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®te ^Sbrrhesfische Zeitung" erscheint sechsmal IvLchentlich. Be prgspreis monatlich 2.10 GM.au«. schließ!. Zustellungrgebühr, Lurch LiePost2.35 GM.Für etwa infolge Streik«, Maschinendefekte »der elementarer Ereignisse ausfallende Nummern wird kein Ersah geleistet. Verlag b. Dr. §. Hiheroth. Druck der Unib.-Buchdruckerei b. Job. Aug. Koch, Markt 21/23, Fernsprecher: Nr. 54. tu Nr. 55- Postscheckkonto: Amt Frankfurt <u M. Nr. 5015. — Sprechzeit der Redaktion von 10—11 und
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Anzeiger für (bas frühere kürhessische) Oberheffen
Nr.1i; 64.3nürg. Marburg a.8abn
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Anzeiger der amtlichen Bekanntmachungen für Stadt «nd Kreis Marburg.
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fl. Friedrichshafen, 18. Mai. Wie die Wrrftleitung mitteilt, ist das Luftschiff „Traf Zeppelin" am 8 Uhr gestern abend in Cners bei Tonlon glatt gelandet.
„Graf Zeppelin" ist nm 8.15 Uhr abends auf dem Flugplatz Cuers in der Flughalle untergebracht worden.
Glatte Landung
fk. P a r i s, 18. Mai. Wie Havas aus Marseille meldet, ist die offizielle Benachrichtigung der in Betracht kommenden Dienststellen seitens der Marine-Präfektur Toulon, in der bekannt gegeben wurde, daß Dr. Eckener um die sofortige Alarmierung der Mannschaft des Flugplatzes von Cuers Pierefeu ersucht habe, um 6 Uhr erfolgt. Um 7.30 Uhr wurde das Luftschiff selbst gemeldet. Um 8 Uhr war es bereits in der Halle der ehemali- §en „Dixmuiden" fest verlaut. Während er Landungsmanöver waren große Scheinwerfer im Betrieb. Das offizielle Communiquo beglückwünscht das Personal der französischen Luftflotte zu der Geschicklichkeit, die es bei dieser Gelegenheit bewiesen habe. Dr. Eckener hat gleich nach der Landung den Korvettenkapitän H a m o n t, den Leiter des Flugplatzes, ebenfalls zu dem prachtvollen Manöverieren feiner Leute beglückwünscht.
Das Luftschiff hat, soweit zur Stunde feststeht, anscheinend keinen Schaden genommen.
Nach einer weiteren Havas-Meldung war, als der „Graf Zeppelin" die Gegend von Toulon erreichte, die Tageshelligkeit noch ausreichend, um der Bevölkerung eine eingehende Beobachtung der Landungsmanöver zu ermöglichen. Das Luftschiff sei in geringer Höhe, aber ziemlich schnell gefahren. Ueber Cuers habe es kehrt gemacht und Richtung nach Pierefeu eingeschlagen. Da man daraus ohne weiteres annehmen konnte, daß die Landung auf dem ehemaligen Landungsplatz für Luftschiffe stattfinden würde, setzten sich gewaltige Menschenmassen dorthin in Bewegung, Truppen und Gendarmerie mußten einen Cordon ziehen, um die von Minute zu Minute wachsende Menschenmenge zurückzuhalten.
Die Stvrmfahrt
Außerordentlich kritisch wurde die Lage des Luftschiffes „Graf Zeppelin" in den Nachmittagsstunden. Havas berichtet: Nachdem das Luftschiff um 13.15 Uhr Montelimar überflogen hatte, bewerte es sich nur schwer vorwärts. Es
surde durch den rwino außerordentlich iark behindert und gab häufig Signale.
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Der „Graf Zeppelin" bat um die sofortige Genehmigung, landen zu dür- sen mid lieg mitteilen, daß das Luftschiff sehr ernste Beschädigungen ausweise, t&e es in Gefahr bringen»
Um 14.50 Uhr flog das Luftschiff m ü h- sam gegen starken Nordwind an, nachdem es die Ebene von Sabeil überflogen hatte, wo es f a ft stillzu- stehen schien. Während einer halben Stunde hat ss vergeblich versucht, seinen Weg fortzusetzen, indem es der starken Windströmung zu entgehen versuchte. Nachdem das Luftschiff ungefähr 5 Kilometer zurückgetrieben war, wendete es oberhalb von Montelijer und schlug Kurs nach Süden ein.
