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England gibt nicht nach

Churchill leimt im llnterW den NMIImrWMl Swen Youngs enWieden ab

Abschluß der Mnifeicr

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Marburg a. Laba

MW Landeszeitung

Freitag, den 10. Mai ISA

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SbechMsche Zeitung

Die ^Vberhessische Zeitung" er­scheint sechsmal wöchentlich. Be­zugspreis monatlich 2.10 GM. aus. schließ!. Zustellungsgebühr, durch diePost2.35 GM.Für etwa infolge Streiks, Maschinendefekte »der elementarer Sreignisie ausfallende Nummern wird kein Ersah ge­leistet. Verlag b. Dr. §. Hiheroth. Druck der Unib.-Buchdruckerei b. Zoh. Ang. Koch, Markt 21/23» Fernsprecher: Nr. 54. u. Nr. 55. Postscheckkonto: Amt Frankfurt a. M. Nr. 5015. Sprechzeit der Redaktion von 1011 und »/»l-l Uhr.

ZrsMni eine EnWung?

Ao Notioiluug tot Aibulo bloibi Sacht der Motten Negierungen

Bisher sind 21 Leichen der bei den Maiunruhen Getöteten gerichtlich obdu­ziert worden. Nur in einem Teil der Leichen sind Geschosse gefunden worden» und zwar sämtlich Kupfermantelgeschosse. Der Tod des Journalisten Mac Kay ist eingetreten, weil der Schuß die Hals­schlagader ausriß und infolgedessen eine Verblutung unvermeidlich war.

Die französische Presse ist mit dem Er­gebnis der vorbereitenden Abrüstungs­konferenz außerordentlich zufrieden. Auf jeden Fall so schreibt dasJournal des Oebats" hinterlasse diese Ta­gung den Eindruck, daß sie alles getan habe, was in ihren Kräften stehe, um die Vorbereitungsarbeiten soweit als mög­lich zu fördern, sodaß die nächste Sitzung höchstwahrscheinlich die letzte sein werde. Die Uneinigkeit über die Abrüstung zur See, die im Winter einen gefährlichen Grad erreicht habe, sei beseitigt worden. Man trete nunmehr in eine neue Phase ein, in der man positiv arbeiten werde. Hinsichtlich der Landrüstungen schaffe die von Gibson in der Frage der ausgebildeten Reserven angenommene Formel die Haupt­schwierigkeiten aus der Welt.

Mittwoch kam es int Unterhaus zu einer kurzen Auseinandersetzung zwischen dem Mitglied der Arbeiterpartei Wed- g e ro o o b und einem Regierungsvertreter über die Pariser Reparationsverhand­lungen. Wedgewood hatte die Frage ge­stellt, ob der Schatzkanzler dem Hause irgendwelche Mitteilung über die Ver­handlungen des Reparationsausschusses zu geben habe, weshalb der Repartions- ausfchuß mit den in Spaa vereinbarten Prozentsätzen zur Verteilung der deut­schen Reparationen befasse. Finanzsekre­tär Samuel ersuchte Wegdewood, seine Anfrage morgen zu widerholen, und fügte hinzu, Churchill werde inzwi­schen erwägen, ob er in der Lage sein werde, eine Erklärung über diese Frage abzugeben. Wegdewood fragte hierauf, ob diese Frage nicht sofort in Abwesen­heit des Schatzkanzlers behandelt werden könne, ob nicht der Sachverständigenaus-

Die Beschlüsse der Sachverständigen binden in keiner Weise die Regierung, die vollständig frei bleibt und ihre eige­nen Entschließungen über die Arbeiten und die Empfehlungen des Sachverständi- aenausschusses fassen wird. Um Mißver­ständnisse im Ausland und Beunruhigun­gen im Inlands zu vermeiden, ist es viel­leicht wünschenswert, daß ich erkläre, daß jenr Art von Vorschlägen, die gestern in der Presse angedeutet wurden» nach unserer Meinung unannehmbar sind, und daß die Negierung sie sich unter keine« Umständen zu eigen machen wird. (SeifoIL)

S^ebgetDoob richtete bann weiter bre t^rage an Churchill: Werben wir nicht zu irgenb einem Geschenk verpflichtet wer­den, das von England den französischen Steuerzahlern oder der französischen Re­gierung gemacht wird-

Zum Attentat auf WolöemaraS

DasM emeler Dampfboot" meldet: Im Laufe der Nacht zum Diens­tag und gestern abend wurden 5 8 Per­sonen verhaftet und weitere Haus­suchungen vorgenommen' Der Innen­minister hat für die Ergreifung der At­tentäter eine Belohnung von 50 000 Lit ausgesetzt. Gestern nachmittag fand auf dem Platze der Unabhängigkeit an der Garnisonkirche eine Protestkundgebung gegen das Attentat statt, der einige Tau­send Personen beiwohnten.

Der kleine Neffe des Ministerpräsiden­ten schwebt in Lebensgefahr. Auch der Gesundheitszustand des Hauptmanns Virbickas ist besorgniserregend. Sämt­liche Vertreter des diplomatischen Korps haben Woldemaras ihr Beileid und gleichzeitig ihre Genugtuung über seine Rettung zum Ausdruck gebracht. In der Stadt und im ganzen Lande herrscht Ruhe.

