Mittwoch, den 15.3Bat 1929
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die von Owen Kompromißzahl Seite sei man
Wer gibt 100 Millionen? stmmor noch keine ©offline in Varis
Feankreich verzögert -Le AmerLkafahrt
Europäische Eaaittraigkeit - Sie Sreaze darf mir Wischen 7 und 9 W überstogen werden
Auch Belgien lehne Joung vorgeschlagene ab. Auf englischer stets für die geringsten wesen, und wenn, was
das lleberfliegen Frankreichs nunmehr gestattet sei.
Falls auf der nördlichen Route eine Besserung der Wetterlage eintritt, kann die Fahrt unter Umständen im Laufe des Mittwochs beginnen, andernfalls mutz der Abflug auf Donnerstag früh verschoben werden, wenn die Route über Südfrankreich genommen wird.
Zu den Schwierigkeiten, die hinsichtlich des Aufstiegs des Grafen Zeppelin zur Amerikafahrt in letzter Stunde aufgetreten sind, erklärte Dr. Eckener, er habe soeben erfahren, datz das lleberfliegen Frankreichs nunmehr gestattet fei, aber nur unter ge- wiffen Bedingungen.
Jahresraten ge- nun möglich er- der britischen
Wie die „Chicago Tribüne" erfährt, haben die amerikanischen Sachverständigen, die ihre Rückkehr nach Rew- york für kommenden Sonnabend vorgesehen hatten, nunmehr die Hoffnung aufgegeben, vor nach st er Woche abreisen zu können. Der „E x c e l s i o r" will wissen, Pierpont Morgan habe angekündigt, daß er unter allen Umständen in den ersten Tagen der kommenden Woche abreisen werde.
Was feil geschehen?
Erhöhung des Diskonts oder Einschränkung des Kredits?
Die Reichsbank steht in den allernächsten Tagen vor einer sehr schwierigen Entscheidung: Soll sie den Diskont noch weiter erhöhen, nachdem er erst vor kurzem um ein volles Prozent von 6Vs auf 7Vs Prozent erhöht worden ist, oder soll sie die bis jetzt nur lose geübte, sich aber doch schon empfindlich bemerkbar machende Kreditrestriktion zu einer generellen Maßnahme erweitern.
Die letzte Diskonterhöhung hat wider Erwarten nicht den Erfolg gebracht, der zur Entlastung des Devisenmarktes und der Geldansprüche an die Reichsbank führen sollte. Der Hauptgrund für das Mißlingen dieser Maßnahme dürfte wohl darauf zurückzuführen sein, datz die Reichsbank reichlich spät zu dem Mittel der Diskonterhöhung griff, um den Schwierigkeiten auf dem Geld- und Devisenmärkte zu begegnen. Man begreift es heute noch weniger als damals, welches Wunder denn eigentlich die Reichsbank erwartete. Schon für den Laien war es ganz klar, datz eine Beordnuna der Geldmarktlage ohne Anziehen der Diskontschraube garnichl mehr möglich war.
Das lange Zögern aber hat der Spekulation Vordispositionen erlaubt: die in ihrem Endeffekt die von der schließlich doch vorgenommenen Diskonterhöhung erhoffte Wirkung beeinträchtigten.
Der mit der Diskonterhöhung des weiteren beabsichtigte Zweck der Anlockung des ausländischen Kapitals auf den deutschen Geldmarkt zur Ausnutzung der Gewinnchancen konnte um deswillen nicht erreicht werden, weil die internationale Eeldmarktlage ohnehin augenblicklich in einem völlig anormalen Zustand sich befindet und die Differenz zwischen den gerade jetzt sehr hohen ausländischen Eeldsätzen und der deutschen Rate keine große Verlockung zur Investierung ausländischen Kapitals auf dem deutschen Geldmarkt bot.
