besten Wün­schen für eine fruchtbare Arbeit.

Zur 48. Jahrestagung sind eine große Anzahl von Telegrammen und Glückwün­schen eingelaufen.

Reichspräsident v. Hindenburg drah­tete: Zur 48. Iahrestagung des V. D. A. sende ich herzliche Grüße und Wünsche für weitere erfolgreiche Arbeit. — Vom Reichs­kanzler lief folgendes Telegramm em: Dem V. D. A. sende ich anläßlich der 48, Jahrestagung herzliche Grüße zugleich auch im Namen der Reichsregierung. Ich wünsche den weiteren Arbeiten des V. D. A. im Dienste des Volkstums den besten Erfolg. Ferner gingen noch Depeschen ein vom Bi­schof Berning (Osnabrück), vom Verkehrs­minister Stegerwald, Admiral Dr. h. c. Raeder, vom Reichskanzler a. D. Dr. Luther, von der Stadtverwaltung Gmunden (Ober­österreich), von Erzellenz Dr. von Reichenau, von der südafrikanischen Zeitung „Der deut­sche Afrikaner" u. o. a.

Eine Reihe von Anträgen auf Aenderung der Satzungen, die möglichst den Erfahrun­gen der bisherigen erfolgreichen Vereinsar­beit angepaßt werden sollten, wurde ange­nommen. Die nächste Tagung des V. D. A. wird, gemeinsam mit dem 50jährigen Jubi­läum und der 50. Tagung des österreichischen Landesverbandes des Deutschen Schulver- _eüi5 Südmark, m Saiiburö üaMmden.