K o w n o, 9. Mai. Unter den aus An- laß des Attentats auf Woldemaras Ver­hafteten befindet sich eine Person, deren Teilnahme an dem Attentat, nach einer Meldung der Litauischen Telegraphen- oeentur, crußmx Zweifel steht.

Churchills gestrige Unterhauserklärung wird von der gesamten Morgenpresse an hervorragender Stelle gebracht und nach« brücklich unterstützt.

Time s sagen in einem Leitartikel, bie beutliche unb unzweibeutige Er« Hüning sollte bazu beitragen, ben Sach- verstänbigen-Ausschuß zu veranlassen, diese ziemlich unglückliche Einmischung in eine biplmatische Rebenfrage, für bie er tatsächlich nicht zustänbig ist, aufzugeben. Aber trotz bei noch bestehen- ben Schwierigkeiten liege roiebei Grund zu ber Hoffnung vor, baß zum mindesten in ber Hauptfrage bei beutschen Annuität eine Veieinbaiung eneicht weiben könne.

Chuichill eikläite hieiauf: Ich habe im Unterhaus bie Antwoit zu biesei Fiage Detlefen. Diese Antwoit ist seht sorgfältig unb gewissenhaft beraten wor­den. Es ist, wie ich meine, eine Antwort von einiger Bedeutung, und ich wünsche in keiner Weise, etwas.hinzuzufügen.

Nunmehr griff der Sprecher ein und er­klärte: Ich glaube, es ist besser, diese An­gelegenheit nicht weiter zu behandeln. Hierauf, erhob sich der Aibeiteipaiteiler Ben Smith, der ebenfalls eine Anfrage stellen wollte, jedoch vom Sprecher unter­brochen wurde, er sei davon verständigt worden, daß ber Schatzkanzler nicht vor­bereitet sei, weitere Erklärungen abzu­geben.

Anzeiger für (bas frühere kurhessische) Oberhesfen

Anzeiger der amtlichen Bekanntmachungen für Stadt und Kreis Marburg

Die Besprechungen mit den Länder- finanzministern über die neuen Finanz­gesetze der Reichsregierung wurden am Mittwoch fortgesetzt. Wie dieDeutsche Allgemeine Zeitung" hört, sind von den Ländern verschiedene Aenderungsanträge zu erwarten, die am Freitag im Reichs­rat 3ur Abstimmung kommen sollen. Im Vordergrund steht namentlich der Plan, einen Deckungsfvnds zu schaffen, der den dauernden Kassenkalamlläten Vor­beugen soll. Ein anderer Antrag verlangt ähnliche steuerliche Begünstigun­gen, wie sie für die neue Reichsanleihe vorgesehen sind, für die Anleihen der Länder, mindestens eine Befreiung von der Kapitalertragssteuer. Auch aus den Kreisen der Länderminister wird aber die Notwendigkeit betont, dem Reich sofort zu helfen und durch die notwendigen Maß­regeln für eine Beendigung der Kassen­misere zu sorge».

einschließlich mehrerer Milderungen für Deutschland, die Dr. Schacht vorschlägt, einstimmig angenommen wird. Damit würde bie Konferenz ihre Auf­gabe, bie beutsche Schulb enbgültig festzu» setzen, gelöst haben. Was bie Frage ber Verteilung betrifft, so würbe es zweifel­los minbestens eine Mehrheit (Großbri­tannien, bie Vereinigten Staaten, Italien und Japan) geben, die eine Einigung an» nehmen würden, wonach die Verteilung einer späteren Erörterung un­ter den Allierten überlasten blei« ben sollte. Falls auch Frankreich und Belgien zustimmen, würde die Annahme 1 des Anhangs ebenso einstimmig fein, wie die der anderen Verträge.

Der Korrespondent derTimes" kommt zu dem Ergebnis, daß unter den gegen­wärtigen Umständen die einzige Hoff­nung in einer

Abtrennung der Frage der Bertei» lang von der Frage der Zahlung liege. In dieser Richtung arbeitet, so sagt das Blatt, die britische Delegation.

Der Pariser Korrespondent desDai« ly Chronicke" nennt die Lage hoff­nungsvoll und meint, eine Mehrheit gegen die Prozentsätze Youngs fei wah r- fcheinlich.

ob das Berhandlungsgebiet des Re- parationsausschustes die Erörterung der Epaa-Prozentsätze einschließe, und ob bie britischen Vertreter in biefem Ausschuß ohne Information, ohne An­weisung in, bem gegenwärtig kritischen Zeitpunkt seien. Als ber Sprecher bes Sauses hierauf Wedgewoob ersuchte, lie­ber bie Erklärung ber Regierung abzu­warten, bemerkte Webgewoob:

Wir können nicht warten. Wenn wir bis morgen warten wird Eng­land vielleicht zu einem neuen Ge­schenk an das französische Volk ver­pflichtet worben fein. Wir wisten, wie ber Schatzkanzler diese Frage be­handelt. Weshalb befindet er sich nicht an seinem Platz."