Dr. G dt en er hat um 15.18 Uhr u n - weit von Science eine an einem Sandsack befestigte Botschaft in deutscher Sprache abgeworfen, die lautet:
Wollen Sie bitte durch die Garnison von Balence die Stelle mir angeben, die am besten für eine Landung des Zeppelinluftschifses geeignet ist.
Dr. Eckener.
Das Luftschiff befand sich, als es diese Botschaft abwarf, in 40 Meter Höhe und
hatte gegen starken Nordwind anzukämp- fen. Infolgedessen wurde es in Richtung aus Saillans abgetrieben. Die Radiostation von Valence bemühte sich vergeblich, chre Apparate auf die Wellenlänge der Funkeinrichtung des Luftschiffes einzustellen.
Um 16.15 Uhr erschien das Luftschiff über Saillans. Diese Ortschaft liegt 40 Kilometer südöstlich von Valence.
Das Luftschiff manLverierte sehr schwer, es bäumte sich auf und drehte sich, ohne daß es dem Winde widerstehen konnte, der das Luftschif nach Süden und Süd- osten mit einer Durchschnittsgeschwindig- keit von schätzungsweise 30 Kilometern in der Stunde abtrieb.
Die letzten Stunden
Ueber die letzten Fahrt stunden des „Graf Zeppelin" und seine glückliche Bergung auf französischem Boden werden noch folgende Einzelheiten
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Einer der 5 Mllybach-ZcppeUn-->.'o!orrn des ..Eraf Z ppelin".
Links unten eine der Maschinengondrln. __
Don den 5 Maybach-Motoren iL Zyl., 550 PS, waren zwei infolge Bruchs der S. uiO ' Ken.
Die Ui.otoie sind in isolierten Maschinengondeln angebracht.
bekannt: Sobald die französische Regierung von den Gefahren Kenntnis erhielt, die dem „Graf Zeppelin" drohten, wurde von den zustündigen Behörden alles unternommen, um eine Katastrophe zu vermeiden. Der Luftfahrtminister ertt- fonbte Weisungen an die Provinz, dem Schiff, wo es auch sei, jede Hilfe angedeihen zu lassen. Bald nach dem funkentelegraphischen Hilfeangebot des Luftfahrtministeriums und der Mitteilung Dr. Eckeners, daß er bei Cuers niederzugehen versuche,
änderte sich, wie durch ein Wunder mit einem Schlage die Lage an Bord des Schiffes.
„Graf Zeppelin" schien die letzte Flugstrecke nach dem Hafen mühelos zurückzulegen und das Luftschiff erweckte den Anschein, selbständig dem herrschenden Sturm trotzen zu können. Nachdem Dr. Eckener gegen 18 Uhr vergeblich versucht hatte, im Flughasenzcn- trum von Marignane nieoerutgenen, schlug er die Richtung nach der Marineflugstation Cuers ein. Der Richtungs
wechsel wurde sofort dem Oberkommandierenden des 5. Flottenbezirks mitgeteilt, der Weisungen gab, mit allen nötigen Vorsichtsmaßnahmen das 9iieber= gehen des Luftschiffs und fein Einbringen in die Halle zu sichern. Der Unterpräfekt von Toulon, Matira, begab sich im Auftrag des Innenministeriums nach Cuers. Um 20 Uhr Überflog „Graf Zeppelin" den letztgenannten Ort und wurde m die Halle gebracht.
Die Landung ging bei prachtvoll ruhigem Wetter nicht nur ohne Zwischenfall, sondern auch mit außerordentlicher Schnelligkeit vonstatten.
Sobald der Präfekt von Toulon die Funksprüche des „Graf Zeppelin" erhalten hatte, wurden alle Maßnahmen ergriffen, um das Luftschiff nach Cuers zu leiten. Drei Wasserflugzeuge flogen dem „Graf Zeppelin" entgegen, um ihm dfe letzte Flugstrecke zu erleichtern.
Dis Flotten- und Militärbehörden batten auf Lastkraftwagen 60 fran-
(Fortsetzung stehe Seite 23
Was wird nach Parts?