So hat die Reichsbank zwischenzeitlich zu Krediteinschränkungen ihre Zuflucht genommen, zwar nicht als generelle Maßnahme, aber doch als eine bestimmte Anweisung bezüglich der gesamten Prüfung jeglichen Kreditanspruchs. In dieser Maßnahme wird nun wahrscheinlich fortgefahren werden müssen und zwar in einer stärkeren Form und mit entschiedenerem Nachdruck.
Nun aber wirft sich die Frage auf, was zweckmäßiger ist, ein« Diskont« erhöhung oder eine generelle Kredit« restriktiv«.
Beide Maßnahmen haben ernste Nachteile für die davon betroffenen Kreise. Eine Diskonterhöhung schränkt gewiß auch schon an sich die Kreditanforderung ein in den Fällen, in denen die höheren Zinssätze eben nicht geleistet werden können oder die Kreditaktion selbst durch die dafür zu leistenden höheren Aufwendungen zu einem Verlustgeschäft würde. .Eine Kreditrestriktion und zwar im Sinne einer generellen Einschränkung des Kreditbedürfnisses würde viel schwierigere und weitreichendere Folgen für die Wirtschaft haben, als das bei einer Diskonterhöhung der Fall wäre. Ferner ist ja auch zu berücksichtigen, daß die Diskontpolitik überaus beweglich gestaltet werden kann. Es kann je nach den Erfordernissen der Geldmarktlage der Diskontsatz herauf- oder herabgesetzt werden. Damit ist die Anpassung an die jeweiligen Geldverhältnisse ohne weiteres gesichert.
Viel schwieriger und in vielen Fällen undurchführbar ist dieses Verfahren bei Kreditrestriktionen. Die schwerwiegenden Wirkungen, die sich aus solcher Maßnahme auf die Wirtschaft ergeben, können nur erst allmählich wieder ausgeglichen werden. Die Restriktionspolitik ist auch bei weitem nicht so labil und beweglich, wie die Diskontpolitik und kann es garnicht fein. Die von Restriktionen betroffenen Ünternehmungen haben es viel schwerer und haben viel länger daran zu laborieren, die Bedrängnisse wieder auszugleichen, als das der Fall ist bei einer diskantpolitischen Maßnahme, die sozusagen auf tägliche Kündigung geschieht.
Es ist deshalb ein schwerer und nach feinen volkswirtschaftlichen Auswirkungen außer» ordentlich ernst zu prüfender Entschluß, ob zur Behebung der Schwierigkeiten des inno- ren Kapitalmarktes die Reichsbank zu einer Diskonterhöhung oder zu einer Kreditein- schränkung schreiten soll. Zu einem guten Teil haben es freilich bestimmte Wirtichafts»
Anzeiger für (das frühere knrhefsifche) Oberheffen
Anzeiger der amtlichen Bekanntmachungen für Stadt und Kreis Marburgs
In einigen Blättern kommt übrigens zum Ausdruck, daß es nach Ansicht gewisser Konserenzkreise vielleicht besser wäre,
die Entscheidung der Repara- tionskonferenz bis nach den belgischen und englischen Wahlen zu vertagen, um die Einwirkung politischer Anfragen auf die Entscheidung zu verhindern.
Die Aussichten für die Annahme des Pariser Schlußberichtes mit , den beut» chen Vorbehalten, wie sie in den Be- prechungen zwischen Stamp und Schacht estgelegt wurden, werden in englischen Berichten aus Paris als immer zweifelhafter angesehen. In einem Pariser Bericht der „Times" heißt es, daß die deutschen Vorbehalte vom britischen Standpunkt aus nicht ungerechtfertigt erscheinen, während sie auf französischer Seite nach wie vor mit starkem Mißtrauen betrachtet würden. Selbst wenn die deutschen Vorbehalte angenommen würden und das schwierige Problem der Verteilung gefunden würde, blieben noch die Meinungsverschiedenheiten über die deutschen Jahresraten zu beseitigen.
Auf französischer Seite sei man, ganz abgesehen von den deutschen Vorbehalten und der Verteilungsfrage, jeder Verminderung der Jahresraten unter die in der Alliier- ten-Denkfchrift festzelegten 2198 Millionen Mark abgeneigt.