Hierauf erwiderte Samuel, Wedge- woods Anfrage habe das Schatzamt erst einige Minuten nach 1 Uhr erreicht. Es fei eine physische Unmöglichkeit gewesen, in der zur Verfügung stehenden Zeit eine Information zu erhalten.

Am Donnerstag gab Churchill im Unterhaus folgende Erklärung ab: Der Sachverständigenausschuß, der gegenwär­tig in Paris tagt, setzt sich aus unab­hängigen Vertretern der er­schienenen beteiligten Länder zusammen. Ich habe mich natürlich während der aus­gedehnten Verhandlungen in Fühlung mit den britischen Delegationsmitgliedern gehalten. Wir haben jedoch niemals be­stimmte Instruktionen an diese Herren geschickt, und wir wollen das auch bei die­ser Gelegenheit nicht tun.

Die Beisetzung des erschossenen austraki- scheu Journalisten.

Dienstag vormittag hat die Beisetzung des bei den Berliner Maiunruhen ge­töteten australischen Journalisten Char- les M a c K a y stattgefunden. Die Trauer­feier wurde nach dem Ritus der anglika­nischen Kirche von dem Geistlichen der Berliner amerikanischen Gemeinde Reve­rend Craig abgehalten. An der Seifet» zungsseier nahmen Mitglieder der eng­lischen Kolonie teil. Der englische Bot- schafter war durch den Botschaftsrat Ni­cholson vertreten. Der Verein Berliner Presse hatte eine Deputation entsandt, die einen Kranz am Grabe niederlegte. Im Auftrage der Presseabteilung des Auswärtigen Amtes nahm Legations- stzkretär v. Selzam an der Feier teil.

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Die heutigen Schwierigkeiten der Pari­ser Sachverständigen Verhandlungen sind nach wie vor in dem Kampf der Alliier­ten untereinander um den sogenannte» Dertellungsfchlüssel für die deutschen Zah­lungen zu suchen. Der Kampf wird be­sonders von englischer Seite mit großer Erbitterung geführt, wobei auch die Per­son Owen Voungs nicht geschont wird. Doch machen sich schon jetzt Zeichen be­merkbar, diese Schwierigkeiten zur Eini­gung auf deutschem Rücken auszutragen. Es liegt auf der Hand, daß die neuen Schwierigkeiten, die über die Verte llungs- frage aufgetreten sind, ein baldiges Schluß­ergebnis in weitere Fernen rücken.

Die ablehnende Haltung der englischen Sachverständigen zu dem von Owen Poung überreichten Verteilungsplan gibt za leb­haften Kommentaren in der Pariser Presse Anlaß. DerTemps" erklärt klar und deutlich, daß oie britische Anschauung, die Sachverständigen hätten nur die Feststel­lungen der deutschen Schulden und keines­wegs eine Abänderung des Verteilungs- Planes zur Aufgabe, im Gegensatz zu der bisher von den alliierten Sachverstänoigen einmütig vertretenen Anschauung stunde. DerI n t r a n f i g e a n t andererseits be­tont, daß die Entente cordiale eine der stärksten Säulen der französischen Außen­politik bleibe und daß sich für Frankreich ole Gelegenheit biete, gleichzeitig in Lon­don und Berlin dieses Bündnis zu er­proben. Der Plan Poung-Schacht müsse von allen Alliierten einmütig für unannehmbar erklärt werden. Das Blatt fordert auf, den Optimismus nicht aufzugeben, daß die Konferenz doch zu einem Ziele kommen werde. DerIn­formation" zufolge wird man die neuen Ziffern nicht ohne den neuen Verteilungs­plan annehmen können. Das Blatt ist überzeugt, daß die Haltung der Engländer nicht einen völligen Mißerfolg der neuen Lösung zum Ziele habe. Wie dem auch immer sei, Frankreich gewinne nur von dem, was man Großbritannien ab genom­men habe.

Die Agentur Havas berichtet, daß Reichsbankpräsident Dr. Schacht gestern nachmittag eine Unterredung mit dem Vorsitzenden der Reparationskonferenz Owen Young hatte. Die Agentur nimmt an, daß es sich hierbei um dis B e- dingungen gehandelt habe, unter denen Deutschland die in dem Plane Youngs vorgesehenen Annuitäten zahlen kann.

Englische Stimmen z« de» Pariser Reparationsverhandlungcn.

Reuter meldet aus Paris: Neuer­dings heißt es, daß mehrere Gegen­vorschläge zu Owen Youngs Vertei­lungsplan aufgestellt werden, von denen vermutlich jeder anders lauten wird.

Es sei mit einem Fehlschlagen der Konferenz nicht mehr zu rechnen.

Sie weise vielmehr logisch auf eine Lö­sung hin, die der britischen Auffastung entspricht, wonach die Konferenz nicht zuständig zur Erörterung der Pro­zentsätze ist. Es bleibt durchaus mög­lich, daß der endgültige Bericht des Aus­schusses einschließlich der deutschen Annui­täten entsprechend dem Young-Plan und