Wir werden noch einige Zeit das et» hebende Schauspiel genießen, daß sich die stärksten Geldmächte Der Erde um die Der» teilung der Summen in den Haaren liegen, die zwischen dem ursprünglicf^n, von Deutschland zurückgewiesenen Diermüchte» Memorandum und dem von Schacht rufgegriffenen Boungfchen Rettungsvorschlag liegen. Der Kampf um den Derteilungs» schlüssel der gegnerischen Mächte dreht sich um 200 Millionen jährlich. Vielleicht wird er noch gleichzeitig mit der Konferenz in Paris abgeschlossen. Vielleicht nutzen aber die hartnäckigen und in ihren Forderungen über alle Masten brutalen Tribut- nehmermächte noch eine politische Konferenzmöglichkeit in ter Richtung der von Frankreich vorgeschlagenen Einigungsformel für den häuslichen Deuteverteilungsstreit: „Le bocke payera tont! Das Einfachste wäre die Heraufsetzung der deutschen Zahlungen auf unsere ersten Vorschläge."
Diese Entwicklung ist nur wahrscheinlich. Sicherer aber ist die von allen Seiten bisher so entschieden geleugnete politisch« Aussprache über die Pariser Beratungen, die sehr leicht in den Versuch neuer „endgültiger" Formulierungen der Sachvcr- ständigenbeschlüfse ausarten könnte. Das würde für uns eine neue Verlängerung ter Katastrophenatmosphäre bedeuten, in die wir durch die innere amtliche Finanzpolitik mb durch den Verlauf ter Pariser Verhandlungen hineingeschlittert sind. Roch ist es Zeit, die beteiligten Regierungen zu einer Beendigung des grausamen Spiels zu bringen, das für uns mit ter Unsicherheit des Arbeitsmarktes in der Zeit der besten Konjunktur verbunden bleibt. Wir wissen, daß wenigstens ein Teil ter in so vielen Fragen uneinigen Reichsregierung noch eine politische Konferenz für nötig hall. Rach dem Eindruck Berliner politischer Kreise soll sie allerdings diesen Charakter nicht nach außen hin haben, sondern sie vielmehr an die bevorstehende neue Minderhei eakon- ferenz des VölkerbundsrateS in Aladrib anschliehen. Es wird mit einer oortigens neuen locarno- und luganoähnlichen 'Beratungsfolge ter drei Außenminister Chamberlain, Driand und Stresemann gerechnet, bei ter dann die Klärung etwa in Paris verbleibender RepärationSdifferen» zen erziell werten soll. Es liegt für jeden sachlichen Beurteiler einer solchen Polltischen Konferenz auf ter Hand, daß diese Klärung nur gegen Deutschland erziell werten würde. Weder ter bisherige Verlauf der Pariser Beratungen noch die Vorgänge von Locarno und Lugano lassen auch nur den Keim einer Hoffnung auf eine Erleichterung ter außen- und finanzpolitischen Lage Deutschlands. Mit einer derartigen Konferenz bliebe auf jeden Fall die ungeheure Gefahr eines Kuhhandels um die Räumungsfrage verbunden, gegen den sich die besetzten Gebiete selbst mit einer tapferen und geschlossenen Meinungskundgebung so ent- schieten wie denkbar gewehrt haben.
Abgesehen von ter Aussichtslosigkeit einer derartigen nochmaligen Aufrührung ter Reparationsfrage in einem für uns so gefährlichen Politischen Milieu würde durch diese neuerliche Derschleppungsstrategie die Bereinigung unserer beengten Wirtschaftslage weiter hinausgeschoben. Das Einverständnis Schachts mit ter ungeheuerlichen Erweiterung ter deutschen Opfer hat ja nur Sinn, wenn unmittelbar nach Paris und unter dem Eindruck ter dortigen endgültigen Beschlüsse die dringliche Erleichterung unserer Kreditlage eintreten kann. Ihre Erschütterung war bis jetzt das einzig sichtbare Ergebnis von Paris. Die Verhandlungskrisen kosten die AeichS- bank rund eine Milliarde ihrer Gold- und Devisendeckungsbestände als Folge nicht nur des Vorstoßes der Dank von Frankreich gegen die Marr sondern auch als Wirkung der Kündigung und Zurückziehung