Es bestätigt sich, daß der mit der Abfassung des Schlußberichtes betraute englische Sachverständige Sir Josiah Stamp am Dienstag nachmittag nach L o n d s ä < gefahren ist. Die Reise wird auf den Wunsch der Sachverständigen zurückgeführt, mit dem englischen Kabinett und mit den Citykreisen Fühlung zu nehmen.
Im Gegensatz zu der Auffassung der deutschen Kreise scheint man in Paris nicht mit einem völligen Abschluß der Sachoerständigenkonserenz zu rechnen.
Auch die Pariser Morgenpresse bestätigt, daß Sir Josiah Stamp für 25 Stunden nach London gereist ist, um, wie sie annimmt, mit seiner Regierung über einige Formeln des Berichtes über die Arbeiten der Reparationssachverständigen zu verhandeln, der, wie man glaubt, noch im Laufe der heutigen Tages den Delegierten zur Vorprüfung überwiesen werden kann.
„Matin" schreibt, es sei nicht wahrscheinlich, daß, wenn man zur Annahme eines einzigen Textes gelange, dieser nicht von den Franzosen, Italienern und Belgiern gebilligt werde. Der Vertreter Großbritanniens habe sich darüber bei seinen Kollegen informiert und glaube, große Aussicht zu haben, datz sein Werk angenommen werde. Die Schwierigkeit, die bestehe, sei die:
Wo findet man 100 Millionen Mark?
Diese 100 Millionen müßten an England gehen. Man dürfe jedoch den Belgiern nicht zu wenig zuweisen und auch S ü d- f laroien nicht vergessen, das zwar nicht auf der Konferenz anwesend sei, aber seine Ansprüche angemeldet habe. Man wisse wohl, wer die strittigen 100 Millionen Mark erhalten werde, aber noch nicht, wer sie geben solle. Hoffen wir, so schließt der „Matin", daß diese Frage in der 14. Arbeitswoche des Sachverständi- gen-Ausschusses geregelt werden kann.
lieber das Verhalten der belgischen Delegation, das durch eine auffallende Pressekampagne, durch Interviews und offizielle Verlautbarungen aus Brüssel vorbereitet wurde, schreibt „Petit Parisi en": Aus den offiziösen Nachrichten aus Brüssel ergibt sich, daß Belgien fest entschlossen ist, keinem Abkommen der Sachverständigen zuzustimmen, wenn nicht die Frage der während der deutschen Besetzung ausgegebenen Markbeträge angemessen geregelt wird. In diesem Punkte ist Francqui sicher, bis zum Schluß von seinen alliierten Kollegen und besonders von den französischen Delegierten unterstützt zu werden.
Der Zeppelinstart, der Mittwoch früh 6 Ahr erfolgen sollte, mutzte am Dienstag abend um volle sechs Stunden, also auf Mittwoch 12 Uhr, verschoben werden. Der Störenfried der Zeppelinfahrt ist, wie sich herausgestellt hat, nicht das ungünstige Wetter, sondern er ist abermals Frankreich, das ja bekanntlich auch bei den Mittelmeerfahrten ziemlich wenig Entgegenkommen bewiesen hat. Es besteht nämlich ein Abkommen zwischen Frankreich und Deutschland, wonach deutsche Flugzeuge und Luftschiffe, sofern sie keinerlei Funkoder Photogeräte an Bord haben, Frankreich ohne weiteres nach Anmeldung überfliegen dürfen, sofern sie aber mit Funk- und Photogeräten ausgerüstet sind, bedarf es einer besonderen Genehmigung der französischen Regierung.
Frankreich ist nun aber ans die Anfrage der Zeppelinwerft in pasiive Residenz getreten, d. h. es hat bis heute überhaupt nicht für nötig ge- faadea, die Anfrage zu beantworte«.
Nach Norden auszuweichen und Frankreich überhaupt nicht zu berühren, ist leider zur Zeit unmöglich da über dem Kanal Windstärke 9 herrscht. Die in Friedrichshafen anwesenden zahlreichen ausländischen Journalisten, namentlich die Amerikaner, find über das unhöfliche Benehmen der französischen Regierung aufs äutzerste empört und haben sich dahin geäutzert, datz sie das Verhalten der französischen Regierung in ihren Blättern nachdrücklichst darlegen werden.
Das Jnteresie an dieser Zeppelinfahrt ist ebenso grotz, wie bei der ersten Ozeanüberquerung. Ganz Friedrichshafen ist ein einziger Heerwall von Journalisten und sonstigen irgendwie an der Fahrt Beteiligten.
Die Fahrgastliste weist acht Deutsche, fünf Amerikaner, zwei ehemalige Rusien, eine« Spanier, einen Engländer und eine vorläufig nur dem Vornamen nach bekannte Amerikanerin auf.
Jnteresiant ist übrigens, datz auch Ingenieur Alexander v. Kryha, der Erfinder der bekannten Chiffriermaschine, zu den Fahrgästen des Luftschiffes zählt. Herr von Kryha, desien Maschinen in Europa weitgehend eingeführt sind, beabsichtigt, die Verwertung seiner Erfindung in den Vereinigten Staaten von Amerika mit einer ersten Finanz- und Fabrikationsgruppe an Ort und Stelle durchzuführen. Gleichzeitig wird er auf der Fahrt im Luftschiff mit dem Chiffriersystem Kryha persönlich wiffenschaftlich und praktische Versuche anstelle«. Außer den 18 Passagieren führt das Luftschiff noch etwa 2 000 Kilo Fracht und zahlreiche Post bei sich.
Gau; besonderes Aufsehe« erregt unter der Fracht ein 3i/2 Jahre alter Gorilla.
Weiter führt das Luftschiff ein Rubens- gemälde bei sich, das man für rund 30 000 Dollar in Amerika zu verkaufen hofft. Ferner befindet sich unter der Fracht e:n vollständig neuer Bechstein-Flügel.
Rach einer Meldung der „Chicago Tribüne" aus Friedrichshafen herrscht unter den amerikanische« Teilnehmer des Zeppelinfluges autzerordentliche Entrüstung darüber, daß es die französische Regierung nicht für nötig befunden hat, das ihr schon seit 14 Tagen vorliegende Gesuch um lleberfliegen französischen Bodens rechtzeitig zu beantworten. Die Amerikaner erklären, dieses Verbalten Frankreichs sei ein neuer Beweis für die europäische Engstirnigkeit.
vor dem Aufstieg des „Graf Zeppelin".
Dr. Eckener erklärte dem Vertreter des W. T. V, daß
Die Hauptbediuguug sei die, daß die französische Grenze zwischen 7 und 9 Uhr früh passiert werden muß.
Danach müßte, fuhr Dr. Eckener fort, der Aufstieg spätestens um Vs6 Uhr früh in Friedrichshafen erfolgen. Da es uns aber infolge der späten Abendstunde nicht mehr möglich ist, die Werftmannschaften, die normaler Weise erst um yz7 Uhr ihre'Ar- beit beginnen, davon zu benachrichtigen, datz sie früher auf dem Werftgelände bereitstehen sollen, kann der Abflug ungeachtet der jetzt vorliegenden Einfahrterlaubnis am Mittwoch morgen nicht mehr vorgenommen werden.
scheint, die Ansprüche der britischen Dominions befriedigt werden könnten, bann würden die britischen Vertreter Owen Doungs Zahl unterstützen. Die Haltung der Italiener bleibt zwei» selhaft, während die Japan e r ihre uneingeschränkte Zustimmung bereits gegeben hätten. Im ganzen scheinen die Aussichten für eine Einigung wegen der weiter bestehenden Meinunsverschie- denheiten über die Höhe der Jahresraten, wie über die Verteilung und die deutschen Vorbehalte weniger günstig.